# taz.de -- Iranische Opposition: Der Schah-Sohn ist kein Hoffnungsträger
       
       > Die Menschen in Iran brauchen unsere Solidarität. Auf Reza Pahlavi zu
       > setzen, der von rechtsextremen Kräften unterstützt wird, ist der falsche
       > Weg.
       
 (IMG) Bild: Make Iran Great Again: Die Trump-Analogie ist beabsichtigt. Anhänger des Kronprinzen bei der Iran-Kundgebung am Samstag in München
       
       Nach dem [1][beispiellosen Massaker des iranischen Regimes] mit Tausenden
       Toten ist es verständlich, dass sich viele dessen baldiges Ende
       herbeiwünschen. Es ist verständlich, dass viele ihre [2][Hoffnungen auf den
       Sohn des letzten Schahs] richten, und sei es nur aus Mangel an Alternativen
       oder als kleineres Übel. Und es ist wichtig, Solidarität mit den Menschen
       in Iran und in der Diaspora zu zeigen – alleine schon um sie wissen zu
       lassen, dass sie nicht alleine sind.
       
       Es gibt aber gute Gründe, die aktuelle [3][Begeisterung für den Schah-Sohn
       Reza Pahlavi] skeptisch zu sehen. Nicht nur, weil er sich nie von den
       Verbrechen seines Vaters distanziert hat, oder weil er von extrem rechten
       Kräften wie Israels Premier Netanjahu und der Trump-Regierung unterstützt
       wird. Sondern auch, weil seine Anhänger teilweise selbst extrem
       nationalistische und rassistische Auffassungen vertreten. Das lässt sich an
       den „Tod den Linken“-Rufen ablesen, die auf ihren Kundgebungen ertönen, und
       daran, dass manche von ihnen bis heute dem Arier-Mythos von einer
       angeblichen völkischen Überlegenheit anhängen, der in der Pahlavi-Ära
       propagiert wurde. Nicht jeder, der das Mullah-Regime ablehnt, ist schon ein
       Demokrat.
       
       Noch mehr Gründe gibt es, einen [4][Angriff der USA auf Iran] abzulehnen,
       wie ihn Pahlavi fordert. Denn es spricht einiges dafür, dass ein von außen
       erzwungener „Regime Change“ in Iran katastrophale Folgen haben könnte. Iran
       ist, mit über 90 Millionen Einwohnern, eines der bevölkerungsreichsten
       Länder der Welt. Ein von außen beförderter Bürgerkrieg würden die
       bisherigen Desaster in Libyen (7,5 Millionen Einwohner), Afghanistan (rund
       40 Millionen Einwohner) und Irak (fast 50 Millionen Einwohner) verblassen
       lassen. Das kann niemand wünschen.
       
       Und wer seine Hoffnungen ausgerechnet auf Donald Trump setzt, könnte
       ohnehin rasch enttäuscht werden. Es war verantwortungslos von ihm, die
       Protestierenden in Iran zu ermuntern, auf die Straße zu gehen und ihnen
       „Hilfe“ anzukündigen – und sie dann im Stich zu lassen, wie er es getan
       hat. Schon jetzt ist mit Blick auf die [5][Verhandlungen der USA mit Iran]
       von Menschenrechten oder Reformen keine Rede – es geht um das iranische
       Atomprogramm und um Öl.
       
       Ja, der Kampf der Iraner für Freiheit und Menschenwürde braucht unsere
       Solidarität. Aber er braucht keine naiven und gefährlichen Träumereien von
       einem starken Mann, der mal eben das Mullah-Regime zur Seite schiebt. Denn
       so einfach ist es leider nicht.
       
       16 Feb 2026
       
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