# taz.de -- Berliner Klimapakt 2030: 15 Milliarden fürs Klima
       
       > Der Senat finanziert milliardenschwere Kredite für landeseigene
       > Unternehmen. Die sollen das Geld einsetzten, um klimafreundlicher zu
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Zentral sei die Bilanz, nicht die tatsächlichen CO₂-Emissionen: das Berliner Kraftwerk Reuter West
       
       Gemeinsam mit 22 landeseigenen Unternehmen unterzeichneten am Dienstag der
       Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das Investitionspaket Klimapakt
       2030. Es gehe um „riesige Summen, wahnsinnige Zahlen“, pries Wegner an.
       
       Tatsächlich ist die Summe von rund 15 Milliarden Euro ein Novum in der
       Klimapolitik Berlins, [1][nachdem die aktuelle schwarz-rote Regierung nicht
       gerade durch ihr klimapolitisches Engagement hervorgetreten ist]. Die
       gemeinsame Erklärung des Landes Berlin und der landeseigenen Unternehmen
       sei „ein klares Bekenntnis für ein nachhaltiges Berlin“, sagt Wegner. Von
       den 15 Milliarden Euro steuert der Senat 2,3 aus dem Landeshaushalt als
       Eigenanteil bei. Der Rest der Summe nehmen die Unternehmen als Kredit auf.
       
       Ein Schwerpunkt der Kapitalzuführungen ist dem Senat zufolge die
       Stromversorgung. Dort seien die größten Dekarbonisierungseffekte zu
       erwarten, heißt es in der Presseerklärung. Bis 2030 soll das
       Fernwärmeunternehmen Berliner Energie und Wärme 550 Millionen Euro
       erhalten. Dadurch soll Berlins Stromerzeugung „weitestgehend autark“
       werden, sagte Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU).
       
       Ein Hauptfokus der Investitionen sei zudem „die Leistungsfähigkeit und der
       Schutz des Stromnetzes“, sagt Bonde. 500 Millionen Euro gingen an die
       Berlin Energie und Netzholding, die Betreiberin des Stromnetzes, damit
       dieses in Zukunft „nicht mehr so abhängig von externen Faktoren“ sei. Damit
       reagieren die Politiker:innen [2][auch auf den massiven Stromausfall
       von Anfang des Jahres.]
       
       ## Win-Win-Situation
       
       Zusprüche gehen des Weiteren an die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit
       insgesamt 465,9 Millionen Euro und an die städtische Immobiliengesellschaft
       Gewobag mit 113 Millionen Euro. Die Investitionen im Immobiliensektor
       bezeichnet Stefan Evers (CDU), Senator für Finanzen, als
       „Win-win-Situation“. Damit solle der Klimapakt „auch etwas für die Mieter
       tun“. Außerdem erhalten die Berliner Bäder und das städtische
       Gesundheitswesen mit Vivantes und der Charité zusammen Zuführungen in Höhe
       von knapp 6 Millionen Euro, welche „die Berlinerinnen und Berliner am Ende
       bemerken“.
       
       Mit dem „milliardenschweren“ Investitionspaket wolle der Senat klarmachen:
       „Klimaschutz ist auch eine Investition in den Wirtschaftsstandort Berlin“,
       heißt es in der Presseerklärung. Tatsächlich ist der Nutzen für das Klima
       bei einigen Projekten fraglich. So erfolgt auch der geplante Umstieg von
       Steinkohle auf Holzkohle im Heizkraftwerk Reuter West im Rahmen der
       „energetischen Transformation“. [3][Dass Holzkohle als Übergangslösung beim
       Kohleausstieg verwendet werden soll, obwohl die Holzverbrennung mehr
       Emissionen verursacht], erklärt die Betreiberin BEW mit Verweis auf
       „unterschiedliche Rechenmethoden“: zentral sei die Bilanz, nicht die
       tatsächlichen CO₂-Emissionen.
       
       Eine positive Bilanz hinge indes von der Herkunft des Holzes ab, für deren
       Sicherung die BEW bereits Verträge abgeschlossen habe. Das zu verwendende
       Holz solle mehrheitlich „Waldrestholz“ sein, welches keiner anderen
       Verwendung zuführbar sei, erklärt BEW-Pressesprecherin Caroline Nöppert
       gegenüber der taz. Währenddessen stoßen die anwesenden CEOs und
       Politiker:innen mit Sektflöten auf den unterzeichneten Deal an.
       
       27 Jan 2026
       
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