# taz.de -- US-Sanktionen gegen HateAid: Europa darf nicht klein beigeben
> Die USA verbieten den Gründerinnen von HateAid die Einreise. Das ist ein
> Angriff auf die EU und die Rechtsstaatlichkeit.
(IMG) Bild: Dürfen nicht in die USA einreisen: Josephine Ballon (l.) und Anna-Lena von Hodenberg (r.) von HateAid
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Wer sich gegen
Morddrohungen, Vergewaltigungsfantasien, digitale Hetzjagden einsetzt, gilt
in Washington mittlerweile als radikale Aktivistin – [1][nicht aber die
Plattformen], die diese Straftaten zulassen. Die jetzt verhängten
Sanktionen der US-Regierung gegen die Gründerinnen von HateAid, einer
Organisation [2][gegen Hass im Netz,] ist nicht nur eine Kampfansage für
all jene, die sich gegen Hass einsetzen, sondern gegen die
Rechtsstaatlichkeit und Europa.
HateAid tut das, was der Staat allein längst nicht schafft: Sie unterstützt
[3][Menschen, die online beleidigt, bedroht und terrorisiert] werden. Das
sind keine Meinungskonflikte, das sind Straftaten. Wer das Zensur nennt,
will keinen freien Diskurs, sondern Straffreiheit für Täter.
Dass ausgerechnet US-Präsident Donald Trump und seine Administration diesen
Feldzug führen, ist nicht verwunderlich. Ein Präsident, der selbst
permanent Grenzen überschreitet, mit sexualisierter Sprache provoziert,
Gegner bedroht und die Justiz als Feind betrachtet, fühlt sich zwangsläufig
von denen bedroht, die Plattformen in die Pflicht nehmen wollen.
Organisationen wie HateAid stören, weil sie genau das tun:
Verantwortlichkeit einfordern. Freiheit ist ohne Verantwortung nichts wert.
Wenn Washington europäischen Aktivistinnen die Einreise verbietet, weil sie
europäisches Recht durchsetzen, dann wird Europas Souveränität offen
infrage gestellt. Der Digital Services Act ist demokratisch beschlossen. Er
gilt in Europa, Punkt. Europa und Deutschland dürfen jetzt nicht höflich
empört, sie müssen deutlich reagieren. Wer den Schutz vor digitaler Gewalt
kriminalisiert, stellt sich gegen Grundrechte. Wer NGOs einschüchtert, um
Konzerne zu schützen, offenbart, auf welcher Seite er steht.
Meinungsfreiheit heißt nicht, andere ungestraft zu bedrohen. Und Demokratie
heißt nicht, dass der Lauteste oder Reichste gewinnt. Wenn die USA unter
Trump das nicht mehr unterscheiden wollen, dann liegt es an Europa, das
umso entschiedener zu verteidigen.
28 Dec 2025
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(DIR) Daniela Sepehri
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