# taz.de -- Nato plant Grönland-Einsatz: Bündnis nimmt Kurs auf Arktis
       
       > Eine deutlich verstärkte Nato-Präsenz soll US-Präsident Trump vom Griff
       > nach Grönland abhalten. Das Bündnis bestätigt jetzt ganz konkrete
       > Planungen.
       
 (IMG) Bild: Bündis für Grönland steht, nun geht's los mit dem Truppenaufbau
       
       dpa | Die Nato will mit einem neuen Arktis-Einsatz zur weiteren
       Deeskalation des [1][bündnisinternen Konflikts um Grönland] beitragen. Die
       derzeit geplante Aktivität werde die militärische Präsenz der Nato in der
       Arktis und im hohen Norden noch einmal stärken, sagte Oberst Martin L.
       O’Donnell vom militärischen Nato-Hauptquartier im belgischen Mons der
       Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der „Spiegel“ über den laufenden
       Planungsprozess berichtet.
       
       Der Start des Einsatzes könnte nach Informationen der dpa bereits Ende
       dieser Woche oder im Laufe der kommenden Woche angekündigt werden. Grund
       ist, dass sogenannte „verstärkte Wachsamkeitsaktivitäten“ vom
       Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa, Alexus G. Grynkewich,
       auch ohne einen formellen Beschluss der Alliierten veranlasst werden
       können. Der Sprecher wollte sich zum möglichen Startdatum und zu Details
       vorerst nicht äußern. Nach Angaben aus Bündniskreisen sind vor allem
       zusätzliche Patrouillen mit Schiffen und Flugzeugen sowie Übungen zur
       Steigerung der Präsenz vorgesehen.
       
       ## Abschreckung gegen Russland und China
       
       Zuletzt hatte die Nato so im vergangenen September unter dem Eindruck von
       Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen den
       Einsatz „Eastern Sentry“ (deutsch etwa: Wächter des Ostens) begonnen, mit
       dem vor allem zusätzliche Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten
       mobilisiert wurden.
       
       Der Einsatz in der Arktis-Region soll „Arctic Sentry“ (deutsch etwa:
       Wächter der Arktis) heißen. Er war bereits vor einiger Zeit von
       Bündnisstaaten wie Großbritannien angeregt worden, um den Streit um
       Grönland zu entschärfen. In diesem hatte US-Präsident Donald Trump
       [2][zeitweise mit einer Annexion der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland
       gedroht] und dies damit begründet, dass ansonsten Russland oder China
       zugreifen könnten.
       
       ## Gespräche von Rutte und Trump
       
       Zuletzt teilte Trump dann nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark
       Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit, dass ein Rahmen für eine
       zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktis-Region
       entworfen worden sei. Dieser sieht unter anderem vor, die Sicherheit in der
       Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewährleisten,
       insbesondere durch das der sieben arktischen Alliierten USA, Kanada,
       Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island.
       
       Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA zudem ihre Militärpräsenz
       auf Grönland ausweiten dürfen und möglicherweise auch ein
       Mitentscheidungsrecht über bestimmte Investitionen auf der rohstoffreichen
       Arktisinsel bekommen. Sie ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal
       so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.
       
       Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich bereits im
       Januar optimistisch gezeigt, dass der vorgeschlagene Überwachungseinsatz
       „Arctic Sentry“ zu einer „gemeinsamen Operation“ wird. Wenn die Nato die
       Überwachung der Gewässer rund um Grönland ausbauen will, könnte sich die
       deutsche Marine zum Beispiel mit ihrem neuen Seefernaufklärer daran
       beteiligen. Die erste Maschine vom Typ P-8A „Poseidon“ wurde erst vor
       kurzem in Dienst gestellt. Mit dem Flugzeug ist die Besatzung in der Lage,
       große Seegebiete zu überwachen, Schiffsbewegungen zu verfolgen und U-Boote
       mit Radar sowie akustischen und optischen Systemen zu orten.
       
       4 Feb 2026
       
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