# taz.de -- Israel und USA im Krieg mit Iran: Merz und Trump pinseln sich gegenseitig die Bäuche
       
       > Bundeskanzler Merz trifft US-Präsident Trump im Weißen Haus und
       > harmoniert ordentlich. Wadephul korrigiert Äußerung über Zeitpunkt von
       > Reisewarnung.
       
 (IMG) Bild: Eine Militärübung der Islamischen Revolutionsgarden am 5. Dezember 2025 in der Straße von Hormus
       
       Damit endet unser Liveticker zum Irankrieg am Dienstag. Aktuelle News vom
       Mittwoch finden Sie [1][hier]. 
       
       ## 🐾 22.33 Uhr: Merz’ Fan-Besuch in Washington
       
       Bei seinem Besuch im Weißen Haus will Bundeskanzler Merz auf keinen Fall
       bei Trump anecken: Er wagt nicht ein kritisches Wort zum Angriff auf Iran,
       [2][berichtet Anna Lehmann] [3][für das taz-Parlamentsbüro] [4][aus dem
       Weißen Haus].
       
       ## 20.52 Uhr: Oman fordert sofortige Waffenruhe im Irankrieg
       
       dpa | Oman fordert eine sofortige Waffenruhe im Irankrieg und eine
       „Rückkehr zu verantwortlicher regionaler Diplomatie“. Nach Unterstützung
       aus „allen vier Ecken der Erde“ zu einer Beendigung des Kriegs zwischen
       Iran einerseits und Israel sowie den USA andererseits schließe sich auch
       Oman diesen Bemühungen an, teilte Außenminister Badr al-Busaidi mit. „Uns
       stehen Auswege zur Verfügung. Lasst sie uns nutzen.“
       
       ## 20.17 Uhr: Frankreich verlegt Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ ins
       Mittelmeer
       
       rtr | Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ordnet die Entsendung des
       Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ ins Mittelmeer an. „Angesichts dieser
       instabilen Lage und der Ungewissheit der kommenden Tage habe ich dem
       Flugzeugträger ‚Charles de Gaulle‘, seinem Bordgeschwader und seinen
       Begleitfregatten befohlen, ins ‌Mittelmeer auszulaufen“, sagt Macron in
       einer Ansprache an die Nation.
       
       ## 20.05 Uhr: Türkei: Irans Angriffe auf Golfstaaten „unglaublich falsche
       Strategie“
       
       rtr | Der türkische Außenminister Hakan Fidan kritisiert die iranischen
       Angriffe auf Golfstaaten als Reaktion auf das militärische Vorgehen der USA
       und Israels scharf. Dies sei eine „unglaublich falsche Strategie“, sagt
       Fidan dem Sender TRT Haber. ‌Teheran verfolge das Prinzip: „Wenn ich
       untergehe, reiße ich die Region mit.“ Die angegriffenen Länder könnten bei
       einer Fortsetzung der Schläge nicht tatenlos zusehen. Die Gefahr einer
       ‌Ausweitung des Konflikts sei besorgniserregend.
       
       ## 🐾 19.55 Uhr: Mit dem richtigen Veranstalter sind Sie nie am falschen Ort
       
       taz | Das stand so nicht im Prospekt: 30.000 Touristen sitzen in der
       Golfregion fest. Denn Veranstalter und Länder haben – business as usual –
       nicht rechtzeitig die Signale gedeutet, [5][meint Edith Kresta].
       
       ## 🐾 19.47 Uhr: Merz besucht Trump: Grammatik der Machtlosigkeit
       
       taz | Eigentlich wollte der Kanzler bei Trump für weniger Zölle und mehr
       Unterstützung für die Ukraine werben. Stattdessen zieht Musterschüler Merz
       bei seinem Besuch im Weißen Haus brav den Kopf ein. [6][Zum Nicken und
       Lächeln allein wäre er wohl besser zu Hause geblieben, kommentiert Stefan
       Reinecke].
       
       ## 🐾 19.08 Uhr: Wie Washington und Jerusalem Irans Führung angreifen
       
       taz | Mit Angriffen auf den obersten Führer, die Revolutionsgarden und den
       Expertenrat nehmen die USA und Israel das iranische Regime ins Visier.
       taz-Nahost-Redakteurin [7][Lisa Schneider] fragt: [8][Welche Ziele
       bestimmen das Vorgehen des US-amerikanischen und israelischen Militärs
       gegen die Islamische Republik Iran]?
       
       ## 19.02 Uhr: Trump droht Spanien mit Handelsboykott
       
       rtr | US-Präsident Donald Trump ‌hat Spanien wegen mangelnder Unterstützung
       im Irankrieg und in der Nato mit einem Handelsboykott gedroht. Er habe
       US-Finanzminister Scott Bessent gesagt, alle Geschäfte mit Spanien
       abzubrechen, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit Kanzler
       Friedrich Merz im ‌Weißen Haus. Spanien habe erklärt, dass das US-Militär
       die dortigen Stützpunkte nicht nutzen könne. „Wir könnten ihre Stützpunkte
       nutzen, wenn wir wollten. Wir könnten einfach reinfliegen und sie nutzen.
       Niemand wird uns sagen, dass wir sie nicht nutzen sollen“, sagte Trump.
       „Also werden wir den gesamten Handel mit Spanien einstellen. Wir wollen
       nichts mit Spanien ‌zu tun haben.“
       
       ## 18.40 Uhr: Merz und Trump streicheln sich gegenseitig die Bäuche
       
       dpa | Bundeskanzler Friedrich Merz ist in „herausfordernden Zeiten“
       freundschaftlich von US-Präsident Donald Trump empfangen worden. Nach einem
       Händedruck im Oval Office des Weißen Hauses kündigte Merz Gespräche über
       die Zeit nach dem Irankrieg an. „Wir sind uns einig, dass dieses
       schreckliche Regime in Teheran beseitigt werden muss“, sagte der Kanzler.
       Trump bezeichnete Merz bei dessen drittem Besuch binnen weniger Monate als
       „sehr erfolgreichen Mann“, der „einen großartigen“ Job mache und zu einem
       Freund geworden sei.
       
       Wie bei vielen bedeutenden Terminen zuvor wechselte der US-Präsident teils
       wild die Themen. Zwischendurch kritisierte er auch die frühere Kanzlerin
       Angela Merkel (CDU). Mit ihr habe er „Differenzen“ gehabt, sagte Trump.
       „Ich habe gesagt: Sie schaden Ihrem Land mit der Migration und Sie schaden
       Ihrem Land mit der Energiepolitik.“ Merz hingegen sei in beiden Fragen
       „ziemlich das Gegenteil“ seiner Vorgängerin, sagte Trump. Er halte den
       neuen Kanzler für einen „ausgezeichneten Anführer“.
       
       Auf eine mögliche Folgeregierung angesprochen, sagte Trump, es gebe keinen
       konkreten Plan. „Viele der Leute, die wir im Auge hatten, sind tot“, sagte
       Trump. Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, der sich
       als Übergangsführer Irans ins Spiel gebracht hat, sprach Trump keine
       direkte Unterstützung aus: „Ich habe gesagt, er macht einen sehr netten
       Eindruck, aber mir scheint, jemand aus den eigenen Reihen, der gerade
       beliebt ist – falls es so jemanden überhaupt gibt –, wäre besser.“
       
       ## 18.26 Uhr: Wadephul korrigiert Äußerung über Zeitpunkt von Reisewarnung
       
       dpa | Im ZDF-Interview hatte der Außenminister am Montagabend erklärt, das
       Auswärtige Amt habe schon länger vor Reisen in die Golfregion gewarnt. Nun
       spricht er von einem Irrtum. Außenminister Johann Wadephul hat eine
       Äußerung im ZDF-„heute journal“ zum Zeitpunkt einer offiziellen
       Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die Golfstaaten korrigiert. „Ich
       bedaure den Irrtum im [9][@heutejournal] gestern“, schrieb der
       CDU-Politiker auf X. Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe
       in der Tat seit dem 28. Februar, ergänzte er. Das deutsche Außenministerium
       warne seit Mitte Januar vor einer möglichen Eskalation und Einschränkungen
       im Flugverkehr.
       
       ## 18.20 Uhr: Schahwitwe want vor voreiligen Schlüssen
       
       afp | Irans frühere Kaiserin Farah Pahlavi hat nach dem Tod von Ajatollah
       Ali Chamenei vor voreiligen Schlüssen hinsichtlich eines Machtwechsels in
       ihrem Heimatland gewarnt. Der Tod des obersten iranischen Führers sei
       „historisch bedeutsam“, sagte Faraha Pahlavi am Dienstag im Interview mit
       der Nachrichtenagentur AFP. Dies bedeute aber „nicht automatisch das Ende
       eines Systems“. „Entscheidend ist die Fähigkeit des iranischen Volkes, sich
       für einen friedlichen, geordneten und souveränen Übergang zu einem
       Rechtsstaat zu vereinen.“
       
       ## 18.11 Uhr: Trump: Sind nicht wegen Israel in den Krieg gezogen
       
       dpa | US-Präsident Donald Trump hat den Krieg mit Iran erneut mit eigenen
       Sicherheitsinteressen begründet – und nicht mit einer Entscheidung Israels.
       „Wenn überhaupt, dann habe ich Israel vielleicht unter Druck gesetzt. Aber
       Israel war bereit, und wir waren bereit“, sagte er bei einem Treffen mit
       Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Oval Office.
       
       ## 17.37 Uhr: Europäische Staaten starten Evakuierungsflüge
       
       dpa | Mehrere Länder bringen nach der Eskalation im Nahen Osten die ersten
       Evakuierungsflüge für ihre Staatsbürger auf den Weg. 175 Spanier seien von
       Abu Dhabi aus mit einer Linienmaschine gestartet und auf dem Weg nach
       Madrid, teilte Außenminister José Manuel Albares mit. Auslöser der
       Rückholaktionen sind die seit Samstag laufenden Bombardierungen Irans durch
       die USA und Israel sowie die Gegenschläge Teherans.
       
       ## 17.27 Uhr: Iran: Kein Austritt an Atomanlage Natans
       
       rtr | Nach Angriffen der USA und Israels auf die Atomanlage Natans ist
       iranischen Medien zufolge kein Austritt von Radioaktivität festgestellt
       ‌worden. Der iranische Botschafter bei der Internationalen
       Atomenergiebehörde (IAEA), Resa Nadschafi, erklärte am Montag, die Anlage
       sei bei den Militäreinsätzen gegen ‌sein Land getroffen worden.
       
       ## 17.15 Uhr: Großbritannien verlegt Hubschrauber
       
       rtr | Großbritannien verlegt Premierminister Keir Starmer zufolge
       Hubschrauber zur Drohnenabwehr nach Zypern. Zudem werde der Zerstörer „HMS
       Dragon“ in die Region entsandt, heißt es weiter. Nach früheren Angaben
       eines zyprischen Regierungssprechers hat Frankreich die Entsendung einer
       Fregatte sowie von Raketen- und Drohnenabfangsystemen angekündigt. Am
       Montag waren über dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern
       zwei Drohnen abgefangen worden.
       
       ## 17.01 Uhr: Tote bei israelischen Angriffen in Libanon
       
       rtr | Bei israelischen Angriffen in Libanon sind nach Angaben des
       Gesundheitsministeriums mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Zudem
       seien 246 Personen verletzt worden. Damit korrigiert die Behörde ihre am
       Montag genannte Zahl von 52 Toten nach unten. In Israel gibt es bislang
       keine Berichte über Todesopfer durch die Angriffe der radikalislamischen
       Hisbollah.
       
       ## 16.39 Uhr: Irak droht Drosselung der Ölförderung
       
       rtr | Irak muss Insidern zufolge seine Ölproduktion in wenigen Tagen um
       mehr als 3 Millionen Barrel pro ‌Tag (bpd) kürzen, falls Öltanker die
       Straße von Hormus nicht frei passieren können. Das sagen zwei irakische
       Vertreter der Ölindustrie ‌der Nachrichtenagentur Reuters. Die Produktion
       im Rumailafeld sei bereits um 700.000 Barrel pro Tag gesenkt worden, im
       Feld West Qurna 2 um 460.000 Barrel. Infolge der Verzögerungen bei der
       Passage der Straße von Hormus seien die Lagerbestände in den südlichen
       Häfen des Landes auf ein kritisches Niveau gestiegen.
       
       ## 🐾 16.37 Uhr: „Ich habe ein Loch in meinem Herzen“
       
       Bei einem iranischen Raketenangriff werden am Sonntag im israelischen Beit
       Schemesch neun Menschen getötet. Der Schock sitzt tief. [10][Aus Beit
       Schemesch und Berlin berichten für die taz Lisa Schneider und Balig
       Sladeen].
       
       ## 🐾 16.23 Uhr: EU und Bund setzen Energie-Krisenstäbe ein
       
       Der Großhandelspreis beim Gas verdoppelt sich, die Kosten für Sprit und
       Heizöl ziehen an. [11][Grüne kritisieren Festhalten der Regierung an
       Fossilen], berichtet die taz. Kai Schönberg kommentiert: [12][Die
       Preisschocks zeigen, dass Deutschland sich von den Fossilen lösen muss].
       
       ## 16.06 Uhr: Nahost-Ängste holen US-Anleger ein
       
       rtr | Nach ‌dem vergleichsweise ruhigen ‌Handel am Montag geht es an der
       Wall Street am Dienstag steil nach unten. Im Fokus der Anleger standen
       schwere Explosionen in Teheran und Beirut sowie Angriffe auf US-Botschaften
       im Nahen Osten am vierten Tag des Krieges gegen Iran. Der Dow-Jones-Index
       der Standardwerte und ‌der breiter gefasste S&P 500 notierten zur Eröffnung
       jeweils rund 2 Prozent tiefer bei 47.924 und 6.759 Punkten. Der Index der
       Technologiebörse Nasdaq verlor in etwa genauso viel auf 22.306 Zähler.
       
       „Es sind unangenehme Tage für risikofreudige Anleger, und vorerst geben
       Energiepreise den Ton an“, sagte Kathleen Brooks, Chefanalystin beim Broker
       XTB. Rohöl verteuerte sich um rund sieben Prozent und knüpfte damit an
       ähnliche Gewinne vom Montag an. ‌Die Titel der Ölkonzerne ConocoPhillips
       und Occidental Petroleum rückten ebenfalls leicht vor, nachdem sie zum
       Wochenstart deutlich zugelegt hatten. „Wenn die Energiepreise aber
       sprunghaft steigen, belastet ⁠das die Weltwirtschaft erheblich und
       verursacht auch anderswo Verwerfungen. Genau das erleben wir heute“, fügte
       Brooks hinzu.
       
       ## 15.57 Uhr: Nato-Chef befürwortet Angriffe auf Iran erneut
       
       Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Angriffe Israels und der
       Vereinigten Staaten auf Iran erneut verteidigt. „Iran steht kurz davor,
       sich nukleare Fähigkeiten und ballistische Raketen zu beschaffen“, sagte
       Rutte bei einem Besuch in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Das sei
       nicht nur eine „existenzielle Bedrohung“ für Israel, sondern stelle auch
       eine große Gefahr für Europa dar.
       
       Dagegen hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA),
       Rafael Grossi, am Montag gesagt, die Behörde sehe in Iran kein
       strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen. Gleichzeitig
       schloss er nicht aus, dass die aktuellen Militärschläge etwa auf
       Informationen zum iranischen Atomprogramm beruhten, die der IAEA nicht
       vorlägen. Die UN-Atomwächter hatten seit Monaten keinen Zugang mehr zu
       wichtigen Anlagen in Iran.
       
       US-Präsident Donald Trump hatte als Begründung für die jüngsten Angriffe
       auf Iran unter anderem behauptet, dass die Islamische Republik dabei sei,
       ihr Nuklearprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufzubauen
       
       Rutte sagte weiter: „Wir wissen auch, dass Iran als Exporteur von Chaos
       seit Jahrzehnten für Terroranschläge und Attentate verantwortlich ist.“ Er
       kommentierte die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali
       Chamenei mit den Worten: „Ich denke, wir sind alle besser dran, wenn er weg
       ist.“
       
       Gleichzeitig betonte Rutte, dass die Nato selbst nicht bei den Angriffen
       involviert sei. Zudem wies er Behauptungen zurück, wonach US-Präsident
       Donald Trump die Nato um eine Beteiligung an den Angriffen gebeten hätte.
       
       ## 15.55 Uhr: Israel weitet Offensive im Libanon aus
       
       afp | Am vierten Tag des Irankriegs hat Israel seine Militäroffensive in
       Libanon gegen die proiranische Hisbollah-Miliz ausgeweitet. Nach
       AFP-Informationen rückten israelische Soldaten am Dienstag in Grenzregionen
       im Südlibanon vor, Verteidigungsminister Israel Katz kündigte die
       Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen
       Grenzgebiet an. Die israelische Luftwaffe flog unterdessen weitere Angriffe
       auf Hisbollah-Hochburgen, nach Armeeangaben wurden seit Montag bereits mehr
       als 160 Ziele beschossen. Die Hisbollah meldete ihrerseits weitere Angriffe
       auf Ziele in Israel.
       
       ## 15.46 Uhr: Rom bestellt Irans Botschafter ein
       
       afp | Aus Protest gegen einen Angriff mit einer iranischen Drohne auf eine
       britische Militärbasis im EU-Mitgliedsland Zypern hat Italien den
       iranischen Botschafter einbestellt. Das teilte das Außenministerium in Rom
       am Dienstag mit. Die Drohne vom Typ Schahed war in der Nacht zum Montag auf
       dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im Süden der Insel
       eingeschlagen. Damit erreichte am dritten Tag des Irankrieges erstmals eine
       iranische Drohne europäisches Gebiet. Nach britischen Angaben wurde eine
       Landebahn beschädigt.
       
       ## 15.43 Uhr: Koalition streitet über Völkerrecht
       
       rtr | Der ‌US-Militärschlag gegen Iran hat zu einem offenen Streit
       innerhalb des Regierungslagers aus Union und SPD über dessen Zulässigkeit
       geführt. Während SPD-Fraktionschef Matthias Miersch am Dienstag von einem
       Bruch des Völkerrechts sprach, verteidigten Unions-Fraktionschef Jens Spahn
       und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann das Vorgehen der USA.
       
       Es müsse alles ‌versucht werden, um einen Flächenbrand in der Region zu
       verhindern, sagte Miersch. „Nach allem, was wir wissen, ist augenblicklich
       das Völkerrecht nicht eingehalten worden.“ Dies müsse klar benannt werden,
       auch wenn niemand dem Regime in Iran eine Träne nachweine. Die Zukunft des
       Landes könne nur am Verhandlungstisch organisiert werden. Dabei sei es
       wichtig, dass Europa mit einer Stimme spreche.
       
       Unions-Fraktionschef Jens Spahn bewertet das ‌US-Vorgehen anders: „Die
       Frage ist ja, ob das Völkerrecht am Ende aufseiten eines Terrorregimes sein
       kann“, sagte er. Iran terrorisiere seit ⁠Jahrzehnten die Region, finanziere
       die Extremistenorganisation Hamas sowie die Hisbollah und strebe die
       Vernichtung Israels an. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann warnte
       davor, dass die Debatte von ‌politischen Extremen ‌für Antiamerikanismus
       und antiisraelische Stimmung missbraucht werde. Das ⁠iranische Regime sei
       der größte Sponsor des internationalen Terrorismus und massakriere die
       eigene Bevölkerung. „Das Völkerrecht kann für ‌uns allerhöchsten
       Stellenwert haben, aber ‌es darf nicht zur Terrorklausel werden für
       terroristische Regime“, sagte Hoffmann.
       
       ## 15.41 Uhr: Iran-Expertin: Repression in Iran nimmt zu
       
       afp | Die Führung in Iran hat nach Einschätzung der deutschen
       EU-Abgeordneten und Iranexpertin Hannah Neumann (Grüne) ihre Unterdrückung
       der Bevölkerung seit Beginn des Irankriegs am Wochenende verstärkt. Zwar
       sei es „zunehmend schwieriger, Informationen aus dem Iran zu bekommen“,
       sagte Neumann am Dienstag in einem Gespräch mit Journalisten. Es gebe
       jedoch Anzeichen dafür, „dass die Repression gerade zunimmt“.
       
       So hätten die Behörden Kurznachrichten an die iranische Bevölkerung
       geschickt, in denen sie im Falle von Protesten mit „tödlicher Gewalt“
       drohten, berichtete Neumann, die der Delegation für Beziehungen zu Iran im
       Europaparlament vorsitzt. „Und wir sehen jetzt, dass politische Gefangene
       wohl abtransportiert werden aus Gefängnissen“, fügte sie hinzu. Es sei
       unklar, wohin. Die Familien der Gefangenen befürchteten, „dass diese als
       menschliche Schutzschilde benutzt werden sollen“.
       
       Neumann ist Mitglied im Außenpolitischen Ausschuss des Europaparlaments.
       Sie spricht sich seit Jahren gegen die Unterdrückung in Iran aus und ist
       nach eigenen Angaben gut vernetzt mit der iranischen Widerstandsbewegung.
       Vor einem Jahr wurde sie Ziel eines Cyberangriffs einer iranischen
       Hackergruppe.
       
       Der Grünen-Politikerin zufolge plant der Auswärtige Ausschuss seit mehreren
       Wochen, iranische Oppositionelle einzuladen, „um in ein Gespräch darüber zu
       kommen, wie denn eine Zukunft in Iran jenseits des Regimes aussehen
       könnte“. Dazu sei eine Liste mit „sieben oder acht Personen“ erstellt
       worden, sagte Neumann und bestätigte damit einen Bericht des
       Nachrichtenportals Euractiv. Neben dem Schahsohn Reza Pahlavi stehen
       demnach unter anderem ein Kurdenvertreter sowie die
       Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi auf dieser Liste.
       
       Der Wandel in Iran sei eine Aufgabe, „die braucht wirklich alle an Bord“,
       betonte Neumann. Einen Termin für ein solches Gespräch gibt es demnach noch
       nicht. Ihre Botschaft sei jedoch seit Wochen, dass dies „so schnell wie
       möglich“ stattfinden solle.
       
       ## 15.37 Uhr: Börsen in den Emiraten nehmen Handel am Mittwoch wieder auf
       
       rtr | Die Börsen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nehmen am
       Mittwoch den Handel wieder ‌auf. Dies teilt die Aufsichtsbehörde CMA mit.
       Der Handel an den Plätzen in Abu Dhabi und Dubai ‌war nach iranischen
       Raketen- und Drohnenangriffen für zwei Tage ausgesetzt worden.
       
       ## 15.20 Uhr: Irak könnte zu Drosselung der Ölförderung gezwungen sein
       
       rtr | Irak muss seine Ölförderung in wenigen Tagen um mehr als 3 ‌Millionen
       Barrel pro Tag drosseln, falls die Öltanker die Straße von Hormus nicht
       frei passieren können. ‌Dies sagen zwei Vertreter aus der irakischen
       Ölbranche der Nachrichtenagentur Reuters. Die Exportunterbrechungen durch
       die Verzögerungen in der Meerenge hätten die Lagerbestände in den südlichen
       Häfen des Landes auf ein kritisches Niveau gehoben. Bereits jetzt sei die
       Förderung aus dem Ölfeld Rumaila um 700.000 Barrel pro Tag und aus dem Feld
       West Qurna 2 um 460.000 Barrel pro Tag gedrosselt worden, heißt es weiter.
       
       ## 15.18 Uhr: Österreich plant ersten Charterflug
       
       rtr | Österreich plant für Mittwoch einen ersten Charterflug zur
       Evakuierung seiner Staatsbürger ‌aus der Krisenregion. Die Maschine soll
       mehr als 170 Personen aus Maskat in Oman ausfliegen, wie ‌das
       Außenministerium in Wien mitteilt. Bislang seien bereits 117 besonders
       schutzbedürftige Personen bei der Ausreise unterstützt worden, etwa aus den
       Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel in Nachbarländer. Insgesamt sind
       den Angaben zufolge derzeit rund 18.000 österreichische Staatsbürger und
       Angehörige im Krisengebiet registriert, darunter etwa 2.500 Reisende. Der
       Großteil der Touristen – etwa 1.600 – hält sich in den Vereinigten
       Arabischen Emiraten auf.
       
       ## 15.17 Uhr: Erster Nahost-Rückholflug am Mittwoch
       
       dpa | Die Bundesregierung will ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und
       Schwangere unter den in Nahost gestrandeten Deutschen an diesem Mittwoch
       starten. Ein erster Flug sei nach Maskat geplant, der Hauptstadt Omans,
       kündigte Außenminister Johann Wadephul (CDU) im Sender Welt TV an.
       
       ## 15.15 Uhr: Gebäude von Irans Expertenrat getroffen
       
       afp | Bei neuen US-israelischen Luftangriffen ist nach Angaben iranischer
       Medien das Gebäude des Expertenrats getroffen worden, der einen Nachfolger
       des getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei wählen soll. Die
       „amerikanisch-zionistischen Verbrecher“ hätten das Expertenrats-Gebäude in
       der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom angegriffen, berichtete die
       Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag. Örtliche Medien zeigten Aufnahmen
       des schwer beschädigten Gebäudes.
       
       ## 15.14 Uhr: „Ich weine toten Mullahs keine Träne nach“
       
       rtr | „Ich weine toten Mullahs keine einzige Träne nach“, sagt der Chef
       ‌der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, in Berlin. Die Staatsführung
       in Iran habe Tausende Menschen ermordet. „Der Fall ‌dieses Regimes ist
       wünschenswert.“ Das iranische Volk brauche eine Chance auf Frieden und
       Freiheit.
       
       ## 15.13 Uhr: Sieben Verletzte bei iranischen Raketenangriffen
       
       afp | Bei neuen iranischen Raketenangriffen im Zentrum Israels sind nach
       Angaben von Rettungskräften sieben Menschen verletzt worden. Eine Frau sei
       durch eine Explosion verletzt worden, teilte der Rettungsdienst Magen David
       Adom am Dienstag mit. Sechs weitere Menschen hätten Verletzungen durch
       Glassplitter und Explosionen erlitten. Die Polizei erklärte, an mehreren
       Orten in Zentralisrael und in der Region Tel Aviv im Einsatz zu sein.
       
       ## 15.07 Uhr: Katar setzt nach LNG-Stopp auch Produktion weiterer
       Materialien aus
       
       afp | Der Golfstaat Katar setzt infolge iranischer Raketenangriffe die
       Produktion weiterer Materialien aus. Die Herstellung unter anderem von
       Polymer, Methanol und Aluminium werde unterbrochen, erklärte das staatliche
       Unternehmen QatarEnergy am Dienstag. Wegen Angriffen auf zwei Standorte
       hatte der Konzern am Montag bereits die Produktion von Flüssigerdgas (LNG)
       eingestellt.
       
       Katar ist der weltweit wichtigste Produzent von LNG. Der am Montag
       verkündete Produktionsstopp hatte zu massiven Preissteigerungen für Erdgas
       unter anderem in Europa geführt.
       
       ## 15.05 Uhr: Neue Angriffswelle Israels in Teheran
       
       dpa | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine großangelegte
       Angriffsserie in der iranischen Hauptstadt Teheran begonnen. Ziel der
       Luftangriffe sei Infrastruktur der iranischen Führung, hieß es in einer
       Mitteilung der Armee. Einwohner der Stadt berichteten von heftigen
       Explosionen. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.
       
       ## 14.53 Uhr: UAE für Verteidigung im Krieg gewappnet
       
       ap | Die Vereinigten Arabischen Emirate sehen sich nach Angaben ihres
       Verteidigungsministeriums für eine unbestimmte Dauer des Krieges im Nahen
       Osten gerüstet. Das Land verfüge über die Verteidigungsfähigkeiten und
       Munitionslager, um sich zu schützen, „unabhängig von dem zeitlichen Rahmen
       und der Länge der Eskalationsphase in der Region“, teilte das Ministerium
       am Dienstag mit. Bislang seien Hunderte ballistische Raketen und Drohnen
       abgewehrt worden. Seit dem Wochenende seien 186 Raketen und 812 Drohnen auf
       die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert worden.
       
       ## 14.36 Uhr: Raketenangriff auf Flughafen Bagdad vereitelt
       
       afp | Im Irak haben Sicherheitskräfte mehrere Raketen beschlagnahmt und
       damit offenbar einen Angriff auf den internationalen Flughafen von Bagdad
       vereitelt. Eine Abschussvorrichtung mit neun abschussbereiten Raketen sei
       am Dienstag in der Gegend von Abu Ghraib nahe der Hauptstadt beschlagnahmt
       worden, teilte die Regierung mit.
       
       Am internationalen Flughafen von Bagdad befindet sich ein militärischer
       Bereich, der von US-Beratern genutzt wird. Früher waren dort Truppen der
       US-geführten Militärkoalition stationiert.
       
       14.35 Uhr: Katar: „Rote Linien wurden überschritten“
       
       dpa | Die katarische Regierung sieht wegen der andauernden iranischen
       Angriffe auf Ziele in der Golfregion „rote Linien“ überschritten. Es
       bestehe kein Kontakt zu Iran, sagte der Sprecher des katarischen
       Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Katar sei
       darauf fokussiert, sein Territorium und seine Bürger zu schützen.
       
       Seit Samstag habe Iran mehr als 100 ballistische Raketen auf Katar
       abgeschossen. Ein Großteil konnte abgewehrt werden. Außerdem seien seitdem
       39 Drohnen und zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Auch der
       internationale Flughafen in Doha sei Ziel der Angriffe gewesen. Katar warf
       der iranischen Regierung vor, damit nicht nur militärische Ziele, sondern
       auch lebenswichtige Infrastruktur ins Visier zu nehmen.
       
       ## 14.24 Uhr: Israel fordert Länder zum Abbruch von Beziehungen zu Iran auf
       
       afp | Israel hat dutzende Länder zum Abbruch ihrer Beziehungen zu Iran
       aufgefordert. Außenminister Gideon Saar sagte nach Angaben seines Büros am
       Dienstag in einer Videokonferenz mit den diplomatischen Vertretern von rund
       60 Ländern, „dass nach den Angriffen des iranischen Regimes auf alle seine
       Nachbarn und dem Massaker an der eigenen Bevölkerung Länder auf der ganzen
       Welt ihre Beziehungen zu Iran abbrechen müssen“. Saars Büro ließ in der
       Erklärung offen, ob alle 60 Länder diplomatische Beziehungen zu Iran
       unterhalten.
       
       ## 14.20 Uhr: Israel holt Ärzte mit Containerschiffen zurück
       
       rtr | Israel setzt Containerschiffe ein, um im ‌Ausland gestrandetes
       medizinisches Personal zurückzuholen. Die Frachter der Reederei ZIM pendeln
       einem Firmenvertreter zufolge zwischen Limassol ‌auf Zypern und dem
       israelischen Hafen Haifa. Bislang seien 40 Ärzte zurückgekehrt, um bei der
       Versorgung von Verletzten zu helfen. Wegen der Kämpfe mit Iran ist der
       Flugverkehr in der Region stark eingeschränkt. Dies sei derzeit der
       einfachste Weg, die Mediziner nach Hause zu bringen, sagt der Vertreter der
       Nachrichtenagentur Reuters.
       
       ## 14.14 Uhr: Militär meldet Einschläge im Großraum Tel Aviv
       
       rtr | In der Umgebung von Tel Aviv sind ‌nach Angaben der israelischen
       Armee Raketen eingeschlagen. Such- und Rettungskräfte seien zusammen mit
       zahlreichen Notfallteams ‌an den Einschlagstellen im Einsatz. Die Polizei
       meldet mehrere Einschläge von Trümmerteilen im Bezirk Tel Aviv. Der
       israelische Rettungsdienst teilt mit, es seien drei Leichtverletzte
       behandelt worden.
       
       14.07 Uhr: Iran streitet Angriffe auf Oman ab
       
       rtr | Iran streitet jeglichen Angriff auf ‌Oman ab. Zuvor hat das Sultanat
       gemeldet, zwei Drohnen abgefangen zu haben. Eine dritte ‌sei in der Nähe
       des Hafens Salalah niedergegangen, ohne größeren Schaden anzurichten.
       
       ## 14.02 Uhr: Trump lehnt Gespräche mit iranischer Führung ab
       
       rtr | US-Präsident Donald Trump lehnt Verhandlungen mit ‌der Führung in
       Teheran ab. Iran wolle zwar verhandeln, dafür sei es ‌jedoch zu spät,
       schreibt Trump auf der Plattform Truth Social. Die iranische Luftabwehr,
       die Luftwaffe, die Marine und die Führung seien ausgeschaltet.
       
       ## 13.59 Uhr: Tausende Flugreisende sitzen auf Bali fest
       
       afp | Wut und Frust im Urlaubsparadies Bali: Tausende Urlauber und
       Fluggäste haben am Dienstag infolge des Irankrieges auf der indonesischen
       Insel festgesessen. Allein am internationalen Flughafen von Denpasar
       konnten hunderte Menschen wegen Störungen im Flugverkehr ihre geplanten
       Reisen nicht antreten. Zahlreichen Menschen stand der Ärger und die
       Erschöpfung ins Gesicht geschrieben.
       
       ## 13.57 Uhr: Wadephul korrigiert Äußerung
       
       dpa | Außenminister Johann Wadephul hat eine Äußerung im
       ZDF-„heute-journal“ zum Zeitpunkt einer offiziellen Reisewarnung des
       Auswärtigen Amts für die Golfstaaten korrigiert. „Ich bedaure den Irrtum im
       [13][@heutejournal] gestern“, schrieb der CDU-Politiker auf X. Die formelle
       Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe in der Tat seit dem 28. Februar,
       ergänzte er. Das deutsche Außenministerium warne seit Mitte Januar vor
       einer möglichen Eskalation und Einschränkungen im Flugverkehr.
       
       Wadephul hatte am Montagabend in der Sendung auf mehrere Nachfragen von
       Moderatorin Marietta Slomka mehrfach darauf beharrt, dass es bereits vor
       dem 28. Februar eine Reisewarnung gegeben habe.
       
       ## 13.50 Uhr: Erstes Flugzeug in Frankfurt gelandet
       
       dpa | Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates aus Dubai ist
       nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des Irankrieges in Frankfurt am
       Main gelandet. Der Linienflug landete um kurz nach 13.30 Uhr, wie ein
       dpa-Fotograf beobachtete. Auch auf einer Anzeigetafel im Ankunftsbereich
       des Flughafens wurde die Landung angezeigt. Die Airline äußerte sich
       zunächst nicht dazu, wie viele Passagiere an Bord waren.
       
       ## 13.48 Uhr: USA ziehen Botschaftspersonal ab
       
       afp | Angesichts des Irankriegs ziehen die USA den Großteil ihres
       Botschaftspersonals aus sechs Staaten im Nahen Osten ab. Betroffen seien
       „nicht für Notfälle zuständige Mitarbeiter der US-Regierung“ in Bahrain,
       dem Irak, Jordanien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten,
       erklärte das US-Außenministerium am Dienstag. Die Ausreise der Betroffenen
       sei per Änderung der Sicherheitshinweise beschlossen worden.
       
       Die Aufforderung für den Irak begründete das Außenministerium mit
       „Sicherheitsbedenken“, zu den anderen fünf Staaten hieß es, es bestehe eine
       „anhaltende Bedrohung durch Drohnen- und Raketenangriffe aus dem Iran“.
       
       ## 13.47 Uhr: Bundesregierung bestellt Botschafter ein
       
       dpa | Das Auswärtige Amt hat angesichts der iranischen Angriffe auf Israel
       und andere Staaten der Region den iranischen Botschafter einbestellt. „Wir
       haben das iranische Regime unmissverständlich dazu aufgefordert, seine
       rücksichtslosen Angriffe auf Staaten der Region unverzüglich einzustellen“,
       teilte das deutsche Außenministerium in Berlin auf X mit.
       
       „Wir verurteilen die willkürlichen und unverhältnismäßigen Raketen- und
       Drohnenangriffe des iranischen Regimes, auch auf zivile Ziele“, kritisierte
       das Auswärtige Amt weiter. „Die Angriffe bedrohen unsere Verbündeten, unser
       Militärpersonal und unsere Staatsangehörigen in der Region.“ Die förmliche
       Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel,
       mit dem die Regierung des Gastlandes eine deutliche Verstimmung
       signalisiert.
       
       Botschafter Madschid Nili habe im Auswärtigen Amt erklärt, dass die
       israelisch-amerikanischen Angriffe gegen das Völkerrecht verstießen, teilte
       die iranische Vertretung in Berlin mit. Er verwies auf Artikel 51 der
       UN-Charta, der das Recht zur Selbstverteidigung festlegt. „Die Maßnahmen
       Irans erfolgen im Rahmen dieses legitimen Selbstverteidigungsrechts“,
       zitierte ihn die Botschaft.
       
       ## 13.46 Uhr: Wehrbeauftragter stellt Stationierung infrage
       
       rtr | Der Wehrbeauftragte ‌des Bundestages, Henning Otte, hat angesichts
       des Krieges rund um Iran die Stationierung von Bundeswehrsoldaten im Irak
       und Jordanien infrage gestellt. Er werde versuchen, in nächster Zeit mit
       den Soldaten in ‌Kontakt zu treten, sagte Otte am Dienstag bei der
       Vorstellung des Wehrberichts 2025 in Berlin. „Wenn nicht unbedingt nötig
       für den Auftrag, muss das Ministerium auch darüber entscheiden, die Truppe
       zurückzuholen.“ Man müsse abwägen zwischen dem ursprünglichen Auftrag und
       der Gefährdung. In der Region sind insgesamt ‌noch rund 500 Soldaten
       stationiert. Im Irak etwa soll die Bundeswehr Ausbildungen etwa für die
       kurdischen ⁠Peschmerga im Zuge der internationalen Allianz gegen den IS
       absichern.
       
       Der Wehrbeauftragte übt im Auftrag des Bundestages die parlamentarische
       Kontrolle ‌der ‌Streitkräfte aus. Zugleich gilt er ⁠als „Anwalt der
       Soldaten“, an den sich Angehörige der Bundeswehr jederzeit direkt und ‌ohne
       Einhaltung des ‌Dienstweges wenden können.
       
       13.47 Uhr: Iran stoppt Lebensmittelexporte
       
       afp | Iran hat angesichts des Kriegs mit Israel und den USA sämtliche
       Lebensmittelexporte gestoppt. Die Ausfuhr „aller Lebensmittel und
       Agrarprodukte“ werde „bis auf Weiteres verboten“, meldete die
       Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag unter Berufung auf eine
       Regierungserklärung. Die Regierung habe die Versorgung der Bevölkerung mit
       lebensnotwendigen Gütern zur Priorität erklärt, hieß es weiter.
       
       Iran hatte am Samstag einen staatlichen Notfallplan aktiviert, nachdem die
       USA und Israel am selben Tag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen
       hatten.
       
       ## 13.37 Uhr: Krisenstab wegen Straße von Hormus
       
       rtr | Die Bundesregierung ‌setzt wegen der Folgen ‌des Nahost-Krieges auf
       die Energiepreise einen Krisenstab ein. „Die bereits während der drohenden
       Sperrung der Straße von Hormus im letzten Jahr eingesetzte Taskforce wurde
       erneut einberufen“, teilte das CDU-geführte Wirtschaftsministerium am
       Dienstag auf Anfrage mit. Das Wirtschaftsministerium habe eingeladen,
       beteiligt seien unter anderem auch die Bundesnetzagentur, der
       Bundesnachrichtendienst, das Auswärtige Amt sowie das Bundeskanzleramt.
       „Gleichzeitig stehen wir in Kontakt mit Verbänden und Unternehmen zur
       ‌Lage.“
       
       ## 13.28 Uhr: Spritpreis steigt immer weiter
       
       dpa | Der Irankrieg lässt die Preise für Sprit und Heizöl weiter steigen.
       Am Morgen setzte sich der Anstieg der vergangenen Tage fort, wie Daten des
       ADAC und von Heizoel24 zeigen. Voraussichtlich würden Benzin und Diesel im
       Tagesverlauf noch einmal um einige Cent im Vergleich zum Montag steigen,
       sagte ein ADAC-Sprecher. Das ließen zumindest die ersten Werte vom Morgen
       erahnen.
       
       Schon am Montag war der Spritpreis kräftig angestiegen. Im bundesweiten
       Tagesdurchschnitt war Super E10 mit 1,839 Euro pro Liter um 6,1 Cent teurer
       als am Freitag, dem letzten Tag vor der Eskalation im Nahen Osten. Das war
       der höchste Wert seit Mai 2024. Diesel verteuerte sich um 7 Cent auf 1,816
       Euro, den höchsten Wert seit Oktober 2023.
       
       ## 13.27 Uhr: Selenskyj bietet Hilfe bei Drohnenabwehr an
       
       ap | Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Vereinigten
       Arabischen Emiraten Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen angeboten. Er
       habe mit dem Präsidenten der Emirate, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan,
       telefoniert und mit ihm darüber gesprochen, „wie wir helfen können“, die
       Bevölkerung zu schützen, schrieb Selenskyj am Dienstag auf der Plattform X.
       
       Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkampf gegen Russland umfangreiche Expertise
       im Umgang mit iranischen Schahed-Drohnen erworben, die auch vom russischen
       Militär beinahe täglich gegen die Ukraine eingesetzt werden. Der britische
       Premier Keir Starmer hatte am Sonntag eine Zusammenarbeit britischer und
       ukrainischer Experten angekündigt, um Länder im Nahen Osten bei der Abwehr
       iranischer Drohnen zu unterstützen.
       
       ## 13.15 Uhr: Menschenrechtler besorgt um Gefangene in Iran
       
       dpa | Angesichts der israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran zeigen
       sich Menschenrechtler zunehmend besorgt über das Schicksal der Häftlinge im
       Land. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in
       Oslo warnte vor schlechten Haftbedingungen, staatlichen Repressionen und
       Gefahren durch den Krieg.
       
       In den ersten beiden Monaten des Jahres seien mindestens 141 Menschen in
       Iran hingerichtet worden, berichtete die Organisation. Die Gefahr sei groß,
       dass weitere Todesstrafen vollstreckt würden, insbesondere mit Blick auf
       die Repressionen gegen die jüngsten Massenproteste. Besonders schlecht sei
       die Lage im berüchtigten Ewin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran. Einige
       Familien hätten keinen Kontakt zu ihren Angehörigen, berichtete IHRNGO.
       
       13.10 Uhr: Frankreich schickt Kriegsschiff nach Zypern
       
       ap | Frankreich entsendet nach Angaben aus Behördenkreisen zur Stärkung der
       zyprischen Drohnenabwehr ein Kriegsschiff zu der Mittelmeerinsel. Zudem
       werde Frankreich landbasierte Systeme zur Drohnen- und Raketenabwehr
       schicken, bestätigten zyprische Beamte am Dienstag. Auch Deutschland habe
       positiv auf eine Bitte reagiert, ein Kriegsschiff zu entsenden, sagten drei
       Gewährspersonen. Die militärische Ausrüstung solle so bald wie möglich auf
       Zypern eintreffen, hieß es.
       
       ## 13.07 Uhr: Israel greift südliche Vororte von Beirut an
       
       afp | Israel hat am Dienstag erneut Luftangriffe auf als
       Hisbollah-Hochburgen geltende Vororte im Süden von Beirut geflogen. Wie die
       staatliche libanesische Nachrichtenagentur Ani berichtete, erfolgten die
       Attacken ohne vorherige Evakuierungsaufforderung und verursachten
       „erhebliche Schäden an Gebäuden“. Die israelische Armee erklärte, sie habe
       „mehrere Terrorziele der Hisbollah“ ins Visier genommen.
       
       Zuvor waren nach AFP-Informationen israelische Bodentruppen in
       Grenzregionen im Süden des Libanon vorgedrungen. Die Armee kündigte an,
       eine „Pufferzone“ nahe der Grenze zu Israel schaffen zu wollen. Der
       US-israelische Krieg gegen Iran hat auch den Konflikt zwischen Israel und
       der pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon wieder eskalieren lassen.
       
       ## 12.59 Uhr: Oman fängt Drohnen ab
       
       rtr | Der Oman ‌hat nach eigenen Angaben zwei Drohnen in Dhofar im Süden
       des Sultanats ‌abgefangen. Eine dritte sei in der Umgebung des Hafens
       Salalah zerschellt, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur. Verletzte
       habe es nicht gegeben.
       
       ## 12.58 Uhr: Israel schickt weitere Soldaten nach Südlibanon
       
       dpa | Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Bodentruppen in den
       Südlibanon geschickt. „Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um
       ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine
       taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern“, sagte
       Militärsprecher Nadav Schoschani. „Es besteht die reale Möglichkeit, dass
       sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.“ Wie viele Soldaten Israel im
       Nachbarland in der Nähe zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte
       der Sprecher nicht sagen.
       
       Israels Armee war bislang an fünf Posten im Südlibanon stationiert. Nun
       sind sie den Angaben nach an weiteren Punkten in der Nähe der israelischen
       Grenze. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die
       israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ermächtigt, weitere
       strategische Positionen im Libanon einzunehmen und zu sichern, um Angriffe
       auf israelische Grenzgemeinden zu verhindern“, teilte Israels
       Verteidigungsminister Israel Katz mit.
       
       12.55 Uhr: Sonderflug aus Nahost in München erwartet
       
       dpa | Eine Sondermaschine der Fluggesellschaft Emirates aus Dubai soll
       heute Abend am Münchner Flughafen ankommen. Der Flug „EK 8051“ soll gegen
       19.30 Uhr in München landen, wie ein Flughafensprecher auf Anfrage
       mitteilte. An Bord sind nach Angaben eines Sprechers des Reisekonzerns Tui
       voraussichtlich rund 200 Tui-Gäste.
       
       Unter anderem rund 5.000 Gäste des Reiseveranstalters, die auf zwei
       Kreuzfahrtschiffen unterwegs waren, sitzen derzeit in der Golfregion fest.
       
       Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways
       und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, hatte Vorstandschef Sebastian
       Ebel im Programm von n-tv gesagt. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui
       Fly „standby“ bereit, sobald es eine Erlaubnis gebe, dorthin zu fliegen und
       Kunden möglichst zügig abzuholen.
       
       Tui verfüge über rund 120 Flugzeuge, die aber keine Verkehrsrechte für die
       Region hätten, ergänzte der Tui-Sprecher. Derzeit liefen Gespräche mit der
       Bundesregierung unter Beteiligung auch anderer Airlines und
       Reiseveranstalter, wie zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt werden
       könnten, um Deutsche zurückzuholen.
       
       ## 12.52 Uhr: Angriffe auf Flughafen in Katar abgewehrt
       
       afp | In Katar sind am vierten Tag des Irankrieges Angriffe auf den
       internationalen Flughafen von Doha abgewehrt worden. Ein Sprecher des
       katarischen Außenministeriums sprach am Dienstag vor Journalisten von
       „mehreren Angriffsversuchen“ auf den Flughafen Hamad International. Alle
       seien vereitelt worden.
       
       Der Sprecher fügte an, dass Katar seit Beginn der Angriffe auf sein Land
       nicht mehr im Kontakt mit Iran stehe. Das Golfemirat hatte sich am
       Wochenende einer Erklärung mehrerer Golfstaaten angeschlossen, in denen sie
       die Angriffe Irans als „verräterisch“ bezeichnet und sich eine Antwort auf
       die „Aggression“ vorbehalten hatten.
       
       ## 12.47 Uhr: Flüchtlingswelle aus Iran noch nicht absehbar
       
       kna | Könnte die jüngste Eskalation in Iran und im Libanon zu einer neuen
       Flüchtlingswelle nach Deutschland führen? Das Bundesamt für Migration und
       Flüchtlinge ist in dieser Frage derzeit zurückhaltend. Man verfolge die
       Vorgänge in der Region genau. „Ob sich daraus Fluchtbewegungen in der
       Region oder aus der Region hinaus ergeben, ist zurzeit noch nicht
       vorhersehbar“, erklärte ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage.
       
       Im vergangenen Jahr hat das Bundesamt den Angaben zufolge über 11.626
       Asylverfahren iranischer Staatsangehöriger entschieden, die
       Gesamtschutzquote betrug 22,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden 1.855
       Verfahren libanesischer Staatsangehöriger entschieden, die
       Gesamtschutzquote lag hier bei 6,5 Prozent.
       
       ## 12.44 Uhr: Durch Irankrieg könnten Blumen knapp werden
       
       rtr | Die Folgen ‌des Irankriegs halten sich ‌für die deutsche Wirtschaft
       bislang in Grenzen. „Gleichwohl beobachten wir einzelne, punktuelle
       Auswirkungen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel,
       Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, am Dienstag. „So kann es
       beispielsweise im Blumen-Großhandel durch die Unterbrechung wichtiger
       Flugrouten aus Afrika über Dubai zu Verknappungen und in der Folge zu
       möglichen Preisanstiegen, besonders im Bereich der Rosen, kommen.“ Nach
       derzeitigem Stand blieben solche Effekte jedoch auf einzelne Segmente
       begrenzt.
       
       Der Groß- ‌und Außenhandel habe in den vergangenen Jahren seine Strukturen
       diversifiziert und flexibilisiert. Diese Anpassungsfähigkeit sorge dafür,
       dass Waren auch unter schwierigen geopolitischen Rahmenbedingungen dorthin
       gelangten, wo sie benötigt würden. „Insgesamt zeigt sich: Die deutsche
       Wirtschaft ist heute deutlich widerstandsfähiger gegenüber internationalen
       Krisen als noch vor einigen Jahren“, fügte Jandura hinzu.
       
       Der BGA beobachtet seit einigen Jahren eine zunehmende Verdichtung
       internationaler Krisen und geopolitischer Spannungen. Das betreffe
       grundsätzlich auch globale Lieferketten und könne kurzfristig Auswirkungen
       auf Warenverfügbarkeiten haben. „Mit Blick auf die aktuelle Krise in Iran
       sehen wir jedoch, dass die deutsche Wirtschaft bislang noch nicht in
       gravierendem Maße betroffen ist“, ‌sagte Jandura. Mit Sorge blicke er
       allerdings auf weitere Einschränkungen zentraler Handelsrouten wie der
       Straße von Hormus. Der freie und sichere Seehandel sei eine tragende Säule
       der Weltwirtschaft.
       
       ## 12.41 Uhr: Mehrere Explosionen über Jerusalem
       
       afp | Die Einwohner von Jerusalem sind am Dienstag von mehreren Explosionen
       aufgeschreckt worden. Wie AFP-Journalisten berichteten, war eine
       regelrechte Serie von Explosionen zu hören. Offenbar handelte es sich um
       einen iranischen Raketenangriff, der von Israels Luftabwehr abgefangen
       wurde.
       
       Die israelische Armee erklärte, es seien „Raketen von Iran aus Richtung des
       Territoriums des Staates Israel abgefeuert“ worden. „Unsere
       Verteidigungssysteme sind dabei, die Bedrohung zu bekämpfen.“
       
       ## 12.40 Uhr: Irankrieg offenbart Europas Abhängigkeit von fossilen
       Brennstoffen
       
       afp | Niedrige Gasspeicherstände, Schlangen an den Zapfsäulen, Börsenkurse
       im Fall und die Sorge vor breiten Preisanstiegen – die aktuelle Situation
       wegen des Krieges im Nahen Osten erinnert an das Frühjahr 2022. Damals
       marschierte Russland in die Ukraine ein und Europa musste schlagartig auf
       russische Gaslieferungen verzichten. Dass nun ein ähnliches Szenario droht,
       zeigt Fachleuten zufolge auch, wie sehr die Staaten hinterherhinken, wenn
       es darum geht, importierte fossile Brennstoffe zu ersetzen – etwa durch
       heimische Solar- und Windenergie.
       
       Russlands Angriffskrieg löste 2022 eine massive Energiekrise aus,
       insbesondere in Europa, wo die Gaspreise in die Höhe schossen. Es folgte
       eine Inflationsspirale, die in manchen Bereichen bis heute anhält. Vier
       Jahre später importiert Europa statt Erdgas aus Russland große Mengen
       Flüssigerdgas (LNG) insbesondere aus den USA sowie aus Katar – einem der
       Länder, die von den Vergeltungsmaßnahmen Irans nach Angriffen der USA und
       Israels betroffen sind. Hinzu kommt die Importabhängigkeit bei Öl.
       
       Jan Rosenow, Professor für Energie- und Klimapolitik an der Universität
       Oxford, spricht von einem „Déja vu“: „Wenn man sich die Abhängigkeit
       Europas von Öl und Gas ansieht, dann ist diese nicht wirklich
       zurückgegangen“, sagt er mit Blick auf die vergangenen Jahre. „Das zeigt,
       dass wir aus dieser Erfahrung nicht wirklich die Lehren gezogen haben, die
       wir hätten ziehen sollen.“
       
       12.39 Uhr: CSU begrüßt Angriff auf Iranische Führung
       
       rtr | Die CSU im ‌Bundestag hat sich klar ‌hinter den Angriff der USA und
       Israels gegen die Staatsführung in Iran gestellt. Der Tod des iranischen
       Revolutionsführers Ajatollah Ali Chamenei und anderer hochrangiger
       Vertreter sei eine gute Nachricht für die Sicherheit in Deutschland,
       Europas und Israels, sagte der CSU-Landesgruppenvorsitzende Alexander
       Hoffmann am Dienstag in Berlin zu Journalisten. Iran sei unter der alten
       Führung wegen des Strebens nach einer Atomwaffe und als größter Sponsor von
       Terrorismus eine Gefahr gewesen. Außerdem habe es allein im vergangenen
       Jahr ‌mehr als 2.000 Hinrichtungen im Land gegeben. „Alles ist besser als
       dieses Regime.“
       
       Die Offensive der USA und Israels hatte am Samstag mit Angriffen auf
       Teheran begonnen, bei denen auch das geistliche Oberhaupt getötet wurde.
       Iran reagierte mit Gegenangriffen auf mehrere Staaten im Nahen Osten. Die
       USA und Israel gehen nicht von einem langen Krieg aus.
       
       Hoffmann sagte, der Vorwurf des Völkerrechtsbruchs werde benutzt, um
       Stimmung gegen die USA und Israel zu machen. Zwar habe das Völkerrecht
       höchsten Stellenwert. „Aber es darf nicht zur Schutzklausel von
       Terrorregimen werden.“ Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte am
       Wochenende mit Blick auf das Völkerrecht von einem Dilemma gesprochen, weil
       Iran atomar aufrüste ‌und das eigene Volk brutal unterdrücke. Merz will
       diesen Dienstag in Washington US-Präsident Donald Trump treffen.
       
       Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
       Steffen Bilger, sagte, im Bundestag sei voraussichtlich am Donnerstag eine
       Aktuelle Stunde zu Iran geplant. Dort sollen – was ungewöhnlich ⁠ist –
       gleich drei Minister reden: Außenminister Johann Wadephul,
       Verteidigungsminister Boris Pistorius und Entwicklungsministerin Reem
       Alabali Radovan.
       
       ## 12.13 Uhr: Angriff auf Schule könnte Kriegsverbrechen sein
       
       dpa | Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff
       auf eine Mädchenschule in Iran mit fast 200 Toten eine umfassende
       Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein
       Kriegsverbrechen handeln. In Minab nahmen unterdessen Tausende an der
       Beerdigung zahlreicher Kinder teil.
       
       „Die Verantwortung für die Untersuchung des Angriffs liegt bei den
       Streitkräften, die ihn durchgeführt haben“, teilte der UN-Hochkommissar für
       Menschenrechte in Genf mit. „Wir fordern sie auf, die Ergebnisse zu
       veröffentlichen und dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen zur
       Rechenschaft gezogen werden und die Opfer Entschädigung erhalten.“
       
       Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben
       am Samstagmorgen mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und
       zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen.
       Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine
       Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt. Sie wollten die Berichte
       ebenso wie die Amerikaner prüfen.
       
       ## 12.06 Uhr: Iranische Luftangriffe erschüttern Dubais Image
       
       ap | Die Vereinigten Arabischen Emirate präsentieren sich seit Jahren als
       sonnige und sichere Steueroase für ausländische Staatsbürger. Doch dieses
       friedliche Image ist nun erheblich erschüttert worden, nachdem Dubai am
       Wochenende vom Iran angegriffen wurde. Iranische Geschosse steckten nicht
       nur ein Fünf-Sterne-Resort in Brand und brachten das größte Gebäude der
       Welt in Gefahr, sondern kosteten einen Menschen am Flughafen der Stadt Abu
       Dhabi das Leben. Sieben weitere Menschen wurden verletzt.
       
       Der Iran hat die Emirate und mehrere Nachbarstaaten bei seiner Vergeltung
       für einen Großangriff der USA und Israels ins Visier genommen. Damit hat er
       Angst und Schrecken verbreitet sowie Chaos in dem Land verursacht, wo bis
       Samstag noch Ruhe herrschte.
       
       „Das ist Dubais ultimativer Alptraum, da seine schiere Essenz davon abhing,
       eine sichere Oase in einer unruhigen Region zu sein“, teilte eine Expertin
       für den Persischen Golf bei der Denkfabrik European Council on Foreign
       Relations, Cinzia Bianco, auf der Plattform X mit. „Es mag zwar einen Weg
       geben, um widerstandsfähig zu sein, doch es gibt kein Zurück.“
       
       In den Vereinigten Arabischen Emiraten versuchten die Behörden,
       Einwohnerinnen und Einwohner sowie Touristinnen und Touristen davon zu
       überzeugen, dass das Luftabwehrsystem des Landes eines der besten weltweit
       sei. „Ich weiß, dass es eine beängstigende Zeit für viele der
       Einwohnerinnen und Einwohner ist“, sagte der Staatsminister für
       internationale Zusammenarbeit, Rim al-Haschimi, dem Sender CNN. „Wir hören
       diese Art von lauten Geräuschen nicht. Aber gleichzeitig sind das die
       Geräusche von Abfangaktionen. Und wo es Schäden gegeben hat – das sind in
       erster Linie Trümmerteile gewesen.“
       
       12.03 Uhr: Hisbollah kündigt „offenen Krieg“ mit Israel an
       
       ap | Ein ranghoher Funktionär der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah hat
       einen erbitterten Kampf mit Israel in Aussicht gestellt. Nachdem sich seine
       Miliz mehr als ein Jahr lang an eine Waffenruhe gehalten habe, sei die
       Geduld nach anhaltenden israelischen Luftangriffen am Ende, sagte Mohamud
       Komati am Dienstag. Die Hisbollah habe keine andere Wahl, als „zum
       Widerstand zurückzukehren“ und einen offenen Krieg gegen Israel zu führen,
       erklärte er nach Angaben des Medienbüros der militanten Gruppe.
       
       „Der zionistische Feind wollte einen offenen Krieg, den er seit dem
       Waffenruheabkommen nicht eingestellt hat“, sagte Komati. „Also soll es ein
       offener Krieg sein.“ Seit die Waffenruhe im November 2024 den Krieg
       zwischen der Hisbollah und Israel offiziell beendete, habe sich die Miliz
       in Zurückhaltung geübt und darauf gehofft, dass die diplomatischen
       Bemühungen der libanesischen Regierung zu einem Ende der israelischen
       Angriffe führen würden.
       
       Komati kritisierte die Regierung in Beirut dafür, das Vorgehen der
       Hisbollah als illegal bezeichnet und sie zur Aufgabe ihrer Waffen
       aufgefordert zu haben. Zugleich habe das Kabinett nichts unternommen, um
       die fast täglichen Angriffe Israels zu stoppen.
       
       ## 11.57 Uhr: Debatte über russisches Gas könnte neu entfachen
       
       rtr | Der ‌eskalierende Nahost-Konflikt könnte ‌nach den Worten des
       norwegischen Energieministers Terje Aasland die Debatte über ein Verbot
       russischer Gasimporte in der Europäischen Union neu entfachen. „Die EU hat
       sehr deutlich gemacht, dass sie von russischem Öl und Gas unabhängig werden
       will“, sagte Aasland am Dienstag auf einer Konferenz in ‌Oslo. „Aber die
       Ereignisse der letzten drei, vier Tage haben die Lage erschwert.“
       
       Die europäischen Gaspreise sind in dieser Woche um 75 Prozent auf
       Mehrjahreshochs gestiegen, da die militärischen Auseinandersetzungen im und
       um den Iran die Gasexporte aus der Golfregion beeinträchtigen. Der wichtige
       Exporteur von Flüssigerdgas (LNG), Katar, hatte am Montag seine Produktion
       eingestellt.
       
       „Angesichts der geopolitischen Lage, die wir jetzt sehen, glaube ich, dass
       die Debatte wieder aufleben ‌wird“, sagte Aasland weiter. Die EU-Staaten
       hatten erst im vergangenen Monat einem Verbot von Gasimporten aus Russland
       bis Ende 2027 endgültig zugestimmt. Grund ⁠ist der anhaltende russische
       Krieg gegen die Ukraine. Norwegen ist der größte Gasproduzent Europas und
       deckt rund 30 Prozent des Bedarfs des Kontinents.
       
       ## 11.56 Uhr: Putin spricht mit Orban über Nahost
       
       rtr | Russlands ‌Präsident Wladimir Putin und der ungarische
       Ministerpräsident Viktor Orban erörtern in ‌einem Telefonat den
       Nahost-Konflikt und die bilaterale Zusammenarbeit. Das meldet die amtliche
       russische Nachrichtenagentur RIA. Der Agentur Interfax zufolge sprechen
       beide zudem über ungarische Staatsbürger, die aufseiten der Ukraine
       gekämpft haben und in russische Gefangenschaft geraten sind.
       
       ## 11.48 Uhr: Putin will mitteln
       
       rtr | Russlands Präsident Wladimir Putin will die Sorgen arabischer
       Staatschefs über die ‌iranischen Angriffe auf Ölanlagen an die Führung in
       Teheran übermitteln. Dies kündigt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow an. Putin
       werde sicherlich jede Anstrengung unternehmen, um zumindest zu einer
       leichten Entspannung beizutragen, sagt Peskow. Der Präsident habe am Montag
       mit vier Regierungschefs der Golfstaaten telefoniert und dabei angeboten,
       die guten Beziehungen Moskaus zum Iran zu nutzen. Pläne für ein Gespräch
       mit US-Präsident Donald Trump gebe es derzeit nicht.
       
       ## 11.47 Uhr: Polen beteiligt sich nicht an US-Angriffen
       
       dpa | Polen will die USA derzeit nicht militärisch bei ihren Angriffen
       gegen den Iran unterstützen. „Es gab keine solche Bitte, keinen
       entsprechenden Antrag. Polen nimmt an dieser Operation nicht teil“, sagte
       Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz bei einem Besuch in
       Washington nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP.
       
       Der Verteidigungsminister sagte weiter, angesichts des Kriegs im Nahen
       Osten müsste die polnische, europäische und US-amerikanische
       Rüstungsindustrie „in den sechsten Gang hochschalten“ und in voller
       Bereitschaft stehen. Bei einer Blockade der für den weltweiten
       Schiffsverkehr wichtigen Straße von Hormus könnte Russland durch gestiegene
       Öl- und Gaspreise profitieren, warnte Kosiniak-Kamysz.
       
       Das EU- und Nato-Land Polen ist einer der wichtigsten Verbündeten der von
       Russland angegriffenen Ukraine. Es sieht sich auch selbst von Russland
       bedroht und rüstet derzeit massiv auf.
       
       ## 11.45 Uhr: Israelische Armee kündigt Schaffung einer „Pufferzone“ im
       Libanon an
       
       afp | Die israelische Armee hat am Dienstag die Schaffung einer
       „Pufferzone“ im Libanon angekündigt. Zuvor hatte die Armee bereits ihre
       Truppen entlang der Grenze zum Nachbarland verstärkt. Der US-israelische
       Krieg gegen Iran hat auch den Konflikt zwischen Israel und der
       pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon wieder eskalieren lassen.
       
       ## 11.44 Uhr: Organisationen warnen vor Wettrüsten
       
       epd | Mehrere Organisationen fordern die Beendigung der deutschen
       Urananreicherung im nordrhein-westfälischen Gronau und der Produktion von
       Brennelementen im niedersächsischen Lingen. Zudem solle sich die
       Bundesregierung für nukleare Rüstungskontrolle und Abrüstung einsetzen,
       hieß es bei der Vorstellung des Uranatlas 2026 am Dienstag in Berlin.
       Herausgeber sind unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND),
       die der Linkspartei nahestehende Rosa-Luxemburg-Stiftung und Greenpeace.
       
       Vertreter der Organisationen warnten vor einem neuen nuklearen Wettrüsten.
       Weltweit befänden sich derzeit 65 Atomkraftwerke in Bau, 63 davon würden in
       oder von Atomwaffenstaaten gebaut.
       
       Der Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bernd Riexinger,
       warnte zudem vor der Abhängigkeit vom russischen Staatskonzern Rosatom bei
       Brennelementen. 19 Reaktoren in der EU können Riexinger zufolge nur mit
       Brennelementen russischer Bauarten betrieben werden. Das russische
       Unternehmen forciere „den weltweiten AKW-Ausbau wie kein anderes“.
       
       ## 11.42 Uhr: Spanien sperrt Basen für US-Militär
       
       dpa | Die Weigerung Spaniens, die USA im Krieg gegen Iran zu unterstützen,
       sorgt im In- und Ausland für Irritationen. Scharfe Kritik kam aus den USA
       und Israel. „Die derzeitige Regierung in Spanien entwickelt sich offenbar
       zum Paradebeispiel einer jämmerlich schwachen europäischen Führung, die
       moralisch vom Weg abgekommen ist“, schrieb der einflussreiche
       republikanische US-Senator Lindsey Graham auf X.
       
       Graham reagierte damit auf die Entscheidung der linksgerichteten Regierung
       von Ministerpräsident Pedro Sánchez, den USA die Nutzung der Militärbasen
       Rota und Morón in Andalusien für die Angriffe auf Iran zu untersagen. Die
       Geschichte werde daran erinnern, wo Spanien gestanden habe, als die USA und
       andere versucht hätten, „das blutrünstigste Regime seit dem Zweiten
       Weltkrieg zu stürzen“, so der enge Unterstützer von US-Präsident Donald
       Trump.
       
       Israels Außenminister Gideon Saar schrieb auf X: „Zuerst dankte die Hamas
       Sánchez. Dann dankten die Huthi Sánchez. Jetzt dankt Iran Sánchez. Soll das
       etwa das sein, was man ‚auf der richtigen Seite der Geschichte stehen‘
       nennt?“
       
       Die Basen im Süden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien
       und den USA genutzt. Man stelle diese Stützpunkte für die aktuellen Schläge
       gegen Iran „auf keinen Fall“ zur Verfügung und werde das auch in Zukunft
       nicht tun, sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles.
       
       „Es stimmt, dass es ein Abkommen mit den USA gibt. Aber wir sind der
       Auffassung, dass dieses Abkommen im Rahmen der internationalen
       Rechtsordnung angewendet werden muss“, betonte Robles vor Journalisten.
       „Derzeit führen die Streitkräfte Israels und der USA Operationen durch, die
       einseitig erfolgen und nicht durch eine internationale Resolution gedeckt
       sind.“
       
       11.39 Uhr: Israel meldet Luftangriff auf Präsidialbüro
       
       ap | Israel hat das iranische Präsidialbüro und das Gebäude des Obersten
       Nationalen Sicherheitsrats der Islamischen Republik aus der Luft
       angegriffen. Die Luftangriffe seien über Nacht erfolgt, teilte das Militär
       am Dienstag mit. Zudem seien eine Ausbildungsstätte für iranische Offiziere
       und wichtige Infrastruktur der iranischen Führung unter Beschuss genommen
       worden.
       
       ## 11.23 Uhr: Israel ruft zur Räumung von Orten im Libanon auf
       
       rtr | Das israelische Militär fordert die Bewohner von über zwei ‌Dutzend
       Ortschaften im Süden Libanons zum Verlassen ihrer Siedlungen auf. Zuvor
       hatte die Armee Vorstöße im Grenzgebiet angekündigt.
       
       ## 11.20 Uhr: Russland bezweifelt US-Angaben
       
       rtr | Russland stellt die Rechtfertigung der USA ‌und Israels für die
       Angriffe auf Iran infrage. Es gebe keine Beweise für die Entwicklung einer
       iranischen Atombombe, erklärt Außenminister Sergej Lawrow. Sowohl
       US-Präsident Donald Trump als auch Israels Ministerpräsident Benjamin
       Netanjahu begründen die Angriffe unter anderem damit, die Islamische
       Republik dürfe niemals in den Besitz einer Atombombe kommen. Die Regierung
       in Teheran bestreitet, eine Atombombe entwickeln zu wollen, hat allerdings
       auch internationale Kontrollen seiner Atomanlagen eingeschränkt oder
       abgelehnt.
       
       ## 11.12 Uhr: Moskau hofft auf mehr Öleinnahmen für Kriegskasse
       
       dpa | Politisch verurteilt Moskau den Angriff der USA und Israels auf Iran,
       wirtschaftlich hofft das Land aber davon zu profitieren. Die kremlnahe
       Zeitung Iswestija prognostiziert unter Berufung auf Branchenexperten einen
       Anstieg der Haushaltseinnahmen durch einen höheren Öl- und Gasexport.
       
       „Die Experten sind sich einig darüber, dass der russische Etat bei einem
       anhaltenden Konflikt im Nahen Osten mit höheren Öl- und Gaseinnahmen
       rechnen kann“, heißt es in dem Blatt. Als anhaltend gelte der Konflikt,
       wenn er länger als zwei Monate dauere.
       
       Zur Ankurbelung der Einnahmen dürften demnach eine höhere Fördermenge und
       die steigenden Ölpreise beitragen. Beim Gasexport gelten vor allem die
       Pipelines Turkstream und Blue Stream als ausbaufähig, über die russisches
       Gas in die Türkei – und von dort teilweise weiter nach Europa – gelangt.
       Die Kapazität beider Leitungen liegt bei 47,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro
       Jahr. Sie waren 2025 nicht einmal zur Hälfte ausgelastet.
       
       Beim Öl wiederum gelten China und Indien, das zuletzt den Kauf russischen
       Öls drastisch reduziert hatte, als Abnehmer in einem schärfer werdenden
       Konkurrenzkampf. China könne bis zu einer halben Million Barrel Öl pro Tag
       mehr abnehmen, meint etwa der Dozent Waleri Andrijanow von der
       Finanzuniversität, die der russischen Regierung untersteht.
       
       Bei einer Blockade des Persischen Golfs und der für den weltweiten
       Schiffsverkehr wichtigen Straße von Hormus könne der Ölpreis auf über 100
       Dollar pro Barrel schnellen, heißt es in der Analyse. Der wegen der
       westlichen Sanktionen auf Öl der russischen Marke Urals fällige Rabatt
       werde sinken.
       
       ## 11.11 Uhr: Mindestens 30.000 Libanesen geflüchtet
       
       rtr | Seit Beginn der Feindseligkeiten zwischen Israel und der ‌Hisbollah
       haben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mindestens 30.000
       Menschen im Libanon Schutz in Notunterkünften gesucht. „Konservativen
       Schätzungen zufolge wurden fast 30.000 Menschen in Sammelunterkünften
       aufgenommen und registriert“, sagt ein UNHCR-Sprecher. Viele weitere hätten
       in ihren Autos am Straßenrand geschlafen oder steckten im Stau.
       
       ## 11.08 Uhr: Schäden an Gebäuden iranischer Atomanlage
       
       dpa | Inmitten der Angriffe Israels und der USA gegen Iran hat die
       Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) neue Schäden an
       Eingangsgebäuden der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Natans
       bestätigt. Die Organisation geht nicht davon aus, dass Radioaktivität
       freigesetzt und die Anlage weiter beschädigt worden ist, wie sie mitteilte.
       
       Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer
       Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer
       beschädigt – darunter auch Natans, wo die Anlage zur Anreicherung von Uran
       steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder
       auch Atomwaffen genutzt werden – Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu
       entwickeln.
       
       Am Montag hatte IAEA-Chef Rafael Grossi in einer Sondersitzung des IAEA-
       Gouverneursrates noch berichtet, dass es im Zuge der jüngsten israelischen
       und US-amerikanischen Angriffe keine Anzeichen auf Treffer oder Schäden an
       Atomanlagen Irans gebe. Teherans Vertreter bei der IAEA, Resa Nadschafi,
       hatte dagegen von einem Angriff auf die Anlage in Natans gesprochen.
       
       Irans Atomchef Mohamed Eslami verurteilte die Angriffe in einem Schreiben
       an IAEA-Chef Grossi scharf, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna
       berichtete. Er forderte die UN-Atomwächter auf, die Luftangriffe zu
       verurteilen. Seinen Worten nach erfolgte der Angriff in Natans bereits am
       Sonntag.
       
       10.50 Uhr: Teheran warnt Europa vor Kriegseintritt
       
       afp | Teheran hat europäische Länder davor gewarnt, in den US-israelischen
       Krieg gegen Iran einzutreten. „Jede derartige Handlung gegen Iran würde als
       Komplizenschaft mit den Aggressoren“ und als „Kriegshandlung“ angesehen
       werden, erklärte am Dienstag der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei
       offenbar mit Blick auf eine vorherige Erklärung europäischer Staaten.
       Frankreich, Deutschland und Großbritannien hatten am Sonntagabend bei
       Bedarf „Defensivmaßnahmen“ gegen Iran angekündigt.
       
       ## 10.45 Uhr: Iran drohen bei WM-Rückzug Millionenverluste
       
       dpa | Angesichts der Eskalation im Nahen Osten ist die WM-Teilnahme Irans
       ungewiss. Ein freiwilliger Rückzug hätte vor allem finanzielle Folgen, wie
       aus Artikel 6.2 der FIFA-Regularien für das XXL-Turnier in den USA, Mexiko
       und Kanada hervorgeht.
       
       250.000 Schweizer Franken (ca. 275.000 Euro) kostet es, mehr als 30 Tage
       vor der WM abzusagen. 500.000 Schweizer Franken (ca. 550.000 Euro) sind
       fällig, wenn es noch kurzfristiger geschieht. Außerdem müsste Iran die von
       der FIFA erhaltenen Vorbereitungsgelder für die Mannschaft sowie alle
       anderen turnierspezifischen Beitragszahlungen zurückerstatten.
       
       Nach Angaben des Weltverbandes erhält jedes qualifizierte Team 1,5
       Millionen US-Dollar, um die Vorbereitungskosten zu decken. Zudem gibt es
       ein Preisgeld von mindestens neun Millionen US-Dollar für die Mannschaften,
       die bei der WM die Plätze 33 bis 48 belegen. Iran würden also Einnahmen im
       sechsstelligen Bereich entgehen. Außerdem würde das Land einen Ausschluss
       von der WM 2030 riskieren, wie aus dem Regelwerk der FIFA hervorgeht.
       Andererseits könnte auch der FIFA-Rat mit seinen 32 Mitgliedern über einen
       Ausschluss Irans abstimmen.
       
       ## 10.41 Uhr: IAEA meldet Schäden an Urananlage
       
       rtr | Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA meldet Schäden ‌an den
       Gebäuden, die mit der unterirdischen Urananreicherungsanlage Natans in Iran
       verbunden sind. Es sei kein Austritt radioaktiver Strahlungen zu erwarten,
       teilt die UN-Behörde mit. Auch an der Anlage selbst seien keine
       Auswirkungen festgestellt worden.
       
       ## 10.29 Uhr: Dax baut Verluste aus
       
       rtr | Der Dax rutscht weiter ab. Nach einem schwachen Handelsauftakt baut
       der deutsche Leitindex die Verluste auf bis zu 3,2 Prozent aus und fällt
       auf 23.859 Punkte. Parallel ziehen die Ölpreise weiter an. Rohöl der Sorte
       Brent verteuert sich um knapp fünf Prozent auf bis zu 81,55 Dollar je
       Barrel. Der europäische Gaspreis-Future klettert um mehr ‌als 30 Prozent
       auf 56,50 Euro je Megawattstunde. „Insbesondere Europa hat sich durch die
       Energiepolitik der vergangenen Jahre ins Aus manövriert“, konstatierte
       Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Broker CMC Markets. „Die hohe
       Abhängigkeit von Öl und Gas aus den USA und Ländern aus dem Nahen Osten
       wird mit der aktuellen Entwicklung zu einem großen Problem.“
       
       10.27 Uhr: 787 Tote bei US-israelischen Angriffen in Iran
       
       ap | Die Zahl der Todesopfer bei den US-israelischen Angriffen auf Iran
       soll auf mindestens 787 gestiegen sein. Das teilte die
       Rothalbmondgesellschaft der Islamischen Republik am Dienstag auf der
       Plattform X mit. Am Montag hatte sie von 555 Toten berichtet.
       
       ## 10.22 Uhr: Erste Flugzeuge nach Deutschland gestartet
       
       afp | Der Betrieb an Flughäfen in den Golf-Staaten ist zum Teil wieder
       angelaufen und erste Flugzeuge nach Europa und Deutschland sind gestartet.
       Am Dienstagvormittag hob ein erster Flieger der Airline Emirates vom Dubai
       International Airport nach Frankfurt am Main ab, wie aus Daten des Portals
       Flightradar24 hervorgeht. In Deutschland sollte die Maschine demnach gegen
       13.00 Uhr landen.
       
       Die Flughäfen in den Anrainerstaaten des Persischen Golfs hatten am
       Samstagmorgen infolge der Eskalation des Nahost-Konflikts den Flugverkehr
       weitgehend eingestellt. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes sitzen
       rund 30.000 deutsche Touristen in der Region fest.
       
       10.000 der Touristen sind nach Angaben des Tui-Chefs Sebastian Ebel Kunden
       des Reisekonzerns. Ebel hatte am Dienstagvormittag angekündigt, im Laufe
       des Tages die ersten Rückholaktionen in Kooperation mit Golf-Airlines wie
       Emirates, Etihad und Qatar Airways zu starten.
       
       ## 10.19 Uhr: Auswirkungen auf Weltwirtschaft noch unklar
       
       rtr | Für eine Abschätzung der ‌wirtschaftlichen Folgen des Krieges für die
       Region und die Weltwirtschaft ist es nach Angaben des Internationalen
       Währungsfonds (IWF) noch zu früh. Dies hänge vom Ausmaß und der Dauer des
       Konflikts ab, teilt die Organisation mit. Der IWF habe Störungen des
       Handels und der Wirtschaftsaktivität sowie steigende Energiepreise und
       Schwankungen an den Finanzmärkten registriert. Die Lage in Nahost werde
       genau beobachtet.
       
       10.18 Uhr: Israels Armee: Irans Feuerkraft lässt nach
       
       dpa | Die iranischen Angriffe auf Israel haben sich israelischen
       Militärangaben zufolge inzwischen abgeschwächt. „Wir beobachten, dass ihre
       Feuerkraft nachlässt“, sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. „Wir konnten
       ihre Fähigkeit, Raketen auf uns und die Region abzufeuern, begrenzen.“ Er
       räumte allerdings ein, dass dies zum Teil auch damit zusammenhängen könnte,
       dass die iranische Führung womöglich Waffenbestände für den Fall aufspart,
       dass der Krieg länger dauern sollte.
       
       Doch wesentlich seien die israelisch-amerikanischen Angriffe: „Wir haben
       Hunderte ballistischer Raketen zerstört und wir beobachten“, sagte
       Schoschani. Iran könne nicht mehr im großen Umfang Raketen abfeuern.
       
       Die Angriffe gingen dennoch weiter. „Das iranische Regime und die Hisbollah
       feuern täglich Dutzende Raketen, Drohnen und Geschosse ab“, erklärte der
       Sprecher. Die meisten würden abgefangen.
       
       ## 10.17 Uhr: Trump erbost im Streit um Nutzung britischer Stützpunkte
       
       afp | US-Präsident Donald Trump hat im Streit um die Nutzung britischer
       Stützpunkte auf Zypern im Irankrieg die traditionell engen Beziehungen
       zwischen Washington und London grundsätzlich in Frage gestellt. Das
       Verhältnis sei „nicht mehr so wie früher“, sagte Trump der britischen
       Tageszeitung The Sun. Stattdessen lobte er die Beziehungen zu Deutschland
       und Frankreich.
       
       „Es ist sehr traurig zu sehen, dass die Beziehung offensichtlich nicht mehr
       so wie früher ist“, sagte Trump mit Blick auf London. „Das war die engste
       Beziehung von allen. Und jetzt haben wir sehr enge Beziehungen zu anderen
       europäischen Ländern.“ Ausdrücklich lobte er dabei Deutschland und
       Frankreich.
       
       Zuvor hatte sich der britische Premierminister Keir Starmer zunächst
       geweigert, den USA die Nutzung britischer Militärbasen im Krieg gegen Iran
       zu gestatten. Starmer sei „nicht hilfreich“ gewesen, sagte Trump der Sun am
       Montagabend telefonisch vom Weißen Haus aus. „Ich hätte nie gedacht, dass
       ich so etwas erleben würde. Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas von
       Großbritannien erleben würde.“
       
       Starmer hatte am Samstag zu Beginn der Angriffe der USA und Israels auf
       Iran jegliche britische Beteiligung an den Militäraktionen abgelehnt. Am
       Sonntag dann gab er bekannt, dass er einer US-Anfrage zur Nutzung
       britischer Militärbasen für einen „speziellen und begrenzten
       Verteidigungszweck“ zugestimmt habe.
       
       Der Premierminister verteidigte seine Entscheidungen am Montag vor dem
       Parlament: „Präsident Trump hat seine Ablehnung unserer Entscheidung, uns
       nicht an den ersten Luftangriffen zu beteiligen, zum Ausdruck gebracht.
       Aber es ist meine Pflicht, zu beurteilen, was im nationalen Interesse
       Großbritanniens liegt“, sagte er. „Genau das habe ich getan, und dazu stehe
       ich.“
       
       ## 10.02 Uhr: Irans Fußballerinnen schweigen bei Hymne
       
       dpa | Vor ihrer Partie beim Asien Cup haben Irans Fußballerinnen beim
       Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Weder die Spielerinnen noch der
       Trainerstab sang mit, wie auf Bildern zu sehen war. Dass die Iranerinnen
       das Spiel gegen Südkorea mit 0:3 verloren, rückte angesichts der Eskalation
       im Nahen Osten in den Hintergrund.
       
       Auch einige Fans auf den Tribünen trugen den Protest mit. Auf Bildern war
       zu sehen, wie viele Anhänger Flaggen aus der Zeit vor der islamischen
       Revolution 1979 hochhielten. Im Vergleich zur aktuellen Flagge ist in der
       Mitte kein rotes Emblem zu sehen, sondern ein goldener Löwe und eine Sonne.
       
       Die iranischen Spielerinnen sowie Trainerin Marziyeh Jafari wollten sich
       laut der australischen Nachrichtenagentur AAP rund um das Spiel nicht zu
       ihrem Protest und dem Krieg äußern. Am Donnerstag treffen sie auf
       Australien.
       
       „Unser Mitgefühl gilt ihnen und ihren Familien. Es ist eine schwierige
       Situation, und es ist wirklich mutig von ihnen, hier zu sein und zu
       spielen“, sagte die australische Fußballerin Amy Sayer der AAP. „Das Beste,
       was wir tun können, ist, ihnen das beste Fußballspiel zu bieten, zu dem wir
       fähig sind, und ihnen auf dem Spielfeld unseren Respekt zu zeigen.“
       
       ## 9.33 Uhr: Drohnentrümmer lösen Brand in Emiraten aus
       
       rtr | Im Emirat ‌Fudschaira der Vereinigten Arabischen Emirate wird eine
       Drohne über ölverarbeitenden Anlagen abgeschossen. Die Trümmer lösen ein
       Feuer aus, teilt das Medienbüro der Regierung mit. Der Brand sei gelöscht
       worden.
       
       ## 9.51 Uhr: Amazon-Rechenzentren in Golfregion beschädigt
       
       afp | Im Zuge der militärischen Eskalation in der Golfregion sind in den
       Vereinigten Arabischen Emiraten Rechenzentren des US-Technologieriesen
       Amazon beschädigt worden. Zwei Rechenzentren seien „direkt von Drohnen
       getroffen“ worden, teilte das Unternehmen am Montagabend (Ortszeit) mit. In
       Bahrain sei zudem eine weitere Einrichtung des Konzerns durch einen
       „Drohnenangriff in unmittelbarer Nähe“ beschädigt worden.
       
       Die Angriffe hätten „strukturelle Schäden verursacht, die Stromversorgung
       unserer Infrastruktur unterbrochen und in einigen Fällen
       Brandbekämpfungsmaßnahmen erforderlich gemacht, die zu zusätzlichen
       Wasserschäden geführt haben“, erklärte Amazon weiter. Angaben dazu, ob
       Mitarbeiter bei den Drohnenangriffen verletzt wurden, machte Amazon nicht,
       wies aber darauf hin, dass das Unternehmen eng mit den lokalen Behörden
       zusammenarbeite und „der Sicherheit unserer Mitarbeiter während der
       gesamten Wiederherstellungsmaßnahmen Priorität“ einräume.
       
       Die Unternehmenssparte Amazon Web Services (AWS) ist der weltweit führende
       Anbieter von Clouddiensten und konkurriert dabei etwa mit Microsoft Azure
       und Google Cloud. Amazon rief betroffene Nutzer auf, wichtige Daten zu
       sichern und auf Amazon-Server in anderen Teilen der Welt auszuweichen.
       Bereits am Sonntag hatte der Internetriese vermeldet, dass eines seiner
       Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten von nicht näher
       beschriebenen „Objekten“ getroffen worden sei, und hatte Nutzer vor
       unvorhersehbaren Beeinträchtigungen gewarnt.
       
       ## 9.48 Uhr: Libanon gibt Stellungen nahe Israel auf
       
       ap | Das libanesische Militär zieht sich einem staatlichen Medienbericht
       zufolge von einigen Stellungen an der Grenze zu Israel zurück. Die Soldaten
       würden an anderen Orten stationiert, berichtete die Nachrichtenagentur NNA
       am Dienstag. Zuvor hatte das israelische Militär im Kampf gegen die
       militant-islamistische Hisbollah-Miliz mitgeteilt, dass seine Soldaten
       einen Einsatz im Süden des Libanons im Grenzgebiet ausführten. Ziel des
       Einsatzes sei es, die Sicherheit für Einwohnerinnen und Einwohner im Norden
       Israels in der Nähe der Grenze zu erhöhen. Es gebe derzeit keine Pläne, um
       Israelis aus den Grenzgebieten zu evakuieren.
       
       ## 9.35 Uhr: Dax wegen Irankrieg wieder im Minus
       
       dpa | Die andauernden Kampfhandlungen im Nahen Osten haben die weltweiten
       Börsen auch am Dienstag belastet. Auf Kursverluste an den
       asiatisch-pazifischen Aktienmärkten folgten neuerliche Einbußen an Europas
       Märkten im frühen Handel. Und auch für die Wall Street und die Nasdaq-Börse
       werden bereits wieder fallende Kurse prognostiziert. Steigende Öl- und
       Erdgaspreise nähren dabei Konjunktur- und Inflationsängste. Vieles hängt
       nun von der Dauer des Krieges ab.
       
       Der Dax fiel um 1,8 Prozent und lag mit 24.204 Punkten auf dem niedrigsten
       Niveau seit Mitte Dezember 2025. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gab
       um 1,2 Prozent auf 30.493 Zähler nach, vermied aber ein Abrutschen unter
       die Marke von 30.000 Punkten. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor
       1,6 Prozent.
       
       9.32 Uhr: Flugzeug von Dubai unterwegs nach Frankfurt
       
       dpa | Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates ist nach den
       zahlreichen Flugausfällen wegen des Irankrieges nun von Dubai nach
       Frankfurt am Main unterwegs. Eine Sprecherin der Fraport, der
       Betreibergesellschaft des bundesweit größten Flughafens, sagte der
       Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen: „Die Emirates ist in der Luft
       und kommt hier an.“ Laut der Fraport-Ankunftsseite im Internet wurde die
       Maschine am frühen Nachmittag in Frankfurt erwartet.
       
       Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bieten nach den Stornierungen in
       den ersten Tagen des Irankrieges nun Sonderflüge für gestrandete Passagiere
       an. Die Fluggesellschaft Emirates erklärte, zunächst Passagiere mit bereits
       bestehenden Buchungen bevorzugt zu berücksichtigen. Kundinnen und Kunden,
       die auf einen der eingeschränkt angebotenen Flüge umgebucht worden seien,
       würden direkt von ihr informiert.
       
       Für einen reibungslosen Ablauf ohne Menschenansammlungen hatten Emirates
       und die Zivilluftfahrtbehörde der VAE Reisende dazu aufgerufen, nicht zum
       Flughafen zu kommen, sofern sie keine entsprechende Benachrichtigung
       erhalten hätten. Am Samstag hatten die VAE eine teilweise Schließung ihres
       Luftraums angekündigt und alle Flüge an den Flughäfen von Dubai ausgesetzt.
       
       ## 9.23 Uhr: US-Botschafter empfiehlt Ausreise über Sinai-Halbinsel
       
       ap | Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, hat seinen Landsleuten
       eine Evakuierung über die Halbinsel Sinai in Ägypten empfohlen. Bei der
       Botschaft gingen viele Anfragen wegen einer Evakuierung ein, teilte
       Huckabee am Dienstag in den sozialen Medien mit. „Es gibt SEHR BEGRENZTE
       Optionen“, schrieb er unter Verwendung von Großbuchstaben. „Nicht sicher,
       wann der Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv wieder aufmacht.“ Huckabee riet
       Amerikanerinnen und Amerikanern, die Israel verlassen wollten, per Bus nach
       Scharm el Scheich oder Taba im Süden der Halbinsel Sinai zu fahren. Diese
       Route sei am besten, erklärte er.
       
       9.18 Uhr: USA lassen immer mehr diplomatisches Personal evakuieren
       
       ap | Die USA haben wegen des Nahost-Kriegs inzwischen in sechs Ländern
       nicht essenzielle Mitarbeitende ihrer diplomatischen Vertretungen zur
       Evakuierung aufgefordert. Auch Mitarbeitende und Familienangehörige in den
       Vereinigten Arabischen Emiraten sollten sich am Dienstag in Sicherheit
       begeben, wie das Außenministerium der USA bekanntgab. Die Emirate galten
       lange als sichere Gegend im Nahen Osten, sind aber in den aktuellen Krieg
       hineingezogen worden.
       
       Zu den anderen Ländern, für die eine Evakuierunganordnung der USA für nicht
       essenzielles diplomatisches Personal gilt, zählen Bahrain, der Irak,
       Jordanien, Kuwait und Katar.
       
       ## 9.13 Uhr: AfD-Chef kritisiert Angriffe auf Iran
       
       dpa | AfD-Chef Tino Chrupalla hat die Angriffe der USA und Israels auf den
       Iran kritisiert. „Ich feiere nicht Raketenangriffe, egal auf welches Land
       und von wem sie kommen. Das kann man nicht feiern, weil immer Zivilisten
       getötet werden und das kann man nur verurteilen“, sagte Chrupalla in der
       RTL/ntv-Sendung „Frühstart“.
       
       „Wenn man aktuell die Bilder sieht, muss man sich ja wirklich auch die
       Frage stellen, ist das am Ende auch für Israel ein gutes Ausgehen und das
       kann nicht im deutschen und auch nicht im europäischen Interesse sein.“
       
       Chrupalla war zu Äußerungen des außenpolitischen Sprechers der AfD-Fraktion
       Markus Frohnmaier gefragt worden. Der hatte unter anderem erklärt: Die
       Regierung von US-Präsident Donald Trump habe „mit chirurgischer Präzision
       und klarer Zielorientierung gehandelt, mit einem begrenzten Vorgehen, das
       auf die Ausschaltung der sicherheitsrelevanten Schaltstellen des Regimes
       zielte“.
       
       Der AfD-Chef kritisierte auch Trump. Der sei als Friedenspräsident
       gestartet, am Ende werde er als Kriegspräsident enden, sagte Chrupalla.
       „Will er das? Das muss er dann auch seinen Wählern erklären, vor allen
       Dingen, wenn diese Angriffe und auch diese Kriegsführung keinen Erfolg
       hat“.
       
       ## 9.11 Uhr: Israel schickt weitere Soldaten in den Südlibanon
       
       dpa | Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Bodentruppen in den
       Südlibanon geschickt. „Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um
       ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine
       taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern“, sagte
       Militärsprecher Nadav Schoschani. „Es besteht die reale Möglichkeit, dass
       sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.“ Wie viele Soldaten Israel im
       Nachbarland in der Nähe zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte
       der Sprecher nicht sagen.
       
       Israels Armee war bislang an fünf Posten im Südlibanon stationiert. Nun
       sind sie den Angaben nach an weiteren Punkten in der Nähe der israelischen
       Grenze. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die
       israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ermächtigt, weitere
       strategische Positionen im Libanon einzunehmen und zu sichern, um Angriffe
       auf israelische Grenzgemeinden zu verhindern“, teilte Israels
       Verteidigungsminister Israel Katz mit.
       
       ## 9.07 Uhr: Gefährdete Franzosen sollen ausgeflogen werden
       
       rtr | Frankreich ‌steht nach Angaben von Außenminister Jean-Noel Barrot
       bereit, die am meisten gefährdeten Franzosen in der Region auszufliegen.
       Insgesamt rund 400.000 französische Staatsangehörige hielten sich in den
       von dem Krieg betroffenen Gebieten auf. Frankreichs Priorität sei die
       Sicherheit der eigenen Bürger und die Deeskalation des Konflikts.
       Frankreich sei auch bereit, Partner zu verteidigen, falls die dies
       wünschten.
       
       ## 9.04 Uhr: Mindestens 13 Soldaten im Iran getötet
       
       ap | Bei Luftangriffen auf einen Stützpunkt im Südosten des Irans sind
       örtlichen Medien zufolge mindestens 13 iranische Soldaten getötet worden.
       Getroffen worden sei der Luftwaffenstützpunkt Kerman, etwa 800 Kilometer
       südöstlich der Hauptstadt Teheran, berichteten die halbamtliche
       Nachrichtenagentur Tasnim und die Tageszeitung „Hammihan“. Der Stützpunkt
       ist dafür bekannt, dass dort Militärhubschrauber stationiert sind.
       
       ## 9.00 Uhr: Libanesische Armee räumt grenznahe Posten
       
       rtr | Libanesische Truppen ‌ziehen sich aus mindestens sieben Posten nahe
       der Grenze zu Israel zurück. Das berichten Augenzeugen der
       Nachrichtenagentur Reuters. Ein Mitarbeiter der libanesischen Regierung
       sagt Reuters, in einigen Bereichen hätten israelische Soldaten die
       gemeinsame Grenze überschritten.
       
       8.58 Uhr: Gaspreise schnellen in die Höhe
       
       rtr | Die Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten nach den Angriffen
       Israels und der USA auf den Iran treibt die Gaspreise weiter an. Der
       europäische Future verteuert sich um gut 20 Prozent ‌auf 52,00 Euro je
       Megawattstunde. Zum Wochenauftakt hatte der Preis um rund ein Drittel
       zugelegt. „Dieser Anstieg, ausgelöst durch knappe Lager und den LNG-Stopp
       Katars, weckt böse Erinnerungen an die Preissteigerungen des Jahres 2022“,
       sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.
       
       Die nach Katars Lieferstopp noch verfügbare Menge an LNG werde knapper und
       damit steige der Preis. „Niemand will eine zweite Welle an ‌Inflation,
       nachdem die Auswirkungen der ersten noch nicht ganz überwunden waren.“
       
       8.57 Uhr: Iran prahlte mit elf Atombomben in Reichweite
       
       dpa | Noch während der Atomverhandlungen mit den USA hat sich der Iran nach
       Darstellung Washingtons gerühmt, genug hochangereichertes Uran für elf
       Atombomben zu besitzen. Dies berichtet der US-Sondergesandte Steve Witkoff
       nun in einem Interview mit dem US-Sender Fox News.
       
       „Beide iranischen Unterhändler sagten ganz offen und ohne Scham, dass sie
       460 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran kontrollierten und sich
       bewusst seien, dass damit elf Atombomben hergestellt werden könnten“,
       berichtete Witkoff. „Sie waren stolz darauf, dass sie alle möglichen
       Kontrollmechanismen umgangen hatten, um an einen Punkt zu gelangen, an dem
       sie elf Atombomben hätten herstellen können.“
       
       Witkoff hatte zusammen mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump,
       Jared Kushner, die inzwischen gescheiterten Atomverhandlungen für die
       US-Seite geführt. Seit Samstag greifen die USA und Israel Ziele im Iran an.
       Teheran reagiert mit Angriffen auf Israel sowie auf die Golfregion.
       
       ## 8.55 Uhr: „Keine richtige Antwort“ für Zeit nach Sturz
       
       afp | Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sieht keinen
       ausgereiften Plan für die Zeit nach einem möglichen Sturz der iranischen
       Führung. „Wir müssen erst darüber nachdenken, dass wir keine richtige
       Antwort dafür haben“, sagte er in einem Podcast des Portals Politico auf
       die Frage, wer Iran künftig führen könnte – etwa der Schah-Sohn Reza
       Pahlavi. „Das Wichtigste ist, dass dieses Regime nicht mehr existiert“,
       sagte Prosor.
       
       Ziel Israels sei es, die Fähigkeiten der Führung in dem Land
       zurückzudrängen, ein Wandel könne aber „nur von innen da sein“. Die
       Bevölkerung in dem Land habe „wirklich genug und will Freiheit haben“.
       
       ## 8.53 Uhr: Israel schickt weitere Soldaten in den Südlibanon
       
       dpa | Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Bodentruppen in den
       Südlibanon geschickt. „Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um
       ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine
       taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern“, sagte
       Militärsprecher Nadav Schoschani. „Es besteht die reale Möglichkeit, dass
       sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.“ Wie viele Soldaten Israel im
       Nachbarland in der Nähe zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte
       der Sprecher nicht sagen.
       
       Israels Armee war bislang an fünf Posten im Südlibanon stationiert. Nun
       sind sie den Angaben nach an weiteren Punkten in der Nähe der israelischen
       Grenze. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die
       israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ermächtigt, weitere
       strategische Positionen im Libanon einzunehmen und zu sichern, um Angriffe
       auf israelische Grenzgemeinden zu verhindern“, teilte Israels
       Verteidigungsminister Israel Katz mit.
       
       8.52 Uhr: Israel: Keine Pläne für Bodentruppen
       
       ap | Das israelische Militär hat nach Angaben eines Sprechers derzeit keine
       Stationierung von Bodentruppen in Iran geplant. Auf die Frage nach der
       Wahrscheinlichkeit, dass Bodentruppen in das Land geschickt würden, teilte
       Militärsprecher Nadav Schoschani mit, das sei „nicht sehr wahrscheinlich“.
       
       ## 8.48 Uhr: Explosionen in Isfahan und Schiras
       
       rtr | In Schiras im Südwesten Irans und in Isfahan im Zentrum der
       Islamischen Republik sind Explosionen zu hören. Das meldet die iranische
       Nachrichtenagentur Mehr.
       
       8.47 Uhr: US-Botschaften in Golfstaaten geschlossen
       
       dpa | Nach weiteren Eskalationen im Irankrieg bleibt die US-Botschaft in
       Kuwait vorerst geschlossen. Alle regulären und auch die dringenden
       Konsulartermine seien abgesagt worden, teilte die Botschaft auf X mit. Auch
       die US-Botschaft in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad bleibt heute
       geschlossen. Auch hier seien alle Termine abgesagt worden. Menschen in
       Saudi-Arabien wurden aufgerufen, die Umgebung des Botschaftsgebäudes
       vorerst zu meiden.
       
       Die Botschaft in Riad war in der Nacht von iranischen Drohnen angegriffen
       worden. Nach saudischen Angaben sei es zu einem Brand gekommen. Auch an der
       Botschaft in Kuwait soll es zu einem Brand gekommen sein. Angesichts des
       Krieges hatte das US-Außenministerium Amerikaner in mehr als einem Dutzend
       Ländern in der Region bereits dazu aufgerufen, diese sofort zu verlassen.
       
       ## 8.40 Uhr: Treibstofftank in Oman von Drohne getroffen
       
       rtr | Im omanischen Handelshafen Dukm wird ein Treibstofftank von einer
       Drohne getroffen. Es sei ein begrenzter Schaden entstanden, meldet die
       staatliche omanische Nachrichtenagentur unter Berufung auf ein Mitglied der
       Sicherheitskräfte. Es seien keine Menschen verletzt worden.
       
       ## 8.29 Uhr: Exil-Iraner sehr besorgt um ihre Angehörigen
       
       epd | Für Exil-Iraner ist es nach den Worten des iranischen evangelischen
       Theologen Mehrdad Sepehri Fard sehr schwierig, in den Kriegstagen
       Informationen über Angehörige in Iran zu erhalten. „Sie machen sich große
       Sorgen, alle haben Eltern, Brüder, Schwestern oder andere Angehörige im
       Iran, und sie können nicht kommunizieren“, sagte der Theologe der
       „Fachstelle Seelsorge für persischsprachige Christen“ in Paderborn dem
       Evangelischen Pressedienst (epd).
       
       Das Internet sei in Iran lahmgelegt, auch Telefone funktionierten nicht,
       erklärt Sepehri Fard. Es gebe nur die begrenzte Möglichkeit über das
       Satellitensystem Starlink, aber die Möglichkeit hätten nicht alle.
       
       Einerseits herrsche eine sehr angespannte Atmosphäre in Iran, berichtet der
       Theologe über seine Gespräche. „Alle Menschen sind gegen einen Krieg und es
       ist belastend, wenn ein anderes Land uns angreift.“ Viele Menschen in Iran
       sähen jedoch den Krieg zugleich als letzte Chance gegen das Regime. „Die
       Menschen wissen, dass sie mit bloßen Händen und Steinen gegen die
       Revolutionsgarde nichts ausrichten können.“ Seit Jahrzehnten habe es auf
       den Straßen Proteste gegeben. „Die Antwort war immer die gleiche: Kugeln,
       Gewalt, Vergewaltigung, Hinrichtung.“
       
       8.26 Uhr: Gauck betont Vorrang des Völkerrechts
       
       epd | Altbundespräsident Joachim Gauck hat sich mit Blick auf den Irankrieg
       kritisch zum Umgang mit dem Völkerrecht geäußert. Er könne sich nicht mit
       einer Welt anfreunden, in der „die alten Regularien“ vor dem Völkerrecht
       oder vor den grundlegenden Verträgen der Vereinten Nationen gelten, sagte
       Gauck am Montagabend beim „Ständehaustreff“ der Düsseldorfer Rheinischen
       Post: „Wo die Imperien kraft ihrer militärischen Stärke ihr eigenes Recht
       verfolgten.“ Er wolle „nicht einfach nur zusehen, dass wir in so eine Zeit
       reinrauschen“.
       
       „Wenn ein verbrecherischer Politiker wie Putin oder wenn ein Diktator wie
       in China oder die iranischen Theokraten das so sehen, dann hatten wir
       bislang eine starke und dominierende Macht, die auf der Seite des
       Völkerrechts war“, sagte Gauck. Aber verschiedene Aktionen von US-Präsident
       Donald Trump „lassen uns eben Zweifel daran erkennen“, beklagte der
       evangelische Theologe.
       
       Skeptisch zeigte sich Gauck laut Rheinischer Post mit Blick auf die Frage,
       ob ein Regimewechsel in Iran auf dem jetzt von den USA und Israel gewählten
       militärischen Weg zu erreichen sei. Das System der iranischen Machthaber
       sei nicht gleich instabil und starke Machtstrukturen seien erhalten
       geblieben. „Da müssen wir sehen: Trauen sich die Leute wieder auf die
       Straße?“, sagte der 86-jährige frühere Bundespräsident.
       
       8.20 Uhr: TUI plant erste Heimflüge für Urlauber
       
       rtr | Der Touristikriese TUI geht davon aus, seine im Nahen Osten
       festsitzenden Kunden binnen einiger Tage zurückholen zu können. Man plane,
       die Urlauber mit Partner-Airlines wie Etihad, Emirates und Qatar Airways
       nach Deutschland zurückzubringen, sagt Konzernchef Sebastian Ebel dem
       Sender ntv. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit
       diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können.“
       
       8.17 Uhr: China fordert erneut Stopp der Angriffe
       
       rtr | China ruft erneut dazu auf, die Angriffe auf den Iran einzustellen.
       Eine weitere Ausbreitung des Krieges müsse verhindert werden, teilt das
       Außenministerium in Peking mit. Die Regierung mahnt eine Rückkehr zum
       Dialog an. China werde weiterhin eine konstruktive Rolle bei den
       Friedensbemühungen spielen.
       
       ## 8.10 Uhr: Hisbollah meldet Angriffe auf Militärstützpunkte
       
       afp | Nach israelischen Luftangriffen auf die libanesische Hauptstadt
       Beirut hat die pro-iranische Hisbollah-Miliz eigenen Angaben zufolge drei
       Militärstützpunkte in Israel angegriffen. „Als Reaktion auf die kriminelle
       israelische Aggression gegen Dutzende libanesischer Städte und Ortschaften“
       seien die Luftwaffenstützpunkte Ramat David und Meron im Norden Israels mit
       Drohnen angegriffen worden, erklärte die Hisbollah am Dienstag. Zudem sei
       die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golan-Höhen mit Raketen
       beschossen worden.
       
       Die israelische Armee hatte zuvor zeitgleiche Luftangriffe auf militärische
       Ziele in Beirut und die iranische Hauptstadt Teheran gemeldet.
       Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten eine große Rauchwolke,
       die über Beirut aufstieg.
       
       7.59 Uhr: Netanjahu kündigt längeren Krieg an
       
       rtr | Der israelische ‌Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ‌geht von einem
       längeren Krieg mit Iran aus. „Es wird einige Zeit dauern, aber nicht
       Jahre“, sagte er dem US-Sender Fox News. Am Dienstag, dem vierten Tag der
       amerikanisch-israelischen Offensive, weiteten sich die Kämpfe aus. Israel
       griff Ziele der Hisbollah-Miliz im Libanon und das Staatsfernsehen in
       Teheran ‌an. Im Gegenzug schoss Iran Raketen und Drohnen auf die mit den
       USA verbündeten Golfstaaten ab. Saudi-Arabien meldete einen Drohnenangriff
       auf die US-Botschaft in Riad mit geringem Schaden. Die iranischen
       Revolutionsgarden erklärten, einen US-Stützpunkt in Bahrain mit Raketen und
       Drohnen attackiert zu haben.
       
       US-Außenminister Marco Rubio kündigte an: „Die schwersten Schläge des
       US-Militärs stehen noch bevor.“ Einen Einsatz von Bodentruppen schloss er
       nicht explizit aus: „Wir sind davon überzeugt, dass die ‌Ziele dieses
       Einsatzes – die Zerstörung der ballistischen Raketen, deren
       Abschussvorrichtungen und Produktionsanlagen – ohne den Einsatz von
       Bodentruppen erreicht werden können.“
       
       ## 7.53 Uhr: Tui plant Rückholung von Urlaubern
       
       Der Reisekonzern Tui rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten
       festsitzenden Kunden binnen einiger Tage. Geplant sei, die Urlauber mit
       Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland
       zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von n-tv.
       Eine konkrete Zahl nannte er nicht. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir
       die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute
       durchführen können“, sagte Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen.
       Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly bereit. Diese seien „standby,
       sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch
       möglichst zügig abzuholen“.
       
       „Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt“, sagte
       Ebel. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der
       Sicherheitslage ab. „Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen.“ Er
       gehe jedoch davon aus, dass es „etwas ist, was einige Tage dauern wird“.
       
       Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen
       derzeit Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder
       einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten
       haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest.
       Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund [14][30.000
       Kunden deutscher Veranstalter betroffen.] Ein Sprecher des Auswärtigen Amts
       nannte dies „eine einigermaßen verlässliche Größe“.
       
       ## 7.51 Uhr: EZB-Chefvolkswirt warnt vor Inflationsschub
       
       rtr | Ein längerer ‌Krieg im Nahen Osten ‌kann nach den Worten von
       EZB-Chefvolkswirt Philip Lane die Inflation in der Euro-Zone anheizen und
       die Wirtschaft ausbremsen. „Ein Anstieg der Energiepreise übt tendenziell
       Inflationsdruck aus, insbesondere kurzfristig“, sagte Lane der Financial
       Times in einem am Diensteg veröffentlichten Interview. Das könne sich auch
       negativ auf die Konjunktur auswirken.
       
       Am Montag hatte sich der Krieg der USA und Israels gegen Iran ausgeweitet.
       Israel griff den Libanon an, ‌während Iran seine Attacken auf die ölreichen
       Golfstaaten fortsetzte. Dies trieb die Ölpreise um mehr als zehn Prozent in
       die Höhe.
       
       Die Folgen für die Inflation hängen von der Dauer des Konflikts ab, sagte
       der Notenbanker weiter. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde die Lage
       beobachten. Lane verwies auf frühere Analysen der Währungshüter. Diesen
       zufolge würde ein längerer Krieg zu einem „deutlichen Anstieg“ der
       energiepreisbedingten Inflation und einem „starken Rückgang“ der
       Wirtschaftsleistung führen, sollte es zu einem dauerhaften Rückgang der
       Energielieferungen aus der Region kommen. Eine separate Analyse der EZB vom
       Dezember deutet darauf hin, dass ein ‌dauerhafter Ölpreisanstieg in dieser
       Größenordnung die Inflation um 0,5 Prozentpunkte anheben und das Wachstum
       um 0,1 Prozentpunkte dämpfen könnte.
       
       Zuvor hatten bereits Banken-Ökonomen gewarnt, dass sich ein über Wochen
       oder gar Monate hinziehender Krieg ⁠im Nahen Osten auf die
       Verbraucherpreise durchschlagen könnte. „In einem solchen Risiko-Szenario
       würde die Inflationsrate im Euroraum schätzungsweise um mehr als einen
       Prozentpunkt steigen, also von zuletzt 1,7 auf knapp drei Prozent“, sagte
       etwa Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Das wäre ‌ein spürbarer
       Verlust an ‌Kaufkraft für die Konsumenten.“
       
       ## 🐾 7.45 Uhr: Was sich die Menschen in Iran wünschen
       
       Die Angriffe der USA und Israels auf Iran halten an. Wie es geht es
       Menschen in Teheran? Was wünschen sie sich? Haben sie Angst vor der
       Zukunft? Mahtab Qolizadeh hat für die taz [15][Stimmen gesammelt.]
       
       ## 7.42 Uhr: US-Außenministerium zieht Botschaftspersonal ab
       
       afp | Das US-Außenministerium zieht angesichts des Irankrieges den Großteil
       seines Botschaftspersonals aus Bahrain, Jordanien und dem Irak ab. Das
       Ministerium habe aus Sicherheitsgründen seine Reisehinweise für die Länder
       aktualisiert und die „Ausreise von allen nicht für Notfälle zuständigen
       Mitarbeitern der US-Regierung sowie deren Familienangehörigen“ angeordnet,
       erklärte das Außenministerium in Washington am Dienstag im Onlinedienst X.
       Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait wurde derweil „bis auf Weiteres“
       geschlossen.
       
       „Aufgrund der anhaltenden Spannungen in der Region“ seien alle
       Konsulatstermine in Kuwait abgesagt worden, die Botschaft bleibe vorerst
       geschlossen, erklärte die US-Botschaft in Kuwait im Onlinedienst X. Das
       Botschaftsgebäude war zuvor bei einem Drohnenangriff direkt getroffen
       worden. Ein AFP-Reporter beobachtete, wie Rauch über dem Gebäude aufstieg.
       
       🐾 7.35 Uhr: Wirtschaftliche Folgen des Irankriegs
       
       Der Krieg könnte Folgen für die Konjunktur haben, warnt der
       Wirtschaftsweise Achim Truger. Gezielte Maßnahmen wie in der Energiekrise
       könnten helfen. Wie sich die Weltwirtschaft noch entwickeln könnte und
       welche Aspekte dabei eine Rolle spielen, hat taz-Wirtschaftsredakteur Simon
       Poelchau im [16][Interview mit Truger] erfragt.
       
       ## 7.29 Uhr: Angriffe erschüttern Teheran und Vororte
       
       dpa | Die iranische Hauptstadt Teheran ist erneut von schweren
       Bombardierungen erschüttert worden. Auch am Rand der östlichen Pendlerstadt
       Pardis schlugen laut iranischen Medien rund ein Dutzend Raketen ein. In den
       Hochhäusern der Neubaugebiete zitterten die Fenster, wie Bewohner der
       Deutschen Presse-Agentur berichteten. Auf Videos in sozialen Medien waren
       graue Rauchschwaden über den Hügeln am Rand des Albors-Gebirges zu sehen.
       
       ## 7.23 Uhr: Expertenrat: Wahl des Obersten Führers wird nicht lange dauern
       
       rtr | Die Wahl eines neuen geistlichen und politischen Oberhaupts Irans
       wird nach Aussagen eines Mitglieds des Expertenrats nicht lange in Anspruch
       nehmen. Es werde nicht lange dauern, bis ein Nachfolger für den
       verstorbenen Ajatollah Ali Chamenei feststeht, sagt das Mitglied laut der
       iranischen Nachrichtenagentur Isna.
       
       ## 7.16 Uhr: Israel meldet Angriffe in Teheran und Beirut
       
       afp | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am frühen
       Dienstagmorgen zeitgleiche Luftangriffe auf Ziele in Beirut und Teheran
       geflogen. Die israelische Luftwaffe habe „gezielte Angriffe auf
       militärische Ziele des iranischen Terrorregimes und der
       [17][Terrororganisation Hisbollah] begonnen“, erklärten die israelischen
       Streitkräfte in Bezug auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon.
       Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten eine große Rauchwolke,
       die über der libanesischen Hauptstadt Beirut aufstieg.
       
       In der Nacht zum Dienstag hatte das israelische Militär erklärt, den Sitz
       des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden der iranischen Hauptstadt
       Teheran „angegriffen und zerstört“ zu haben. Kurz zuvor hatte das
       israelische Militär zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen.
       
       ## 6.44 Uhr: Trump: „unbegrenzte Vorräte“ an Munition
       
       ap | Vor dem Hintergrund der Angriffe auf Iran hat US-Präsident Donald
       Trump Details zum Waffenarsenal der Vereinigten Staaten offengelegt. Die
       USA verfügten über eine „praktisch unbegrenzte Vorratsmenge“ an Munition,
       schrieb der Präsident auf seiner Plattform Truth Social. „Die
       Munitionsbestände der Vereinigten Staaten auf mittlerem und gehobenem
       Niveau waren noch nie so hoch oder in so gutem Zustand – wie mir heute
       gesagt wurde, haben wir eine praktisch unbegrenzte Versorgung mit diesen
       Waffen.“ Kriege könnten damit „auf ewig“ und sehr erfolgreich geführt
       werden, teilte Trump mit.
       
       Außerdem seien „zusätzliche hochwertige Waffen“ für die USA in anderen
       Ländern gelagert, fügte er hinzu. Trump ging nicht weiter ins Detail. Sein
       Beitrag erscheint, während Analysten zunehmend Bedenken über die Menge an
       Munition äußern, die den USA im laufenden Einsatz – insbesondere bei
       Luftabwehrraketen – zur Verfügung steht.
       
       ## 6.43 Uhr: Iranische Revolutionsgarden greifen US-Stützpunkt in Bahrain
       an
       
       afp | Die Iranischen Revolutionsgarden haben nach Angaben von iranischen
       Staatsmedien einen US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain angegriffen. Die
       Seestreitkräfte der Revolutionsgarden hätten einen „großangelegten Drohnen-
       und Raketenangriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt im Gebiet Scheich Isa in
       Bahrain“ verübt, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur
       Irna unter Berufung auf eine Erklärung der Revolutionsgarden. Bei dem
       Angriff mit 20 Drohnen und drei Raketen sei das „zentrale
       Kommandohauptquartier der Basis zerstört“ worden.
       
       ## 6.22 Uhr: USA: Militärische Infrastruktur in Iran zerstört
       
       dpa | Die US-Streitkräfte haben bei anhaltenden Angriffen in Iran eigenen
       Angaben nach weitere militärische Infrastruktur ins Visier genommen.
       Zerstört worden seien Kommando- und Kontrollzentren der iranischen
       Revolutionsgarden, iranische Luftabwehrkapazitäten, Raketen- und
       Drohnenabschussbasen sowie Militärflugplätze, wie das für die Region
       zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mitteilte. „Wir
       werden weiterhin entschlossen gegen unmittelbare Bedrohungen durch das
       iranische Regime vorgehen“, hieß es.
       
       6.21 Uhr: Straße von Hormus geschlossen
       
       rtr | Iran hat ‌die strategisch wichtige Straße von Hormus für geschlossen
       erklärt. Der Kommandeur der Revolutionsgarden drohte am Montag, jedes
       Schiff, das die Meerenge dennoch zu passieren versuche, in Brand zu setzen.
       Kurz zuvor hatten iranische Medien von einem brennenden Tanker in der
       Meerenge berichtet. Die unter der Flagge von Honduras fahrende „Athe Nova“
       stehe nach einem Drohnenangriff in Flammen, hieß es unter Berufung ‌auf die
       Revolutionsgarden. Den Berichten zufolge warfen die Garden der Besatzung
       vor, im „Einklang mit Amerika“ zu handeln und Treibstoff für
       US-Kriegsschiffe zu liefern. Eine Stellungnahme des Eigners lag zunächst
       nicht vor.
       
       Der Schiffsverkehr in der für die Weltwirtschaft zentralen Region war
       bereits weitgehend zum Erliegen gekommen. Jeremy Nixon, Chef der Reederei
       Ocean Network Express (ONE), sprach von rund 100 blockierten
       Containerschiffen. „Etwa zehn Prozent der weltweiten Containerflotte
       stecken hier fest“, sagte Nixon auf einer Branchenkonferenz im
       kalifornischen Long Beach. Versicherer haben die Deckung für Fahrten durch
       die Meerenge inzwischen eingestellt.
       
       Die ‌Blockade ist die Reaktion auf massive Luftangriffe der USA und Israels
       auf Iran, die am 28. Februar begannen. Ziel der Offensive ist unter anderem
       der Sturz der iranischen Führung. ⁠Als Vergeltung feuerte Iran mehrere
       Raketensalven auf Nachbarstaaten ab, in denen US-Truppen stationiert sind.
       Dazu zählen Katar, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate
       (VAE), Saudi-Arabien und der Oman.
       
       Die Straße von Hormus ist das ‌Nadelöhr des internationalen Ölhandels.
       ‌Etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls werden durch die ⁠an ihrer
       engsten Stelle nur 33 Kilometer breite Wasserstraße transportiert. Die
       Furcht vor einem längeren Ausfall der Lieferungen ließ die Ölpreise am
       ‌Montag in die Höhe schnellen. Rohöl der ‌Sorte Brent verteuerte sich
       zeitweise um bis zu 13 Prozent auf 82,37 Dollar je Barrel.
       
       6.18 Uhr: US-Botschaften in Region angegriffen
       
       afp | Am vierten Tag des von den USA und Israel gestarteten Krieges gegen
       Iran haben die Armeen der Länder erneut Angriffe in der Region verübt. In
       mehreren Golfstaaten kam es am Dienstag zu Explosionen, in Saudi-Arabien
       und Kuwait wurden die US-Botschaften mit Drohnen angegriffen, wie örtliche
       Behörden und Diplomaten berichteten. Die US-Armee meldete die Zerstörung
       von Kommandoposten der Iranischen Revolutionsgarden. Derweil verübte die
       israelische Armee eigenen Angaben zufolge mehrere Angriffe im Libanon und
       in Teheran, bei denen unter anderem das Gebäude des staatlichen iranischen
       Senders Irib getroffen wurde.
       
       Die US-Botschaft in Riad sei mit zwei Drohnen angegriffen worden, erklärte
       ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums. Dabei seien
       ein begrenztes Feuer ausgebrochen und ein geringer Sachschaden verursacht
       worden. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte später, acht
       Drohnen nahe Riad und al-Chardsch abgefangen und zerstört zu haben.
       US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde „bald“
       Vergeltungsmaßnahmen ergreifen. Die US-Botschaft rief US-Bürger in Riad,
       Dschidda und Dharan auf, in geschlossenen Räumen zu verbleiben.
       
       Auch in Kuwait wurde die US-Botschaft mit Drohnen attackiert. Das Gebäude
       sei direkt getroffen worden, teilte ein in Kuwait stationierter Diplomat
       der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Angriffe erfolgten zeitgleich mit einer
       Welle von Raketen und Drohnen, die auf mehrere Golfstaaten abgefeuert
       wurden. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate
       teilte mit, das Land sei mit ballistischen Raketen aus Iran angegriffen
       worden. Das katarische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe
       zwei ballistische Raketen abgefangen.
       
       6.13 Uhr: Australien: Drohnen auf Militärstützpunkt bei Dubai
       
       ap | Iranische Drohnen haben nach Angaben Australiens einen australischen
       Militärstützpunkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen.
       Verletzte habe es jedoch nicht gegeben, teilte Australiens
       Verteidigungsminister Richard Marles mit. Die Drohnen hätten in der ersten
       Nacht des Kriegs die Luftwaffenbasis Al Minhad getroffen – ein
       Logistikstützpunkt für Australiens Einsätze im Nahen Osten in der Nähe von
       Dubai.
       
       „Wir haben eine Reihe Australier, die von einem Hauptquartier aus im
       Einsatz sind, das wir seit vielen, vielen Jahren in Al Minhad haben“, sagte
       Marles dem Fernsehsender Seven Network am Dienstag. „Sie sind alle
       wohlbehalten und sicher. Insgesamt haben wir über 100 aktive Angehörige in
       verschiedenen Ländern des Nahen Ostens, die meisten aber in den Vereinigten
       Arabischen Emiraten, und diese Basis ist für uns sehr wichtig“, fügte er
       hinzu.
       
       Journalisten der Nachrichtenagentur bestätigten, dass sie in der Nähe von
       Al Minhad mehrere Explosionen sowie zahlreiche Luftabwehrinterzeptionen
       beobachtet hätten.
       
       6.12 Uhr: USA und Israel rechtfertigen Krieg gegen Iran
       
       dpa | Führende US-Republikaner rücken zur Begründung für den eigenen
       Angriff auf Iran nun zunehmend Israels Agieren in den Fokus. „Israel war
       entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne
       amerikanische Unterstützung“, sagte der republikanische Sprecher des
       US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson. US-Außenminister Marco Rubio sagte
       gegenüber Journalisten: „Die unmittelbare Gefahr bestand darin, dass wir
       wussten, dass Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen davon aus,
       dass er angegriffen werden würde –, sofort gegen uns vorgehen würde.“
       
       „Wir wussten, dass es zu einem israelischen Eingreifen kommen würde. Wir
       wussten, dass dies einen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte
       auslösen würde“, führte Rubio weiter aus. Die USA seien zu der Einschätzung
       gekommen, dass sie mehr Verletzte und Tote zu verzeichnen hätten, wenn sie
       unter diesen Umständen nicht „präventiv“ gegen Iran vorgegangen wären. „Wir
       haben proaktiv auf defensive Weise gehandelt, um zu verhindern, dass sie
       größeren Schaden anrichten.“ Bisher kamen sechs US-Soldaten ums Leben.
       
       ## 5.58 Uhr: Ölpreise steigen dritten Tag in Folge
       
       rtr | Die ‌Ölpreise sind am Dienstag ‌den dritten Tag in Folge gestiegen,
       nachdem Iran gedroht hat, auf jedes Schiff zu feuern, das versucht, die
       Straße von Hormus zu durchfahren. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich
       um 1,4 Prozent auf 78,83 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI legte um ein
       Prozent auf 71,97 Dollar zu. Ein hochrangiger Vertreter der iranischen
       Revolutionsgarden ‌erklärte laut iranischen Medien, die Meerenge sei
       geschlossen. Versicherer haben ihre Deckung für Schiffe in der Region
       gestrichen. Der unter honduranischer Flagge fahrende Tanker „Athe Nova“
       brenne nach einem Drohnenangriff, meldeten iranische Nachrichtenagenturen.
       
       Analysten rechnen in den kommenden Tagen mit weiter steigenden Preisen. Die
       Investmentbank Bernstein hob ihre Brent-Prognose für 2026 von 65 auf 80
       Dollar an und sieht im Extremfall eines längeren Konflikts sogar 120 bis
       150 Dollar. Saudi-Arabien musste nach einem Drohnenangriff seine größte
       Raffinerie schließen. Am ‌Montag hatte Brent zeitweise um bis zu 13 Prozent
       zugelegt und bei 82,37 Dollar den höchsten Stand seit Januar erreicht,
       bevor sich die Gewinne auf 5,5 Prozent reduzierten. ⁠Die US-Dieselpreise
       erreichten ein Zweijahreshoch, europäisches Gasöl verteuerte sich um 2,7
       Prozent.
       
       An den Börsen profitierten am Montag vor allem Reedereien von der Krise.
       Die Aktien von Maersk gewannen fast ‌acht Prozent, Hapag-Lloyd ‌6,4
       Prozent. Beide Container-Reedereien haben Schiffsdurchfahrten in der Straße
       ⁠von Hormus ausgesetzt und leiten ihre Schiffe um Afrika herum. Durch die
       Meerenge werden täglich etwa 17 Millionen Barrel Öl ‌transportiert, was
       rund 20 Prozent der ‌weltweiten Produktion entspricht. Laut Schiffsdaten
       lagen am Sonntag mehr als 200 Schiffe vor der gesperrten Meerenge vor
       Anker.
       
       ## 5.44 Uhr: Regimesturz könnte Schiiten radikalisieren
       
       epd | Ein Sturz des Regimes in Iran könnte nach Ansicht des Osnabrücker
       Islamforschers Rauf Ceylan zu einer Radikalisierung von Schiiten weltweit
       führen. Innerhalb wie außerhalb Irans gebe es starke Sympathisanten des
       Regimes von Ajatollah Ali Chamenei, sagte der Professor für
       Gegenwartsbezogene Islamforschung an der Universität Osnabrück. Diese
       könnten versuchen, ihre Ziele mit Terror durchzusetzen, wenn ihre einzige
       Schutzmacht durch den aktuellen militärischen Einsatz der USA und Israels
       komplett gestürzt würde.
       
       Größere schiitische Gruppen existierten vor allem im Irak, im Libanon,
       Afghanistan und Pakistan. Auch in Deutschland lebten neben den etwa 200.000
       überwiegend anti-islamisch eingestellten Exil-Iranern auch pro-iranische
       Schiiten, sagte Ceylan. Deren Zentrale sei bis zum Verbot durch das
       Bundesinnenministerium im Juli 2024 das Islamische Zentrum Hamburg gewesen.
       Seitdem organisiere sich die Szene dezentral, erläuterte der
       stellvertretende Direktor des Instituts für Islamische Theologie.
       
       Ceylan betonte, nicht der Schiismus an sich sei gewaltbereit und
       machtpolitisch ausgerichtet. Die Wurzeln gingen auf einen Streit um die
       Nachfolge des Propheten Mohammed zurück. Eine Richtung, später als
       sunnitisch bezeichnet, befürwortete die am besten qualifizierte Person als
       obersten Imam. Die andere, die schiitische, glaubte, der religiöse Führer
       dürfe ausschließlich aus der Familie Mohammeds stammen.
       
       5.30 Uhr: Trittin geht mit Merz’ Iran-Kurs ins Gericht
       
       dpa | Grünen-Politiker Jürgen Trittin wirft der Bundesregierung Versagen im
       Umgang mit der Iran-Krise vor. „Sich jetzt offen gegen das Völkerrecht zu
       stellen, verletzt elementare Sicherheitsinteressen Deutschlands“, schreibt
       der frühere Grünen-Chef in einer Erklärung, die der Deutschen
       Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
       
       „Niemand weint Chamenei und seinen Generälen eine Träne nach. Ihre Tötung
       ist aber nicht vom Völkerrecht gedeckt“, erklärte Trittin mit Blick auf den
       am Samstag getöteten Staatsführer Ajatollah Ali Chamenei. „Das Völkerrecht
       ist keine moralische Petitesse. Das Völkerrecht schützt gerade diejenigen,
       die nicht mit Gewalt ihr eigenes Recht schaffen können.“ Dazu gehöre auch
       Deutschland.
       
       „Die Reden von europäischer Stärke und Souveränität sind Sonntagsreden“,
       schreibt Trittin. Komme es zum Schwur, suche Kanzler Friedrich Merz (CDU)
       den Schulterschluss mit US-Präsident Donald Trump. Letzterer habe sich nie
       als Vorkämpfer von Demokratie und Freiheit verstanden. „Er geht mit der
       Abrissbirne gegen die Demokratie in den USA vor. Wie zuvor in Venezuela
       könnte Trump mit einer Diktatur der Revolutionsgarden wohl leben, solange
       die sich seinen geostrategischen Vorstellungen unterwerfen.“
       
       Auch das iranische Atomprogramm rechtfertige den Krieg nicht, argumentierte
       Trittin. „Irans Atomprogramm war bis zur Kündigung durch Trump 2017 besser
       unter Kontrolle, als es das heute nach zwei US-Angriffen ist. Trump hat
       sich und die Welt mit der Kündigung des Atomabkommens in Gefahr gebracht.“
       Diese Gefahr zu mindern, erfordere aber eine Zusammenarbeit mit China, das
       Iran jedoch Öl zu Preisen unterhalb des Weltmarkt-Niveaus abnehme.
       
       „Trump möchte die Welt in fossiler Abhängigkeit halten. Die USA sollen ihre
       Energiedominanz bewahren. China vom billigen Öl aus Iran abzuschneiden ist
       im Interesse Trumps“, so Trittin. „Im Irankrieg offenbart sich Deutschlands
       geostrategisches Versagen unter der schwarz-roten Koalition.“ Trittin
       schied vor zwei Jahren aus dem Bundestag aus, wo er zuletzt Mitglied im
       Auswärtigen Ausschuss war.
       
       5.09 Uhr: Iran-Konflikt belastet asiatische Aktienmärkte
       
       rtr | Die Furcht vor steigenden Energiepreisen ‌nach US-amerikanischen und
       israelischen ‌Angriffen auf Iran hat die asiatischen Börsen am Dienstag auf
       Talfahrt geschickt. Der breite MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien
       außerhalb Japans fiel um 1,5 Prozent und setzte damit seine Verluste den
       zweiten Tag in Folge fort. Die japanische Börse tendierte schwächer: In
       Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zwei Prozent auf 56.910,69
       Punkte nach, und der breiter gefasste Topix notierte zwei Prozent niedriger
       bei 3.819,91 Zählern.
       
       Koreanische Aktien brachen um bis zu 4,1 Prozent ein. „Die
       wirtschaftspolitische Unsicherheit war bereits erhöht, und jetzt dürfte mit
       dem Iran-Konflikt auch das geopolitische ‌Risiko steigen“, sagte Rupal
       Agarwal, Asien-Quantstrategin bei Bernstein in Singapur. Das letzte Mal,
       als beide Faktoren gleichzeitig anstiegen, sei 2022 während des
       Russland-Ukraine-Konflikts gewesen, was für die asiatischen Märkte nicht
       gut ausgegangen sei, erklärte sie.
       
       5.00 Uhr: Merz trifft Trump: Besuch im Zeichen des Irankriegs
       
       dpa | Drei Tage nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran ist
       Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Washington eingetroffen, um sich mit
       US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu treffen. Ein Thema wird dabei
       ganz klar im Mittelpunkt stehen: Die Angriffe der USA und Israels auf Iran,
       die sich inzwischen zu einem Krieg ausgeweitet haben, der einen großen Teil
       der Nahost-Region erfasst hat. Es ist der zweite Besuch des Kanzlers im
       Weißen Haus seit seinem Amtsantritt vor zehn Monaten. Der Erste verlief
       ausgesprochen harmonisch, diesmal dürfte es schwieriger werden.
       
       Seit Trump Präsident ist, gelten die Empfänge von ausländischen
       Staatsgästen im Oval Office – dem mit allerhand Gold verzierten Büro des
       Präsidenten im Westflügel des Weißen Hauses – als berüchtigt. Den
       ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj demütigte Trump hier vor
       laufenden Kameras und auch den südafrikanischen Staatschef Cyril Ramaphosa
       führte er vor.
       
       Merz kam dagegen im vergangenen Juni ziemlich gut davon. Trump bezeichnete
       ihn als „respektierten“ und „guten Mann“ und versprach: „Wir werden eine
       großartige Beziehung zu Ihrem Land haben“ Für das Treffen heute Vormittag
       (Ortszeit, 17.15 Uhr deutscher Zeit) sind 30 Minuten im Oval Office
       angesetzt. Erfahrungsgemäß kann es aber deutlich länger dauern.
       Anschließend ist ein gemeinsames Mittagessen geplant.
       
       Das klar dominierende Hauptthema wird der Krieg gegen Iran sein. Die USA
       wollen nach Darstellung von Verteidigungsminister Pete Hegseth die
       iranische Raketenbedrohung und ihre Marine zerstören. Das Land dürfe keine
       Atomwaffen haben. Ein Teil der iranischen Führungsriege wurde bereits
       getötet, militärische Stützpunkte, Atomanlagen und Waffensysteme zerstört.
       
       „Wir prügeln sie windelweich“, sagte Trump am Montag. Er will den Krieg in
       vier bis fünf Wochen beenden, sagt aber auch, dass es länger dauern kann.
       „Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen“, sagte er dem
       Sender CNN. „Die große Welle kommt bald.“
       
       Trump und Hegseth haben sich über mangelnde Unterstützung der europäischen
       Verbündeten beklagt. Trump zeigte sich vom britischen Premierminister Keir
       Starmer enttäuscht, der die Nutzung britischer Stützpunkte durch die
       US-Armee zu spät erlaubt habe. Hegseth kritisierte die „traditionellen
       Verbündeten“ insgesamt, die sich empört geben und „beim Einsatz von Gewalt
       nur zögern und zaudern“.
       
       Es könnte also ungemütlich für Merz werden. Er hat zwar Verständnis für die
       Angriffe geäußert, sich aber nicht klar hinter sie gestellt. Auf Kritik und
       Belehrungen der beiden wichtigen Verbündeten USA und Israel verzichtete er
       zwar, mahnte aber auch: „Das ist nicht ohne Risiko.“ Man wisse nicht, zu
       welcher Eskalation in der Region die harten iranischen Gegenschläge führen
       würden. Es sei auch unklar, ob durch Militärschläge von außen ein
       politischer Wandel von innen heraus überhaupt ermöglicht werden könne. Der
       Kanzler verwies auf die US-Interventionen in Afghanistan, im Irak und in
       Libyen, die nicht zum erhofften Ziel geführt haben.
       
       Dabei hatte Merz im Januar ein Ende der iranischen Führung selbst
       vorhergesagt und die Militärschläge gegen Iran im vergangenen Jahr sehr
       deutlich unterstützt. „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns
       alle“, sagte er damals im ZDF.
       
       4.31 Uhr: Gestrandete Urlauber: Wadephul ist „guter Dinge“
       
       dpa | Manche der im Nahen Osten gestrandeten deutschen Urlauber können auf
       eine baldige Rückkehr in die Heimat hoffen. „Ich bin guter Dinge, dass das
       nach und nach gelingt“, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul im
       ZDF-„heute journal“. Man sei in engem Kontakt mit den Reiseveranstaltern.
       
       Das Auswärtige Amt bereitet derzeit die Rückholung von Kranken, Kindern und
       Schwangeren aus der Konfliktregion vor. Sie will dazu gecharterte Maschinen
       in die Hauptstädte Riad (Saudi-Arabien) und Maskat (Oman) schicken. Derzeit
       sitzen wegen des Krieges im Iran Zehntausende Reisende fest, die im Nahen
       Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen
       wollten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund
       30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen.
       
       Am Montagabend ist bereits eine Lufthansa-Maschine aus Abu Dhabi in München
       gelandet – allerdings ohne Passagiere. Eine Passagierbeförderung war nach
       Angaben der Fluggesellschaft wegen fehlenden Kabinenpersonals nicht
       möglich. An Bord der Maschine waren demnach lediglich die beiden Piloten.
       Laut Lufthansa wäre aber aus Sicherheitsgründen eine mindestens 17-köpfige
       Kabinencrew nötig gewesen.
       
       Diese sei aber in Abu Dhabi nicht vor Ort gewesen und hätte wegen der
       kriegsbedingten Einschränkungen auch nicht eingeflogen werden können. Zudem
       seien auch die Erreichbarkeit des Flughafens in Abu Dhabi für viele
       Fluggäste sowie der Check-In, die Sicherheitskontrolle und das Boarding
       dort nicht gewährleistet gewesen.
       
       Politiker von Linken und Grünen kritisierten das Verhalten der
       Bundesregierung. „Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen,
       einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen,
       reicht nicht aus“, sagte die Grünen-Außenpolitikerin Luise Amtsberg den
       Zeitungen der „Funke“-Mediengruppe.
       
       3.59 Uhr: USA wollen gegen Energiepreise vorgehen
       
       rtr | Die USA kündigen Maßnahmen gegen die wegen des Iran-Konflikts
       steigenden Energiepreise an. Finanzminister Scott Bessent und
       Energieminister Chris Wright sollen die Pläne am Dienstag vorstellen, sagt
       Außenminister Marco Rubio vor Journalisten im Kapitol. „Ab morgen werden
       Sie sehen, wie wir diese Phasen einführen, um dagegen vorzugehen“, erklärt
       Rubio. Präsident Donald Trump trifft sich am Dienstag um 14.00 Uhr Ortszeit
       mit beiden Ministern. Die Öl- und Gaspreise sind nach israelischen und
       US-Angriffen auf Iran sowie Vergeltungsmaßnahmen Teherans stark gestiegen.
       Die Angriffe führten zu Schließungen von Öl- und Gasanlagen in der Region
       und störten die Schifffahrt in der Straße von Hormus.
       
       3.49 Uhr: Netanjahu: Irankrieg wird kein „endloser Krieg“
       
       afp | Der Krieg der USA und Israels gegen Iran wird nach den Worten des
       israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu kein „endloser Krieg“
       werden. „Es kann einige Zeit dauern, aber es wird keine Jahre dauern“,
       sagte Netanjahu am Montag (Ortszeit) in einem Interview mit dem US-Sender
       Fox News. Der Einsatz werde „eine schnelle und entschlossene Aktion“ sein.
       
       Netanjahu sagte zudem, die Angriffe auf den Iran seien notwendig gewesen,
       da das Land „neue Standorte, neue Anlagen und unterirdische Bunker“ gebaut
       habe, wodurch „ihre Raketenprogramme und ihre Atombombenprogramme innerhalb
       weniger Monate unangreifbar“ gewesen wären. „Wenn jetzt keine Maßnahmen
       ergriffen worden wären, hätte man in Zukunft keine Maßnahmen mehr ergreifen
       können“, fügte er hinzu.
       
       3.40 Uhr: Netanjahu: Angriff war unumgänglich
       
       dpa | Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den Angriff auf Iran
       mit dem angeblichen Bau neuer Bunker zum Schutz der iranischen Raketen- und
       Atomprogramme gerechtfertigt. „Der Grund, warum wir jetzt handeln mussten“,
       sei, dass Iran nach den Bombardierungen seiner Atomanlagen und seiner
       Raketenarsenale im vergangenen Jahr mit dem Bau „neuer Anlagen,
       unterirdischer Bunker“ begonnen habe, sagte Netanjahu dem US-Sender Fox
       News. Das Raketen- und „Atombombenprogramm“ wäre sonst „innerhalb von
       Monaten“ unangreifbar gewesen, behauptete Netanjahu.
       
       Wenn man jetzt nicht gehandelt hätte, „hätte man in Zukunft nichts mehr tun
       können“, sagte Netanjahu dem Sender weiter. Israel hatte Iran bereits im
       Juni vergangenen Jahres angegriffen. Das US-Militär hatte sich knapp eine
       Woche später Israel angeschlossen und Irans Atomanlagen bombardiert. „Man
       könnte meinen, sie hätten ihre Lektion gelernt, aber das haben sie nicht,
       denn sie sind unverbesserlich. Sie sind völlig fanatisch, was ihr Ziel
       angeht, Amerika zu zerstören“, sagte der israelische Ministerpräsident dem
       US-Fernsehsender.
       
       3.08 Uhr: Vance: Machtwechsel in Iran ist nebensächlich
       
       dpa | Vertreter der US-Regierung haben betont, dass es Präsident Donald
       Trump in Iran nicht in erster Linie um einen Machtwechsel gehe. In einer
       „perfekten Welt“ würden die USA es begrüßen, wenn jemand in Iran an die
       Macht käme, der bereit sei, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten,
       sagte US-Vizepräsident JD Vance dem Sender Fox News. Trumps vorrangiges
       Ziel sei aber, dass Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange.
       Dafür sei es letztlich nebensächlich, was mit der Führung in Teheran
       passiere.
       
       In seiner ersten Videobotschaft zu den israelischen und US-Angriffen auf
       Iran am Samstag hatte Trump die Iraner aufgerufen, die Führung des Landes
       in die Hand zu nehmen. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung“,
       hatte der US-Präsident die 90 Millionen Menschen in Iran aufgefordert.
       
       ## 3.00 Uhr: Nouripour: Sorge um Zivilisten
       
       dpa | Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne) ist nach eigenen
       Worten tief bewegt von den „vielen Ausrufen der Freude und der
       Erleichterung“, wenn er die Bilder und Reaktionen aus Iran und bei
       Exil-Iranern sieht. „Die Freude der Menschen zeigt, wie sehr sie sich nach
       Veränderung und Freiheit sehnen. Und wie groß ihre Hoffnung nach
       Jahrzehnten der Verzweiflung ist. Ich hoffe sehr, dass sie nicht wieder
       enttäuscht wird“, sagte der Bundestagsabgeordnete aus Frankfurt/Main der
       Deutschen Presse-Agentur.
       
       Freuen über den Tod von Menschen könne er sich nicht, „auch nicht, wenn sie
       Barbaren waren“, sagte der gebürtige Iraner. Der getötete oberste Führer
       des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, war laut Nouripour „Architekt eines
       Regimes, das abertausende Morde zu verantworten hat – im Iran, in der
       gesamten Region und auch bei uns in Europa“.
       
       Wie andere Menschen mit Verbindungen zu Iran sorge auch er sich um die
       Zivilisten in dem Land. „Weltweit steigt die Bedrohung für Exiliraner,
       jüdische und israelische Einrichtungen sowie amerikanische Institutionen“,
       sagte er. „Auch alarmierend ist die Lage für unsere Bundeswehr, die bereits
       in ihren Feldlagern im Irak und in Jordanien angegriffen wird. Die
       Eskalation ist längst kein düsteres Szenario mehr – sie ist Realität.“
       
       Die weitere politische Entwicklung in Iran ist nach Ansicht Nouripours
       derzeit schwer abzuschätzen. „Wird es nur einen Führungswechsel geben –
       oder tatsächlich einen Systemwechsel?“, sagte der Bundestags-Vize. Die
       israelisch-amerikanischen Angriffe auf den iranischen Sicherheitsapparat
       seien in der Lage, den Machtapparat zu destabilisieren. Doch wie
       tiefgreifend die Folgen sein werden, hänge von vielen unberechenbaren
       Faktoren ab.
       
       2.53 Uhr: Unesco-Kulturstätte in Teheran beschädigt
       
       ap | Die Unesco ist in Sorge um den Golestanpalast in der iranischen
       Hauptstadt Teheran. Das Weltkulturerbe wurde Berichten zufolge am Montag
       durch einen Luftangriff in der Nähe beschädigt. Der Angriff traf den
       Arag-Platz in Teheran, der sich in der Pufferzone des Palastes befindet,
       teilte die UN-Organisation mit. Demnach wurde das Gebäude durch Trümmer und
       Druckwellen des Angriffs beschädigt.
       
       2.45 Uhr: Rubio: Israels Pläne haben US-Angriffe ausgelöst
       
       afp | US-Außenminister Marco Rubio hat den Beginn der US-Angriffe gegen
       Iran auf Angriffspläne Israels zurückgeführt. „Wir wussten, dass es ein
       israelisches Handeln geben würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf
       US-Streitkräfte nach sich ziehen würde, und wir wussten, dass wir, wenn wir
       nicht präventiv gegen sie vorgingen, bevor sie diese Angriffe starteten,
       höhere Verluste erleiden würden“, sagte Rubio am Montag (Ortszeit) vor
       Journalisten im US-Kapitol.
       
       Teheran hatte Rubio zufolge seinen Streitkräften den Befehl erteilt, im
       Falle eines Angriffs gegen Iran automatisch US-Truppen anzugreifen. „Wenn
       wir dagestanden und auf diesen Angriff gewartet hätten, bevor wir sie
       trafen, hätten wir wesentlich höhere Verluste erlitten“, sagte der
       US-Chefdiplomat. US-Präsident Donald Trump habe daher die „sehr kluge
       Entscheidung getroffen“, gemeinsam mit Israel anzugreifen, fügte Rubio
       hinzu.
       
       Rubio legte damit eine andere Begründung für die Angriffe der USA gegen
       Iran vor als Trump. Dieser hatte zuvor gesagt, mit der Entscheidung zum
       Angriff gegen Iran habe er die beste Möglichkeit genutzt. „Dies war unsere
       letzte und beste Chance zuzuschlagen, was wir gerade tun, und die
       unerträglichen Bedrohungen durch dieses kranke und finstere Regime zu
       beseitigen“, sagte Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus in
       Washington.
       
       Auf die Frage, ob die USA unmittelbar durch Iran bedroht waren, was laut
       US-Verfassung ein zentrales Kriterium für eine Kriegserklärung ist, verwies
       Rubio erneut auf die israelischen Pläne. „Es gab definitiv eine
       unmittelbare Bedrohung, und diese unmittelbare Bedrohung bestand darin,
       dass wir wussten, dass Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen
       davon aus, dass er angegriffen werden würde -, sofort gegen uns vorgehen
       würde“, sagte er. „Wir hatten nicht vor, einfach dazusitzen und einen
       Schlag einzustecken“, fügte er hinzu.
       
       Ein Abgeordneter der Demokraten, Joaquin Castro, zeigte sich empört über
       Rubios Äußerungen. Diese deuteten darauf hin, dass Israel „US-Truppen in
       Gefahr gebracht hat, indem es auf einem Angriff auf Iran bestanden hat“,
       erklärte Castro im Onlinedienst X. „Das ist inakzeptabel für den
       Präsidenten und inakzeptabel für ein Land, das sich als unser Verbündeter
       bezeichnet.“
       
       Rubio betonte zugleich, dass die US-Regierung es für notwendig gehalten
       habe, Iran anzugreifen, unabhängig davon, wodurch die Angriffe
       schlussendlich ausgelöst wurden. „Egal wie, letztlich musste dieser Einsatz
       stattfinden“, sagte er.
       
       2.24 Uhr: Amerikaner sollen mehr als ein Dutzend Länder in Nahost sofort
       verlassen
       
       dpa | Angesichts des Krieges der USA und Israels mit Iran ruft das
       US-Außenministerium Amerikaner in mehr als einem Dutzend Ländern im Nahen
       Osten dazu auf, diese sofort zu verlassen. Zur Begründung verwies eine
       Vertreterin des Ministeriums auf der Plattform X auf „schwerwiegende
       Sicherheitsrisiken“. Die Aufforderung betrifft folgende Länder und
       Regionen: Bahrain, Ägypten, Iran, Irak, Israel, das Westjordanland und den
       Gazastreifen, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien,
       Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Jemen.
       
       ## 2.18 Uhr: Angriff auf Mädchenschule: Irans Außenminister teilt Foto von
       Gräbern
       
       ap | Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat ein Luftbild von
       Gräbern für die bei einem Angriff auf eine Schule getöteten Mädchen
       veröffentlicht. Das Bild zeigt Reihen frisch ausgehobener Gräber und
       Trauernde, die sich dort versammelten. Weiße Kreidekästchen markieren die
       einzelnen Grabstellen, während gelbe Bagger die Erde ausheben. „Ihre Körper
       wurden in Stücke gerissen“, schrieb Araghtschi am Montag in den sozialen
       Medien. „So sieht die von Herrn Trump versprochene ‚Rettung‘ in
       Wirklichkeit aus.“
       
       1.54 Uhr: US-Todesopferzahl steigt auf sechs Soldaten
       
       ap | Das US-Militär gab am Montag den Tod von zwei weiteren amerikanischen
       Soldaten während der Militäreinsätze gegen Iran bekannt. Damit steigt die
       Gesamtzahl der Todesopfer auf sechs. Das US-Zentralkommando erklärte in
       einem Beitrag auf X, dass die Streitkräfte „kürzlich die Überreste von zwei
       zuvor vermissten Soldaten aus einer Einrichtung geborgen haben, die während
       der ersten Angriffe Irans in der Region getroffen wurde“. In dem Beitrag
       wurde nicht angegeben, wo die beiden Soldaten getötet wurden. Ihre
       Identität wird erst 24 Stunden nach Benachrichtigung ihrer Familien bekannt
       gegeben, teilte das Militär mit.
       
       Nach Angaben einer Gewährsperson wurden die sechs Soldaten in Kuwait
       getötet und waren Teil derselben Logistikeinheit der US-Armee.
       
       Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am Montag auf Nachfrage, ein
       iranisches Geschoss habe die alliierten Luftabwehrsysteme durchdrungen und
       „zufällig ein befestigtes taktisches Operationszentrum getroffen“.
       
       Auch die Zahl der verletzten Soldaten steigt. Der Konflikt hat nach Angaben
       von Tim Hawkins, Sprecher des US-Zentralkommandos, 18 amerikanische
       Soldaten schwer verwundet.
       
       Iranische Staatsmedien hatten berichtet, dass die Mädchenschule im Süden
       des Landes am Samstag bei einem Luftangriff getroffen wurde, wobei
       mindestens 165 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt wurden. Das
       israelische Militär erklärte, ihm seien keine Angriffe in der Gegend
       bekannt. Das US-Militär teilte mit, man prüfe die Berichte.
       
       ## 1.26 Uhr: Sitz von iranischem Staatsrundfunk angegriffen
       
       afp | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum
       Dienstag den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden Teherans
       „angegriffen und zerstört“. „Vor kurzem hat die israelische Luftwaffe das
       Kommunikationszentrum des iranischen Terrorregimes“ in Teheran „angegriffen
       und zerstört“, erklärte das israelische Militär mit Blick auf Irib. Der
       Sender berichtete seinerseits im Onlinedienst Telegram von zwei Explosionen
       nahe seiner Zentrale in Teheran, erklärte jedoch, seinen Sendebetrieb
       fortzusetzen.
       
       „Die Aktivitäten in diesem Zentrum wurden von den iranischen
       Revolutionsgarden ausgeführt und geleitet“, hieß es weiter. „Seit Jahren
       rief die iranische Rundfunkbehörde zur Zerstörung des Staates Israel und
       zum Einsatz von Atomwaffen auf.“ Kurz zuvor hatte das israelische Militär
       zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen.
       
       In der Nacht zum Dienstag waren vier heftige Explosionen im Norden Teherans
       zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.
       Kampfflugzeuge kreisten über der iranischen Hauptstadt, AFP-Journalisten
       sahen zuvor Rauchwolken über dem historischen Zentrum der Stadt und im
       Osten Teherans aufsteigen. Dort berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim
       und Mehr von Explosionen.
       
       Zuvor hatte das israelische Militär am Montag erklärt, mehrere iranische
       Geheimdienstbüros und andere Kommandozentralen angegriffen zu haben.
       
       ## 1.24 Uhr: Regimewechsel in Iran könnte deutsches Wachstum steigern
       
       rtr | Der designierte Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr sieht in einem
       möglichen Regimewechsel in Iran erhebliche Chancen für die deutsche
       Wirtschaft. Ein Ende des Mullah-Regimes könne das deutsche
       Wirtschaftswachstum um 0,5 Prozent beschleunigen, ‌sagt der Direktor des
       Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung im Interview mit der
       Welt. Dies sei deutlich mehr als die 0,1 bis 0,2 Prozent, die er vom
       Mercosur-Abkommen mit Lateinamerika erwarte.
       
       Kurzfristig führe der Irankrieg jedoch zu höheren Energiepreisen und
       längeren Lieferzeiten. „Gerade bei einer schwachen Konjunktur in
       Deutschland brauchen wir solche zusätzlichen Verwerfungen wie einen Kropf
       am Hals“, sagt Felbermayr. Langfristig biete Iran mit rund 90 ‌Millionen
       überwiegend gut ausgebildeten Einwohnern ein „gewaltiges wirtschaftliches
       Aufholpotenzial“. Mit der Aufhebung der Sanktionen hätten deutsche
       Exporteure wieder direkten Zugang zum iranischen Markt. Zudem ⁠könne
       iranisches Gas über Aserbaidschan per Pipeline nach Europa exportiert
       werden.
       
       1.19 Uhr: Israel meldet Angriffe auf Hisbollah-Ziele
       
       afp | Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge mehrere Angriffe
       gegen Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz in Libanons Hauptstadt
       Beirut verübt. Sie greife derzeit „Kommandozentralen und Waffenlager der
       Hisbollah in Beirut an“, erklärte die israelische Armee am Dienstagmorgen.
       Der der Hisbollah nahestehende Sender Al-Manar erklärte im Onlinedienst
       Telegram, die israelische Armee habe sein Büro in dem Gebiet Harat Hreik im
       Süden Beiruts attackiert.
       
       Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner von 31 Dörfern im Süden des
       Libanon zur Evakuierung aufgerufen und Einsätze gegen die Hisbollah
       angekündigt. Die Bewohner sollten ihre Häuser „sofort“ verlassen und sich
       in Richtung Norden begeben, erklärte der israelische Armeesprecher Avichay
       Adraee am Montagabend im Onlinedienst X.
       
       Die pro-iranische Miliz hatte in der Nacht zum Montag Angriffe gegen Israel
       gestartet und diese als „Vergeltung“ für die Tötung des obersten Führers
       Irans, Ayatollah Ali Chamenei, bezeichnet. In einer Erklärung am frühen
       Dienstagmorgen bezeichnete die Hisbollah seine Angriffe auf Israel als
       „Verteidigungsakt“ und „legitimes Recht“. Israel setze seit Inkrafttreten
       einer Waffenruhe vor 15 Monaten seine „Aggression“ gegen den Libanon durch
       „Tötung, Zerstörung, Planierungen und alle Formen krimineller Handlungen“
       fort, erklärte die pro-iranische Miliz. Die Tötung Chameneis erwähnte die
       Hisbollah anders als zuvor nicht.
       
       Seit November 2024 galt zwischen Israel und der Hisbollah eine Waffenruhe.
       Die Miliz hatte nach dem Hamas-Überfall auf den Süden Israels im Oktober
       2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg eine zweite Front gegen Israel
       eröffnet. Die libanesische Regierung hatte zugesagt, die Hisbollah zu
       entwaffnen, womit im August vergangenen Jahres begonnen wurde. Unabhängig
       davon griff Israel immer wieder Hisbollah-Ziele im Südlibanon an.
       
       ## 0.53 Uhr: Wirtschaftsweise warnt vor Energieschock
       
       rtr | Die Wirtschaftsweise Veronika ‌Grimm hat vor einem neuen
       Energieschock für Deutschland durch die Eskalation im Nahen Osten gewarnt.
       „Ein erneuter Energieschock würde eine Wirtschaft belasten, die sich noch
       immer von den vergangenen Preissprüngen erholt“, sagte Grimm dem
       RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am ‌Montag. Analysten hielten einen
       Ölpreis von über 100 Dollar für möglich, wenn die Straße von Hormus
       faktisch gesperrt bleibe. Durch diese Meerenge verliefen rund ein Fünftel
       der weltweiten Öltransporte. Die Gaspreise seien zuletzt auf über 40 Euro
       gestiegen. Falls die LNG-Produktion in Katar nicht bald wieder aufgenommen
       werde, drohten weitere empfindliche Anstiege.
       
       Deutschland treffe ‌dies in einer ohnehin fragilen Lage, erklärte die
       Ökonomin, die seit 2020 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der
       gesamtwirtschaftlichen ⁠Entwicklung angehört. Besonders betroffen wären
       energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl, Glas oder Papier. „Für Europa
       bedeutet das: steigende Energiekosten, wachsende Inflationsrisiken und
       zusätzliche Investitionsunsicherheit“, ‌sagte Grimm. ‌Sie forderte, Europas
       Energieversorgung widerstandsfähiger zu ⁠machen – durch diversifizierte
       Lieferketten, gut gefüllte Speicher, koordinierte europäische Beschaffung
       und einen beschleunigten Ausbau der ‌eigenen Energieversorgung. „Wir müssen
       uns ‌auf eine längere Phase erhöhter Unsicherheit einstellen“, warnte die
       Wirtschaftsweise.
       
       ## 0.28 Uhr: Entwarnung nach Raketenangriff aus Iran
       
       dpa | Israel ist nach Militärangaben in der Nacht erneut aus Iran mit
       Raketen angegriffen worden. In Tel Aviv und anderen Gebieten des jüdischen
       Staates heulten die Sirenen. Inzwischen dürfe die Bevölkerung die
       Schutzräume jedoch wieder verlassen, nachdem zuvor die Luftabwehr im
       Einsatz war, teilte die Armee mit. Die Menschen sollten sich jedoch weiter
       in der Nähe der Schutzräume aufhalten. Iran feuert trotz der massiven
       amerikanisch-israelischen Angriffe auf das Land weiter Raketen auf Israel.
       
       ## 0.16 Uhr: CDU-Politiker: Deutschland soll USA und Israel gegen Iran
       unterstützen
       
       rtr | Der ‌CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter fordert von der
       Bundesregierung eine aktive Unterstützung der USA und Israels bei ihrem
       Vorgehen gegen Iran. „Wir müssen die USA und Israel in ihrem entschlossenen
       ‌Vorgehen vollumfänglich und aktiv unterstützen“, sagt Kiesewetter der
       Augsburger Allgemeinen. ⁠Deutschland solle dabei „nichts ausschließen“ –
       von logistischer Unterstützung über Luftverteidigung bis hin zu offensiven
       ‌Maßnahmen ‌gegen die militärische ⁠Infrastruktur des iranischen Regimes.
       Iran sei auch ‌für Deutschland ‌ein Kriegsziel, betont der Unionspolitiker.
       
       3 Mar 2026
       
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