# taz.de -- Friedrich Merz alkoholfrei: Der Disziplinator
       
       > Fehlende Arbeitsmoral will Kanzler Merz gerade der CDU nicht vorwerfen
       > lassen. Für deren Parteitag lautet das Credo folglich: Gefeiert wird
       > später!
       
 (IMG) Bild: Es gibt kein Bier auf ..., äh, in Stuttgart: -Linnemann, Merz und Stumpp inspizieren das Terrain
       
       Kurz vor Beginn [1][des CDU-Parteitags] in Stuttgart sandte die
       Parteizentrale laut Tagesspiegel eine E-Mail an die sich dort
       präsentierenden Unternehmen. „Auf Entscheidung des Parteivorsitzenden hin“
       müsse man den Zeitplan für den Ausschank alkoholischer Getränke an die
       Delegierten am Freitagabend „leider kurzfristig anpassen“.
       
       Um das ehrgeizige Programm der Antragsberatungen erfolgreich und pünktlich
       abzuschließen, sei es „essenziell, dass die Delegierten bis zum
       Sitzungsende im Plenarsaal verbleiben“. Damit das auch wirklich klappt,
       sollen die Aussteller erst nach der Sitzung Bier, Wein und Hochprozentiges
       servieren.
       
       Das Antragsheft des Parteitags umfasst knapp 450 Seiten. Unter anderem
       sollen die Delegierten über Wohnungspolitik, ein [2][Social-Media-Verbot
       für Minderjährige], die Wehrpflicht, Teilzeitarbeit, Europas Außengrenzen,
       die Klimaneutralität und eine Wahlrechtsänderung beraten.
       
       Der Kanzler ist nicht zu beneiden. [3][Außenpolitisch brennt die Luft,] die
       internationale Ordnung ist in tektonische Bewegung geraten.
       Koalitionspartner SPD will sich links profilieren, die eigene Partei ringt
       mit sich selbst. Die Wirtschaftsliberalen wollen harte Reformen, der
       Arbeitnehmerflügel ist vom Vorwurf der [4][„Lifestyle-Teilzeit“] entnervt,
       die Konservativen fordern ein schärferes Profil, die Mitte will eine
       Christdemokratie, „der man das ‚C‘ nicht nur in Sonntagsreden anmerkt“.
       
       Angesichts dieser Gemengelage vor den Wahlen in Baden-Württemberg und
       Rheinland-Pfalz zeigte Merz nun klare Kante. Erst die Arbeit, dann das
       Vergnügen! Es ist ein Signal an Partei und Gesellschaft: Erstens gibt es
       viel zu tun, zweitens ist uns das bewusst, drittens werden wir Ergebnisse
       liefern. So inszeniert sich Merz als Disziplinator, der seinen Laden im
       Griff hat: Jetzt wird in die Hände gespuckt, gefeiert wird später.
       
       20 Feb 2026
       
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