# taz.de -- Israel und USA im Krieg mit Iran: Merz und Trump pinseln sich gegenseitig die Bäuche
> Bundeskanzler Merz trifft US-Präsident Trump im Weißen Haus und
> harmoniert ordentlich. Wadephul korrigiert Äußerung über Zeitpunkt von
> Reisewarnung.
(IMG) Bild: Eine Militärübung der Islamischen Revolutionsgarden am 5. Dezember 2025 in der Straße von Hormus
Damit endet unser Liveticker zum Irankrieg am Dienstag. Aktuelle News vom
Mittwoch finden Sie [1][hier].
## 🐾 22.33 Uhr: Merz’ Fan-Besuch in Washington
Bei seinem Besuch im Weißen Haus will Bundeskanzler Merz auf keinen Fall
bei Trump anecken: Er wagt nicht ein kritisches Wort zum Angriff auf Iran,
[2][berichtet Anna Lehmann] [3][für das taz-Parlamentsbüro] [4][aus dem
Weißen Haus].
## 20.52 Uhr: Oman fordert sofortige Waffenruhe im Irankrieg
dpa | Oman fordert eine sofortige Waffenruhe im Irankrieg und eine
„Rückkehr zu verantwortlicher regionaler Diplomatie“. Nach Unterstützung
aus „allen vier Ecken der Erde“ zu einer Beendigung des Kriegs zwischen
Iran einerseits und Israel sowie den USA andererseits schließe sich auch
Oman diesen Bemühungen an, teilte Außenminister Badr al-Busaidi mit. „Uns
stehen Auswege zur Verfügung. Lasst sie uns nutzen.“
## 20.17 Uhr: Frankreich verlegt Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ ins
Mittelmeer
rtr | Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ordnet die Entsendung des
Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ ins Mittelmeer an. „Angesichts dieser
instabilen Lage und der Ungewissheit der kommenden Tage habe ich dem
Flugzeugträger ‚Charles de Gaulle‘, seinem Bordgeschwader und seinen
Begleitfregatten befohlen, ins Mittelmeer auszulaufen“, sagt Macron in
einer Ansprache an die Nation.
## 20.05 Uhr: Türkei: Irans Angriffe auf Golfstaaten „unglaublich falsche
Strategie“
rtr | Der türkische Außenminister Hakan Fidan kritisiert die iranischen
Angriffe auf Golfstaaten als Reaktion auf das militärische Vorgehen der USA
und Israels scharf. Dies sei eine „unglaublich falsche Strategie“, sagt
Fidan dem Sender TRT Haber. Teheran verfolge das Prinzip: „Wenn ich
untergehe, reiße ich die Region mit.“ Die angegriffenen Länder könnten bei
einer Fortsetzung der Schläge nicht tatenlos zusehen. Die Gefahr einer
Ausweitung des Konflikts sei besorgniserregend.
## 🐾 19.55 Uhr: Mit dem richtigen Veranstalter sind Sie nie am falschen Ort
taz | Das stand so nicht im Prospekt: 30.000 Touristen sitzen in der
Golfregion fest. Denn Veranstalter und Länder haben – business as usual –
nicht rechtzeitig die Signale gedeutet, [5][meint Edith Kresta].
## 🐾 19.47 Uhr: Merz besucht Trump: Grammatik der Machtlosigkeit
taz | Eigentlich wollte der Kanzler bei Trump für weniger Zölle und mehr
Unterstützung für die Ukraine werben. Stattdessen zieht Musterschüler Merz
bei seinem Besuch im Weißen Haus brav den Kopf ein. [6][Zum Nicken und
Lächeln allein wäre er wohl besser zu Hause geblieben, kommentiert Stefan
Reinecke].
## 🐾 19.08 Uhr: Wie Washington und Jerusalem Irans Führung angreifen
taz | Mit Angriffen auf den obersten Führer, die Revolutionsgarden und den
Expertenrat nehmen die USA und Israel das iranische Regime ins Visier.
taz-Nahost-Redakteurin [7][Lisa Schneider] fragt: [8][Welche Ziele
bestimmen das Vorgehen des US-amerikanischen und israelischen Militärs
gegen die Islamische Republik Iran]?
## 19.02 Uhr: Trump droht Spanien mit Handelsboykott
rtr | US-Präsident Donald Trump hat Spanien wegen mangelnder Unterstützung
im Irankrieg und in der Nato mit einem Handelsboykott gedroht. Er habe
US-Finanzminister Scott Bessent gesagt, alle Geschäfte mit Spanien
abzubrechen, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit Kanzler
Friedrich Merz im Weißen Haus. Spanien habe erklärt, dass das US-Militär
die dortigen Stützpunkte nicht nutzen könne. „Wir könnten ihre Stützpunkte
nutzen, wenn wir wollten. Wir könnten einfach reinfliegen und sie nutzen.
Niemand wird uns sagen, dass wir sie nicht nutzen sollen“, sagte Trump.
„Also werden wir den gesamten Handel mit Spanien einstellen. Wir wollen
nichts mit Spanien zu tun haben.“
## 18.40 Uhr: Merz und Trump streicheln sich gegenseitig die Bäuche
dpa | Bundeskanzler Friedrich Merz ist in „herausfordernden Zeiten“
freundschaftlich von US-Präsident Donald Trump empfangen worden. Nach einem
Händedruck im Oval Office des Weißen Hauses kündigte Merz Gespräche über
die Zeit nach dem Irankrieg an. „Wir sind uns einig, dass dieses
schreckliche Regime in Teheran beseitigt werden muss“, sagte der Kanzler.
Trump bezeichnete Merz bei dessen drittem Besuch binnen weniger Monate als
„sehr erfolgreichen Mann“, der „einen großartigen“ Job mache und zu einem
Freund geworden sei.
Wie bei vielen bedeutenden Terminen zuvor wechselte der US-Präsident teils
wild die Themen. Zwischendurch kritisierte er auch die frühere Kanzlerin
Angela Merkel (CDU). Mit ihr habe er „Differenzen“ gehabt, sagte Trump.
„Ich habe gesagt: Sie schaden Ihrem Land mit der Migration und Sie schaden
Ihrem Land mit der Energiepolitik.“ Merz hingegen sei in beiden Fragen
„ziemlich das Gegenteil“ seiner Vorgängerin, sagte Trump. Er halte den
neuen Kanzler für einen „ausgezeichneten Anführer“.
Auf eine mögliche Folgeregierung angesprochen, sagte Trump, es gebe keinen
konkreten Plan. „Viele der Leute, die wir im Auge hatten, sind tot“, sagte
Trump. Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, der sich
als Übergangsführer Irans ins Spiel gebracht hat, sprach Trump keine
direkte Unterstützung aus: „Ich habe gesagt, er macht einen sehr netten
Eindruck, aber mir scheint, jemand aus den eigenen Reihen, der gerade
beliebt ist – falls es so jemanden überhaupt gibt –, wäre besser.“
## 18.26 Uhr: Wadephul korrigiert Äußerung über Zeitpunkt von Reisewarnung
dpa | Im ZDF-Interview hatte der Außenminister am Montagabend erklärt, das
Auswärtige Amt habe schon länger vor Reisen in die Golfregion gewarnt. Nun
spricht er von einem Irrtum. Außenminister Johann Wadephul hat eine
Äußerung im ZDF-„heute journal“ zum Zeitpunkt einer offiziellen
Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die Golfstaaten korrigiert. „Ich
bedaure den Irrtum im [9][@heutejournal] gestern“, schrieb der
CDU-Politiker auf X. Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe
in der Tat seit dem 28. Februar, ergänzte er. Das deutsche Außenministerium
warne seit Mitte Januar vor einer möglichen Eskalation und Einschränkungen
im Flugverkehr.
## 18.20 Uhr: Schahwitwe want vor voreiligen Schlüssen
afp | Irans frühere Kaiserin Farah Pahlavi hat nach dem Tod von Ajatollah
Ali Chamenei vor voreiligen Schlüssen hinsichtlich eines Machtwechsels in
ihrem Heimatland gewarnt. Der Tod des obersten iranischen Führers sei
„historisch bedeutsam“, sagte Faraha Pahlavi am Dienstag im Interview mit
der Nachrichtenagentur AFP. Dies bedeute aber „nicht automatisch das Ende
eines Systems“. „Entscheidend ist die Fähigkeit des iranischen Volkes, sich
für einen friedlichen, geordneten und souveränen Übergang zu einem
Rechtsstaat zu vereinen.“
## 18.11 Uhr: Trump: Sind nicht wegen Israel in den Krieg gezogen
dpa | US-Präsident Donald Trump hat den Krieg mit Iran erneut mit eigenen
Sicherheitsinteressen begründet – und nicht mit einer Entscheidung Israels.
„Wenn überhaupt, dann habe ich Israel vielleicht unter Druck gesetzt. Aber
Israel war bereit, und wir waren bereit“, sagte er bei einem Treffen mit
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Oval Office.
## 17.37 Uhr: Europäische Staaten starten Evakuierungsflüge
dpa | Mehrere Länder bringen nach der Eskalation im Nahen Osten die ersten
Evakuierungsflüge für ihre Staatsbürger auf den Weg. 175 Spanier seien von
Abu Dhabi aus mit einer Linienmaschine gestartet und auf dem Weg nach
Madrid, teilte Außenminister José Manuel Albares mit. Auslöser der
Rückholaktionen sind die seit Samstag laufenden Bombardierungen Irans durch
die USA und Israel sowie die Gegenschläge Teherans.
## 17.27 Uhr: Iran: Kein Austritt an Atomanlage Natans
rtr | Nach Angriffen der USA und Israels auf die Atomanlage Natans ist
iranischen Medien zufolge kein Austritt von Radioaktivität festgestellt
worden. Der iranische Botschafter bei der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA), Resa Nadschafi, erklärte am Montag, die Anlage
sei bei den Militäreinsätzen gegen sein Land getroffen worden.
## 17.15 Uhr: Großbritannien verlegt Hubschrauber
rtr | Großbritannien verlegt Premierminister Keir Starmer zufolge
Hubschrauber zur Drohnenabwehr nach Zypern. Zudem werde der Zerstörer „HMS
Dragon“ in die Region entsandt, heißt es weiter. Nach früheren Angaben
eines zyprischen Regierungssprechers hat Frankreich die Entsendung einer
Fregatte sowie von Raketen- und Drohnenabfangsystemen angekündigt. Am
Montag waren über dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern
zwei Drohnen abgefangen worden.
## 17.01 Uhr: Tote bei israelischen Angriffen in Libanon
rtr | Bei israelischen Angriffen in Libanon sind nach Angaben des
Gesundheitsministeriums mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Zudem
seien 246 Personen verletzt worden. Damit korrigiert die Behörde ihre am
Montag genannte Zahl von 52 Toten nach unten. In Israel gibt es bislang
keine Berichte über Todesopfer durch die Angriffe der radikalislamischen
Hisbollah.
## 16.39 Uhr: Irak droht Drosselung der Ölförderung
rtr | Irak muss Insidern zufolge seine Ölproduktion in wenigen Tagen um
mehr als 3 Millionen Barrel pro Tag (bpd) kürzen, falls Öltanker die
Straße von Hormus nicht frei passieren können. Das sagen zwei irakische
Vertreter der Ölindustrie der Nachrichtenagentur Reuters. Die Produktion
im Rumailafeld sei bereits um 700.000 Barrel pro Tag gesenkt worden, im
Feld West Qurna 2 um 460.000 Barrel. Infolge der Verzögerungen bei der
Passage der Straße von Hormus seien die Lagerbestände in den südlichen
Häfen des Landes auf ein kritisches Niveau gestiegen.
## 🐾 16.37 Uhr: „Ich habe ein Loch in meinem Herzen“
Bei einem iranischen Raketenangriff werden am Sonntag im israelischen Beit
Schemesch neun Menschen getötet. Der Schock sitzt tief. [10][Aus Beit
Schemesch und Berlin berichten für die taz Lisa Schneider und Balig
Sladeen].
## 🐾 16.23 Uhr: EU und Bund setzen Energie-Krisenstäbe ein
Der Großhandelspreis beim Gas verdoppelt sich, die Kosten für Sprit und
Heizöl ziehen an. [11][Grüne kritisieren Festhalten der Regierung an
Fossilen], berichtet die taz. Kai Schönberg kommentiert: [12][Die
Preisschocks zeigen, dass Deutschland sich von den Fossilen lösen muss].
## 16.06 Uhr: Nahost-Ängste holen US-Anleger ein
rtr | Nach dem vergleichsweise ruhigen Handel am Montag geht es an der
Wall Street am Dienstag steil nach unten. Im Fokus der Anleger standen
schwere Explosionen in Teheran und Beirut sowie Angriffe auf US-Botschaften
im Nahen Osten am vierten Tag des Krieges gegen Iran. Der Dow-Jones-Index
der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 notierten zur Eröffnung
jeweils rund 2 Prozent tiefer bei 47.924 und 6.759 Punkten. Der Index der
Technologiebörse Nasdaq verlor in etwa genauso viel auf 22.306 Zähler.
„Es sind unangenehme Tage für risikofreudige Anleger, und vorerst geben
Energiepreise den Ton an“, sagte Kathleen Brooks, Chefanalystin beim Broker
XTB. Rohöl verteuerte sich um rund sieben Prozent und knüpfte damit an
ähnliche Gewinne vom Montag an. Die Titel der Ölkonzerne ConocoPhillips
und Occidental Petroleum rückten ebenfalls leicht vor, nachdem sie zum
Wochenstart deutlich zugelegt hatten. „Wenn die Energiepreise aber
sprunghaft steigen, belastet das die Weltwirtschaft erheblich und
verursacht auch anderswo Verwerfungen. Genau das erleben wir heute“, fügte
Brooks hinzu.
## 15.57 Uhr: Nato-Chef befürwortet Angriffe auf Iran erneut
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Angriffe Israels und der
Vereinigten Staaten auf Iran erneut verteidigt. „Iran steht kurz davor,
sich nukleare Fähigkeiten und ballistische Raketen zu beschaffen“, sagte
Rutte bei einem Besuch in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Das sei
nicht nur eine „existenzielle Bedrohung“ für Israel, sondern stelle auch
eine große Gefahr für Europa dar.
Dagegen hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA),
Rafael Grossi, am Montag gesagt, die Behörde sehe in Iran kein
strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen. Gleichzeitig
schloss er nicht aus, dass die aktuellen Militärschläge etwa auf
Informationen zum iranischen Atomprogramm beruhten, die der IAEA nicht
vorlägen. Die UN-Atomwächter hatten seit Monaten keinen Zugang mehr zu
wichtigen Anlagen in Iran.
US-Präsident Donald Trump hatte als Begründung für die jüngsten Angriffe
auf Iran unter anderem behauptet, dass die Islamische Republik dabei sei,
ihr Nuklearprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufzubauen
Rutte sagte weiter: „Wir wissen auch, dass Iran als Exporteur von Chaos
seit Jahrzehnten für Terroranschläge und Attentate verantwortlich ist.“ Er
kommentierte die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali
Chamenei mit den Worten: „Ich denke, wir sind alle besser dran, wenn er weg
ist.“
Gleichzeitig betonte Rutte, dass die Nato selbst nicht bei den Angriffen
involviert sei. Zudem wies er Behauptungen zurück, wonach US-Präsident
Donald Trump die Nato um eine Beteiligung an den Angriffen gebeten hätte.
## 15.55 Uhr: Israel weitet Offensive im Libanon aus
afp | Am vierten Tag des Irankriegs hat Israel seine Militäroffensive in
Libanon gegen die proiranische Hisbollah-Miliz ausgeweitet. Nach
AFP-Informationen rückten israelische Soldaten am Dienstag in Grenzregionen
im Südlibanon vor, Verteidigungsminister Israel Katz kündigte die
Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen
Grenzgebiet an. Die israelische Luftwaffe flog unterdessen weitere Angriffe
auf Hisbollah-Hochburgen, nach Armeeangaben wurden seit Montag bereits mehr
als 160 Ziele beschossen. Die Hisbollah meldete ihrerseits weitere Angriffe
auf Ziele in Israel.
## 15.46 Uhr: Rom bestellt Irans Botschafter ein
afp | Aus Protest gegen einen Angriff mit einer iranischen Drohne auf eine
britische Militärbasis im EU-Mitgliedsland Zypern hat Italien den
iranischen Botschafter einbestellt. Das teilte das Außenministerium in Rom
am Dienstag mit. Die Drohne vom Typ Schahed war in der Nacht zum Montag auf
dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im Süden der Insel
eingeschlagen. Damit erreichte am dritten Tag des Irankrieges erstmals eine
iranische Drohne europäisches Gebiet. Nach britischen Angaben wurde eine
Landebahn beschädigt.
## 15.43 Uhr: Koalition streitet über Völkerrecht
rtr | Der US-Militärschlag gegen Iran hat zu einem offenen Streit
innerhalb des Regierungslagers aus Union und SPD über dessen Zulässigkeit
geführt. Während SPD-Fraktionschef Matthias Miersch am Dienstag von einem
Bruch des Völkerrechts sprach, verteidigten Unions-Fraktionschef Jens Spahn
und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann das Vorgehen der USA.
Es müsse alles versucht werden, um einen Flächenbrand in der Region zu
verhindern, sagte Miersch. „Nach allem, was wir wissen, ist augenblicklich
das Völkerrecht nicht eingehalten worden.“ Dies müsse klar benannt werden,
auch wenn niemand dem Regime in Iran eine Träne nachweine. Die Zukunft des
Landes könne nur am Verhandlungstisch organisiert werden. Dabei sei es
wichtig, dass Europa mit einer Stimme spreche.
Unions-Fraktionschef Jens Spahn bewertet das US-Vorgehen anders: „Die
Frage ist ja, ob das Völkerrecht am Ende aufseiten eines Terrorregimes sein
kann“, sagte er. Iran terrorisiere seit Jahrzehnten die Region, finanziere
die Extremistenorganisation Hamas sowie die Hisbollah und strebe die
Vernichtung Israels an. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann warnte
davor, dass die Debatte von politischen Extremen für Antiamerikanismus
und antiisraelische Stimmung missbraucht werde. Das iranische Regime sei
der größte Sponsor des internationalen Terrorismus und massakriere die
eigene Bevölkerung. „Das Völkerrecht kann für uns allerhöchsten
Stellenwert haben, aber es darf nicht zur Terrorklausel werden für
terroristische Regime“, sagte Hoffmann.
## 15.41 Uhr: Iran-Expertin: Repression in Iran nimmt zu
afp | Die Führung in Iran hat nach Einschätzung der deutschen
EU-Abgeordneten und Iranexpertin Hannah Neumann (Grüne) ihre Unterdrückung
der Bevölkerung seit Beginn des Irankriegs am Wochenende verstärkt. Zwar
sei es „zunehmend schwieriger, Informationen aus dem Iran zu bekommen“,
sagte Neumann am Dienstag in einem Gespräch mit Journalisten. Es gebe
jedoch Anzeichen dafür, „dass die Repression gerade zunimmt“.
So hätten die Behörden Kurznachrichten an die iranische Bevölkerung
geschickt, in denen sie im Falle von Protesten mit „tödlicher Gewalt“
drohten, berichtete Neumann, die der Delegation für Beziehungen zu Iran im
Europaparlament vorsitzt. „Und wir sehen jetzt, dass politische Gefangene
wohl abtransportiert werden aus Gefängnissen“, fügte sie hinzu. Es sei
unklar, wohin. Die Familien der Gefangenen befürchteten, „dass diese als
menschliche Schutzschilde benutzt werden sollen“.
Neumann ist Mitglied im Außenpolitischen Ausschuss des Europaparlaments.
Sie spricht sich seit Jahren gegen die Unterdrückung in Iran aus und ist
nach eigenen Angaben gut vernetzt mit der iranischen Widerstandsbewegung.
Vor einem Jahr wurde sie Ziel eines Cyberangriffs einer iranischen
Hackergruppe.
Der Grünen-Politikerin zufolge plant der Auswärtige Ausschuss seit mehreren
Wochen, iranische Oppositionelle einzuladen, „um in ein Gespräch darüber zu
kommen, wie denn eine Zukunft in Iran jenseits des Regimes aussehen
könnte“. Dazu sei eine Liste mit „sieben oder acht Personen“ erstellt
worden, sagte Neumann und bestätigte damit einen Bericht des
Nachrichtenportals Euractiv. Neben dem Schahsohn Reza Pahlavi stehen
demnach unter anderem ein Kurdenvertreter sowie die
Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi auf dieser Liste.
Der Wandel in Iran sei eine Aufgabe, „die braucht wirklich alle an Bord“,
betonte Neumann. Einen Termin für ein solches Gespräch gibt es demnach noch
nicht. Ihre Botschaft sei jedoch seit Wochen, dass dies „so schnell wie
möglich“ stattfinden solle.
## 15.37 Uhr: Börsen in den Emiraten nehmen Handel am Mittwoch wieder auf
rtr | Die Börsen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nehmen am
Mittwoch den Handel wieder auf. Dies teilt die Aufsichtsbehörde CMA mit.
Der Handel an den Plätzen in Abu Dhabi und Dubai war nach iranischen
Raketen- und Drohnenangriffen für zwei Tage ausgesetzt worden.
## 15.20 Uhr: Irak könnte zu Drosselung der Ölförderung gezwungen sein
rtr | Irak muss seine Ölförderung in wenigen Tagen um mehr als 3 Millionen
Barrel pro Tag drosseln, falls die Öltanker die Straße von Hormus nicht
frei passieren können. Dies sagen zwei Vertreter aus der irakischen
Ölbranche der Nachrichtenagentur Reuters. Die Exportunterbrechungen durch
die Verzögerungen in der Meerenge hätten die Lagerbestände in den südlichen
Häfen des Landes auf ein kritisches Niveau gehoben. Bereits jetzt sei die
Förderung aus dem Ölfeld Rumaila um 700.000 Barrel pro Tag und aus dem Feld
West Qurna 2 um 460.000 Barrel pro Tag gedrosselt worden, heißt es weiter.
## 15.18 Uhr: Österreich plant ersten Charterflug
rtr | Österreich plant für Mittwoch einen ersten Charterflug zur
Evakuierung seiner Staatsbürger aus der Krisenregion. Die Maschine soll
mehr als 170 Personen aus Maskat in Oman ausfliegen, wie das
Außenministerium in Wien mitteilt. Bislang seien bereits 117 besonders
schutzbedürftige Personen bei der Ausreise unterstützt worden, etwa aus den
Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel in Nachbarländer. Insgesamt sind
den Angaben zufolge derzeit rund 18.000 österreichische Staatsbürger und
Angehörige im Krisengebiet registriert, darunter etwa 2.500 Reisende. Der
Großteil der Touristen – etwa 1.600 – hält sich in den Vereinigten
Arabischen Emiraten auf.
## 15.17 Uhr: Erster Nahost-Rückholflug am Mittwoch
dpa | Die Bundesregierung will ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und
Schwangere unter den in Nahost gestrandeten Deutschen an diesem Mittwoch
starten. Ein erster Flug sei nach Maskat geplant, der Hauptstadt Omans,
kündigte Außenminister Johann Wadephul (CDU) im Sender Welt TV an.
## 15.15 Uhr: Gebäude von Irans Expertenrat getroffen
afp | Bei neuen US-israelischen Luftangriffen ist nach Angaben iranischer
Medien das Gebäude des Expertenrats getroffen worden, der einen Nachfolger
des getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei wählen soll. Die
„amerikanisch-zionistischen Verbrecher“ hätten das Expertenrats-Gebäude in
der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom angegriffen, berichtete die
Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag. Örtliche Medien zeigten Aufnahmen
des schwer beschädigten Gebäudes.
## 15.14 Uhr: „Ich weine toten Mullahs keine Träne nach“
rtr | „Ich weine toten Mullahs keine einzige Träne nach“, sagt der Chef
der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, in Berlin. Die Staatsführung
in Iran habe Tausende Menschen ermordet. „Der Fall dieses Regimes ist
wünschenswert.“ Das iranische Volk brauche eine Chance auf Frieden und
Freiheit.
## 15.13 Uhr: Sieben Verletzte bei iranischen Raketenangriffen
afp | Bei neuen iranischen Raketenangriffen im Zentrum Israels sind nach
Angaben von Rettungskräften sieben Menschen verletzt worden. Eine Frau sei
durch eine Explosion verletzt worden, teilte der Rettungsdienst Magen David
Adom am Dienstag mit. Sechs weitere Menschen hätten Verletzungen durch
Glassplitter und Explosionen erlitten. Die Polizei erklärte, an mehreren
Orten in Zentralisrael und in der Region Tel Aviv im Einsatz zu sein.
## 15.07 Uhr: Katar setzt nach LNG-Stopp auch Produktion weiterer
Materialien aus
afp | Der Golfstaat Katar setzt infolge iranischer Raketenangriffe die
Produktion weiterer Materialien aus. Die Herstellung unter anderem von
Polymer, Methanol und Aluminium werde unterbrochen, erklärte das staatliche
Unternehmen QatarEnergy am Dienstag. Wegen Angriffen auf zwei Standorte
hatte der Konzern am Montag bereits die Produktion von Flüssigerdgas (LNG)
eingestellt.
Katar ist der weltweit wichtigste Produzent von LNG. Der am Montag
verkündete Produktionsstopp hatte zu massiven Preissteigerungen für Erdgas
unter anderem in Europa geführt.
## 15.05 Uhr: Neue Angriffswelle Israels in Teheran
dpa | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine großangelegte
Angriffsserie in der iranischen Hauptstadt Teheran begonnen. Ziel der
Luftangriffe sei Infrastruktur der iranischen Führung, hieß es in einer
Mitteilung der Armee. Einwohner der Stadt berichteten von heftigen
Explosionen. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.
## 14.53 Uhr: UAE für Verteidigung im Krieg gewappnet
ap | Die Vereinigten Arabischen Emirate sehen sich nach Angaben ihres
Verteidigungsministeriums für eine unbestimmte Dauer des Krieges im Nahen
Osten gerüstet. Das Land verfüge über die Verteidigungsfähigkeiten und
Munitionslager, um sich zu schützen, „unabhängig von dem zeitlichen Rahmen
und der Länge der Eskalationsphase in der Region“, teilte das Ministerium
am Dienstag mit. Bislang seien Hunderte ballistische Raketen und Drohnen
abgewehrt worden. Seit dem Wochenende seien 186 Raketen und 812 Drohnen auf
die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert worden.
## 14.36 Uhr: Raketenangriff auf Flughafen Bagdad vereitelt
afp | Im Irak haben Sicherheitskräfte mehrere Raketen beschlagnahmt und
damit offenbar einen Angriff auf den internationalen Flughafen von Bagdad
vereitelt. Eine Abschussvorrichtung mit neun abschussbereiten Raketen sei
am Dienstag in der Gegend von Abu Ghraib nahe der Hauptstadt beschlagnahmt
worden, teilte die Regierung mit.
Am internationalen Flughafen von Bagdad befindet sich ein militärischer
Bereich, der von US-Beratern genutzt wird. Früher waren dort Truppen der
US-geführten Militärkoalition stationiert.
14.35 Uhr: Katar: „Rote Linien wurden überschritten“
dpa | Die katarische Regierung sieht wegen der andauernden iranischen
Angriffe auf Ziele in der Golfregion „rote Linien“ überschritten. Es
bestehe kein Kontakt zu Iran, sagte der Sprecher des katarischen
Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Katar sei
darauf fokussiert, sein Territorium und seine Bürger zu schützen.
Seit Samstag habe Iran mehr als 100 ballistische Raketen auf Katar
abgeschossen. Ein Großteil konnte abgewehrt werden. Außerdem seien seitdem
39 Drohnen und zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Auch der
internationale Flughafen in Doha sei Ziel der Angriffe gewesen. Katar warf
der iranischen Regierung vor, damit nicht nur militärische Ziele, sondern
auch lebenswichtige Infrastruktur ins Visier zu nehmen.
## 14.24 Uhr: Israel fordert Länder zum Abbruch von Beziehungen zu Iran auf
afp | Israel hat dutzende Länder zum Abbruch ihrer Beziehungen zu Iran
aufgefordert. Außenminister Gideon Saar sagte nach Angaben seines Büros am
Dienstag in einer Videokonferenz mit den diplomatischen Vertretern von rund
60 Ländern, „dass nach den Angriffen des iranischen Regimes auf alle seine
Nachbarn und dem Massaker an der eigenen Bevölkerung Länder auf der ganzen
Welt ihre Beziehungen zu Iran abbrechen müssen“. Saars Büro ließ in der
Erklärung offen, ob alle 60 Länder diplomatische Beziehungen zu Iran
unterhalten.
## 14.20 Uhr: Israel holt Ärzte mit Containerschiffen zurück
rtr | Israel setzt Containerschiffe ein, um im Ausland gestrandetes
medizinisches Personal zurückzuholen. Die Frachter der Reederei ZIM pendeln
einem Firmenvertreter zufolge zwischen Limassol auf Zypern und dem
israelischen Hafen Haifa. Bislang seien 40 Ärzte zurückgekehrt, um bei der
Versorgung von Verletzten zu helfen. Wegen der Kämpfe mit Iran ist der
Flugverkehr in der Region stark eingeschränkt. Dies sei derzeit der
einfachste Weg, die Mediziner nach Hause zu bringen, sagt der Vertreter der
Nachrichtenagentur Reuters.
## 14.14 Uhr: Militär meldet Einschläge im Großraum Tel Aviv
rtr | In der Umgebung von Tel Aviv sind nach Angaben der israelischen
Armee Raketen eingeschlagen. Such- und Rettungskräfte seien zusammen mit
zahlreichen Notfallteams an den Einschlagstellen im Einsatz. Die Polizei
meldet mehrere Einschläge von Trümmerteilen im Bezirk Tel Aviv. Der
israelische Rettungsdienst teilt mit, es seien drei Leichtverletzte
behandelt worden.
14.07 Uhr: Iran streitet Angriffe auf Oman ab
rtr | Iran streitet jeglichen Angriff auf Oman ab. Zuvor hat das Sultanat
gemeldet, zwei Drohnen abgefangen zu haben. Eine dritte sei in der Nähe
des Hafens Salalah niedergegangen, ohne größeren Schaden anzurichten.
## 14.02 Uhr: Trump lehnt Gespräche mit iranischer Führung ab
rtr | US-Präsident Donald Trump lehnt Verhandlungen mit der Führung in
Teheran ab. Iran wolle zwar verhandeln, dafür sei es jedoch zu spät,
schreibt Trump auf der Plattform Truth Social. Die iranische Luftabwehr,
die Luftwaffe, die Marine und die Führung seien ausgeschaltet.
## 13.59 Uhr: Tausende Flugreisende sitzen auf Bali fest
afp | Wut und Frust im Urlaubsparadies Bali: Tausende Urlauber und
Fluggäste haben am Dienstag infolge des Irankrieges auf der indonesischen
Insel festgesessen. Allein am internationalen Flughafen von Denpasar
konnten hunderte Menschen wegen Störungen im Flugverkehr ihre geplanten
Reisen nicht antreten. Zahlreichen Menschen stand der Ärger und die
Erschöpfung ins Gesicht geschrieben.
## 13.57 Uhr: Wadephul korrigiert Äußerung
dpa | Außenminister Johann Wadephul hat eine Äußerung im
ZDF-„heute-journal“ zum Zeitpunkt einer offiziellen Reisewarnung des
Auswärtigen Amts für die Golfstaaten korrigiert. „Ich bedaure den Irrtum im
[13][@heutejournal] gestern“, schrieb der CDU-Politiker auf X. Die formelle
Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe in der Tat seit dem 28. Februar,
ergänzte er. Das deutsche Außenministerium warne seit Mitte Januar vor
einer möglichen Eskalation und Einschränkungen im Flugverkehr.
Wadephul hatte am Montagabend in der Sendung auf mehrere Nachfragen von
Moderatorin Marietta Slomka mehrfach darauf beharrt, dass es bereits vor
dem 28. Februar eine Reisewarnung gegeben habe.
## 13.50 Uhr: Erstes Flugzeug in Frankfurt gelandet
dpa | Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates aus Dubai ist
nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des Irankrieges in Frankfurt am
Main gelandet. Der Linienflug landete um kurz nach 13.30 Uhr, wie ein
dpa-Fotograf beobachtete. Auch auf einer Anzeigetafel im Ankunftsbereich
des Flughafens wurde die Landung angezeigt. Die Airline äußerte sich
zunächst nicht dazu, wie viele Passagiere an Bord waren.
## 13.48 Uhr: USA ziehen Botschaftspersonal ab
afp | Angesichts des Irankriegs ziehen die USA den Großteil ihres
Botschaftspersonals aus sechs Staaten im Nahen Osten ab. Betroffen seien
„nicht für Notfälle zuständige Mitarbeiter der US-Regierung“ in Bahrain,
dem Irak, Jordanien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten,
erklärte das US-Außenministerium am Dienstag. Die Ausreise der Betroffenen
sei per Änderung der Sicherheitshinweise beschlossen worden.
Die Aufforderung für den Irak begründete das Außenministerium mit
„Sicherheitsbedenken“, zu den anderen fünf Staaten hieß es, es bestehe eine
„anhaltende Bedrohung durch Drohnen- und Raketenangriffe aus dem Iran“.
## 13.47 Uhr: Bundesregierung bestellt Botschafter ein
dpa | Das Auswärtige Amt hat angesichts der iranischen Angriffe auf Israel
und andere Staaten der Region den iranischen Botschafter einbestellt. „Wir
haben das iranische Regime unmissverständlich dazu aufgefordert, seine
rücksichtslosen Angriffe auf Staaten der Region unverzüglich einzustellen“,
teilte das deutsche Außenministerium in Berlin auf X mit.
„Wir verurteilen die willkürlichen und unverhältnismäßigen Raketen- und
Drohnenangriffe des iranischen Regimes, auch auf zivile Ziele“, kritisierte
das Auswärtige Amt weiter. „Die Angriffe bedrohen unsere Verbündeten, unser
Militärpersonal und unsere Staatsangehörigen in der Region.“ Die förmliche
Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel,
mit dem die Regierung des Gastlandes eine deutliche Verstimmung
signalisiert.
Botschafter Madschid Nili habe im Auswärtigen Amt erklärt, dass die
israelisch-amerikanischen Angriffe gegen das Völkerrecht verstießen, teilte
die iranische Vertretung in Berlin mit. Er verwies auf Artikel 51 der
UN-Charta, der das Recht zur Selbstverteidigung festlegt. „Die Maßnahmen
Irans erfolgen im Rahmen dieses legitimen Selbstverteidigungsrechts“,
zitierte ihn die Botschaft.
## 13.46 Uhr: Wehrbeauftragter stellt Stationierung infrage
rtr | Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, hat angesichts
des Krieges rund um Iran die Stationierung von Bundeswehrsoldaten im Irak
und Jordanien infrage gestellt. Er werde versuchen, in nächster Zeit mit
den Soldaten in Kontakt zu treten, sagte Otte am Dienstag bei der
Vorstellung des Wehrberichts 2025 in Berlin. „Wenn nicht unbedingt nötig
für den Auftrag, muss das Ministerium auch darüber entscheiden, die Truppe
zurückzuholen.“ Man müsse abwägen zwischen dem ursprünglichen Auftrag und
der Gefährdung. In der Region sind insgesamt noch rund 500 Soldaten
stationiert. Im Irak etwa soll die Bundeswehr Ausbildungen etwa für die
kurdischen Peschmerga im Zuge der internationalen Allianz gegen den IS
absichern.
Der Wehrbeauftragte übt im Auftrag des Bundestages die parlamentarische
Kontrolle der Streitkräfte aus. Zugleich gilt er als „Anwalt der
Soldaten“, an den sich Angehörige der Bundeswehr jederzeit direkt und ohne
Einhaltung des Dienstweges wenden können.
13.47 Uhr: Iran stoppt Lebensmittelexporte
afp | Iran hat angesichts des Kriegs mit Israel und den USA sämtliche
Lebensmittelexporte gestoppt. Die Ausfuhr „aller Lebensmittel und
Agrarprodukte“ werde „bis auf Weiteres verboten“, meldete die
Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag unter Berufung auf eine
Regierungserklärung. Die Regierung habe die Versorgung der Bevölkerung mit
lebensnotwendigen Gütern zur Priorität erklärt, hieß es weiter.
Iran hatte am Samstag einen staatlichen Notfallplan aktiviert, nachdem die
USA und Israel am selben Tag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen
hatten.
## 13.37 Uhr: Krisenstab wegen Straße von Hormus
rtr | Die Bundesregierung setzt wegen der Folgen des Nahost-Krieges auf
die Energiepreise einen Krisenstab ein. „Die bereits während der drohenden
Sperrung der Straße von Hormus im letzten Jahr eingesetzte Taskforce wurde
erneut einberufen“, teilte das CDU-geführte Wirtschaftsministerium am
Dienstag auf Anfrage mit. Das Wirtschaftsministerium habe eingeladen,
beteiligt seien unter anderem auch die Bundesnetzagentur, der
Bundesnachrichtendienst, das Auswärtige Amt sowie das Bundeskanzleramt.
„Gleichzeitig stehen wir in Kontakt mit Verbänden und Unternehmen zur
Lage.“
## 13.28 Uhr: Spritpreis steigt immer weiter
dpa | Der Irankrieg lässt die Preise für Sprit und Heizöl weiter steigen.
Am Morgen setzte sich der Anstieg der vergangenen Tage fort, wie Daten des
ADAC und von Heizoel24 zeigen. Voraussichtlich würden Benzin und Diesel im
Tagesverlauf noch einmal um einige Cent im Vergleich zum Montag steigen,
sagte ein ADAC-Sprecher. Das ließen zumindest die ersten Werte vom Morgen
erahnen.
Schon am Montag war der Spritpreis kräftig angestiegen. Im bundesweiten
Tagesdurchschnitt war Super E10 mit 1,839 Euro pro Liter um 6,1 Cent teurer
als am Freitag, dem letzten Tag vor der Eskalation im Nahen Osten. Das war
der höchste Wert seit Mai 2024. Diesel verteuerte sich um 7 Cent auf 1,816
Euro, den höchsten Wert seit Oktober 2023.
## 13.27 Uhr: Selenskyj bietet Hilfe bei Drohnenabwehr an
ap | Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Vereinigten
Arabischen Emiraten Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen angeboten. Er
habe mit dem Präsidenten der Emirate, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan,
telefoniert und mit ihm darüber gesprochen, „wie wir helfen können“, die
Bevölkerung zu schützen, schrieb Selenskyj am Dienstag auf der Plattform X.
Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkampf gegen Russland umfangreiche Expertise
im Umgang mit iranischen Schahed-Drohnen erworben, die auch vom russischen
Militär beinahe täglich gegen die Ukraine eingesetzt werden. Der britische
Premier Keir Starmer hatte am Sonntag eine Zusammenarbeit britischer und
ukrainischer Experten angekündigt, um Länder im Nahen Osten bei der Abwehr
iranischer Drohnen zu unterstützen.
## 13.15 Uhr: Menschenrechtler besorgt um Gefangene in Iran
dpa | Angesichts der israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran zeigen
sich Menschenrechtler zunehmend besorgt über das Schicksal der Häftlinge im
Land. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in
Oslo warnte vor schlechten Haftbedingungen, staatlichen Repressionen und
Gefahren durch den Krieg.
In den ersten beiden Monaten des Jahres seien mindestens 141 Menschen in
Iran hingerichtet worden, berichtete die Organisation. Die Gefahr sei groß,
dass weitere Todesstrafen vollstreckt würden, insbesondere mit Blick auf
die Repressionen gegen die jüngsten Massenproteste. Besonders schlecht sei
die Lage im berüchtigten Ewin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran. Einige
Familien hätten keinen Kontakt zu ihren Angehörigen, berichtete IHRNGO.
13.10 Uhr: Frankreich schickt Kriegsschiff nach Zypern
ap | Frankreich entsendet nach Angaben aus Behördenkreisen zur Stärkung der
zyprischen Drohnenabwehr ein Kriegsschiff zu der Mittelmeerinsel. Zudem
werde Frankreich landbasierte Systeme zur Drohnen- und Raketenabwehr
schicken, bestätigten zyprische Beamte am Dienstag. Auch Deutschland habe
positiv auf eine Bitte reagiert, ein Kriegsschiff zu entsenden, sagten drei
Gewährspersonen. Die militärische Ausrüstung solle so bald wie möglich auf
Zypern eintreffen, hieß es.
## 13.07 Uhr: Israel greift südliche Vororte von Beirut an
afp | Israel hat am Dienstag erneut Luftangriffe auf als
Hisbollah-Hochburgen geltende Vororte im Süden von Beirut geflogen. Wie die
staatliche libanesische Nachrichtenagentur Ani berichtete, erfolgten die
Attacken ohne vorherige Evakuierungsaufforderung und verursachten
„erhebliche Schäden an Gebäuden“. Die israelische Armee erklärte, sie habe
„mehrere Terrorziele der Hisbollah“ ins Visier genommen.
Zuvor waren nach AFP-Informationen israelische Bodentruppen in
Grenzregionen im Süden des Libanon vorgedrungen. Die Armee kündigte an,
eine „Pufferzone“ nahe der Grenze zu Israel schaffen zu wollen. Der
US-israelische Krieg gegen Iran hat auch den Konflikt zwischen Israel und
der pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon wieder eskalieren lassen.
## 12.59 Uhr: Oman fängt Drohnen ab
rtr | Der Oman hat nach eigenen Angaben zwei Drohnen in Dhofar im Süden
des Sultanats abgefangen. Eine dritte sei in der Umgebung des Hafens
Salalah zerschellt, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur. Verletzte
habe es nicht gegeben.
## 12.58 Uhr: Israel schickt weitere Soldaten nach Südlibanon
dpa | Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Bodentruppen in den
Südlibanon geschickt. „Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um
ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine
taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern“, sagte
Militärsprecher Nadav Schoschani. „Es besteht die reale Möglichkeit, dass
sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.“ Wie viele Soldaten Israel im
Nachbarland in der Nähe zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte
der Sprecher nicht sagen.
Israels Armee war bislang an fünf Posten im Südlibanon stationiert. Nun
sind sie den Angaben nach an weiteren Punkten in der Nähe der israelischen
Grenze. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die
israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ermächtigt, weitere
strategische Positionen im Libanon einzunehmen und zu sichern, um Angriffe
auf israelische Grenzgemeinden zu verhindern“, teilte Israels
Verteidigungsminister Israel Katz mit.
12.55 Uhr: Sonderflug aus Nahost in München erwartet
dpa | Eine Sondermaschine der Fluggesellschaft Emirates aus Dubai soll
heute Abend am Münchner Flughafen ankommen. Der Flug „EK 8051“ soll gegen
19.30 Uhr in München landen, wie ein Flughafensprecher auf Anfrage
mitteilte. An Bord sind nach Angaben eines Sprechers des Reisekonzerns Tui
voraussichtlich rund 200 Tui-Gäste.
Unter anderem rund 5.000 Gäste des Reiseveranstalters, die auf zwei
Kreuzfahrtschiffen unterwegs waren, sitzen derzeit in der Golfregion fest.
Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways
und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, hatte Vorstandschef Sebastian
Ebel im Programm von n-tv gesagt. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui
Fly „standby“ bereit, sobald es eine Erlaubnis gebe, dorthin zu fliegen und
Kunden möglichst zügig abzuholen.
Tui verfüge über rund 120 Flugzeuge, die aber keine Verkehrsrechte für die
Region hätten, ergänzte der Tui-Sprecher. Derzeit liefen Gespräche mit der
Bundesregierung unter Beteiligung auch anderer Airlines und
Reiseveranstalter, wie zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt werden
könnten, um Deutsche zurückzuholen.
## 12.52 Uhr: Angriffe auf Flughafen in Katar abgewehrt
afp | In Katar sind am vierten Tag des Irankrieges Angriffe auf den
internationalen Flughafen von Doha abgewehrt worden. Ein Sprecher des
katarischen Außenministeriums sprach am Dienstag vor Journalisten von
„mehreren Angriffsversuchen“ auf den Flughafen Hamad International. Alle
seien vereitelt worden.
Der Sprecher fügte an, dass Katar seit Beginn der Angriffe auf sein Land
nicht mehr im Kontakt mit Iran stehe. Das Golfemirat hatte sich am
Wochenende einer Erklärung mehrerer Golfstaaten angeschlossen, in denen sie
die Angriffe Irans als „verräterisch“ bezeichnet und sich eine Antwort auf
die „Aggression“ vorbehalten hatten.
## 12.47 Uhr: Flüchtlingswelle aus Iran noch nicht absehbar
kna | Könnte die jüngste Eskalation in Iran und im Libanon zu einer neuen
Flüchtlingswelle nach Deutschland führen? Das Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge ist in dieser Frage derzeit zurückhaltend. Man verfolge die
Vorgänge in der Region genau. „Ob sich daraus Fluchtbewegungen in der
Region oder aus der Region hinaus ergeben, ist zurzeit noch nicht
vorhersehbar“, erklärte ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage.
Im vergangenen Jahr hat das Bundesamt den Angaben zufolge über 11.626
Asylverfahren iranischer Staatsangehöriger entschieden, die
Gesamtschutzquote betrug 22,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden 1.855
Verfahren libanesischer Staatsangehöriger entschieden, die
Gesamtschutzquote lag hier bei 6,5 Prozent.
## 12.44 Uhr: Durch Irankrieg könnten Blumen knapp werden
rtr | Die Folgen des Irankriegs halten sich für die deutsche Wirtschaft
bislang in Grenzen. „Gleichwohl beobachten wir einzelne, punktuelle
Auswirkungen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel,
Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, am Dienstag. „So kann es
beispielsweise im Blumen-Großhandel durch die Unterbrechung wichtiger
Flugrouten aus Afrika über Dubai zu Verknappungen und in der Folge zu
möglichen Preisanstiegen, besonders im Bereich der Rosen, kommen.“ Nach
derzeitigem Stand blieben solche Effekte jedoch auf einzelne Segmente
begrenzt.
Der Groß- und Außenhandel habe in den vergangenen Jahren seine Strukturen
diversifiziert und flexibilisiert. Diese Anpassungsfähigkeit sorge dafür,
dass Waren auch unter schwierigen geopolitischen Rahmenbedingungen dorthin
gelangten, wo sie benötigt würden. „Insgesamt zeigt sich: Die deutsche
Wirtschaft ist heute deutlich widerstandsfähiger gegenüber internationalen
Krisen als noch vor einigen Jahren“, fügte Jandura hinzu.
Der BGA beobachtet seit einigen Jahren eine zunehmende Verdichtung
internationaler Krisen und geopolitischer Spannungen. Das betreffe
grundsätzlich auch globale Lieferketten und könne kurzfristig Auswirkungen
auf Warenverfügbarkeiten haben. „Mit Blick auf die aktuelle Krise in Iran
sehen wir jedoch, dass die deutsche Wirtschaft bislang noch nicht in
gravierendem Maße betroffen ist“, sagte Jandura. Mit Sorge blicke er
allerdings auf weitere Einschränkungen zentraler Handelsrouten wie der
Straße von Hormus. Der freie und sichere Seehandel sei eine tragende Säule
der Weltwirtschaft.
## 12.41 Uhr: Mehrere Explosionen über Jerusalem
afp | Die Einwohner von Jerusalem sind am Dienstag von mehreren Explosionen
aufgeschreckt worden. Wie AFP-Journalisten berichteten, war eine
regelrechte Serie von Explosionen zu hören. Offenbar handelte es sich um
einen iranischen Raketenangriff, der von Israels Luftabwehr abgefangen
wurde.
Die israelische Armee erklärte, es seien „Raketen von Iran aus Richtung des
Territoriums des Staates Israel abgefeuert“ worden. „Unsere
Verteidigungssysteme sind dabei, die Bedrohung zu bekämpfen.“
## 12.40 Uhr: Irankrieg offenbart Europas Abhängigkeit von fossilen
Brennstoffen
afp | Niedrige Gasspeicherstände, Schlangen an den Zapfsäulen, Börsenkurse
im Fall und die Sorge vor breiten Preisanstiegen – die aktuelle Situation
wegen des Krieges im Nahen Osten erinnert an das Frühjahr 2022. Damals
marschierte Russland in die Ukraine ein und Europa musste schlagartig auf
russische Gaslieferungen verzichten. Dass nun ein ähnliches Szenario droht,
zeigt Fachleuten zufolge auch, wie sehr die Staaten hinterherhinken, wenn
es darum geht, importierte fossile Brennstoffe zu ersetzen – etwa durch
heimische Solar- und Windenergie.
Russlands Angriffskrieg löste 2022 eine massive Energiekrise aus,
insbesondere in Europa, wo die Gaspreise in die Höhe schossen. Es folgte
eine Inflationsspirale, die in manchen Bereichen bis heute anhält. Vier
Jahre später importiert Europa statt Erdgas aus Russland große Mengen
Flüssigerdgas (LNG) insbesondere aus den USA sowie aus Katar – einem der
Länder, die von den Vergeltungsmaßnahmen Irans nach Angriffen der USA und
Israels betroffen sind. Hinzu kommt die Importabhängigkeit bei Öl.
Jan Rosenow, Professor für Energie- und Klimapolitik an der Universität
Oxford, spricht von einem „Déja vu“: „Wenn man sich die Abhängigkeit
Europas von Öl und Gas ansieht, dann ist diese nicht wirklich
zurückgegangen“, sagt er mit Blick auf die vergangenen Jahre. „Das zeigt,
dass wir aus dieser Erfahrung nicht wirklich die Lehren gezogen haben, die
wir hätten ziehen sollen.“
12.39 Uhr: CSU begrüßt Angriff auf Iranische Führung
rtr | Die CSU im Bundestag hat sich klar hinter den Angriff der USA und
Israels gegen die Staatsführung in Iran gestellt. Der Tod des iranischen
Revolutionsführers Ajatollah Ali Chamenei und anderer hochrangiger
Vertreter sei eine gute Nachricht für die Sicherheit in Deutschland,
Europas und Israels, sagte der CSU-Landesgruppenvorsitzende Alexander
Hoffmann am Dienstag in Berlin zu Journalisten. Iran sei unter der alten
Führung wegen des Strebens nach einer Atomwaffe und als größter Sponsor von
Terrorismus eine Gefahr gewesen. Außerdem habe es allein im vergangenen
Jahr mehr als 2.000 Hinrichtungen im Land gegeben. „Alles ist besser als
dieses Regime.“
Die Offensive der USA und Israels hatte am Samstag mit Angriffen auf
Teheran begonnen, bei denen auch das geistliche Oberhaupt getötet wurde.
Iran reagierte mit Gegenangriffen auf mehrere Staaten im Nahen Osten. Die
USA und Israel gehen nicht von einem langen Krieg aus.
Hoffmann sagte, der Vorwurf des Völkerrechtsbruchs werde benutzt, um
Stimmung gegen die USA und Israel zu machen. Zwar habe das Völkerrecht
höchsten Stellenwert. „Aber es darf nicht zur Schutzklausel von
Terrorregimen werden.“ Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte am
Wochenende mit Blick auf das Völkerrecht von einem Dilemma gesprochen, weil
Iran atomar aufrüste und das eigene Volk brutal unterdrücke. Merz will
diesen Dienstag in Washington US-Präsident Donald Trump treffen.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Steffen Bilger, sagte, im Bundestag sei voraussichtlich am Donnerstag eine
Aktuelle Stunde zu Iran geplant. Dort sollen – was ungewöhnlich ist –
gleich drei Minister reden: Außenminister Johann Wadephul,
Verteidigungsminister Boris Pistorius und Entwicklungsministerin Reem
Alabali Radovan.
## 12.13 Uhr: Angriff auf Schule könnte Kriegsverbrechen sein
dpa | Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff
auf eine Mädchenschule in Iran mit fast 200 Toten eine umfassende
Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein
Kriegsverbrechen handeln. In Minab nahmen unterdessen Tausende an der
Beerdigung zahlreicher Kinder teil.
„Die Verantwortung für die Untersuchung des Angriffs liegt bei den
Streitkräften, die ihn durchgeführt haben“, teilte der UN-Hochkommissar für
Menschenrechte in Genf mit. „Wir fordern sie auf, die Ergebnisse zu
veröffentlichen und dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen zur
Rechenschaft gezogen werden und die Opfer Entschädigung erhalten.“
Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben
am Samstagmorgen mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und
zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen.
Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine
Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt. Sie wollten die Berichte
ebenso wie die Amerikaner prüfen.
## 12.06 Uhr: Iranische Luftangriffe erschüttern Dubais Image
ap | Die Vereinigten Arabischen Emirate präsentieren sich seit Jahren als
sonnige und sichere Steueroase für ausländische Staatsbürger. Doch dieses
friedliche Image ist nun erheblich erschüttert worden, nachdem Dubai am
Wochenende vom Iran angegriffen wurde. Iranische Geschosse steckten nicht
nur ein Fünf-Sterne-Resort in Brand und brachten das größte Gebäude der
Welt in Gefahr, sondern kosteten einen Menschen am Flughafen der Stadt Abu
Dhabi das Leben. Sieben weitere Menschen wurden verletzt.
Der Iran hat die Emirate und mehrere Nachbarstaaten bei seiner Vergeltung
für einen Großangriff der USA und Israels ins Visier genommen. Damit hat er
Angst und Schrecken verbreitet sowie Chaos in dem Land verursacht, wo bis
Samstag noch Ruhe herrschte.
„Das ist Dubais ultimativer Alptraum, da seine schiere Essenz davon abhing,
eine sichere Oase in einer unruhigen Region zu sein“, teilte eine Expertin
für den Persischen Golf bei der Denkfabrik European Council on Foreign
Relations, Cinzia Bianco, auf der Plattform X mit. „Es mag zwar einen Weg
geben, um widerstandsfähig zu sein, doch es gibt kein Zurück.“
In den Vereinigten Arabischen Emiraten versuchten die Behörden,
Einwohnerinnen und Einwohner sowie Touristinnen und Touristen davon zu
überzeugen, dass das Luftabwehrsystem des Landes eines der besten weltweit
sei. „Ich weiß, dass es eine beängstigende Zeit für viele der
Einwohnerinnen und Einwohner ist“, sagte der Staatsminister für
internationale Zusammenarbeit, Rim al-Haschimi, dem Sender CNN. „Wir hören
diese Art von lauten Geräuschen nicht. Aber gleichzeitig sind das die
Geräusche von Abfangaktionen. Und wo es Schäden gegeben hat – das sind in
erster Linie Trümmerteile gewesen.“
12.03 Uhr: Hisbollah kündigt „offenen Krieg“ mit Israel an
ap | Ein ranghoher Funktionär der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah hat
einen erbitterten Kampf mit Israel in Aussicht gestellt. Nachdem sich seine
Miliz mehr als ein Jahr lang an eine Waffenruhe gehalten habe, sei die
Geduld nach anhaltenden israelischen Luftangriffen am Ende, sagte Mohamud
Komati am Dienstag. Die Hisbollah habe keine andere Wahl, als „zum
Widerstand zurückzukehren“ und einen offenen Krieg gegen Israel zu führen,
erklärte er nach Angaben des Medienbüros der militanten Gruppe.
„Der zionistische Feind wollte einen offenen Krieg, den er seit dem
Waffenruheabkommen nicht eingestellt hat“, sagte Komati. „Also soll es ein
offener Krieg sein.“ Seit die Waffenruhe im November 2024 den Krieg
zwischen der Hisbollah und Israel offiziell beendete, habe sich die Miliz
in Zurückhaltung geübt und darauf gehofft, dass die diplomatischen
Bemühungen der libanesischen Regierung zu einem Ende der israelischen
Angriffe führen würden.
Komati kritisierte die Regierung in Beirut dafür, das Vorgehen der
Hisbollah als illegal bezeichnet und sie zur Aufgabe ihrer Waffen
aufgefordert zu haben. Zugleich habe das Kabinett nichts unternommen, um
die fast täglichen Angriffe Israels zu stoppen.
## 11.57 Uhr: Debatte über russisches Gas könnte neu entfachen
rtr | Der eskalierende Nahost-Konflikt könnte nach den Worten des
norwegischen Energieministers Terje Aasland die Debatte über ein Verbot
russischer Gasimporte in der Europäischen Union neu entfachen. „Die EU hat
sehr deutlich gemacht, dass sie von russischem Öl und Gas unabhängig werden
will“, sagte Aasland am Dienstag auf einer Konferenz in Oslo. „Aber die
Ereignisse der letzten drei, vier Tage haben die Lage erschwert.“
Die europäischen Gaspreise sind in dieser Woche um 75 Prozent auf
Mehrjahreshochs gestiegen, da die militärischen Auseinandersetzungen im und
um den Iran die Gasexporte aus der Golfregion beeinträchtigen. Der wichtige
Exporteur von Flüssigerdgas (LNG), Katar, hatte am Montag seine Produktion
eingestellt.
„Angesichts der geopolitischen Lage, die wir jetzt sehen, glaube ich, dass
die Debatte wieder aufleben wird“, sagte Aasland weiter. Die EU-Staaten
hatten erst im vergangenen Monat einem Verbot von Gasimporten aus Russland
bis Ende 2027 endgültig zugestimmt. Grund ist der anhaltende russische
Krieg gegen die Ukraine. Norwegen ist der größte Gasproduzent Europas und
deckt rund 30 Prozent des Bedarfs des Kontinents.
## 11.56 Uhr: Putin spricht mit Orban über Nahost
rtr | Russlands Präsident Wladimir Putin und der ungarische
Ministerpräsident Viktor Orban erörtern in einem Telefonat den
Nahost-Konflikt und die bilaterale Zusammenarbeit. Das meldet die amtliche
russische Nachrichtenagentur RIA. Der Agentur Interfax zufolge sprechen
beide zudem über ungarische Staatsbürger, die aufseiten der Ukraine
gekämpft haben und in russische Gefangenschaft geraten sind.
## 11.48 Uhr: Putin will mitteln
rtr | Russlands Präsident Wladimir Putin will die Sorgen arabischer
Staatschefs über die iranischen Angriffe auf Ölanlagen an die Führung in
Teheran übermitteln. Dies kündigt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow an. Putin
werde sicherlich jede Anstrengung unternehmen, um zumindest zu einer
leichten Entspannung beizutragen, sagt Peskow. Der Präsident habe am Montag
mit vier Regierungschefs der Golfstaaten telefoniert und dabei angeboten,
die guten Beziehungen Moskaus zum Iran zu nutzen. Pläne für ein Gespräch
mit US-Präsident Donald Trump gebe es derzeit nicht.
## 11.47 Uhr: Polen beteiligt sich nicht an US-Angriffen
dpa | Polen will die USA derzeit nicht militärisch bei ihren Angriffen
gegen den Iran unterstützen. „Es gab keine solche Bitte, keinen
entsprechenden Antrag. Polen nimmt an dieser Operation nicht teil“, sagte
Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz bei einem Besuch in
Washington nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP.
Der Verteidigungsminister sagte weiter, angesichts des Kriegs im Nahen
Osten müsste die polnische, europäische und US-amerikanische
Rüstungsindustrie „in den sechsten Gang hochschalten“ und in voller
Bereitschaft stehen. Bei einer Blockade der für den weltweiten
Schiffsverkehr wichtigen Straße von Hormus könnte Russland durch gestiegene
Öl- und Gaspreise profitieren, warnte Kosiniak-Kamysz.
Das EU- und Nato-Land Polen ist einer der wichtigsten Verbündeten der von
Russland angegriffenen Ukraine. Es sieht sich auch selbst von Russland
bedroht und rüstet derzeit massiv auf.
## 11.45 Uhr: Israelische Armee kündigt Schaffung einer „Pufferzone“ im
Libanon an
afp | Die israelische Armee hat am Dienstag die Schaffung einer
„Pufferzone“ im Libanon angekündigt. Zuvor hatte die Armee bereits ihre
Truppen entlang der Grenze zum Nachbarland verstärkt. Der US-israelische
Krieg gegen Iran hat auch den Konflikt zwischen Israel und der
pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon wieder eskalieren lassen.
## 11.44 Uhr: Organisationen warnen vor Wettrüsten
epd | Mehrere Organisationen fordern die Beendigung der deutschen
Urananreicherung im nordrhein-westfälischen Gronau und der Produktion von
Brennelementen im niedersächsischen Lingen. Zudem solle sich die
Bundesregierung für nukleare Rüstungskontrolle und Abrüstung einsetzen,
hieß es bei der Vorstellung des Uranatlas 2026 am Dienstag in Berlin.
Herausgeber sind unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND),
die der Linkspartei nahestehende Rosa-Luxemburg-Stiftung und Greenpeace.
Vertreter der Organisationen warnten vor einem neuen nuklearen Wettrüsten.
Weltweit befänden sich derzeit 65 Atomkraftwerke in Bau, 63 davon würden in
oder von Atomwaffenstaaten gebaut.
Der Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bernd Riexinger,
warnte zudem vor der Abhängigkeit vom russischen Staatskonzern Rosatom bei
Brennelementen. 19 Reaktoren in der EU können Riexinger zufolge nur mit
Brennelementen russischer Bauarten betrieben werden. Das russische
Unternehmen forciere „den weltweiten AKW-Ausbau wie kein anderes“.
## 11.42 Uhr: Spanien sperrt Basen für US-Militär
dpa | Die Weigerung Spaniens, die USA im Krieg gegen Iran zu unterstützen,
sorgt im In- und Ausland für Irritationen. Scharfe Kritik kam aus den USA
und Israel. „Die derzeitige Regierung in Spanien entwickelt sich offenbar
zum Paradebeispiel einer jämmerlich schwachen europäischen Führung, die
moralisch vom Weg abgekommen ist“, schrieb der einflussreiche
republikanische US-Senator Lindsey Graham auf X.
Graham reagierte damit auf die Entscheidung der linksgerichteten Regierung
von Ministerpräsident Pedro Sánchez, den USA die Nutzung der Militärbasen
Rota und Morón in Andalusien für die Angriffe auf Iran zu untersagen. Die
Geschichte werde daran erinnern, wo Spanien gestanden habe, als die USA und
andere versucht hätten, „das blutrünstigste Regime seit dem Zweiten
Weltkrieg zu stürzen“, so der enge Unterstützer von US-Präsident Donald
Trump.
Israels Außenminister Gideon Saar schrieb auf X: „Zuerst dankte die Hamas
Sánchez. Dann dankten die Huthi Sánchez. Jetzt dankt Iran Sánchez. Soll das
etwa das sein, was man ‚auf der richtigen Seite der Geschichte stehen‘
nennt?“
Die Basen im Süden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien
und den USA genutzt. Man stelle diese Stützpunkte für die aktuellen Schläge
gegen Iran „auf keinen Fall“ zur Verfügung und werde das auch in Zukunft
nicht tun, sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles.
„Es stimmt, dass es ein Abkommen mit den USA gibt. Aber wir sind der
Auffassung, dass dieses Abkommen im Rahmen der internationalen
Rechtsordnung angewendet werden muss“, betonte Robles vor Journalisten.
„Derzeit führen die Streitkräfte Israels und der USA Operationen durch, die
einseitig erfolgen und nicht durch eine internationale Resolution gedeckt
sind.“
11.39 Uhr: Israel meldet Luftangriff auf Präsidialbüro
ap | Israel hat das iranische Präsidialbüro und das Gebäude des Obersten
Nationalen Sicherheitsrats der Islamischen Republik aus der Luft
angegriffen. Die Luftangriffe seien über Nacht erfolgt, teilte das Militär
am Dienstag mit. Zudem seien eine Ausbildungsstätte für iranische Offiziere
und wichtige Infrastruktur der iranischen Führung unter Beschuss genommen
worden.
## 11.23 Uhr: Israel ruft zur Räumung von Orten im Libanon auf
rtr | Das israelische Militär fordert die Bewohner von über zwei Dutzend
Ortschaften im Süden Libanons zum Verlassen ihrer Siedlungen auf. Zuvor
hatte die Armee Vorstöße im Grenzgebiet angekündigt.
## 11.20 Uhr: Russland bezweifelt US-Angaben
rtr | Russland stellt die Rechtfertigung der USA und Israels für die
Angriffe auf Iran infrage. Es gebe keine Beweise für die Entwicklung einer
iranischen Atombombe, erklärt Außenminister Sergej Lawrow. Sowohl
US-Präsident Donald Trump als auch Israels Ministerpräsident Benjamin
Netanjahu begründen die Angriffe unter anderem damit, die Islamische
Republik dürfe niemals in den Besitz einer Atombombe kommen. Die Regierung
in Teheran bestreitet, eine Atombombe entwickeln zu wollen, hat allerdings
auch internationale Kontrollen seiner Atomanlagen eingeschränkt oder
abgelehnt.
## 11.12 Uhr: Moskau hofft auf mehr Öleinnahmen für Kriegskasse
dpa | Politisch verurteilt Moskau den Angriff der USA und Israels auf Iran,
wirtschaftlich hofft das Land aber davon zu profitieren. Die kremlnahe
Zeitung Iswestija prognostiziert unter Berufung auf Branchenexperten einen
Anstieg der Haushaltseinnahmen durch einen höheren Öl- und Gasexport.
„Die Experten sind sich einig darüber, dass der russische Etat bei einem
anhaltenden Konflikt im Nahen Osten mit höheren Öl- und Gaseinnahmen
rechnen kann“, heißt es in dem Blatt. Als anhaltend gelte der Konflikt,
wenn er länger als zwei Monate dauere.
Zur Ankurbelung der Einnahmen dürften demnach eine höhere Fördermenge und
die steigenden Ölpreise beitragen. Beim Gasexport gelten vor allem die
Pipelines Turkstream und Blue Stream als ausbaufähig, über die russisches
Gas in die Türkei – und von dort teilweise weiter nach Europa – gelangt.
Die Kapazität beider Leitungen liegt bei 47,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro
Jahr. Sie waren 2025 nicht einmal zur Hälfte ausgelastet.
Beim Öl wiederum gelten China und Indien, das zuletzt den Kauf russischen
Öls drastisch reduziert hatte, als Abnehmer in einem schärfer werdenden
Konkurrenzkampf. China könne bis zu einer halben Million Barrel Öl pro Tag
mehr abnehmen, meint etwa der Dozent Waleri Andrijanow von der
Finanzuniversität, die der russischen Regierung untersteht.
Bei einer Blockade des Persischen Golfs und der für den weltweiten
Schiffsverkehr wichtigen Straße von Hormus könne der Ölpreis auf über 100
Dollar pro Barrel schnellen, heißt es in der Analyse. Der wegen der
westlichen Sanktionen auf Öl der russischen Marke Urals fällige Rabatt
werde sinken.
## 11.11 Uhr: Mindestens 30.000 Libanesen geflüchtet
rtr | Seit Beginn der Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hisbollah
haben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mindestens 30.000
Menschen im Libanon Schutz in Notunterkünften gesucht. „Konservativen
Schätzungen zufolge wurden fast 30.000 Menschen in Sammelunterkünften
aufgenommen und registriert“, sagt ein UNHCR-Sprecher. Viele weitere hätten
in ihren Autos am Straßenrand geschlafen oder steckten im Stau.
## 11.08 Uhr: Schäden an Gebäuden iranischer Atomanlage
dpa | Inmitten der Angriffe Israels und der USA gegen Iran hat die
Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) neue Schäden an
Eingangsgebäuden der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Natans
bestätigt. Die Organisation geht nicht davon aus, dass Radioaktivität
freigesetzt und die Anlage weiter beschädigt worden ist, wie sie mitteilte.
Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer
Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer
beschädigt – darunter auch Natans, wo die Anlage zur Anreicherung von Uran
steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder
auch Atomwaffen genutzt werden – Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu
entwickeln.
Am Montag hatte IAEA-Chef Rafael Grossi in einer Sondersitzung des IAEA-
Gouverneursrates noch berichtet, dass es im Zuge der jüngsten israelischen
und US-amerikanischen Angriffe keine Anzeichen auf Treffer oder Schäden an
Atomanlagen Irans gebe. Teherans Vertreter bei der IAEA, Resa Nadschafi,
hatte dagegen von einem Angriff auf die Anlage in Natans gesprochen.
Irans Atomchef Mohamed Eslami verurteilte die Angriffe in einem Schreiben
an IAEA-Chef Grossi scharf, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna
berichtete. Er forderte die UN-Atomwächter auf, die Luftangriffe zu
verurteilen. Seinen Worten nach erfolgte der Angriff in Natans bereits am
Sonntag.
10.50 Uhr: Teheran warnt Europa vor Kriegseintritt
afp | Teheran hat europäische Länder davor gewarnt, in den US-israelischen
Krieg gegen Iran einzutreten. „Jede derartige Handlung gegen Iran würde als
Komplizenschaft mit den Aggressoren“ und als „Kriegshandlung“ angesehen
werden, erklärte am Dienstag der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei
offenbar mit Blick auf eine vorherige Erklärung europäischer Staaten.
Frankreich, Deutschland und Großbritannien hatten am Sonntagabend bei
Bedarf „Defensivmaßnahmen“ gegen Iran angekündigt.
## 10.45 Uhr: Iran drohen bei WM-Rückzug Millionenverluste
dpa | Angesichts der Eskalation im Nahen Osten ist die WM-Teilnahme Irans
ungewiss. Ein freiwilliger Rückzug hätte vor allem finanzielle Folgen, wie
aus Artikel 6.2 der FIFA-Regularien für das XXL-Turnier in den USA, Mexiko
und Kanada hervorgeht.
250.000 Schweizer Franken (ca. 275.000 Euro) kostet es, mehr als 30 Tage
vor der WM abzusagen. 500.000 Schweizer Franken (ca. 550.000 Euro) sind
fällig, wenn es noch kurzfristiger geschieht. Außerdem müsste Iran die von
der FIFA erhaltenen Vorbereitungsgelder für die Mannschaft sowie alle
anderen turnierspezifischen Beitragszahlungen zurückerstatten.
Nach Angaben des Weltverbandes erhält jedes qualifizierte Team 1,5
Millionen US-Dollar, um die Vorbereitungskosten zu decken. Zudem gibt es
ein Preisgeld von mindestens neun Millionen US-Dollar für die Mannschaften,
die bei der WM die Plätze 33 bis 48 belegen. Iran würden also Einnahmen im
sechsstelligen Bereich entgehen. Außerdem würde das Land einen Ausschluss
von der WM 2030 riskieren, wie aus dem Regelwerk der FIFA hervorgeht.
Andererseits könnte auch der FIFA-Rat mit seinen 32 Mitgliedern über einen
Ausschluss Irans abstimmen.
## 10.41 Uhr: IAEA meldet Schäden an Urananlage
rtr | Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA meldet Schäden an den
Gebäuden, die mit der unterirdischen Urananreicherungsanlage Natans in Iran
verbunden sind. Es sei kein Austritt radioaktiver Strahlungen zu erwarten,
teilt die UN-Behörde mit. Auch an der Anlage selbst seien keine
Auswirkungen festgestellt worden.
## 10.29 Uhr: Dax baut Verluste aus
rtr | Der Dax rutscht weiter ab. Nach einem schwachen Handelsauftakt baut
der deutsche Leitindex die Verluste auf bis zu 3,2 Prozent aus und fällt
auf 23.859 Punkte. Parallel ziehen die Ölpreise weiter an. Rohöl der Sorte
Brent verteuert sich um knapp fünf Prozent auf bis zu 81,55 Dollar je
Barrel. Der europäische Gaspreis-Future klettert um mehr als 30 Prozent
auf 56,50 Euro je Megawattstunde. „Insbesondere Europa hat sich durch die
Energiepolitik der vergangenen Jahre ins Aus manövriert“, konstatierte
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Broker CMC Markets. „Die hohe
Abhängigkeit von Öl und Gas aus den USA und Ländern aus dem Nahen Osten
wird mit der aktuellen Entwicklung zu einem großen Problem.“
10.27 Uhr: 787 Tote bei US-israelischen Angriffen in Iran
ap | Die Zahl der Todesopfer bei den US-israelischen Angriffen auf Iran
soll auf mindestens 787 gestiegen sein. Das teilte die
Rothalbmondgesellschaft der Islamischen Republik am Dienstag auf der
Plattform X mit. Am Montag hatte sie von 555 Toten berichtet.
## 10.22 Uhr: Erste Flugzeuge nach Deutschland gestartet
afp | Der Betrieb an Flughäfen in den Golf-Staaten ist zum Teil wieder
angelaufen und erste Flugzeuge nach Europa und Deutschland sind gestartet.
Am Dienstagvormittag hob ein erster Flieger der Airline Emirates vom Dubai
International Airport nach Frankfurt am Main ab, wie aus Daten des Portals
Flightradar24 hervorgeht. In Deutschland sollte die Maschine demnach gegen
13.00 Uhr landen.
Die Flughäfen in den Anrainerstaaten des Persischen Golfs hatten am
Samstagmorgen infolge der Eskalation des Nahost-Konflikts den Flugverkehr
weitgehend eingestellt. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes sitzen
rund 30.000 deutsche Touristen in der Region fest.
10.000 der Touristen sind nach Angaben des Tui-Chefs Sebastian Ebel Kunden
des Reisekonzerns. Ebel hatte am Dienstagvormittag angekündigt, im Laufe
des Tages die ersten Rückholaktionen in Kooperation mit Golf-Airlines wie
Emirates, Etihad und Qatar Airways zu starten.
## 10.19 Uhr: Auswirkungen auf Weltwirtschaft noch unklar
rtr | Für eine Abschätzung der wirtschaftlichen Folgen des Krieges für die
Region und die Weltwirtschaft ist es nach Angaben des Internationalen
Währungsfonds (IWF) noch zu früh. Dies hänge vom Ausmaß und der Dauer des
Konflikts ab, teilt die Organisation mit. Der IWF habe Störungen des
Handels und der Wirtschaftsaktivität sowie steigende Energiepreise und
Schwankungen an den Finanzmärkten registriert. Die Lage in Nahost werde
genau beobachtet.
10.18 Uhr: Israels Armee: Irans Feuerkraft lässt nach
dpa | Die iranischen Angriffe auf Israel haben sich israelischen
Militärangaben zufolge inzwischen abgeschwächt. „Wir beobachten, dass ihre
Feuerkraft nachlässt“, sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. „Wir konnten
ihre Fähigkeit, Raketen auf uns und die Region abzufeuern, begrenzen.“ Er
räumte allerdings ein, dass dies zum Teil auch damit zusammenhängen könnte,
dass die iranische Führung womöglich Waffenbestände für den Fall aufspart,
dass der Krieg länger dauern sollte.
Doch wesentlich seien die israelisch-amerikanischen Angriffe: „Wir haben
Hunderte ballistischer Raketen zerstört und wir beobachten“, sagte
Schoschani. Iran könne nicht mehr im großen Umfang Raketen abfeuern.
Die Angriffe gingen dennoch weiter. „Das iranische Regime und die Hisbollah
feuern täglich Dutzende Raketen, Drohnen und Geschosse ab“, erklärte der
Sprecher. Die meisten würden abgefangen.
## 10.17 Uhr: Trump erbost im Streit um Nutzung britischer Stützpunkte
afp | US-Präsident Donald Trump hat im Streit um die Nutzung britischer
Stützpunkte auf Zypern im Irankrieg die traditionell engen Beziehungen
zwischen Washington und London grundsätzlich in Frage gestellt. Das
Verhältnis sei „nicht mehr so wie früher“, sagte Trump der britischen
Tageszeitung The Sun. Stattdessen lobte er die Beziehungen zu Deutschland
und Frankreich.
„Es ist sehr traurig zu sehen, dass die Beziehung offensichtlich nicht mehr
so wie früher ist“, sagte Trump mit Blick auf London. „Das war die engste
Beziehung von allen. Und jetzt haben wir sehr enge Beziehungen zu anderen
europäischen Ländern.“ Ausdrücklich lobte er dabei Deutschland und
Frankreich.
Zuvor hatte sich der britische Premierminister Keir Starmer zunächst
geweigert, den USA die Nutzung britischer Militärbasen im Krieg gegen Iran
zu gestatten. Starmer sei „nicht hilfreich“ gewesen, sagte Trump der Sun am
Montagabend telefonisch vom Weißen Haus aus. „Ich hätte nie gedacht, dass
ich so etwas erleben würde. Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas von
Großbritannien erleben würde.“
Starmer hatte am Samstag zu Beginn der Angriffe der USA und Israels auf
Iran jegliche britische Beteiligung an den Militäraktionen abgelehnt. Am
Sonntag dann gab er bekannt, dass er einer US-Anfrage zur Nutzung
britischer Militärbasen für einen „speziellen und begrenzten
Verteidigungszweck“ zugestimmt habe.
Der Premierminister verteidigte seine Entscheidungen am Montag vor dem
Parlament: „Präsident Trump hat seine Ablehnung unserer Entscheidung, uns
nicht an den ersten Luftangriffen zu beteiligen, zum Ausdruck gebracht.
Aber es ist meine Pflicht, zu beurteilen, was im nationalen Interesse
Großbritanniens liegt“, sagte er. „Genau das habe ich getan, und dazu stehe
ich.“
## 10.02 Uhr: Irans Fußballerinnen schweigen bei Hymne
dpa | Vor ihrer Partie beim Asien Cup haben Irans Fußballerinnen beim
Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Weder die Spielerinnen noch der
Trainerstab sang mit, wie auf Bildern zu sehen war. Dass die Iranerinnen
das Spiel gegen Südkorea mit 0:3 verloren, rückte angesichts der Eskalation
im Nahen Osten in den Hintergrund.
Auch einige Fans auf den Tribünen trugen den Protest mit. Auf Bildern war
zu sehen, wie viele Anhänger Flaggen aus der Zeit vor der islamischen
Revolution 1979 hochhielten. Im Vergleich zur aktuellen Flagge ist in der
Mitte kein rotes Emblem zu sehen, sondern ein goldener Löwe und eine Sonne.
Die iranischen Spielerinnen sowie Trainerin Marziyeh Jafari wollten sich
laut der australischen Nachrichtenagentur AAP rund um das Spiel nicht zu
ihrem Protest und dem Krieg äußern. Am Donnerstag treffen sie auf
Australien.
„Unser Mitgefühl gilt ihnen und ihren Familien. Es ist eine schwierige
Situation, und es ist wirklich mutig von ihnen, hier zu sein und zu
spielen“, sagte die australische Fußballerin Amy Sayer der AAP. „Das Beste,
was wir tun können, ist, ihnen das beste Fußballspiel zu bieten, zu dem wir
fähig sind, und ihnen auf dem Spielfeld unseren Respekt zu zeigen.“
## 9.33 Uhr: Drohnentrümmer lösen Brand in Emiraten aus
rtr | Im Emirat Fudschaira der Vereinigten Arabischen Emirate wird eine
Drohne über ölverarbeitenden Anlagen abgeschossen. Die Trümmer lösen ein
Feuer aus, teilt das Medienbüro der Regierung mit. Der Brand sei gelöscht
worden.
## 9.51 Uhr: Amazon-Rechenzentren in Golfregion beschädigt
afp | Im Zuge der militärischen Eskalation in der Golfregion sind in den
Vereinigten Arabischen Emiraten Rechenzentren des US-Technologieriesen
Amazon beschädigt worden. Zwei Rechenzentren seien „direkt von Drohnen
getroffen“ worden, teilte das Unternehmen am Montagabend (Ortszeit) mit. In
Bahrain sei zudem eine weitere Einrichtung des Konzerns durch einen
„Drohnenangriff in unmittelbarer Nähe“ beschädigt worden.
Die Angriffe hätten „strukturelle Schäden verursacht, die Stromversorgung
unserer Infrastruktur unterbrochen und in einigen Fällen
Brandbekämpfungsmaßnahmen erforderlich gemacht, die zu zusätzlichen
Wasserschäden geführt haben“, erklärte Amazon weiter. Angaben dazu, ob
Mitarbeiter bei den Drohnenangriffen verletzt wurden, machte Amazon nicht,
wies aber darauf hin, dass das Unternehmen eng mit den lokalen Behörden
zusammenarbeite und „der Sicherheit unserer Mitarbeiter während der
gesamten Wiederherstellungsmaßnahmen Priorität“ einräume.
Die Unternehmenssparte Amazon Web Services (AWS) ist der weltweit führende
Anbieter von Clouddiensten und konkurriert dabei etwa mit Microsoft Azure
und Google Cloud. Amazon rief betroffene Nutzer auf, wichtige Daten zu
sichern und auf Amazon-Server in anderen Teilen der Welt auszuweichen.
Bereits am Sonntag hatte der Internetriese vermeldet, dass eines seiner
Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten von nicht näher
beschriebenen „Objekten“ getroffen worden sei, und hatte Nutzer vor
unvorhersehbaren Beeinträchtigungen gewarnt.
## 9.48 Uhr: Libanon gibt Stellungen nahe Israel auf
ap | Das libanesische Militär zieht sich einem staatlichen Medienbericht
zufolge von einigen Stellungen an der Grenze zu Israel zurück. Die Soldaten
würden an anderen Orten stationiert, berichtete die Nachrichtenagentur NNA
am Dienstag. Zuvor hatte das israelische Militär im Kampf gegen die
militant-islamistische Hisbollah-Miliz mitgeteilt, dass seine Soldaten
einen Einsatz im Süden des Libanons im Grenzgebiet ausführten. Ziel des
Einsatzes sei es, die Sicherheit für Einwohnerinnen und Einwohner im Norden
Israels in der Nähe der Grenze zu erhöhen. Es gebe derzeit keine Pläne, um
Israelis aus den Grenzgebieten zu evakuieren.
## 9.35 Uhr: Dax wegen Irankrieg wieder im Minus
dpa | Die andauernden Kampfhandlungen im Nahen Osten haben die weltweiten
Börsen auch am Dienstag belastet. Auf Kursverluste an den
asiatisch-pazifischen Aktienmärkten folgten neuerliche Einbußen an Europas
Märkten im frühen Handel. Und auch für die Wall Street und die Nasdaq-Börse
werden bereits wieder fallende Kurse prognostiziert. Steigende Öl- und
Erdgaspreise nähren dabei Konjunktur- und Inflationsängste. Vieles hängt
nun von der Dauer des Krieges ab.
Der Dax fiel um 1,8 Prozent und lag mit 24.204 Punkten auf dem niedrigsten
Niveau seit Mitte Dezember 2025. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gab
um 1,2 Prozent auf 30.493 Zähler nach, vermied aber ein Abrutschen unter
die Marke von 30.000 Punkten. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor
1,6 Prozent.
9.32 Uhr: Flugzeug von Dubai unterwegs nach Frankfurt
dpa | Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates ist nach den
zahlreichen Flugausfällen wegen des Irankrieges nun von Dubai nach
Frankfurt am Main unterwegs. Eine Sprecherin der Fraport, der
Betreibergesellschaft des bundesweit größten Flughafens, sagte der
Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen: „Die Emirates ist in der Luft
und kommt hier an.“ Laut der Fraport-Ankunftsseite im Internet wurde die
Maschine am frühen Nachmittag in Frankfurt erwartet.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bieten nach den Stornierungen in
den ersten Tagen des Irankrieges nun Sonderflüge für gestrandete Passagiere
an. Die Fluggesellschaft Emirates erklärte, zunächst Passagiere mit bereits
bestehenden Buchungen bevorzugt zu berücksichtigen. Kundinnen und Kunden,
die auf einen der eingeschränkt angebotenen Flüge umgebucht worden seien,
würden direkt von ihr informiert.
Für einen reibungslosen Ablauf ohne Menschenansammlungen hatten Emirates
und die Zivilluftfahrtbehörde der VAE Reisende dazu aufgerufen, nicht zum
Flughafen zu kommen, sofern sie keine entsprechende Benachrichtigung
erhalten hätten. Am Samstag hatten die VAE eine teilweise Schließung ihres
Luftraums angekündigt und alle Flüge an den Flughäfen von Dubai ausgesetzt.
## 9.23 Uhr: US-Botschafter empfiehlt Ausreise über Sinai-Halbinsel
ap | Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, hat seinen Landsleuten
eine Evakuierung über die Halbinsel Sinai in Ägypten empfohlen. Bei der
Botschaft gingen viele Anfragen wegen einer Evakuierung ein, teilte
Huckabee am Dienstag in den sozialen Medien mit. „Es gibt SEHR BEGRENZTE
Optionen“, schrieb er unter Verwendung von Großbuchstaben. „Nicht sicher,
wann der Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv wieder aufmacht.“ Huckabee riet
Amerikanerinnen und Amerikanern, die Israel verlassen wollten, per Bus nach
Scharm el Scheich oder Taba im Süden der Halbinsel Sinai zu fahren. Diese
Route sei am besten, erklärte er.
9.18 Uhr: USA lassen immer mehr diplomatisches Personal evakuieren
ap | Die USA haben wegen des Nahost-Kriegs inzwischen in sechs Ländern
nicht essenzielle Mitarbeitende ihrer diplomatischen Vertretungen zur
Evakuierung aufgefordert. Auch Mitarbeitende und Familienangehörige in den
Vereinigten Arabischen Emiraten sollten sich am Dienstag in Sicherheit
begeben, wie das Außenministerium der USA bekanntgab. Die Emirate galten
lange als sichere Gegend im Nahen Osten, sind aber in den aktuellen Krieg
hineingezogen worden.
Zu den anderen Ländern, für die eine Evakuierunganordnung der USA für nicht
essenzielles diplomatisches Personal gilt, zählen Bahrain, der Irak,
Jordanien, Kuwait und Katar.
## 9.13 Uhr: AfD-Chef kritisiert Angriffe auf Iran
dpa | AfD-Chef Tino Chrupalla hat die Angriffe der USA und Israels auf den
Iran kritisiert. „Ich feiere nicht Raketenangriffe, egal auf welches Land
und von wem sie kommen. Das kann man nicht feiern, weil immer Zivilisten
getötet werden und das kann man nur verurteilen“, sagte Chrupalla in der
RTL/ntv-Sendung „Frühstart“.
„Wenn man aktuell die Bilder sieht, muss man sich ja wirklich auch die
Frage stellen, ist das am Ende auch für Israel ein gutes Ausgehen und das
kann nicht im deutschen und auch nicht im europäischen Interesse sein.“
Chrupalla war zu Äußerungen des außenpolitischen Sprechers der AfD-Fraktion
Markus Frohnmaier gefragt worden. Der hatte unter anderem erklärt: Die
Regierung von US-Präsident Donald Trump habe „mit chirurgischer Präzision
und klarer Zielorientierung gehandelt, mit einem begrenzten Vorgehen, das
auf die Ausschaltung der sicherheitsrelevanten Schaltstellen des Regimes
zielte“.
Der AfD-Chef kritisierte auch Trump. Der sei als Friedenspräsident
gestartet, am Ende werde er als Kriegspräsident enden, sagte Chrupalla.
„Will er das? Das muss er dann auch seinen Wählern erklären, vor allen
Dingen, wenn diese Angriffe und auch diese Kriegsführung keinen Erfolg
hat“.
## 9.11 Uhr: Israel schickt weitere Soldaten in den Südlibanon
dpa | Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Bodentruppen in den
Südlibanon geschickt. „Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um
ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine
taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern“, sagte
Militärsprecher Nadav Schoschani. „Es besteht die reale Möglichkeit, dass
sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.“ Wie viele Soldaten Israel im
Nachbarland in der Nähe zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte
der Sprecher nicht sagen.
Israels Armee war bislang an fünf Posten im Südlibanon stationiert. Nun
sind sie den Angaben nach an weiteren Punkten in der Nähe der israelischen
Grenze. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die
israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ermächtigt, weitere
strategische Positionen im Libanon einzunehmen und zu sichern, um Angriffe
auf israelische Grenzgemeinden zu verhindern“, teilte Israels
Verteidigungsminister Israel Katz mit.
## 9.07 Uhr: Gefährdete Franzosen sollen ausgeflogen werden
rtr | Frankreich steht nach Angaben von Außenminister Jean-Noel Barrot
bereit, die am meisten gefährdeten Franzosen in der Region auszufliegen.
Insgesamt rund 400.000 französische Staatsangehörige hielten sich in den
von dem Krieg betroffenen Gebieten auf. Frankreichs Priorität sei die
Sicherheit der eigenen Bürger und die Deeskalation des Konflikts.
Frankreich sei auch bereit, Partner zu verteidigen, falls die dies
wünschten.
## 9.04 Uhr: Mindestens 13 Soldaten im Iran getötet
ap | Bei Luftangriffen auf einen Stützpunkt im Südosten des Irans sind
örtlichen Medien zufolge mindestens 13 iranische Soldaten getötet worden.
Getroffen worden sei der Luftwaffenstützpunkt Kerman, etwa 800 Kilometer
südöstlich der Hauptstadt Teheran, berichteten die halbamtliche
Nachrichtenagentur Tasnim und die Tageszeitung „Hammihan“. Der Stützpunkt
ist dafür bekannt, dass dort Militärhubschrauber stationiert sind.
## 9.00 Uhr: Libanesische Armee räumt grenznahe Posten
rtr | Libanesische Truppen ziehen sich aus mindestens sieben Posten nahe
der Grenze zu Israel zurück. Das berichten Augenzeugen der
Nachrichtenagentur Reuters. Ein Mitarbeiter der libanesischen Regierung
sagt Reuters, in einigen Bereichen hätten israelische Soldaten die
gemeinsame Grenze überschritten.
8.58 Uhr: Gaspreise schnellen in die Höhe
rtr | Die Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten nach den Angriffen
Israels und der USA auf den Iran treibt die Gaspreise weiter an. Der
europäische Future verteuert sich um gut 20 Prozent auf 52,00 Euro je
Megawattstunde. Zum Wochenauftakt hatte der Preis um rund ein Drittel
zugelegt. „Dieser Anstieg, ausgelöst durch knappe Lager und den LNG-Stopp
Katars, weckt böse Erinnerungen an die Preissteigerungen des Jahres 2022“,
sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Die nach Katars Lieferstopp noch verfügbare Menge an LNG werde knapper und
damit steige der Preis. „Niemand will eine zweite Welle an Inflation,
nachdem die Auswirkungen der ersten noch nicht ganz überwunden waren.“
8.57 Uhr: Iran prahlte mit elf Atombomben in Reichweite
dpa | Noch während der Atomverhandlungen mit den USA hat sich der Iran nach
Darstellung Washingtons gerühmt, genug hochangereichertes Uran für elf
Atombomben zu besitzen. Dies berichtet der US-Sondergesandte Steve Witkoff
nun in einem Interview mit dem US-Sender Fox News.
„Beide iranischen Unterhändler sagten ganz offen und ohne Scham, dass sie
460 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran kontrollierten und sich
bewusst seien, dass damit elf Atombomben hergestellt werden könnten“,
berichtete Witkoff. „Sie waren stolz darauf, dass sie alle möglichen
Kontrollmechanismen umgangen hatten, um an einen Punkt zu gelangen, an dem
sie elf Atombomben hätten herstellen können.“
Witkoff hatte zusammen mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump,
Jared Kushner, die inzwischen gescheiterten Atomverhandlungen für die
US-Seite geführt. Seit Samstag greifen die USA und Israel Ziele im Iran an.
Teheran reagiert mit Angriffen auf Israel sowie auf die Golfregion.
## 8.55 Uhr: „Keine richtige Antwort“ für Zeit nach Sturz
afp | Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sieht keinen
ausgereiften Plan für die Zeit nach einem möglichen Sturz der iranischen
Führung. „Wir müssen erst darüber nachdenken, dass wir keine richtige
Antwort dafür haben“, sagte er in einem Podcast des Portals Politico auf
die Frage, wer Iran künftig führen könnte – etwa der Schah-Sohn Reza
Pahlavi. „Das Wichtigste ist, dass dieses Regime nicht mehr existiert“,
sagte Prosor.
Ziel Israels sei es, die Fähigkeiten der Führung in dem Land
zurückzudrängen, ein Wandel könne aber „nur von innen da sein“. Die
Bevölkerung in dem Land habe „wirklich genug und will Freiheit haben“.
## 8.53 Uhr: Israel schickt weitere Soldaten in den Südlibanon
dpa | Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Bodentruppen in den
Südlibanon geschickt. „Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um
ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine
taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern“, sagte
Militärsprecher Nadav Schoschani. „Es besteht die reale Möglichkeit, dass
sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.“ Wie viele Soldaten Israel im
Nachbarland in der Nähe zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte
der Sprecher nicht sagen.
Israels Armee war bislang an fünf Posten im Südlibanon stationiert. Nun
sind sie den Angaben nach an weiteren Punkten in der Nähe der israelischen
Grenze. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die
israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ermächtigt, weitere
strategische Positionen im Libanon einzunehmen und zu sichern, um Angriffe
auf israelische Grenzgemeinden zu verhindern“, teilte Israels
Verteidigungsminister Israel Katz mit.
8.52 Uhr: Israel: Keine Pläne für Bodentruppen
ap | Das israelische Militär hat nach Angaben eines Sprechers derzeit keine
Stationierung von Bodentruppen in Iran geplant. Auf die Frage nach der
Wahrscheinlichkeit, dass Bodentruppen in das Land geschickt würden, teilte
Militärsprecher Nadav Schoschani mit, das sei „nicht sehr wahrscheinlich“.
## 8.48 Uhr: Explosionen in Isfahan und Schiras
rtr | In Schiras im Südwesten Irans und in Isfahan im Zentrum der
Islamischen Republik sind Explosionen zu hören. Das meldet die iranische
Nachrichtenagentur Mehr.
8.47 Uhr: US-Botschaften in Golfstaaten geschlossen
dpa | Nach weiteren Eskalationen im Irankrieg bleibt die US-Botschaft in
Kuwait vorerst geschlossen. Alle regulären und auch die dringenden
Konsulartermine seien abgesagt worden, teilte die Botschaft auf X mit. Auch
die US-Botschaft in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad bleibt heute
geschlossen. Auch hier seien alle Termine abgesagt worden. Menschen in
Saudi-Arabien wurden aufgerufen, die Umgebung des Botschaftsgebäudes
vorerst zu meiden.
Die Botschaft in Riad war in der Nacht von iranischen Drohnen angegriffen
worden. Nach saudischen Angaben sei es zu einem Brand gekommen. Auch an der
Botschaft in Kuwait soll es zu einem Brand gekommen sein. Angesichts des
Krieges hatte das US-Außenministerium Amerikaner in mehr als einem Dutzend
Ländern in der Region bereits dazu aufgerufen, diese sofort zu verlassen.
## 8.40 Uhr: Treibstofftank in Oman von Drohne getroffen
rtr | Im omanischen Handelshafen Dukm wird ein Treibstofftank von einer
Drohne getroffen. Es sei ein begrenzter Schaden entstanden, meldet die
staatliche omanische Nachrichtenagentur unter Berufung auf ein Mitglied der
Sicherheitskräfte. Es seien keine Menschen verletzt worden.
## 8.29 Uhr: Exil-Iraner sehr besorgt um ihre Angehörigen
epd | Für Exil-Iraner ist es nach den Worten des iranischen evangelischen
Theologen Mehrdad Sepehri Fard sehr schwierig, in den Kriegstagen
Informationen über Angehörige in Iran zu erhalten. „Sie machen sich große
Sorgen, alle haben Eltern, Brüder, Schwestern oder andere Angehörige im
Iran, und sie können nicht kommunizieren“, sagte der Theologe der
„Fachstelle Seelsorge für persischsprachige Christen“ in Paderborn dem
Evangelischen Pressedienst (epd).
Das Internet sei in Iran lahmgelegt, auch Telefone funktionierten nicht,
erklärt Sepehri Fard. Es gebe nur die begrenzte Möglichkeit über das
Satellitensystem Starlink, aber die Möglichkeit hätten nicht alle.
Einerseits herrsche eine sehr angespannte Atmosphäre in Iran, berichtet der
Theologe über seine Gespräche. „Alle Menschen sind gegen einen Krieg und es
ist belastend, wenn ein anderes Land uns angreift.“ Viele Menschen in Iran
sähen jedoch den Krieg zugleich als letzte Chance gegen das Regime. „Die
Menschen wissen, dass sie mit bloßen Händen und Steinen gegen die
Revolutionsgarde nichts ausrichten können.“ Seit Jahrzehnten habe es auf
den Straßen Proteste gegeben. „Die Antwort war immer die gleiche: Kugeln,
Gewalt, Vergewaltigung, Hinrichtung.“
8.26 Uhr: Gauck betont Vorrang des Völkerrechts
epd | Altbundespräsident Joachim Gauck hat sich mit Blick auf den Irankrieg
kritisch zum Umgang mit dem Völkerrecht geäußert. Er könne sich nicht mit
einer Welt anfreunden, in der „die alten Regularien“ vor dem Völkerrecht
oder vor den grundlegenden Verträgen der Vereinten Nationen gelten, sagte
Gauck am Montagabend beim „Ständehaustreff“ der Düsseldorfer Rheinischen
Post: „Wo die Imperien kraft ihrer militärischen Stärke ihr eigenes Recht
verfolgten.“ Er wolle „nicht einfach nur zusehen, dass wir in so eine Zeit
reinrauschen“.
„Wenn ein verbrecherischer Politiker wie Putin oder wenn ein Diktator wie
in China oder die iranischen Theokraten das so sehen, dann hatten wir
bislang eine starke und dominierende Macht, die auf der Seite des
Völkerrechts war“, sagte Gauck. Aber verschiedene Aktionen von US-Präsident
Donald Trump „lassen uns eben Zweifel daran erkennen“, beklagte der
evangelische Theologe.
Skeptisch zeigte sich Gauck laut Rheinischer Post mit Blick auf die Frage,
ob ein Regimewechsel in Iran auf dem jetzt von den USA und Israel gewählten
militärischen Weg zu erreichen sei. Das System der iranischen Machthaber
sei nicht gleich instabil und starke Machtstrukturen seien erhalten
geblieben. „Da müssen wir sehen: Trauen sich die Leute wieder auf die
Straße?“, sagte der 86-jährige frühere Bundespräsident.
8.20 Uhr: TUI plant erste Heimflüge für Urlauber
rtr | Der Touristikriese TUI geht davon aus, seine im Nahen Osten
festsitzenden Kunden binnen einiger Tage zurückholen zu können. Man plane,
die Urlauber mit Partner-Airlines wie Etihad, Emirates und Qatar Airways
nach Deutschland zurückzubringen, sagt Konzernchef Sebastian Ebel dem
Sender ntv. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit
diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können.“
8.17 Uhr: China fordert erneut Stopp der Angriffe
rtr | China ruft erneut dazu auf, die Angriffe auf den Iran einzustellen.
Eine weitere Ausbreitung des Krieges müsse verhindert werden, teilt das
Außenministerium in Peking mit. Die Regierung mahnt eine Rückkehr zum
Dialog an. China werde weiterhin eine konstruktive Rolle bei den
Friedensbemühungen spielen.
## 8.10 Uhr: Hisbollah meldet Angriffe auf Militärstützpunkte
afp | Nach israelischen Luftangriffen auf die libanesische Hauptstadt
Beirut hat die pro-iranische Hisbollah-Miliz eigenen Angaben zufolge drei
Militärstützpunkte in Israel angegriffen. „Als Reaktion auf die kriminelle
israelische Aggression gegen Dutzende libanesischer Städte und Ortschaften“
seien die Luftwaffenstützpunkte Ramat David und Meron im Norden Israels mit
Drohnen angegriffen worden, erklärte die Hisbollah am Dienstag. Zudem sei
die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golan-Höhen mit Raketen
beschossen worden.
Die israelische Armee hatte zuvor zeitgleiche Luftangriffe auf militärische
Ziele in Beirut und die iranische Hauptstadt Teheran gemeldet.
Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten eine große Rauchwolke,
die über Beirut aufstieg.
7.59 Uhr: Netanjahu kündigt längeren Krieg an
rtr | Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geht von einem
längeren Krieg mit Iran aus. „Es wird einige Zeit dauern, aber nicht
Jahre“, sagte er dem US-Sender Fox News. Am Dienstag, dem vierten Tag der
amerikanisch-israelischen Offensive, weiteten sich die Kämpfe aus. Israel
griff Ziele der Hisbollah-Miliz im Libanon und das Staatsfernsehen in
Teheran an. Im Gegenzug schoss Iran Raketen und Drohnen auf die mit den
USA verbündeten Golfstaaten ab. Saudi-Arabien meldete einen Drohnenangriff
auf die US-Botschaft in Riad mit geringem Schaden. Die iranischen
Revolutionsgarden erklärten, einen US-Stützpunkt in Bahrain mit Raketen und
Drohnen attackiert zu haben.
US-Außenminister Marco Rubio kündigte an: „Die schwersten Schläge des
US-Militärs stehen noch bevor.“ Einen Einsatz von Bodentruppen schloss er
nicht explizit aus: „Wir sind davon überzeugt, dass die Ziele dieses
Einsatzes – die Zerstörung der ballistischen Raketen, deren
Abschussvorrichtungen und Produktionsanlagen – ohne den Einsatz von
Bodentruppen erreicht werden können.“
## 7.53 Uhr: Tui plant Rückholung von Urlaubern
Der Reisekonzern Tui rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten
festsitzenden Kunden binnen einiger Tage. Geplant sei, die Urlauber mit
Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland
zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von n-tv.
Eine konkrete Zahl nannte er nicht. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir
die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute
durchführen können“, sagte Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen.
Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly bereit. Diese seien „standby,
sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch
möglichst zügig abzuholen“.
„Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt“, sagte
Ebel. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der
Sicherheitslage ab. „Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen.“ Er
gehe jedoch davon aus, dass es „etwas ist, was einige Tage dauern wird“.
Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen
derzeit Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder
einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten
haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest.
Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund [14][30.000
Kunden deutscher Veranstalter betroffen.] Ein Sprecher des Auswärtigen Amts
nannte dies „eine einigermaßen verlässliche Größe“.
## 7.51 Uhr: EZB-Chefvolkswirt warnt vor Inflationsschub
rtr | Ein längerer Krieg im Nahen Osten kann nach den Worten von
EZB-Chefvolkswirt Philip Lane die Inflation in der Euro-Zone anheizen und
die Wirtschaft ausbremsen. „Ein Anstieg der Energiepreise übt tendenziell
Inflationsdruck aus, insbesondere kurzfristig“, sagte Lane der Financial
Times in einem am Diensteg veröffentlichten Interview. Das könne sich auch
negativ auf die Konjunktur auswirken.
Am Montag hatte sich der Krieg der USA und Israels gegen Iran ausgeweitet.
Israel griff den Libanon an, während Iran seine Attacken auf die ölreichen
Golfstaaten fortsetzte. Dies trieb die Ölpreise um mehr als zehn Prozent in
die Höhe.
Die Folgen für die Inflation hängen von der Dauer des Konflikts ab, sagte
der Notenbanker weiter. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde die Lage
beobachten. Lane verwies auf frühere Analysen der Währungshüter. Diesen
zufolge würde ein längerer Krieg zu einem „deutlichen Anstieg“ der
energiepreisbedingten Inflation und einem „starken Rückgang“ der
Wirtschaftsleistung führen, sollte es zu einem dauerhaften Rückgang der
Energielieferungen aus der Region kommen. Eine separate Analyse der EZB vom
Dezember deutet darauf hin, dass ein dauerhafter Ölpreisanstieg in dieser
Größenordnung die Inflation um 0,5 Prozentpunkte anheben und das Wachstum
um 0,1 Prozentpunkte dämpfen könnte.
Zuvor hatten bereits Banken-Ökonomen gewarnt, dass sich ein über Wochen
oder gar Monate hinziehender Krieg im Nahen Osten auf die
Verbraucherpreise durchschlagen könnte. „In einem solchen Risiko-Szenario
würde die Inflationsrate im Euroraum schätzungsweise um mehr als einen
Prozentpunkt steigen, also von zuletzt 1,7 auf knapp drei Prozent“, sagte
etwa Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Das wäre ein spürbarer
Verlust an Kaufkraft für die Konsumenten.“
## 🐾 7.45 Uhr: Was sich die Menschen in Iran wünschen
Die Angriffe der USA und Israels auf Iran halten an. Wie es geht es
Menschen in Teheran? Was wünschen sie sich? Haben sie Angst vor der
Zukunft? Mahtab Qolizadeh hat für die taz [15][Stimmen gesammelt.]
## 7.42 Uhr: US-Außenministerium zieht Botschaftspersonal ab
afp | Das US-Außenministerium zieht angesichts des Irankrieges den Großteil
seines Botschaftspersonals aus Bahrain, Jordanien und dem Irak ab. Das
Ministerium habe aus Sicherheitsgründen seine Reisehinweise für die Länder
aktualisiert und die „Ausreise von allen nicht für Notfälle zuständigen
Mitarbeitern der US-Regierung sowie deren Familienangehörigen“ angeordnet,
erklärte das Außenministerium in Washington am Dienstag im Onlinedienst X.
Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait wurde derweil „bis auf Weiteres“
geschlossen.
„Aufgrund der anhaltenden Spannungen in der Region“ seien alle
Konsulatstermine in Kuwait abgesagt worden, die Botschaft bleibe vorerst
geschlossen, erklärte die US-Botschaft in Kuwait im Onlinedienst X. Das
Botschaftsgebäude war zuvor bei einem Drohnenangriff direkt getroffen
worden. Ein AFP-Reporter beobachtete, wie Rauch über dem Gebäude aufstieg.
🐾 7.35 Uhr: Wirtschaftliche Folgen des Irankriegs
Der Krieg könnte Folgen für die Konjunktur haben, warnt der
Wirtschaftsweise Achim Truger. Gezielte Maßnahmen wie in der Energiekrise
könnten helfen. Wie sich die Weltwirtschaft noch entwickeln könnte und
welche Aspekte dabei eine Rolle spielen, hat taz-Wirtschaftsredakteur Simon
Poelchau im [16][Interview mit Truger] erfragt.
## 7.29 Uhr: Angriffe erschüttern Teheran und Vororte
dpa | Die iranische Hauptstadt Teheran ist erneut von schweren
Bombardierungen erschüttert worden. Auch am Rand der östlichen Pendlerstadt
Pardis schlugen laut iranischen Medien rund ein Dutzend Raketen ein. In den
Hochhäusern der Neubaugebiete zitterten die Fenster, wie Bewohner der
Deutschen Presse-Agentur berichteten. Auf Videos in sozialen Medien waren
graue Rauchschwaden über den Hügeln am Rand des Albors-Gebirges zu sehen.
## 7.23 Uhr: Expertenrat: Wahl des Obersten Führers wird nicht lange dauern
rtr | Die Wahl eines neuen geistlichen und politischen Oberhaupts Irans
wird nach Aussagen eines Mitglieds des Expertenrats nicht lange in Anspruch
nehmen. Es werde nicht lange dauern, bis ein Nachfolger für den
verstorbenen Ajatollah Ali Chamenei feststeht, sagt das Mitglied laut der
iranischen Nachrichtenagentur Isna.
## 7.16 Uhr: Israel meldet Angriffe in Teheran und Beirut
afp | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am frühen
Dienstagmorgen zeitgleiche Luftangriffe auf Ziele in Beirut und Teheran
geflogen. Die israelische Luftwaffe habe „gezielte Angriffe auf
militärische Ziele des iranischen Terrorregimes und der
[17][Terrororganisation Hisbollah] begonnen“, erklärten die israelischen
Streitkräfte in Bezug auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon.
Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten eine große Rauchwolke,
die über der libanesischen Hauptstadt Beirut aufstieg.
In der Nacht zum Dienstag hatte das israelische Militär erklärt, den Sitz
des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden der iranischen Hauptstadt
Teheran „angegriffen und zerstört“ zu haben. Kurz zuvor hatte das
israelische Militär zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen.
## 6.44 Uhr: Trump: „unbegrenzte Vorräte“ an Munition
ap | Vor dem Hintergrund der Angriffe auf Iran hat US-Präsident Donald
Trump Details zum Waffenarsenal der Vereinigten Staaten offengelegt. Die
USA verfügten über eine „praktisch unbegrenzte Vorratsmenge“ an Munition,
schrieb der Präsident auf seiner Plattform Truth Social. „Die
Munitionsbestände der Vereinigten Staaten auf mittlerem und gehobenem
Niveau waren noch nie so hoch oder in so gutem Zustand – wie mir heute
gesagt wurde, haben wir eine praktisch unbegrenzte Versorgung mit diesen
Waffen.“ Kriege könnten damit „auf ewig“ und sehr erfolgreich geführt
werden, teilte Trump mit.
Außerdem seien „zusätzliche hochwertige Waffen“ für die USA in anderen
Ländern gelagert, fügte er hinzu. Trump ging nicht weiter ins Detail. Sein
Beitrag erscheint, während Analysten zunehmend Bedenken über die Menge an
Munition äußern, die den USA im laufenden Einsatz – insbesondere bei
Luftabwehrraketen – zur Verfügung steht.
## 6.43 Uhr: Iranische Revolutionsgarden greifen US-Stützpunkt in Bahrain
an
afp | Die Iranischen Revolutionsgarden haben nach Angaben von iranischen
Staatsmedien einen US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain angegriffen. Die
Seestreitkräfte der Revolutionsgarden hätten einen „großangelegten Drohnen-
und Raketenangriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt im Gebiet Scheich Isa in
Bahrain“ verübt, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur
Irna unter Berufung auf eine Erklärung der Revolutionsgarden. Bei dem
Angriff mit 20 Drohnen und drei Raketen sei das „zentrale
Kommandohauptquartier der Basis zerstört“ worden.
## 6.22 Uhr: USA: Militärische Infrastruktur in Iran zerstört
dpa | Die US-Streitkräfte haben bei anhaltenden Angriffen in Iran eigenen
Angaben nach weitere militärische Infrastruktur ins Visier genommen.
Zerstört worden seien Kommando- und Kontrollzentren der iranischen
Revolutionsgarden, iranische Luftabwehrkapazitäten, Raketen- und
Drohnenabschussbasen sowie Militärflugplätze, wie das für die Region
zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mitteilte. „Wir
werden weiterhin entschlossen gegen unmittelbare Bedrohungen durch das
iranische Regime vorgehen“, hieß es.
6.21 Uhr: Straße von Hormus geschlossen
rtr | Iran hat die strategisch wichtige Straße von Hormus für geschlossen
erklärt. Der Kommandeur der Revolutionsgarden drohte am Montag, jedes
Schiff, das die Meerenge dennoch zu passieren versuche, in Brand zu setzen.
Kurz zuvor hatten iranische Medien von einem brennenden Tanker in der
Meerenge berichtet. Die unter der Flagge von Honduras fahrende „Athe Nova“
stehe nach einem Drohnenangriff in Flammen, hieß es unter Berufung auf die
Revolutionsgarden. Den Berichten zufolge warfen die Garden der Besatzung
vor, im „Einklang mit Amerika“ zu handeln und Treibstoff für
US-Kriegsschiffe zu liefern. Eine Stellungnahme des Eigners lag zunächst
nicht vor.
Der Schiffsverkehr in der für die Weltwirtschaft zentralen Region war
bereits weitgehend zum Erliegen gekommen. Jeremy Nixon, Chef der Reederei
Ocean Network Express (ONE), sprach von rund 100 blockierten
Containerschiffen. „Etwa zehn Prozent der weltweiten Containerflotte
stecken hier fest“, sagte Nixon auf einer Branchenkonferenz im
kalifornischen Long Beach. Versicherer haben die Deckung für Fahrten durch
die Meerenge inzwischen eingestellt.
Die Blockade ist die Reaktion auf massive Luftangriffe der USA und Israels
auf Iran, die am 28. Februar begannen. Ziel der Offensive ist unter anderem
der Sturz der iranischen Führung. Als Vergeltung feuerte Iran mehrere
Raketensalven auf Nachbarstaaten ab, in denen US-Truppen stationiert sind.
Dazu zählen Katar, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate
(VAE), Saudi-Arabien und der Oman.
Die Straße von Hormus ist das Nadelöhr des internationalen Ölhandels.
Etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls werden durch die an ihrer
engsten Stelle nur 33 Kilometer breite Wasserstraße transportiert. Die
Furcht vor einem längeren Ausfall der Lieferungen ließ die Ölpreise am
Montag in die Höhe schnellen. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich
zeitweise um bis zu 13 Prozent auf 82,37 Dollar je Barrel.
6.18 Uhr: US-Botschaften in Region angegriffen
afp | Am vierten Tag des von den USA und Israel gestarteten Krieges gegen
Iran haben die Armeen der Länder erneut Angriffe in der Region verübt. In
mehreren Golfstaaten kam es am Dienstag zu Explosionen, in Saudi-Arabien
und Kuwait wurden die US-Botschaften mit Drohnen angegriffen, wie örtliche
Behörden und Diplomaten berichteten. Die US-Armee meldete die Zerstörung
von Kommandoposten der Iranischen Revolutionsgarden. Derweil verübte die
israelische Armee eigenen Angaben zufolge mehrere Angriffe im Libanon und
in Teheran, bei denen unter anderem das Gebäude des staatlichen iranischen
Senders Irib getroffen wurde.
Die US-Botschaft in Riad sei mit zwei Drohnen angegriffen worden, erklärte
ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums. Dabei seien
ein begrenztes Feuer ausgebrochen und ein geringer Sachschaden verursacht
worden. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte später, acht
Drohnen nahe Riad und al-Chardsch abgefangen und zerstört zu haben.
US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde „bald“
Vergeltungsmaßnahmen ergreifen. Die US-Botschaft rief US-Bürger in Riad,
Dschidda und Dharan auf, in geschlossenen Räumen zu verbleiben.
Auch in Kuwait wurde die US-Botschaft mit Drohnen attackiert. Das Gebäude
sei direkt getroffen worden, teilte ein in Kuwait stationierter Diplomat
der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Angriffe erfolgten zeitgleich mit einer
Welle von Raketen und Drohnen, die auf mehrere Golfstaaten abgefeuert
wurden. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate
teilte mit, das Land sei mit ballistischen Raketen aus Iran angegriffen
worden. Das katarische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe
zwei ballistische Raketen abgefangen.
6.13 Uhr: Australien: Drohnen auf Militärstützpunkt bei Dubai
ap | Iranische Drohnen haben nach Angaben Australiens einen australischen
Militärstützpunkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen.
Verletzte habe es jedoch nicht gegeben, teilte Australiens
Verteidigungsminister Richard Marles mit. Die Drohnen hätten in der ersten
Nacht des Kriegs die Luftwaffenbasis Al Minhad getroffen – ein
Logistikstützpunkt für Australiens Einsätze im Nahen Osten in der Nähe von
Dubai.
„Wir haben eine Reihe Australier, die von einem Hauptquartier aus im
Einsatz sind, das wir seit vielen, vielen Jahren in Al Minhad haben“, sagte
Marles dem Fernsehsender Seven Network am Dienstag. „Sie sind alle
wohlbehalten und sicher. Insgesamt haben wir über 100 aktive Angehörige in
verschiedenen Ländern des Nahen Ostens, die meisten aber in den Vereinigten
Arabischen Emiraten, und diese Basis ist für uns sehr wichtig“, fügte er
hinzu.
Journalisten der Nachrichtenagentur bestätigten, dass sie in der Nähe von
Al Minhad mehrere Explosionen sowie zahlreiche Luftabwehrinterzeptionen
beobachtet hätten.
6.12 Uhr: USA und Israel rechtfertigen Krieg gegen Iran
dpa | Führende US-Republikaner rücken zur Begründung für den eigenen
Angriff auf Iran nun zunehmend Israels Agieren in den Fokus. „Israel war
entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne
amerikanische Unterstützung“, sagte der republikanische Sprecher des
US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson. US-Außenminister Marco Rubio sagte
gegenüber Journalisten: „Die unmittelbare Gefahr bestand darin, dass wir
wussten, dass Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen davon aus,
dass er angegriffen werden würde –, sofort gegen uns vorgehen würde.“
„Wir wussten, dass es zu einem israelischen Eingreifen kommen würde. Wir
wussten, dass dies einen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte
auslösen würde“, führte Rubio weiter aus. Die USA seien zu der Einschätzung
gekommen, dass sie mehr Verletzte und Tote zu verzeichnen hätten, wenn sie
unter diesen Umständen nicht „präventiv“ gegen Iran vorgegangen wären. „Wir
haben proaktiv auf defensive Weise gehandelt, um zu verhindern, dass sie
größeren Schaden anrichten.“ Bisher kamen sechs US-Soldaten ums Leben.
## 5.58 Uhr: Ölpreise steigen dritten Tag in Folge
rtr | Die Ölpreise sind am Dienstag den dritten Tag in Folge gestiegen,
nachdem Iran gedroht hat, auf jedes Schiff zu feuern, das versucht, die
Straße von Hormus zu durchfahren. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich
um 1,4 Prozent auf 78,83 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI legte um ein
Prozent auf 71,97 Dollar zu. Ein hochrangiger Vertreter der iranischen
Revolutionsgarden erklärte laut iranischen Medien, die Meerenge sei
geschlossen. Versicherer haben ihre Deckung für Schiffe in der Region
gestrichen. Der unter honduranischer Flagge fahrende Tanker „Athe Nova“
brenne nach einem Drohnenangriff, meldeten iranische Nachrichtenagenturen.
Analysten rechnen in den kommenden Tagen mit weiter steigenden Preisen. Die
Investmentbank Bernstein hob ihre Brent-Prognose für 2026 von 65 auf 80
Dollar an und sieht im Extremfall eines längeren Konflikts sogar 120 bis
150 Dollar. Saudi-Arabien musste nach einem Drohnenangriff seine größte
Raffinerie schließen. Am Montag hatte Brent zeitweise um bis zu 13 Prozent
zugelegt und bei 82,37 Dollar den höchsten Stand seit Januar erreicht,
bevor sich die Gewinne auf 5,5 Prozent reduzierten. Die US-Dieselpreise
erreichten ein Zweijahreshoch, europäisches Gasöl verteuerte sich um 2,7
Prozent.
An den Börsen profitierten am Montag vor allem Reedereien von der Krise.
Die Aktien von Maersk gewannen fast acht Prozent, Hapag-Lloyd 6,4
Prozent. Beide Container-Reedereien haben Schiffsdurchfahrten in der Straße
von Hormus ausgesetzt und leiten ihre Schiffe um Afrika herum. Durch die
Meerenge werden täglich etwa 17 Millionen Barrel Öl transportiert, was
rund 20 Prozent der weltweiten Produktion entspricht. Laut Schiffsdaten
lagen am Sonntag mehr als 200 Schiffe vor der gesperrten Meerenge vor
Anker.
## 5.44 Uhr: Regimesturz könnte Schiiten radikalisieren
epd | Ein Sturz des Regimes in Iran könnte nach Ansicht des Osnabrücker
Islamforschers Rauf Ceylan zu einer Radikalisierung von Schiiten weltweit
führen. Innerhalb wie außerhalb Irans gebe es starke Sympathisanten des
Regimes von Ajatollah Ali Chamenei, sagte der Professor für
Gegenwartsbezogene Islamforschung an der Universität Osnabrück. Diese
könnten versuchen, ihre Ziele mit Terror durchzusetzen, wenn ihre einzige
Schutzmacht durch den aktuellen militärischen Einsatz der USA und Israels
komplett gestürzt würde.
Größere schiitische Gruppen existierten vor allem im Irak, im Libanon,
Afghanistan und Pakistan. Auch in Deutschland lebten neben den etwa 200.000
überwiegend anti-islamisch eingestellten Exil-Iranern auch pro-iranische
Schiiten, sagte Ceylan. Deren Zentrale sei bis zum Verbot durch das
Bundesinnenministerium im Juli 2024 das Islamische Zentrum Hamburg gewesen.
Seitdem organisiere sich die Szene dezentral, erläuterte der
stellvertretende Direktor des Instituts für Islamische Theologie.
Ceylan betonte, nicht der Schiismus an sich sei gewaltbereit und
machtpolitisch ausgerichtet. Die Wurzeln gingen auf einen Streit um die
Nachfolge des Propheten Mohammed zurück. Eine Richtung, später als
sunnitisch bezeichnet, befürwortete die am besten qualifizierte Person als
obersten Imam. Die andere, die schiitische, glaubte, der religiöse Führer
dürfe ausschließlich aus der Familie Mohammeds stammen.
5.30 Uhr: Trittin geht mit Merz’ Iran-Kurs ins Gericht
dpa | Grünen-Politiker Jürgen Trittin wirft der Bundesregierung Versagen im
Umgang mit der Iran-Krise vor. „Sich jetzt offen gegen das Völkerrecht zu
stellen, verletzt elementare Sicherheitsinteressen Deutschlands“, schreibt
der frühere Grünen-Chef in einer Erklärung, die der Deutschen
Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
„Niemand weint Chamenei und seinen Generälen eine Träne nach. Ihre Tötung
ist aber nicht vom Völkerrecht gedeckt“, erklärte Trittin mit Blick auf den
am Samstag getöteten Staatsführer Ajatollah Ali Chamenei. „Das Völkerrecht
ist keine moralische Petitesse. Das Völkerrecht schützt gerade diejenigen,
die nicht mit Gewalt ihr eigenes Recht schaffen können.“ Dazu gehöre auch
Deutschland.
„Die Reden von europäischer Stärke und Souveränität sind Sonntagsreden“,
schreibt Trittin. Komme es zum Schwur, suche Kanzler Friedrich Merz (CDU)
den Schulterschluss mit US-Präsident Donald Trump. Letzterer habe sich nie
als Vorkämpfer von Demokratie und Freiheit verstanden. „Er geht mit der
Abrissbirne gegen die Demokratie in den USA vor. Wie zuvor in Venezuela
könnte Trump mit einer Diktatur der Revolutionsgarden wohl leben, solange
die sich seinen geostrategischen Vorstellungen unterwerfen.“
Auch das iranische Atomprogramm rechtfertige den Krieg nicht, argumentierte
Trittin. „Irans Atomprogramm war bis zur Kündigung durch Trump 2017 besser
unter Kontrolle, als es das heute nach zwei US-Angriffen ist. Trump hat
sich und die Welt mit der Kündigung des Atomabkommens in Gefahr gebracht.“
Diese Gefahr zu mindern, erfordere aber eine Zusammenarbeit mit China, das
Iran jedoch Öl zu Preisen unterhalb des Weltmarkt-Niveaus abnehme.
„Trump möchte die Welt in fossiler Abhängigkeit halten. Die USA sollen ihre
Energiedominanz bewahren. China vom billigen Öl aus Iran abzuschneiden ist
im Interesse Trumps“, so Trittin. „Im Irankrieg offenbart sich Deutschlands
geostrategisches Versagen unter der schwarz-roten Koalition.“ Trittin
schied vor zwei Jahren aus dem Bundestag aus, wo er zuletzt Mitglied im
Auswärtigen Ausschuss war.
5.09 Uhr: Iran-Konflikt belastet asiatische Aktienmärkte
rtr | Die Furcht vor steigenden Energiepreisen nach US-amerikanischen und
israelischen Angriffen auf Iran hat die asiatischen Börsen am Dienstag auf
Talfahrt geschickt. Der breite MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien
außerhalb Japans fiel um 1,5 Prozent und setzte damit seine Verluste den
zweiten Tag in Folge fort. Die japanische Börse tendierte schwächer: In
Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zwei Prozent auf 56.910,69
Punkte nach, und der breiter gefasste Topix notierte zwei Prozent niedriger
bei 3.819,91 Zählern.
Koreanische Aktien brachen um bis zu 4,1 Prozent ein. „Die
wirtschaftspolitische Unsicherheit war bereits erhöht, und jetzt dürfte mit
dem Iran-Konflikt auch das geopolitische Risiko steigen“, sagte Rupal
Agarwal, Asien-Quantstrategin bei Bernstein in Singapur. Das letzte Mal,
als beide Faktoren gleichzeitig anstiegen, sei 2022 während des
Russland-Ukraine-Konflikts gewesen, was für die asiatischen Märkte nicht
gut ausgegangen sei, erklärte sie.
5.00 Uhr: Merz trifft Trump: Besuch im Zeichen des Irankriegs
dpa | Drei Tage nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran ist
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Washington eingetroffen, um sich mit
US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu treffen. Ein Thema wird dabei
ganz klar im Mittelpunkt stehen: Die Angriffe der USA und Israels auf Iran,
die sich inzwischen zu einem Krieg ausgeweitet haben, der einen großen Teil
der Nahost-Region erfasst hat. Es ist der zweite Besuch des Kanzlers im
Weißen Haus seit seinem Amtsantritt vor zehn Monaten. Der Erste verlief
ausgesprochen harmonisch, diesmal dürfte es schwieriger werden.
Seit Trump Präsident ist, gelten die Empfänge von ausländischen
Staatsgästen im Oval Office – dem mit allerhand Gold verzierten Büro des
Präsidenten im Westflügel des Weißen Hauses – als berüchtigt. Den
ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj demütigte Trump hier vor
laufenden Kameras und auch den südafrikanischen Staatschef Cyril Ramaphosa
führte er vor.
Merz kam dagegen im vergangenen Juni ziemlich gut davon. Trump bezeichnete
ihn als „respektierten“ und „guten Mann“ und versprach: „Wir werden eine
großartige Beziehung zu Ihrem Land haben“ Für das Treffen heute Vormittag
(Ortszeit, 17.15 Uhr deutscher Zeit) sind 30 Minuten im Oval Office
angesetzt. Erfahrungsgemäß kann es aber deutlich länger dauern.
Anschließend ist ein gemeinsames Mittagessen geplant.
Das klar dominierende Hauptthema wird der Krieg gegen Iran sein. Die USA
wollen nach Darstellung von Verteidigungsminister Pete Hegseth die
iranische Raketenbedrohung und ihre Marine zerstören. Das Land dürfe keine
Atomwaffen haben. Ein Teil der iranischen Führungsriege wurde bereits
getötet, militärische Stützpunkte, Atomanlagen und Waffensysteme zerstört.
„Wir prügeln sie windelweich“, sagte Trump am Montag. Er will den Krieg in
vier bis fünf Wochen beenden, sagt aber auch, dass es länger dauern kann.
„Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen“, sagte er dem
Sender CNN. „Die große Welle kommt bald.“
Trump und Hegseth haben sich über mangelnde Unterstützung der europäischen
Verbündeten beklagt. Trump zeigte sich vom britischen Premierminister Keir
Starmer enttäuscht, der die Nutzung britischer Stützpunkte durch die
US-Armee zu spät erlaubt habe. Hegseth kritisierte die „traditionellen
Verbündeten“ insgesamt, die sich empört geben und „beim Einsatz von Gewalt
nur zögern und zaudern“.
Es könnte also ungemütlich für Merz werden. Er hat zwar Verständnis für die
Angriffe geäußert, sich aber nicht klar hinter sie gestellt. Auf Kritik und
Belehrungen der beiden wichtigen Verbündeten USA und Israel verzichtete er
zwar, mahnte aber auch: „Das ist nicht ohne Risiko.“ Man wisse nicht, zu
welcher Eskalation in der Region die harten iranischen Gegenschläge führen
würden. Es sei auch unklar, ob durch Militärschläge von außen ein
politischer Wandel von innen heraus überhaupt ermöglicht werden könne. Der
Kanzler verwies auf die US-Interventionen in Afghanistan, im Irak und in
Libyen, die nicht zum erhofften Ziel geführt haben.
Dabei hatte Merz im Januar ein Ende der iranischen Führung selbst
vorhergesagt und die Militärschläge gegen Iran im vergangenen Jahr sehr
deutlich unterstützt. „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns
alle“, sagte er damals im ZDF.
4.31 Uhr: Gestrandete Urlauber: Wadephul ist „guter Dinge“
dpa | Manche der im Nahen Osten gestrandeten deutschen Urlauber können auf
eine baldige Rückkehr in die Heimat hoffen. „Ich bin guter Dinge, dass das
nach und nach gelingt“, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul im
ZDF-„heute journal“. Man sei in engem Kontakt mit den Reiseveranstaltern.
Das Auswärtige Amt bereitet derzeit die Rückholung von Kranken, Kindern und
Schwangeren aus der Konfliktregion vor. Sie will dazu gecharterte Maschinen
in die Hauptstädte Riad (Saudi-Arabien) und Maskat (Oman) schicken. Derzeit
sitzen wegen des Krieges im Iran Zehntausende Reisende fest, die im Nahen
Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen
wollten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund
30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen.
Am Montagabend ist bereits eine Lufthansa-Maschine aus Abu Dhabi in München
gelandet – allerdings ohne Passagiere. Eine Passagierbeförderung war nach
Angaben der Fluggesellschaft wegen fehlenden Kabinenpersonals nicht
möglich. An Bord der Maschine waren demnach lediglich die beiden Piloten.
Laut Lufthansa wäre aber aus Sicherheitsgründen eine mindestens 17-köpfige
Kabinencrew nötig gewesen.
Diese sei aber in Abu Dhabi nicht vor Ort gewesen und hätte wegen der
kriegsbedingten Einschränkungen auch nicht eingeflogen werden können. Zudem
seien auch die Erreichbarkeit des Flughafens in Abu Dhabi für viele
Fluggäste sowie der Check-In, die Sicherheitskontrolle und das Boarding
dort nicht gewährleistet gewesen.
Politiker von Linken und Grünen kritisierten das Verhalten der
Bundesregierung. „Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen,
einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen,
reicht nicht aus“, sagte die Grünen-Außenpolitikerin Luise Amtsberg den
Zeitungen der „Funke“-Mediengruppe.
3.59 Uhr: USA wollen gegen Energiepreise vorgehen
rtr | Die USA kündigen Maßnahmen gegen die wegen des Iran-Konflikts
steigenden Energiepreise an. Finanzminister Scott Bessent und
Energieminister Chris Wright sollen die Pläne am Dienstag vorstellen, sagt
Außenminister Marco Rubio vor Journalisten im Kapitol. „Ab morgen werden
Sie sehen, wie wir diese Phasen einführen, um dagegen vorzugehen“, erklärt
Rubio. Präsident Donald Trump trifft sich am Dienstag um 14.00 Uhr Ortszeit
mit beiden Ministern. Die Öl- und Gaspreise sind nach israelischen und
US-Angriffen auf Iran sowie Vergeltungsmaßnahmen Teherans stark gestiegen.
Die Angriffe führten zu Schließungen von Öl- und Gasanlagen in der Region
und störten die Schifffahrt in der Straße von Hormus.
3.49 Uhr: Netanjahu: Irankrieg wird kein „endloser Krieg“
afp | Der Krieg der USA und Israels gegen Iran wird nach den Worten des
israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu kein „endloser Krieg“
werden. „Es kann einige Zeit dauern, aber es wird keine Jahre dauern“,
sagte Netanjahu am Montag (Ortszeit) in einem Interview mit dem US-Sender
Fox News. Der Einsatz werde „eine schnelle und entschlossene Aktion“ sein.
Netanjahu sagte zudem, die Angriffe auf den Iran seien notwendig gewesen,
da das Land „neue Standorte, neue Anlagen und unterirdische Bunker“ gebaut
habe, wodurch „ihre Raketenprogramme und ihre Atombombenprogramme innerhalb
weniger Monate unangreifbar“ gewesen wären. „Wenn jetzt keine Maßnahmen
ergriffen worden wären, hätte man in Zukunft keine Maßnahmen mehr ergreifen
können“, fügte er hinzu.
3.40 Uhr: Netanjahu: Angriff war unumgänglich
dpa | Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den Angriff auf Iran
mit dem angeblichen Bau neuer Bunker zum Schutz der iranischen Raketen- und
Atomprogramme gerechtfertigt. „Der Grund, warum wir jetzt handeln mussten“,
sei, dass Iran nach den Bombardierungen seiner Atomanlagen und seiner
Raketenarsenale im vergangenen Jahr mit dem Bau „neuer Anlagen,
unterirdischer Bunker“ begonnen habe, sagte Netanjahu dem US-Sender Fox
News. Das Raketen- und „Atombombenprogramm“ wäre sonst „innerhalb von
Monaten“ unangreifbar gewesen, behauptete Netanjahu.
Wenn man jetzt nicht gehandelt hätte, „hätte man in Zukunft nichts mehr tun
können“, sagte Netanjahu dem Sender weiter. Israel hatte Iran bereits im
Juni vergangenen Jahres angegriffen. Das US-Militär hatte sich knapp eine
Woche später Israel angeschlossen und Irans Atomanlagen bombardiert. „Man
könnte meinen, sie hätten ihre Lektion gelernt, aber das haben sie nicht,
denn sie sind unverbesserlich. Sie sind völlig fanatisch, was ihr Ziel
angeht, Amerika zu zerstören“, sagte der israelische Ministerpräsident dem
US-Fernsehsender.
3.08 Uhr: Vance: Machtwechsel in Iran ist nebensächlich
dpa | Vertreter der US-Regierung haben betont, dass es Präsident Donald
Trump in Iran nicht in erster Linie um einen Machtwechsel gehe. In einer
„perfekten Welt“ würden die USA es begrüßen, wenn jemand in Iran an die
Macht käme, der bereit sei, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten,
sagte US-Vizepräsident JD Vance dem Sender Fox News. Trumps vorrangiges
Ziel sei aber, dass Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange.
Dafür sei es letztlich nebensächlich, was mit der Führung in Teheran
passiere.
In seiner ersten Videobotschaft zu den israelischen und US-Angriffen auf
Iran am Samstag hatte Trump die Iraner aufgerufen, die Führung des Landes
in die Hand zu nehmen. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung“,
hatte der US-Präsident die 90 Millionen Menschen in Iran aufgefordert.
## 3.00 Uhr: Nouripour: Sorge um Zivilisten
dpa | Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne) ist nach eigenen
Worten tief bewegt von den „vielen Ausrufen der Freude und der
Erleichterung“, wenn er die Bilder und Reaktionen aus Iran und bei
Exil-Iranern sieht. „Die Freude der Menschen zeigt, wie sehr sie sich nach
Veränderung und Freiheit sehnen. Und wie groß ihre Hoffnung nach
Jahrzehnten der Verzweiflung ist. Ich hoffe sehr, dass sie nicht wieder
enttäuscht wird“, sagte der Bundestagsabgeordnete aus Frankfurt/Main der
Deutschen Presse-Agentur.
Freuen über den Tod von Menschen könne er sich nicht, „auch nicht, wenn sie
Barbaren waren“, sagte der gebürtige Iraner. Der getötete oberste Führer
des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, war laut Nouripour „Architekt eines
Regimes, das abertausende Morde zu verantworten hat – im Iran, in der
gesamten Region und auch bei uns in Europa“.
Wie andere Menschen mit Verbindungen zu Iran sorge auch er sich um die
Zivilisten in dem Land. „Weltweit steigt die Bedrohung für Exiliraner,
jüdische und israelische Einrichtungen sowie amerikanische Institutionen“,
sagte er. „Auch alarmierend ist die Lage für unsere Bundeswehr, die bereits
in ihren Feldlagern im Irak und in Jordanien angegriffen wird. Die
Eskalation ist längst kein düsteres Szenario mehr – sie ist Realität.“
Die weitere politische Entwicklung in Iran ist nach Ansicht Nouripours
derzeit schwer abzuschätzen. „Wird es nur einen Führungswechsel geben –
oder tatsächlich einen Systemwechsel?“, sagte der Bundestags-Vize. Die
israelisch-amerikanischen Angriffe auf den iranischen Sicherheitsapparat
seien in der Lage, den Machtapparat zu destabilisieren. Doch wie
tiefgreifend die Folgen sein werden, hänge von vielen unberechenbaren
Faktoren ab.
2.53 Uhr: Unesco-Kulturstätte in Teheran beschädigt
ap | Die Unesco ist in Sorge um den Golestanpalast in der iranischen
Hauptstadt Teheran. Das Weltkulturerbe wurde Berichten zufolge am Montag
durch einen Luftangriff in der Nähe beschädigt. Der Angriff traf den
Arag-Platz in Teheran, der sich in der Pufferzone des Palastes befindet,
teilte die UN-Organisation mit. Demnach wurde das Gebäude durch Trümmer und
Druckwellen des Angriffs beschädigt.
2.45 Uhr: Rubio: Israels Pläne haben US-Angriffe ausgelöst
afp | US-Außenminister Marco Rubio hat den Beginn der US-Angriffe gegen
Iran auf Angriffspläne Israels zurückgeführt. „Wir wussten, dass es ein
israelisches Handeln geben würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf
US-Streitkräfte nach sich ziehen würde, und wir wussten, dass wir, wenn wir
nicht präventiv gegen sie vorgingen, bevor sie diese Angriffe starteten,
höhere Verluste erleiden würden“, sagte Rubio am Montag (Ortszeit) vor
Journalisten im US-Kapitol.
Teheran hatte Rubio zufolge seinen Streitkräften den Befehl erteilt, im
Falle eines Angriffs gegen Iran automatisch US-Truppen anzugreifen. „Wenn
wir dagestanden und auf diesen Angriff gewartet hätten, bevor wir sie
trafen, hätten wir wesentlich höhere Verluste erlitten“, sagte der
US-Chefdiplomat. US-Präsident Donald Trump habe daher die „sehr kluge
Entscheidung getroffen“, gemeinsam mit Israel anzugreifen, fügte Rubio
hinzu.
Rubio legte damit eine andere Begründung für die Angriffe der USA gegen
Iran vor als Trump. Dieser hatte zuvor gesagt, mit der Entscheidung zum
Angriff gegen Iran habe er die beste Möglichkeit genutzt. „Dies war unsere
letzte und beste Chance zuzuschlagen, was wir gerade tun, und die
unerträglichen Bedrohungen durch dieses kranke und finstere Regime zu
beseitigen“, sagte Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus in
Washington.
Auf die Frage, ob die USA unmittelbar durch Iran bedroht waren, was laut
US-Verfassung ein zentrales Kriterium für eine Kriegserklärung ist, verwies
Rubio erneut auf die israelischen Pläne. „Es gab definitiv eine
unmittelbare Bedrohung, und diese unmittelbare Bedrohung bestand darin,
dass wir wussten, dass Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen
davon aus, dass er angegriffen werden würde -, sofort gegen uns vorgehen
würde“, sagte er. „Wir hatten nicht vor, einfach dazusitzen und einen
Schlag einzustecken“, fügte er hinzu.
Ein Abgeordneter der Demokraten, Joaquin Castro, zeigte sich empört über
Rubios Äußerungen. Diese deuteten darauf hin, dass Israel „US-Truppen in
Gefahr gebracht hat, indem es auf einem Angriff auf Iran bestanden hat“,
erklärte Castro im Onlinedienst X. „Das ist inakzeptabel für den
Präsidenten und inakzeptabel für ein Land, das sich als unser Verbündeter
bezeichnet.“
Rubio betonte zugleich, dass die US-Regierung es für notwendig gehalten
habe, Iran anzugreifen, unabhängig davon, wodurch die Angriffe
schlussendlich ausgelöst wurden. „Egal wie, letztlich musste dieser Einsatz
stattfinden“, sagte er.
2.24 Uhr: Amerikaner sollen mehr als ein Dutzend Länder in Nahost sofort
verlassen
dpa | Angesichts des Krieges der USA und Israels mit Iran ruft das
US-Außenministerium Amerikaner in mehr als einem Dutzend Ländern im Nahen
Osten dazu auf, diese sofort zu verlassen. Zur Begründung verwies eine
Vertreterin des Ministeriums auf der Plattform X auf „schwerwiegende
Sicherheitsrisiken“. Die Aufforderung betrifft folgende Länder und
Regionen: Bahrain, Ägypten, Iran, Irak, Israel, das Westjordanland und den
Gazastreifen, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien,
Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Jemen.
## 2.18 Uhr: Angriff auf Mädchenschule: Irans Außenminister teilt Foto von
Gräbern
ap | Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat ein Luftbild von
Gräbern für die bei einem Angriff auf eine Schule getöteten Mädchen
veröffentlicht. Das Bild zeigt Reihen frisch ausgehobener Gräber und
Trauernde, die sich dort versammelten. Weiße Kreidekästchen markieren die
einzelnen Grabstellen, während gelbe Bagger die Erde ausheben. „Ihre Körper
wurden in Stücke gerissen“, schrieb Araghtschi am Montag in den sozialen
Medien. „So sieht die von Herrn Trump versprochene ‚Rettung‘ in
Wirklichkeit aus.“
1.54 Uhr: US-Todesopferzahl steigt auf sechs Soldaten
ap | Das US-Militär gab am Montag den Tod von zwei weiteren amerikanischen
Soldaten während der Militäreinsätze gegen Iran bekannt. Damit steigt die
Gesamtzahl der Todesopfer auf sechs. Das US-Zentralkommando erklärte in
einem Beitrag auf X, dass die Streitkräfte „kürzlich die Überreste von zwei
zuvor vermissten Soldaten aus einer Einrichtung geborgen haben, die während
der ersten Angriffe Irans in der Region getroffen wurde“. In dem Beitrag
wurde nicht angegeben, wo die beiden Soldaten getötet wurden. Ihre
Identität wird erst 24 Stunden nach Benachrichtigung ihrer Familien bekannt
gegeben, teilte das Militär mit.
Nach Angaben einer Gewährsperson wurden die sechs Soldaten in Kuwait
getötet und waren Teil derselben Logistikeinheit der US-Armee.
Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am Montag auf Nachfrage, ein
iranisches Geschoss habe die alliierten Luftabwehrsysteme durchdrungen und
„zufällig ein befestigtes taktisches Operationszentrum getroffen“.
Auch die Zahl der verletzten Soldaten steigt. Der Konflikt hat nach Angaben
von Tim Hawkins, Sprecher des US-Zentralkommandos, 18 amerikanische
Soldaten schwer verwundet.
Iranische Staatsmedien hatten berichtet, dass die Mädchenschule im Süden
des Landes am Samstag bei einem Luftangriff getroffen wurde, wobei
mindestens 165 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt wurden. Das
israelische Militär erklärte, ihm seien keine Angriffe in der Gegend
bekannt. Das US-Militär teilte mit, man prüfe die Berichte.
## 1.26 Uhr: Sitz von iranischem Staatsrundfunk angegriffen
afp | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum
Dienstag den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden Teherans
„angegriffen und zerstört“. „Vor kurzem hat die israelische Luftwaffe das
Kommunikationszentrum des iranischen Terrorregimes“ in Teheran „angegriffen
und zerstört“, erklärte das israelische Militär mit Blick auf Irib. Der
Sender berichtete seinerseits im Onlinedienst Telegram von zwei Explosionen
nahe seiner Zentrale in Teheran, erklärte jedoch, seinen Sendebetrieb
fortzusetzen.
„Die Aktivitäten in diesem Zentrum wurden von den iranischen
Revolutionsgarden ausgeführt und geleitet“, hieß es weiter. „Seit Jahren
rief die iranische Rundfunkbehörde zur Zerstörung des Staates Israel und
zum Einsatz von Atomwaffen auf.“ Kurz zuvor hatte das israelische Militär
zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen.
In der Nacht zum Dienstag waren vier heftige Explosionen im Norden Teherans
zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.
Kampfflugzeuge kreisten über der iranischen Hauptstadt, AFP-Journalisten
sahen zuvor Rauchwolken über dem historischen Zentrum der Stadt und im
Osten Teherans aufsteigen. Dort berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim
und Mehr von Explosionen.
Zuvor hatte das israelische Militär am Montag erklärt, mehrere iranische
Geheimdienstbüros und andere Kommandozentralen angegriffen zu haben.
## 1.24 Uhr: Regimewechsel in Iran könnte deutsches Wachstum steigern
rtr | Der designierte Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr sieht in einem
möglichen Regimewechsel in Iran erhebliche Chancen für die deutsche
Wirtschaft. Ein Ende des Mullah-Regimes könne das deutsche
Wirtschaftswachstum um 0,5 Prozent beschleunigen, sagt der Direktor des
Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung im Interview mit der
Welt. Dies sei deutlich mehr als die 0,1 bis 0,2 Prozent, die er vom
Mercosur-Abkommen mit Lateinamerika erwarte.
Kurzfristig führe der Irankrieg jedoch zu höheren Energiepreisen und
längeren Lieferzeiten. „Gerade bei einer schwachen Konjunktur in
Deutschland brauchen wir solche zusätzlichen Verwerfungen wie einen Kropf
am Hals“, sagt Felbermayr. Langfristig biete Iran mit rund 90 Millionen
überwiegend gut ausgebildeten Einwohnern ein „gewaltiges wirtschaftliches
Aufholpotenzial“. Mit der Aufhebung der Sanktionen hätten deutsche
Exporteure wieder direkten Zugang zum iranischen Markt. Zudem könne
iranisches Gas über Aserbaidschan per Pipeline nach Europa exportiert
werden.
1.19 Uhr: Israel meldet Angriffe auf Hisbollah-Ziele
afp | Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge mehrere Angriffe
gegen Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz in Libanons Hauptstadt
Beirut verübt. Sie greife derzeit „Kommandozentralen und Waffenlager der
Hisbollah in Beirut an“, erklärte die israelische Armee am Dienstagmorgen.
Der der Hisbollah nahestehende Sender Al-Manar erklärte im Onlinedienst
Telegram, die israelische Armee habe sein Büro in dem Gebiet Harat Hreik im
Süden Beiruts attackiert.
Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner von 31 Dörfern im Süden des
Libanon zur Evakuierung aufgerufen und Einsätze gegen die Hisbollah
angekündigt. Die Bewohner sollten ihre Häuser „sofort“ verlassen und sich
in Richtung Norden begeben, erklärte der israelische Armeesprecher Avichay
Adraee am Montagabend im Onlinedienst X.
Die pro-iranische Miliz hatte in der Nacht zum Montag Angriffe gegen Israel
gestartet und diese als „Vergeltung“ für die Tötung des obersten Führers
Irans, Ayatollah Ali Chamenei, bezeichnet. In einer Erklärung am frühen
Dienstagmorgen bezeichnete die Hisbollah seine Angriffe auf Israel als
„Verteidigungsakt“ und „legitimes Recht“. Israel setze seit Inkrafttreten
einer Waffenruhe vor 15 Monaten seine „Aggression“ gegen den Libanon durch
„Tötung, Zerstörung, Planierungen und alle Formen krimineller Handlungen“
fort, erklärte die pro-iranische Miliz. Die Tötung Chameneis erwähnte die
Hisbollah anders als zuvor nicht.
Seit November 2024 galt zwischen Israel und der Hisbollah eine Waffenruhe.
Die Miliz hatte nach dem Hamas-Überfall auf den Süden Israels im Oktober
2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg eine zweite Front gegen Israel
eröffnet. Die libanesische Regierung hatte zugesagt, die Hisbollah zu
entwaffnen, womit im August vergangenen Jahres begonnen wurde. Unabhängig
davon griff Israel immer wieder Hisbollah-Ziele im Südlibanon an.
## 0.53 Uhr: Wirtschaftsweise warnt vor Energieschock
rtr | Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat vor einem neuen
Energieschock für Deutschland durch die Eskalation im Nahen Osten gewarnt.
„Ein erneuter Energieschock würde eine Wirtschaft belasten, die sich noch
immer von den vergangenen Preissprüngen erholt“, sagte Grimm dem
RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Montag. Analysten hielten einen
Ölpreis von über 100 Dollar für möglich, wenn die Straße von Hormus
faktisch gesperrt bleibe. Durch diese Meerenge verliefen rund ein Fünftel
der weltweiten Öltransporte. Die Gaspreise seien zuletzt auf über 40 Euro
gestiegen. Falls die LNG-Produktion in Katar nicht bald wieder aufgenommen
werde, drohten weitere empfindliche Anstiege.
Deutschland treffe dies in einer ohnehin fragilen Lage, erklärte die
Ökonomin, die seit 2020 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der
gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angehört. Besonders betroffen wären
energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl, Glas oder Papier. „Für Europa
bedeutet das: steigende Energiekosten, wachsende Inflationsrisiken und
zusätzliche Investitionsunsicherheit“, sagte Grimm. Sie forderte, Europas
Energieversorgung widerstandsfähiger zu machen – durch diversifizierte
Lieferketten, gut gefüllte Speicher, koordinierte europäische Beschaffung
und einen beschleunigten Ausbau der eigenen Energieversorgung. „Wir müssen
uns auf eine längere Phase erhöhter Unsicherheit einstellen“, warnte die
Wirtschaftsweise.
## 0.28 Uhr: Entwarnung nach Raketenangriff aus Iran
dpa | Israel ist nach Militärangaben in der Nacht erneut aus Iran mit
Raketen angegriffen worden. In Tel Aviv und anderen Gebieten des jüdischen
Staates heulten die Sirenen. Inzwischen dürfe die Bevölkerung die
Schutzräume jedoch wieder verlassen, nachdem zuvor die Luftabwehr im
Einsatz war, teilte die Armee mit. Die Menschen sollten sich jedoch weiter
in der Nähe der Schutzräume aufhalten. Iran feuert trotz der massiven
amerikanisch-israelischen Angriffe auf das Land weiter Raketen auf Israel.
## 0.16 Uhr: CDU-Politiker: Deutschland soll USA und Israel gegen Iran
unterstützen
rtr | Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter fordert von der
Bundesregierung eine aktive Unterstützung der USA und Israels bei ihrem
Vorgehen gegen Iran. „Wir müssen die USA und Israel in ihrem entschlossenen
Vorgehen vollumfänglich und aktiv unterstützen“, sagt Kiesewetter der
Augsburger Allgemeinen. Deutschland solle dabei „nichts ausschließen“ –
von logistischer Unterstützung über Luftverteidigung bis hin zu offensiven
Maßnahmen gegen die militärische Infrastruktur des iranischen Regimes.
Iran sei auch für Deutschland ein Kriegsziel, betont der Unionspolitiker.
3 Mar 2026
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