# taz.de -- Förderprogramm für E-Autos: Neue Kaufprämie kann kaum überzeugen
       
       > Nachdem Umweltminister Schneider die neue E-Auto-Förderung vorgestellt
       > hat, hält die Kritik daran an. Besonders drei Punkte werden bemängelt.
       
 (IMG) Bild: Auch für Hybridautos gilt die neue Kaufprämie
       
       Die Bundesregierung verteidigt ihre neue Kaufprämie für Elektro- und
       Hybridautos – aber die Kritik daran reißt nicht ab. Dass elektrische
       Fahrzeuge wieder staatlich gefördert werden, findet zum Beispiel Sven-Peter
       Rudolph, der Vorsitzende des ACE Autoclubs Europa, grundsätzlich gut.
       „Allerdings bleibt die Bundesregierung an entscheidenden Stellen hinter den
       Erwartungen zurück“, meint Rudolph.
       
       Er vermisst etwa einen Preisdeckel für die förderfähigen Autos. Ohne
       Obergrenze würden Verbraucher:innen die Prämie wahrscheinlich vor allem
       für teure Fahrzeuge beantragen. „Wenn die Bundesregierung Elektromobilität
       wirklich in die Breite bringen will, muss sie gezielt bezahlbare Fahrzeuge
       fördern“, sagt Rudolph und fordert ein Limit bei 35.000 Euro
       Bruttolistenpreis.
       
       Umweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte [1][das neue Förderprogramm
       für E-Autos] am Montag in Berlin vorgestellt, angekündigt hatte es die
       schwarz-rote Koalition schon im Oktober. Drei Milliarden Euro stellt der
       Bund in Summe bereit, um den Kauf und das Leasing neuer E-Autos, Hybride
       und Stromer mit Range-Extendern – kleinen Verbrennungsmotoren für mehr
       Reichweite – rückwirkend zum 1. Januar 2026 attraktiver zu machen.
       Autofahrer:innen kriegen zwischen 1.500 und 6.000 Euro pro Fahrzeug,
       je nach Antriebsart, Haushaltsgröße und Einkommen. Das Versprechen:
       besonders Menschen mit niedrigem Einkommen Zugang zur Elektromobilität zu
       ermöglichen.
       
       Schon 2016 hatte die damalige Bundesregierung aus SPD und CDU unter
       Kanzlerin Angela Merkel eine Kaufprämie für batterieelektrische Fahrzeuge,
       Hybride und Autos mit Wasserstoffbrennstoffzellen eingeführt – den
       sogenannten Umweltbonus. Das Ziel, damals wie heute: den Absatz von E-Autos
       anzukurbeln und den klimaschädlichen CO₂-Ausstoß im deutschen
       Straßenverkehr runterzuregeln, der vor allem auf das Konto von Verbrennern
       geht.
       
       ## Kommt die Förderung für gebrauchte E-Autos?
       
       Ende 2023 stampfte die Ampelkoalition den Umweltbonus überraschend ein. Die
       E-Auto-Käufe in Deutschland gingen merklich zurück, außerdem kämpfen
       europäische Autobauer immer mehr mit der Konkurrenz aus asiatischen
       Staaten, besonders aus China. Dortige Marken haben konsequenter auf
       Elektromobilität gesetzt, sich einen technologischen Vorsprung erarbeitet
       und teilweise von ordentlichen staatlichen Finanzspritzen profitiert.
       
       Trotzdem breiten sich E-Autos in vielen europäischen Staaten aus. In
       Deutschland war 2025 jeder fünfte verkaufte Neuwagen ein reiner Stromer.
       Auch bei den Zulassungen von Gebrauchtwagen legten vollelektrische
       Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel zu, wie [2][Zahlen des
       Kraftfahrt-Bundesamtes] zeigen. Ihr Marktanteil war mit nur 3,6 Prozent der
       Fahrzeuge, die offiziell ihre Besitzer:innen wechselten, aber noch
       immer klein.
       
       Nun freut sich der konservative Verband der Automobilindustrie (VDA) zwar,
       dass die Förderung auch für [3][vergleichsweise klimaschädliche
       Plug-in-Hybride] beantragt werden kann. Spätestens ab 2027 aber sollte sie
       auch für gebrauchte E-Autos gelten, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller.
       Bundesumweltminister Schneider hielt am Dienstag im Gespräch mit dem
       Deutschlandfunk dagegen, der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos sei zu
       klein.
       
       Annika Fuchs, Verkehrsreferentin bei der Umweltorganisation Robin Wood,
       ärgert außerdem die geltende Einkommensgrenze: Das neue Förderprogramm
       richtet sich an Haushalte mit einem Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro,
       mit Kindern liegt die Grenze 5.000 Euro pro Kind höher. „Damit profitieren
       Besserverdienende“, sagt Fuchs. „Menschen mit kleinerem Geldbeutel können
       sich auch so kein neues E-Auto kaufen. Ihnen wäre mit Investitionen in den
       öffentlichen Verkehr viel mehr geholfen.“
       
       Marion Tiemann, Verkehrsexpertin bei Greenpeace schlägt vor: „Die
       Bundesregierung sollte das Förderprogramm gegenfinanzieren, indem für neue,
       besonders klimaschädliche Verbrenner eine Abgabe zu zahlen ist.“
       Klimaschädliche Verbrenner aus dem deutschen Verkehr ziehen, [4][das will
       auch Schneider] mit seinem Förderprogramm. Abgaben für Verbrenner lehnt die
       Bundesregierung jedoch ab.
       
       20 Jan 2026
       
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 (DIR) [3] /Verkehrswende/!6135203
 (DIR) [4] https://www.deutschlandfunk.de/umweltminister-schneider-gebrauchtwagenmarkt-ist-zu-klein-102.html
       
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