# taz.de -- Dietrich Mühlberg über Umbrüche: „Die Neuen brauchten uns“
       
       > Dietrich Mühlberg hat Philosophie studiert und wurde in der DDR zum
       > Mitbegründer der Kulturwissenschaften. Ein Gespräch zu seinem 90.
       > Geburtstag.
       
 (IMG) Bild: Zwischen Büchern: Kulturwissenschaftler Dietrich Mühlberg in seinem zu Hause in Berlin
       
       taz: Herr Mühlberg, Sie leben hier in Berlin-Mitte mit Ihrer Frau seit 16
       Jahren [1][hinter dem Kino International]. Das wird nach umfangreicher
       Generalsanierung am 3. März mit viel Brimborium und Politprominenz
       wiedereröffnet. Wann waren Sie das letzte Mal in dem Kino? 
       
       Dietrich Mühlberg: Das weiß ich gar nicht mehr, ist inzwischen längere Zeit
       her. Anders war’s, als ich von 1965 bis 1968 schräg gegenüber vom
       International gewohnt habe. Das Kino war ganz neu, da war immer viel los.
       Am größten war der Trubel bei der Premiere von „Spur der Steine“.
       
       taz: Gegen den erfolgreichen, politisch unliebsamen Defa-Film [2][mit
       Manfred Krug in der Hauptrolle] aus dem Jahr 1966 gab es von Seiten der SED
       organisierte Tumulte. 
       
       Mühlberg: Ich hab ihn mir schon deshalb angesehen. Der Film bot neben etwas
       langatmigen Grundsatzdebatten eine Folge ganz wunderbarer Szenen. Also ja,
       mit dem Kino International bin ich von Anbeginn verbunden. Nun war es lange
       außer Betrieb. Und ich bin nicht mehr gut zu Fuß, sehe mir Filme inzwischen
       lieber zu Hause an.
       
       taz: Sie werden 90 Jahre alt, feiern das am 28. Februar und noch einmal am
       1. März. Wie sind Sie aufgewachsen? 
       
       Mühlberg: Meine Eltern sind gleich nebenan, im früheren Scheunenviertel
       geboren, einfache Verhältnisse. Sie sind hier aufgewachsen und lernten sich
       in der SAJ, der sozialdemokratischen Jugendorganisation, kennen. Als aktive
       linke Leute mussten sie 1933 abtauchen und sind mehrmals umgezogen,
       schließlich nach Johannisthal. Dort bin ich in der Mühlbergstraße 27
       geboren.
       
       taz: Sie sind in der Mühlbergstraße geboren? Ein schöner Zufall. 
       
       Mühlberg: Vater war lange arbeitslos, dann vermittelte ihm ein Freund aus
       der Ingenieurschule eine Stelle beim Flugzeugbauer Focke-Wulf am Flugplatz
       Johannisthal. Dort fanden sie auch eine Wohnung. Meine Mutter arbeitete
       weiter im Altersheim Biesdorf. Bis ich geboren wurde. Dann drängte es sie,
       in einem Garten zu leben. Sie haben 1937 eine Sommerlaube gepachtet und
       daraus ein kleines Einfamilienhaus gebastelt.
       
       taz: Haben Sie Geschwister? 
       
       Mühlberg: Nur eine drei Jahre jüngere Schwester. Nur – weil unsere Mutter
       an Gelenkrheumatismus erkrankte, der ihre Beweglichkeit einschränkte. Darum
       hatten wir bald eine Haushaltshilfe. Anfangs waren das Mädchen, die bei uns
       ihr damals eingeführtes „Pflichtjahr“ absolvierten. Im Sommer 1941 wurde
       uns dann aus dem Lager der russischen „Fremdarbeiter“ die sechzehnjährige
       Walentina zugewiesen, die dann bis in den Sommer 1945 bei uns geblieben
       ist.
       
       taz: Sie haben die Bombardierungen miterlebt? 
       
       Mühlberg: Als 1943 die Alliierten ihre Bombenangriffe intensivierten, wurde
       meine Mutter mit ihren Kindern nach Ostpreußen „evakuiert“. Doch schon im
       nächsten Frühjahr rückte die Ostfront immer näher. Wir flüchteten nach
       Thüringen und wurden bei einer Familie in Hartmannsdorf einquartiert. Das
       liegt an der Autobahn nach Dresden. Weil sich die amerikanischen
       Bomberflieger damals am Band der Autobahnen orientierten, erlebten wir fast
       täglich lange Ketten brummender Bomberstaffeln, Luftkämpfe, Abstürze und
       Explosionen. Vor allem darum entschied meine Mutter Ende August 1944
       schließlich, dass wir wieder nach Berlin, in unser Gartenhäuschen
       zurückkehren.
       
       taz: Sie sind Jahrgang 1936, haben als 8-Jähriger also alles bewusst
       miterlebt. Wie war das? Schrecklich? 
       
       Mühlberg: Nein. Als Kind erlebte ich Kriegsjahre als eine Serie von immer
       neuen Situationen, von vielen wunderbaren Erlebnissen. Immer war was los.
       Als Ursache dafür sehe ich, neben meiner kindlichen Naivität und großen
       Neugier, den besonderen Glücksfall, dass alles glimpflich oder gut ausging
       und die Meinen alle am Leben blieben. Nur so konnte Krieg ein Abenteuer
       sein. Ich wollte die Bomber sehen und auch erleben, wie sie abgeschossen
       werden. Ich wusste, wenn man in den Wald geht, ist man nicht zu sehen und
       außer Gefahr.
       
       taz: Ihr Vater hat den Zweiten Weltkrieg überlebt? 
       
       Mühlberg: Im Baltikum leicht verletzt, kam er über die Ostsee nach
       Flensburg und dort in englische Gefangenschaft. Bereits im Herbst 1945 war
       er wieder bei uns in Johannisthal und hat den Ortsverein der SPD geleitet.
       Meine Mama hat die Kinderfreunde, die Kinderorganisation der SPD,
       übernommen.
       
       taz: Mit der SPD währte es in der sowjetischen Besatzungszone nicht lange. 
       
       Mühlberg: Meine Eltern waren Delegierte auf dem Vereinigungsparteitag von
       SPD und KPD zur SED. Mein Vater war kurze Zeit SED-Kreissekretär für Jugend
       in Treptow, ging ein halbes Jahr auf die Parteihochschule und 1947 zur
       Deutschen Wirtschaftskommission. Im neuen DDR-Ministerium für Planung wurde
       er Hauptabteilungsleiter. Aber na ja, er kam aus der SPD und auch die
       englische Kriegsgefangenschaft wog schwer. Also wurde er 1950
       rausgeschmissen. Offiziell hieß es, er wäre auf eigenen Wunsch
       ausgeschieden. Er erhielt ein wunderbares Zeugnis und wurde Planungsleiter
       im Transformatorenwerk Oberschöneweide.
       
       taz: Ab in die Produktion also. 
       
       Mühlberg: Aber er war sehr linientreu, trotz allem. Am 17. Juni 1953 sagte
       er seinen Leuten am Werktor: Wir marschieren heute nicht raus.
       
       taz: Die Erfahrungen mit der russischen Besatzungsmacht nach dem Krieg und
       die Jahre danach, hat Sie das geprägt? 
       
       Mühlberg: Ich habe Russisch gelernt, russische Literatur gelesen und war im
       Kino von etlichen der Filme mitgerissen. Als eifriger Hobbyfotograf leitete
       ich den Fotozirkel im Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (DSF) in
       Treptow. Im kleinen Saal habe ich mit einem Freund literarisch-musikalische
       Abende veranstaltet. Wir nutzten ihn auch als Partykeller für
       Studienjahrsfeiern. Schließlich wurde ich Mitglied des Zentralvorstandes
       der DSF und 1956 zu einer Studienreise in die Sowjetunion eingeladen. In
       Moskau habe ich Stalin im Mausoleum besichtigt. Und im Bolschoi war gerade
       die Kiewer Oper mit „Krieg und Frieden“ zu Gast.
       
       taz: Wie passend, aus leider aktuellem Anlass. 
       
       Mühlberg: Die kamen mit richtigen Pferden auf die Bühne. Und als
       Chruschtschow verspätet in den seitlichen Regierungsbalkon trat, wurde die
       Vorstellung unterbrochen – Sänger und Orchester wandten sich ihm zu und
       begrüßten ihn klatschend.
       
       taz: Was wollten Sie eigentlich einmal werden? 
       
       Mühlberg: Erst wollte ich Chemiker werden, später auch Fotograf.
       Entscheidend war, dass meine Eltern sehr viel für meine Bildung getan
       haben. Neben vielen guten Büchern haben sie mir auch ein Arztmikroskop und
       einen Chemiebaukasten geschenkt. Chemische Reaktionen fand ich schon immer
       spannend. Wir hatten ja bereits im Krieg und danach mit dem, was übrig
       geblieben war, gespielt und es explodieren lassen. Einige haben dabei Hände
       verloren, mir ist nichts passiert.
       
       taz: Aber es hat andere Anstöße von außen gegeben? Chemiker sind Sie ja
       nicht geworden. 
       
       Mühlberg: Mehrere. Wir hatten einen guten Bücherschrank, ich habe viel
       gelesen, Karl May galt als Kitsch. Vater brachte vom Dietz-Verlag Romane
       von F. C. Weiskopf mit. 1950 korrespondierte ich mit ihm, als er noch
       Botschafter der ČSSR in Peking war. Als er nach Berlin kam, habe ich auch
       seine Frau kennengelernt, die Schriftstellerin Alex Wedding. Am Ende der
       Oberschulzeit wollte ich Literaturwissenschaftler werden, hatte schon einen
       Studienplatz bei den Germanisten der Humboldt-Uni – da warben mich die
       Philosophen ab. Von 1954 bis 1959 habe ich Philosophie mit der
       Spezialisierung auf Ästhetik studiert; dazu etwas Germanistik und
       Kunstgeschichte als Nebenfächer. Meine Diplomarbeit habe ich über Debatten
       im „Verband proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“ geschrieben. 1956
       gab es ein Praktikum beim Verlag Volk und Welt, betreut von Roland Links.
       
       taz: Dem Vater von Christoph Links, dem Verleger des gleichnamigen
       Verlages? 
       
       Mühlberg: Genau, beim Vater von Christoph. Nach dem Studium bin ich an die
       Uni Greifswald vermittelt worden, zusammen mit meiner ersten Frau Helga.
       Wir waren am Institut für Marxismus-Leninismus angestellt und haben
       Philosophie unterrichtet. Das gehörte zum Grundstudium für alle Studenten,
       egal ob Historiker, Kunsterzieher oder Zahnmediziner.
       
       taz: In Greifswald haben Sie es nicht so lange ausgehalten? 
       
       Mühlberg: Ich wollte aus diesem Grundstudium raus. Über einen Umweg
       versuchte ich, davon loszukommen. Ins Ausland, dachte ich, möglichst weit
       weg. Ich hätte nach Warschau, Prag oder Budapest gehen können. Ich habe mir
       aber Sofia ausgesucht. Dies auch, weil ich in Sofia Freunde hatte, Kollegen
       meines Vaters.
       
       taz: Eine Flucht? 
       
       Mühlberg: Ein wenig schon. In Sofia absolvierten damals einige Hundert
       Studenten aus der DDR die ersten zwei Jahre ihres Medizinstudiums. Die habe
       ich in Philosophie unterrichtet und betreut, in der Uni und im
       Studentenheim. War als Botschaftsmitarbeiter auch ihr Interessenvertreter.
       Zweimal haben wir als Ensemble mit Auftritten eine Rundtour durch dieses
       wunderschöne Land gemacht. Auch für meine kleine Familie waren das tolle
       Jahre.
       
       taz: Sie haben ab 1963 aktiv am Aufbau des Studiengangs Kulturwissenschaft
       an der Berliner Humboldt-Universität mitgewirkt. Wie kam es dazu? 
       
       Mühlberg: 1960 hatte das SED-Politbüro beschlossen, dass es ein
       Hochschulstudium für Kulturfunktionäre geben muss. 1963 wurde dann der
       weltweit erste Studiengang dieser Art begonnen. Auf Wikipedia steht zwar,
       dass der erste Studiengang Kulturwissenschaft [3][die Cultural Studies in
       Birmingham] gewesen wären – die aber sind erst 1964 gestartet, also nach
       uns.
       
       taz: Es ging von Anfang an um die Kulturgeschichte des Alltags, der
       „kleinen Leute“, der sozialen Bewegungen. 
       
       Mühlberg: Ähnlich wie in Birmingham versuchten wir in Berlin, Kulturen in
       den Lebenswelten und Lebensweisen sozialer Klassen zu erkennen. So auch in
       der eigenen Gesellschaft. In der galt der Ruf der Arbeiterbewegung: Stürmt
       die Höhen der Kultur – Theater, Oper und Konzert; alle sollten sich das
       aneignen, was bisher den Besitzenden vorbehalten war – bürgerliche
       Hochkultur für alle. Diese Vorstellung ist durch unsere Kulturtheorie
       beendet worden, wie auch bei den Cultural Studies, die gleichfalls von den
       sozialen Verhältnissen ausgegangen sind.
       
       taz: Ein Beispiel? 
       
       Mühlberg: Die wissenschaftliche Distanz zu den „kulturellen
       Massenprozessen“. Unsere angesehenen Musikwissenschaftler hielten
       Populärmusik für imperialistisches Unkraut und verweigerten Forschung und
       Lehre dazu. Dann aber haben wir durchgesetzt, dass Peter Wicke das „Zentrum
       für populäre Musik“ aufbauen konnte.
       
       taz: Sie haben es zum Professor gebracht. Aus einfachen Verhältnissen
       kommend, war das ein sozialer Aufstieg und mithin eine klassische
       DDR-Biografie. 
       
       Mühlberg: Eine ganz normale Lebensgeschichte.
       
       taz: Nichts Besonderes also? 
       
       Mühlberg: Ich erlebte es als Vorzug, dass ich es mein Leben lang mit jungen
       Leuten wie mit erfahrenen Fernstudenten zu tun hatte, die Ideale hatten und
       etwas in der Gesellschaft bewirken wollten. Weil die Studenten mit sehr
       unterschiedlichen Vorstellungen kommen, erlebst du die Gesellschaft in
       ihrer ganzen Breite. Und bist so auch ein Lernender.
       
       taz: 1992 habe ich mein Studium angefangen und auch bei Ihnen
       Veranstaltungen belegt. Ich erinnere mich gern an Ihren anekdotenhaften
       Stil, Ihre Wissensvermittlung hat Spaß gemacht – aber auch an die unruhige
       Phase der Evaluierungen, denen sich die Dozenten aus der DDR zu unterziehen
       hatten. Wir erlebten Sie die Zeit? 
       
       Mühlberg: Die Evaluierung habe ich erfolgreich überstanden, die Kommission
       hat mich als „ordentlicher Professor“ bestätigt. Einige Mitarbeiter
       behielten ihre Stelle, neue Kollegen aus dem Westen kamen hinzu. Mit
       einigen haben wir uns gut verstanden. Die Neuen brauchten uns anfangs auch.
       
       taz: Aber dann hat man sie rausgeekelt, wie Sie es einmal nannten. 
       
       Mühlberg: 1994 hat mich die Personalverwaltung einbestellt: Entweder
       unterschreiben Sie hier, dass Ihr Arbeitsvertrag auf zwei Jahre befristet
       ist – oder wir müssen Sie morgen entlassen. Ich wollte nicht nach Hause
       kommen und plötzlich arbeitslos sein. Also habe ich unterschrieben. Zwei
       Jahre später bekam ich aus Potsdam das Angebot, im Zentrum für
       Zeithistorische Forschung zu arbeiten.
       
       taz: Wie tief war der Einschnitt, die Universität verlassen zu müssen? 
       
       Mühlberg: Wir hatten 1989 große Reformprogramme für unseren Studiengang
       ausgearbeitet. Die hatten sich dann erledigt. Neben breitem
       gesellschaftlichem Engagement war ich intensiv mit meinen
       Lehrverpflichtungen beschäftigt. In Potsdam konnte ich aufatmen. In einem
       sehr anregenden Kollegenkreis habe ich verfolgen können, was kulturell in
       meiner alten Gesellschaft passiert, wie der Osten reagiert und das neue
       System funktioniert. Das waren fünf produktive Jahre. 2001 wurde ich mit 65
       Rentner.
       
       taz: Sie waren auch auf anderen Gebieten aktiv, gründeten einen Verein. 
       
       Mühlberg: Wir hatten schon Ende der 1970er Jahre vor, einen Verband der
       Kulturwissenschaftler zu gründen. Vorstufen dazu hat es gegeben. Doch im
       Herbst 89 wurde so eine Organisation dringend notwendig. Und so haben wir
       zusammen mit Freunden und Kollegen aus dem Westen die Kulturinitiative 89
       gegründet.
       
       taz: Sie haben wunderbare Ideen entwickelt wie den Ostdeutschen Kulturtag.
       Das waren Fachtagungen mit wissenschaftlichen wie populären Podien und
       Diskussionen samt Kultur, die Aufmerksamkeit für die geschundene
       ostdeutsche Seele schuf. 
       
       Mühlberg: Mit den Ostdeutschen Kulturtagen wollten wir Beobachter der
       kulturellen Situation zusammenzuführen. Das ist auch halbwegs gelungen,
       weil die Kulturinitiative dafür einen Stab von ABM-Kräften hatte. Später
       folgten Veranstaltungsreihen wie der „Ost-West-Salon“ und die
       „Kulturdebatte im Turm“, alles auch abgebildet im Onlinejournal
       „Kulturation“.
       
       taz: Von wegen wahrgenommen werden … [4][Jana Hensel hat in ihrem neuen
       Buch „Es war einmal ein Land. Warum sich der Osten von der Demokratie
       verabschiedet]“ geschrieben, dass es „immer (die) gleichen, reflexhaften
       Debatten“ sind, wenn es um den Osten geht. „Das Sprechen über den Osten ist
       längst ein Nichtsprechen über die wahren Ursachen.“ Wie sehen Sie das? 
       
       Mühlberg: Ich sehe die Situation ähnlich wie Jana Hensel, bin aber leicht
       pessimistisch. Ich sehe keine Institution, die die Kraft und den Einfluss
       hat, das zu ändern.
       
       taz: Und die AfD? Die Partei geriert sich ja als Kraft in Ostdeutschland.
       Ein Gutteil der Ostdeutschen will es der Regierung heimzahlen, so wie schon
       zu DDR-Zeiten, als man aus Prinzip gegen alles war, was von der Regierung
       aus Berlin kam. 
       
       Mühlberg: Ich habe noch von keinem Vorschlag der AfD gehört, der eine
       Lösung für die ostdeutschen Probleme sichert. In der großen Politik spielen
       sie die Provokateure. Vielen ihrer ostdeutschen Wähler reicht das, sie
       wollen vor allem ihre Unzufriedenheit ausdrücken. Germany first und Grenzen
       dicht? Das bringt selbst die imperiale Weltmacht USA in Schwierigkeiten.
       Dafür sind die internationalen Verflechtungen und Abhängigkeiten längst zu
       stark.
       
       taz: Woran arbeiten Sie derzeit? 
       
       Mühlberg: An meinem Nachlass. Von dem der Kulturinitiative 89 habe ich
       schon 17 Kisten ans Bundesarchiv gegeben. Im Augenblick bin ich aber mit
       meinem Geburtstag beschäftigt, denn auf der Feier soll ich eine
       Familienrede liefern. Dafür stöbere ich gerade in meinem umfangreichen
       autobiografischen Material. Ich hoffe, dass mir die Zeit bleibt, auch das
       geordnet zu hinterlassen.
       
       28 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
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