# taz.de -- Klimawandel treibt Temperaturen hoch: Drittes außergewöhnliches Hitzejahr in Folge
       
       > 2025 war das drittheißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Der
       > Klimadienst Copernicus warnt, die 1,5-Grad-Grenze werde definitiv
       > überschritten.
       
 (IMG) Bild: Wir haben es in der Hand: 2025 war das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen
       
       Weil die Menschheit zu viel Kohle, Öl und Gas verbrannt, Wälder gerodet und
       Moore trockengelegt hat, war 2025 das drittheißeste Jahr seit Beginn der
       Aufzeichnungen. Das melden der europäische Erdbeobachtungsdienst Copernicus
       und die Weltwetterorganisation WMO. Die Durchschnittstemperatur war demnach
       1,47 Grad höher als vor der Industrialisierung.
       
       Im Schnitt liegen laut Copernicus die vergangenen „außergewöhnlich warmen“
       drei Jahre aufgrund des extrem heißen Jahres 2024 sogar über der im Pariser
       Abkommen vereinbarten 1,5-Grad-Grenze. Das Jahr war zusätzlich zur
       Erderhitzung vom natürlichen Wetterphänomen El Niño geprägt, das die
       globalen Durchschnittstemperaturen nach oben treibt, während 2025 ein
       sogenanntes La-Niña-Jahr war, in dem die Temperaturen etwas niedriger sind.
       
       „Die Hoffnung war, dass 2024 ein Ausreißer war, aber 2025 war nicht so viel
       kühler wie erhofft“, sagte Klimaforscher Niklas Höhne vom New Climate
       Institute und der niederländischen Universität Wageningen der taz.
       
       Auch Copernicus warnt, dass die 1,5-Grad-Grenze im 30-jährigen Mittel schon
       Ende der 2020er Jahre erreicht werden könnte, 10 Jahre früher als
       Klimamodelle im Jahr 2015 vorausgesagt hatten. „Es bleibt wichtig, dass die
       Temperaturen so wenig wie möglich und so kurz wie möglich über 1,5 Grad
       steigen“, sagte Klimaforscher Höhne. „Wir müssen jetzt [1][so schnell wie
       möglich] raus aus Kohle und Gas.“
       
       ## Trump-Regierung gefährdet Klimaforschung
       
       Die Daten von Copernicus beruhen auf acht Datensätzen, die sich aus
       Milliarden Beobachtungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und
       Wetterstationen zusammensetzen. Beteiligt sind auch US-Institute wie die
       Weltraumbehörde Nasa, [2][deren Klimaforschung die Trump-Regierung
       einschränken will]. Zum Beispiel drohte sie, [3][das Forschungszentrum NCAR
       zu schließen].
       
       „Wir können von Glück sagen, dass es Redundanzen im System gibt“, sagte
       Klimaforscher Höhne. „Die Strukturen in der EU und den USA doppeln sich
       stark.“ Das sei schon deswegen gut, um Beobachtungen gegenseitig überprüfen
       zu können. „Aber jetzt ist es noch mal wichtiger.“ Deshalb müssten
       Klimaforschungsinstitute in der EU besser ausgestattet werden. „Auch in der
       EU werden Gelder für Klimaschutz und -forschung gekürzt“, sagte Höhne.
       „Wenn wir den Klimawandel nicht beobachten können, können wir auch nicht
       adäquat handeln, das ist gefährlich.“
       
       14 Jan 2026
       
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