# taz.de -- Der CDU-Parteitag bestätigt Merz: Zurück in alte Rollen
> Die CDU hat Merz trotz allen Unmuts mit einem guten Ergebnis erneut zum
> Parteichef gewählt. Wenn es um die Macht geht, hält man eben die Füße
> still.
(IMG) Bild: Träumte da schon von einem Spitzenergebnis in Stuttgart: Friedrich Merz auf dem Politischen Aschermittwoch der CDU Rheinland-Pfalz
Die CDU hat Friedrich Merz mit 91,2 Prozent als Vorsitzenden bestätigt. Das
ist nicht nur mit Blick auf das, was [1][Markus Söder] und [2][Lars
Klingbeil] zuletzt in ihren Parteien holten, ein wirklich gutes Ergebnis.
Und es ist sogar noch etwas besser als das vor zwei Jahren, als Merz noch
kein Kanzler, sondern Oppositionsführer war. Ein ehrliches Ergebnis ist es
allerdings nicht. Die Unzufriedenheit in der Partei mit Merz ist weiter da.
Ein schlechtes Ergebnis aber hätte [3][die Erfolgsaussichten von Manuel
Hagel] geschwächt, den Grünen bei der Landtagswahl in zwei Wochen die
Stuttgarter Staatskanzlei wieder abzunehmen. Darauf setzt die CDU ganz
besonders. So soll neue Energie entstehen, die die CDU in das schwierige
Wahljahr trägt. Ein schlechtes Ergebnis würde auch Merz’ Agieren als
Kanzler erschweren. Und das in geopolitisch herausfordernden Zeiten und vor
[4][wichtigen Verhandlungen über Sozialreformen] mit der SPD.
Flügelübergreifend haben der Generalsekretär und zahlreiche
Ministerpräsidenten die Delegierten aufgefordert, bei Merz’ Wiederwahl für
ein gutes Ergebnis zu sorgen. Dass sie dies für nötig hielten, zeigt, wie
nervös und verunsichert die Partei ist. In der CDU sind viele von Merz
enttäuscht, der im Bundestagswahlkampf lautstark „CDU pur“ versprochen
hatte und jetzt Kompromisse mit der SPD suchen muss. Besonders seine
180-Grad-Wende in der Schuldenpolitik haben ihm viele Christdemokraten
bislang nicht verziehen.
Daran hat auch Merz’ Rede auf dem Parteitag nicht viel geändert. Merz hat
die Delegierten nicht gepackt, auch wenn es danach die wohl als für
notwendig erachteten minutenlangen Standing Ovations gab. Seine Rede, eher
Regierungserklärung als Parteitagsrede, war lang und bedacht, um niemandem
im Saal vor den Kopf zu stoßen.
Eindeutig war Merz vor allem in seiner erneuten Abgrenzung zur AfD, an
anderen Stellen blieb er inhaltlich auffallend blass: Wie stellt er sich
Deutschlands Rolle in Europa konkret vor – und wie soll die Zusammenarbeit
mit anderen Ländern funktionieren? Wie will er mit den Sozialdemokraten das
Sozialsystem reformieren? Da kann man von einem Kanzler, der sonst gerne
laut tönt, konkretere Antworten erwarten.
Mit seiner Rede hat Merz auch innerhalb der CDU den Rollenwechsel
vollzogen: vom Oppositionspolitiker zum Kanzler – und zurück Richtung
Mitte. Und die Partei? Die scheint trotz manchen Unmuts bereit, diesen Weg
mitzugehen. Damit wäre die CDU, nach einer kurzen, selbstbewussten Phase in
der Opposition, wieder in ihrer alten Rolle angekommen: Wenn es um die
Macht geht, hält man die Füße still.
21 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Sabine am Orde
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