# taz.de -- Deutsche Rüstungsexporte weiter hoch: Rüstungsexporte in Höhe von 12 Milliarden Euro genehmigt
> Der Umfang genehmigter Rüstungsexporte geht leicht zurück,
> Hauptempfängerland bleibt die Ukraine. Friedensgruppen kritisieren die
> Kooperation mit Golfstaaten.
(IMG) Bild: Tötungsinstrumente aus Deutschland verkaufen sich blendend: Kanone von Rheinmetall für den Kampfpanzer Leopard 2A4
dpa/taz | Der Umfang der von der Bundesregierung genehmigten
Rüstungsexporte ist im vergangenen Jahr leicht auf rund 12 Milliarden Euro
gesunken. Davon gingen etwa 10,7 Milliarden Euro oder rund 90 Prozent an
EU- oder Nato-Staaten sowie enge Partner, wie aus vorläufigen Zahlen
hervorgeht, die das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin
veröffentlichte.
Der Gesamtwert setze sich aus rund 5,6 Milliarden Euro für Kriegswaffen
sowie 6,4 Milliarden Euro für sonstige Rüstungsgüter zusammen, teilte das
Ministerium mit. In den beiden Vorjahren hatte der Umfang der genehmigten
Lieferungen mit [1][13,33 Milliarden Euro (2024)] und [2][12,15 Milliarden
Euro (2023)] Rekordwerte erreicht.
Erneut stand 2025 die Ukraine mit erteilten Genehmigungen im Wert von mehr
als 2 Milliarden Euro an der Spitze. Sie wird mit Geld und
Waffenlieferungen unterstützt, um im [3][Abwehrkampf gegen Russland]
bestehen zu können, zählt aber als sogenanntes Drittland. Der Nato
gleichgestellt sind dagegen bei Rüstungsexporten Japan, die Schweiz,
Australien und Neuseeland.
Hinter der Ukraine folgen Schweden und Norwegen mit Lieferungen im Wert von
1,38 bzw. 1,01 Milliarden Euro. Auf Platz 4 der deutschen
Rüstungsexportliste [4][folgt die Türkei] mit rund 742.000 Millionen Euro.
Etwa 10 Prozent der Rüstungsexporte (1,2 Milliarden Euro) wurden für
Lieferungen an sonstige Drittländer genehmigt. Dazu zählen Südkorea und
Singapur.
## Kritik an möglichen Waffengeschäften mit der Golfregion
Unterdessen kritisierte ein Bündnis mehrerer Organisationen („Aktion
Aufschrei“) nach dem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der
Golfregion mögliche Waffengeschäfte und Rüstungskooperationen mit
autokratisch regierten Staaten.
Es sei ein folgenschwerer Fehler, die Waffenexporte in Länder wie
Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate zu erleichtern,
konstatierte Sprecher Jürgen Grässlin. „Der entsprechende
‚Generalverdacht‘, den der Kanzler gern beiseiteschieben würde, besteht in
einer Anzahl konkret bekannter Fälle“, so Grässlin. Diese reichten von
schwersten Menschenrechtsverletzungen über bewaffnete Konflikte mit
Nachbarländern bis hin zur Weiterverbreitung von Waffen in andere
Konfliktregionen.
Waffenexporte in die drei arabischen Länder wurden wegen der
Menschenrechtslage und Beteiligung an regionalen Konflikten wie dem
Jemen-Krieg von früheren Bundesregierungen lange Zeit sehr zurückhaltend
gehandhabt. Für Saudi-Arabien galt sogar jahrelang ein Stopp von
Rüstungsexporten.
## Merz für weniger restriktive Rüstungsexporte
Gelockert wurde der Kurs schon von der Ampel-Regierung, die Anfang 2024 den
Weg für den Export weiterer Eurofighter an Saudi-Arabien frei machte. Auch
am Transportflugzeug A400M von Airbus besteht dort seit längerer Zeit
Interesse. Das gilt auch für die Vereinigten Arabischen Emirate. Katar ist
bereits guter Kunde der deutschen Rüstungsindustrie und hat zuletzt eine
Lieferung von Boxer-Schützenpanzern erhalten.
Bei seinem [5][Ausflug in die Golfregion in dieser Woche] hatte Kanzler
Merz den dortigen autokratischen Machthabern versprochen, bei
Rüstungsexporten noch weniger restriktiv und vor allem berechenbarer zu
sein. „Unsere Partner sehen das als ein wichtiges Signal unserer
Zusammenarbeit“, sagte er.
„Das von dieser Kanzlerreise ausgehende Signal ist das falsche“, sagte
Vincenzo Petracca, Mitglied der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden
(AGDF). „Es weist nicht in die Richtung von Frieden, Stabilität und
Sicherheit, sondern in die Richtung militärischer Eskalation und Wegschauen
gegenüber schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen.“ Angesichts einer
zunehmend auf Konfrontation angelegten weltpolitischen Lage sei eine
restriktive Rüstungsexportpolitik mehr als vonnöten.
6 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Ruestungsexporte-steigen-auf-Rekordwert/!6064268
(DIR) [2] /Deutsche-Waffenindustrie/!5983649
(DIR) [3] /Krieg-und-Kaelte-in-der-Ukraine/!6150895
(DIR) [4] /Eurofighter-fuer-die-Tuerkei/!609902
(DIR) [5] /Merz-beendet-Golf-Reise/!6152287
## TAGS
(DIR) Rüstungsexporte
(DIR) Rüstungsindustrie
(DIR) Friedrich Merz
(DIR) Bundesregierung
(DIR) Wirtschaftsministerium
(DIR) Ukraine
(DIR) Saudi-Arabien
(DIR) Katar
(DIR) Vereinigte Arabische Emirate
(DIR) Golfstaaten
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Kanzler Merz
(DIR) Waffen
(DIR) Bundeswehr
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Merz in Abu Dhabi: Des Kanzlers neue Freunde
Friedrich Merz will engere Wirtschaftsbeziehungen zu den Golfstaaten. RWE
vereinbart LNG-Kauf in den Emiraten. Friedensgruppen kritisieren
Rüstungsexporte.
(DIR) Friedensforschungsinstitut Sipri: Weltweite Rüstungsumsätze erreichen neuen Höchststand
Zahlreiche Staaten rüsten gerade massiv auf. Das zeigt sich auch in den
Verkaufszahlen. Besonders deutsche Waffenproduzenten nehmen deutlich mehr
Geld ein.
(DIR) Aufrüstung als Sackgasse: Militärische Zeitenwende
Die aktuelle Aufrüstungspolitik führt in eine Sackgasse. Daher sollten wir
uns dringend vom Mythos der propagierten Wehrhaftigkeit verabschieden.