# taz.de -- Neue Führungsposten: Nächster Schritt zur europäischen Nato
> Die USA fordern seit Langem mehr Verantwortung der Europäer in
> Sicherheitsfragen. Innerhalb der Nato wird nun umstrukturiert.
(IMG) Bild: Die Nato-Kommandostruktur ändert sich, Europa übernimmt mehr Verantwortung
Die Ankündigung verlief nahezu geräuschlos, soll aber kurz vor einem der
wichtigsten sicherheitsstrategischen Treffen des Jahres einen Pfeiler der
Glaubwürdigkeit setzen. Wenige Tage vor Beginn [1][der Münchner
Sicherheitskonferenz] leiten die USA ihre Forderungen nach mehr
Eigenverantwortung der Europäer in Sachen Sicherheit in die Wege. Mehr als
einmal hatte US-Präsident Donald Trump lautstark verkündet, das von den USA
dominierte Militärbündnis müsse zu einer Art „europäisch geführter Nato“
werden. Auch Vorgängerregierungen, wie etwa unter Barack Obama, hatten
ähnliches, aber in deutlich sanfterem Ton geäußert. Nun wurden konkrete
Schritte öffentlich.
Bereits Ende vergangener Woche haben sich die Mitglieder des Bündnisses auf
eine Neusortierung der Kommandostruktur und Änderungen bei der
Postenbesetzung geeinigt. Konkret heißt das, dass Großbritannien von den
USA das Kommando über das sogenannte Joint Force Command in Norfolk im
US-Bundesstaat Virginia übernimmt, Italien bekommt von den USA das Kommando
über das Joint Force Command in Neapel. Hinzu kommt: Deutschland und Polen
werden sich beim Kommando über das Joint Force Command Brunssum in den
Niederlanden abwechseln.
Mit dieser Rochade erhalten die Europäer deutlich mehr Gewicht und
Verantwortung. Die USA bleiben aber weiterhin ein relevanter Akteur bei
militärischen Einsätzen und sollen wichtige Kommandos der Luftwaffe
(Ramstein in Rheinland-Pfalz) und der Landstreitkräfte in der Türkei
weiterhin leiten. Neu dazu kommt das Seestreitkräftekommando in Northwood
in Großbritannien. Schrittweise werden diese Änderungen in den kommenden
Jahren umgesetzt.
## Mehr Führungsjobs für Europa
Die Vereinbarung sei ein Schritt hin zu einer faireren Lastenverteilung
innerhalb der Nato, hieß es in [2][einer Mitteilung des Militärbündnisses].
Das bedeutet auch mehr Führungsjobs für die europäischen Länder innerhalb
des Militärbündnisses. Zugleich stellen die USA aber auch künftig den
Posten des Oberbefehlshabers der Streitkräfte in Europa.
In rund zwei Wochen jährt sich der russische Angriffskrieg in der Ukraine
zum vierten Mal. Angesichts der neuen Bedrohungslage hatten etliche
europäischen Staaten ihre Verteidigungshaushalte deutlich erhöht. Ein
Marker ist das Fünf-Prozent-Ziel der Nato für Militärausgaben.
Laut Medienberichten dürfte Deutschland von den neuen Strukturen wohl mit
am meisten profitieren. Zum Zuge kommen neben Drei- und
Vier-Sterne-Generälen in den jeweiligen Kommandos auch andere
Generalposten.
10 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Muenchner-Sicherheitskonferenz/!6153118
(DIR) [2] https://www.nato.int/en/news-and-events/articles/news/2026/02/06/european-allies-to-take-on-new-leadership-roles-in-natos-command-structure
## AUTOREN
(DIR) Tanja Tricarico
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