# taz.de -- Deutsche Botschaft im Iran: Visastelle geschlossen, Wiedereröffnung nicht in Sicht
       
       > Wegen der Gewalt des Regimes nimmt die Bundesrepublik in Iran keine
       > Visumsanträge mehr an. Die Grünen üben Kritik und fordern Hilfe speziell
       > für Studierende.
       
 (IMG) Bild: Die Proteste wurden niedergeschossen, das Regime feiert sich: Mitglied der Revolutionsgarden bei Regime-Kundgebung in Teheran
       
       Wer auf der Internetseite der Deutschen Botschaft in Teheran nach einem
       Termin für die Visavergabe sucht, endet an einem roten Warnhinweis. „Die
       Botschaft arbeitet derzeit in eingeschränktem Umfang. Die technischen und
       personellen Kapazitäten sind stark reduziert“, steht dort. Beim externen
       Dienstleister, der die Visaverfahren abwickelt, gebe es bis auf Weiteres
       keine neuen Termine. Bestehende Termine seien storniert.
       
       In der Antwort auf eine schriftliche Frage der Grünen im Bundestag hat das
       Auswärtige Amt jetzt bestätigt: Wegen der [1][harten Repressionen gegen die
       jüngsten Proteste in Iran] gibt es im Land momentan keine Möglichkeit, Visa
       für die Einreise nach Deutschland zu beantragen. Zudem teilte das
       Ministerium mit, dass eine Rückkehr zu den herkömmlichen Verfahren nicht in
       Sicht ist.
       
       Wörtlich heißt es in der Antwort, die der taz vorliegt: „Das wegen
       Maßnahmen der iranischen Regierung bereits ausgedünnte entsandte
       Botschaftspersonal wurde aus Sicherheitsgründen nochmals reduziert. Wann
       mit einer Rückkehr zu einem regulären Dienstbetrieb gerechnet werden kann,
       lässt sich angesichts der weiterhin volatilen Sicherheitslage vor Ort
       derzeit nicht belastbar sagen.“
       
       Der Grünen-Abgeordnete Boris Mijatović, Mitglied im Menschenrechtsausschuss
       des Bundestags, kritisiert den Visa-Stopp. „Selbstverständlich ist die
       Sicherheitslage in Iran auch für die Mitarbeiter:innen der deutschen
       Auslandsvertretung ein erhebliches persönliches Risiko“, sagte er der taz.
       Dennoch bleibe die Bundesregierung in der Verantwortung, Wege zu finden, um
       neue Anträge an der Botschaft anzunehmen und bestehende Anträge schnell zu
       bearbeiten. „Für die Menschen hinter diesen bürokratischen Vorgängen zählt
       jeder einzelne Tag“, sagte er.
       
       ## Fokus auf Studierende
       
       Speziell forderte Mijatović die Regierung auf, „Studierende und
       Wissenschaftler:innen in Iran bei ihren Visa-Anträgen deutlich stärker
       zu unterstützen“. Dabei verwies er darauf, dass sich deutsche Universitäten
       wegen der Verzögerungen Sorgen um Betroffene machten, die bei ihnen
       studieren oder lehren sollen.
       
       Das Auswärtige Amt gibt an, immerhin vor der aktuellen Krise in Iran
       „erhebliche zusätzliche Bearbeitungskapazitäten geschaffen“ und dabei einen
       Fokus auf Studienvisa gelegt zu haben. Im vierten Quartal 2025 habe man
       hierbei „gut 80 Prozent mehr Anträge bearbeitet“ als im Vorjahreszeitraum.
       
       Was das in absoluten Zahlen bedeutet, gibt das Ministerium in der Antwort
       aber nicht an. Ebenso fehlen Angaben zu den Bearbeitungszeiten, da diese
       „nicht statistisch erfasst würden“. Im gesamten Jahr 2025 wurden [2][laut
       einer Statistik aus dem Januar] 3.922 Visaanträge, die in Iran zur Aufnahme
       eines Studiums in Deutschland gestellt wurden, bearbeitet. [3][Im Jahr
       2024] war die Zahl höher und lag bei 5.160.
       
       15 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Repression-im-Iran/!6152537
 (DIR) [2] https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/visa-und-aufenthalt/2231558-2231558
 (DIR) [3] https://www.auswaertiges-amt.de/resource/blob/2719076/26bdf21483b65e441b88d5233ddedca5/statistik-2024-nationale-visa-data.pdf
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Tobias Schulze
       
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