# taz.de -- Der Gaza-Krieg in der Kultur: Und wieder ein offener Brief
       
       > Über 80 Filmschaffende unterzeichnen einen offenen Brief an die
       > Berlinale. Der Vorwurf: Das Festival positioniere sich nicht ausreichend
       > zu Gaza.
       
 (IMG) Bild: Tilda Swinton ist eine der 80 Filmschaffenden, die in einem offenen Brief Kritik an der Berlinale üben
       
       dpa/taz | Etwa 80 Filmschaffende haben in einem im Branchenmagazin Variety
       veröffentlichten offenen Brief Kritik an der Berlinale geübt. Sie werfen
       dem Festival vor, zum Krieg in Gaza zu schweigen, während es sich zu
       anderen Konflikten – etwa in Iran oder in der Ukraine – klar positioniert
       habe. In dem Schreiben zeigen sich die Unterzeichner entsetzt über das
       „institutionelle Schweigen der Berlinale zum Völkermord an den
       Palästinensern“. Israel und die Bundesregierung weisen den Vorwurf des
       Völkermords zurück. Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag
       läuft eine von Südafrika angestrengte Völkermordklage gegen Israel. Wann
       das Gericht ein Urteil fällen könnte, ist unbekannt.
       
       Unter den Unterzeichnenden finden sich Schauspieler:innen wie Tilda
       Swinton („The Room Next Door“) und Javier Bardem („No Country for Old Men“)
       sowie [1][die Künstlerin Nan Goldin], deren Positionierung schon [2][2024
       an der Berliner Nationalgalerie zu Konflikten führte.]
       
       Bereits zu Beginn des Festivals war die politische Debatte entbrannt:
       Jurypräsident Wim Wenders hatte Filmschaffende als Gegenpol zur Politik
       bezeichnet, was die indische [3][Autorin Arundhati Roy dazu veranlasste,
       ihre Teilnahme abzusagen.] Auch in dem offenen Brief stößt Wenders Haltung
       auf Kritik.
       
       ## Tuttle verteidigt das Festival
       
       [4][Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle] verteidigte daraufhin das Festival.
       Sie betonte, dass dort freie Meinungsäußerung stattfinde, und schrieb: „Wir
       glauben nicht, dass es unter den hier vertretenen Filmschaffenden jemanden
       gibt, dem gleichgültig wäre, was in dieser Welt geschieht – jemanden, der
       die Rechte, das Leben oder das immense Leid der Menschen in Gaza und im
       Westjordanland, in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, im Iran, in
       der Ukraine, in Minneapolis und an einer erschreckend großen Zahl weiterer
       Orte nicht ernst nähme“, so Tuttle.
       
       Der Nahostkonflikt beschäftigt die als politisch geltende Berlinale schon
       länger. Nach der Abschlussgala 2024 war das Festival in die Kritik geraten,
       weil Preisträger Israels Vorgehen in Gaza angeprangert hatten, ohne den
       Hamas-Angriff vom Oktober 2023 zu erwähnen – eine Debatte, die bis hin zu
       Antisemitismusvorwürfen reichte.
       
       18 Feb 2026
       
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