# taz.de -- Kanzler-Reise nach China: Er hat was rausgeholt
> Die Erwartungen beim Besuch des Kanzlers in China waren von vornherein
> gering. Aber Merz kommt nicht mit nichts zurück.
(IMG) Bild: Handschlag auf die besten Deals
Wenn deutsche Politiker:innen nach China reisen, ist die heimische
Presse schnell mit ihren Haltungsnoten: Ex-Außenministerin Annalena
Baerbock sei zu belehrend während ihres Peking-Besuchs 2024 gewesen. Als
Ex-Kanzler Olaf Scholz in die Volksrepublik flog, habe er steif gewirkt,
lautete die Kritik. [1][Nun ist Friedrich Merz dran]: Der Kanzler sei vor
Xi Jinping eingeknickt, er habe seine Rhetorik deutlich zurückgefahren. All
das wird als Zeichen der Schwäche interpretiert.
Tatsächlich fällt der China-Antrittsbesuch des Kanzlers in eine ambivalente
Zeit. Auf der einen Seite des Atlantiks hat sich [2][US-Präsident Trump von
seinen europäischen Alliierten verabschiedet] und dem Freihandel den Krieg
erklärt. Gleichzeitig sind die Probleme mit der anderen Weltmacht ebenfalls
nicht kleiner geworden: Die Industriepolitik Xi Jinpings droht derzeit die
deutsche Volkswirtschaft existenziell zu bedrohen. Zudem ist China zum
größten Unterstützer Russlands avanciert. Und in Sachen Menschenrechte
sieht es im Reich der Mitte seit Jahren finster aus.
Angesichts dieses geopolitischen Chaos den richtigen Umgang mit China zu
finden, ist nahezu unmöglich. Jede Entscheidung ist mit Kosten verbunden:
Aus strategischer Sicht wäre es dringend geboten, die wirtschaftlichen
Abhängigkeiten gegenüber China zu verringern. Gleichzeitig muss Merz die
[3][Perspektive der Auto-Vorstände] berücksichtigen, die den Zugang zum
chinesischen Markt brauchen. Umweltschützer pochen darauf, dass man den
Kampf gegen den Klimawandel nur gewinnen kann, wenn man China ins Boot
holt. Und dann sind da noch die NGOs mit ihrem Anspruch an die
Menschenrechte.
Gemessen an der niedrigen Erwartungshaltung hat Merz einiges herausgeholt:
einen Deal über 120 Airbus-Flugzeuge, die die Chinesen kaufen möchten. Oder
dass beide Seiten regelmäßige Regierungskonsultationen aufnehmen. Es
scheint, dass sich ein neuer Normalzustand zwischen der zweit- und
drittgrößten Volkswirtschaft einpendelt. Dass bei zentralen Konflikten ein
Entgegenkommen möglich ist, war von vorneherein unrealistisch.
26 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Fabian Kretschmer
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