# taz.de -- „Washington Post“ entlässt Redakteure: Die „Post“ wird umgebaut
       
       > Jeff Bezos greift erneut ein: Die altehrwürdige Zeitung „Washington Post“
       > hat ein Drittel ihrer Redaktion entlassen. Ganze Büros werden
       > geschlossen.
       
 (IMG) Bild: Was bleibt von der „Post“?
       
       ap/taz | Die US-Zeitung Washington Post des Amazon-Gründers Jeff Bezos
       entlässt ein Drittel ihrer Belegschaft. Die Kündigungen beträfen alle
       Abteilungen und nicht nur die Redaktion, teilte Chefredakteur Matt Murray
       den Mitarbeitern mit. Die Zeitung begann am Mittwoch mit umfangreichen
       Sparmaßnahmen, darunter die Auflösung der Sportredaktion und die
       Reduzierung der Anzahl ihrer Auslandsjournalisten. Das Büro in Jerusalem
       und das in der Ukraine soll geschlossen worden sein wie [1][Robert
       McCartney, ein ehemaliger Mitarbeiter der Zeitung auf X postete].
       
       Murray räumte ein, dass die Kürzungen ein Schock seien, aber das Ziel sei
       es, eine Zeitung zu schaffen, die wieder wachsen und erfolgreich sein
       könne. Die Washington Post, berühmt für ihre Watergate-Enthüllungen
       berichtete zuletzt ausführlich über die Kürzungen von Präsident Donald
       Trump bei den Bundesbediensteten.
       
       Den Mitarbeitern der Redaktion wurde mitgeteilt, dass sie E-Mails mit einer
       von zwei Betreffzeilen erhalten würden, die darüber informieren, ob ihre
       Stelle gestrichen wird oder nicht. Die genaue Zahl der Entlassungen sei in
       der Telefonkonferenz nicht genannt worden. Die Zahl der Abonnenten ist
       ebenso wenig bekannt, ausgegangen wird jedoch von rund zwei Millionen.
       
       Die Zeitung schließt ihre Abteilung für Literatur und die
       Nachrichtenredaktion für den Großraum Washington. Die redaktionelle Arbeit
       werde umstrukturiert, der Podcast „Post Reports“ wird eingestellt.
       
       ## „New York Times“ steigert Zahl der Mitarbeiter
       
       Die Maßnahmen waren seit einigen Wochen erwartet worden, nachdem
       durchgesickert war, dass die Zeitung keine Sportreporter zu den Olympischen
       Winterspielen in Italien entsenden wolle. Nachdem das Vorhaben öffentlich
       bekannt geworden war, ruderte die Washington Post zurück und kündigte an,
       ein kleineres Team zu entsenden.
       
       Die Schwierigkeiten der Zeitung stehen im Gegensatz zu ihrem langjährigen
       Konkurrenten, der New York Times, die ihre Mitarbeiter im vergangenen
       Jahrzehnt verdoppelte.
       
       In den vergangenen Wochen haben sich viele Mitarbeiter der Washington Post
       direkt an den Eigentümer gewandt, den Milliardär Jeff Bezos, der die
       Zeitung 2013 gekauft hatte. Die Zeitung verliert auch aufgrund seiner
       Entscheidungen Abonnenten. So lehnte er 2024 eine Unterstützung der Zeitung
       für die demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris ab und
       lenkte die liberalen Meinungsseiten in eine konservativere Richtung.
       
       Die Mitarbeitergewerkschaft, die Washington Post Guild, hatte die
       Öffentlichkeit aufgerufen, Bezos eine Botschaft zu senden: „Es reicht! Ohne
       die Mitarbeiter der Washington Post gibt es keine Washington Post.“
       
       4 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://x.com/McCartneyWP/status/2019065681027707367?s=20
       
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