# taz.de -- Angriff auf Iran: Freude und Sorge in den USA
> Die Reaktion in den USA auf den Angriff auf Iran ist geteilt. Auch bei
> Trumps Republikanern gibt es Gegenstimmen.
(IMG) Bild: Des Pudels Kern: Wie sehen Exil-Iraner*innen in den USA den Angriff? Etwa hier in Los Angeles
[1][Der Tod des obersten iranischen Führers Ali Chamenei] hat unter den in
den USA lebenden Exiliraner*innen für großen Jubel gesorgt. Vor dem
Weißen Haus versammelten sich am Samstag nach den gemeinsamen [2][Angriffen
der USA und Israel] auf Ziele im Iran eine Gruppe von iranischen
Einwanderern, die mit Plakaten und Gesängen ihre Dankbarkeit für
US-Präsident Donald Trump zum Ausdruck brachten. „Thank You!“ stand auf
einem großen Plakat, das mit der US-Flagge und Bildern von Trump geschmückt
war.
„Wir finden es großartig, was er tut. Er unterstützt das iranische Volk im
Kampf gegen das Regime. Er ist der Erste seit 47 Jahren, der uns
verteidigt“, sagte eine Demonstrantin der Nachrichtenagentur IANS.
Auch in anderen US-Städten feierten die Menschen den Militärangriff. In Los
Angeles, wo etwa ein Drittel der rund 400.000 Exiliraner*innen leben,
kam es zu spontanen Autokonvois und Freudentänzen. Überall waren iranische
Fahnen zu sehen.
„Ich hätte gedacht, dass weder ich noch meine Kinder das Erleben würden.
Ich bin so glücklich, dass wir endlich unsere Freiheit erlangen. Ich habe
jeden Tag zu Gott gebetet, dass ich eines Tages die Orte besuchen kann, die
ich nie besuchen konnte, weil ich Iran im Alter von sieben Jahren verlassen
musste“, sagte Shab Snyder dem lokalen TV-Sender KTLA.
## Auch Kongress gespalten
Doch neben all dem Jubel gab es auch kritische Stimmen. Der
iranischstämmige demokratische Aktivist Alex Mohajer zeigte sich entsetzt
über das Vorgehen der US-Regierung und warnte, dass auch der Tod des
obersten religiösen Führers keine Garantie für Frieden sei.
„Man kann nicht einfach einen Teil der Islamischen Republik beseitigen –
nicht einmal den obersten Führer. Es wird immer Nachfolger geben. […] daher
glaube ich nicht, dass ein paar Angriffe daran etwas ändern werden“, sagte
Mohajer, Vizepräsident der iranisch-amerikanischen Demokraten Kaliforniens,
zu Politico.
Auch im US-Kongress waren die Meinungen gemischt. Republikaner bezeichneten
den Angriff als eine „Notwendigkeit“ und begrüßten Trumps entschlossenes
Vorgehen. Demokraten beklagten hingegen den Alleingang der Regierung und
verlangten, dass der Kongress zukünftig in militärische Entscheidung
miteinbezogen wird.
Der republikanische Senator Lindsey Graham, der sich in der Vergangenheit
immer wieder für einen Regimewechsel ausgesprochen hatte, begrüßte den
Militärschlag.
„Das Ende des größten staatlichen Förderers von Terrorismus ist nahe“,
schrieb der Senator aus South Carolina auf X. In einem längeren Post wenig
später erklärte er, dass die „größte Veränderung im Nahen Osten seit
tausend Jahren“ bevorstehe.
Laut dem republikanischen Abgeordneten Thomas Massie, einem erklärten
Trump-Gegner, würden die Angriffe nicht dem „America First“-Mantra der
MAGA-Bewegung entsprechen.
## Demokraten warnen vor Fehlern der Vergangenheit
Viele Demokraten machten in ihren Reaktionen deutlich, dass auch sie das
iranische Regime für äußerst gefährlich halten. Dennoch kritisierten sie
das Vorgehen von Präsident Trump und dessen Regierung.
Mark Warner, der höchstrangige Demokrat im Geheimdienstausschuss des
Senats, befürchtet, dass die USA die Fehler der Vergangenheit wiederholen
könnten.
„Das amerikanische Volk kennt dieses Vorgehen bereits – vorgetäuschte
Dringlichkeit, falsch dargestellte Geheimdienstinformationen und
Militäraktionen, die die Vereinigten Staaten in einen Regimewechsel und
einen langwierigen, kostspieligen Staatsaufbau hineinziehen“, sagte der
Senator aus Virginia.
Die Demokratin Sara Jacobs warnt vor einem weiteren „endlosen Krieg“. Der
Angriff auf den Iran wird laut ihr als „einer der größten außenpolitischen
Fehler“ in die Geschichte eingehen.
Doch auch unter Demokraten gibt es vereinzelt Befürworter der
Militäroperation mit dem Namen „Operation Epic Fury“. Senator John
Fetterman sagte im Interview mit Fox News: „Ich bin zwar Demokrat, aber in
diesem Fall hat der Präsident absolut recht.“
Jenseits dieser einzelnen Ausnahmen blieben die meisten Kongressmitglieder
ihrer jeweiligen Parteilinie treu.
1 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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