# taz.de -- Polizei soll Drohnen abwehren: Mehr Kontrolle im Himmel über Berlin
       
       > Die Berliner Polizei soll besser für den Umgang mit Drohnen gewappnet
       > werden. Bedrohungen aus Russland sind dabei nicht das größte Problem.
       
 (IMG) Bild: Ins Netz gegangen: Präsentation einer Abfangdrohne der Bundeswehr
       
       Berlin taz | Angesichts zahlreicher Vorfälle mit [1][Drohnen] in
       Deutschland will [2][der Berliner Senat] die Polizei mit zusätzlicher
       Ausrüstung zur Drohnenabwehr ausstatten. Um Fähigkeitslücken zu schließen,
       müssten „neue Techniken beschafft, bestehende Technik modernisiert und
       bereits dafür eingesetztes Personal fortgebildet sowie zusätzliches
       Personal qualifiziert werden“, heißt es in Unterlagen der Innenverwaltung
       für die Haushaltsverhandlungen im Abgeordnetenhaus, die der taz vorliegen.
       
       Konkret führt die Behörde in einer Liste fünf „erforderliche Systeme“ auf:
       Abfangdrohnen, Radarsysteme mit einer Reichweite von bis zu fünf
       Kilometern, Detektionsgeräte, sogenannte kinetische Abwehrsysteme – mit
       denen die Flugobjekte zum Absturz gebracht werden können – sowie „Drohnen
       für das schnelle Lokalisieren von Personen, die illegal eine Drohne
       steuern“.
       
       Im Haushaltsentwurf der schwarz-roten Koalition für die kommenden beiden
       Jahre sind 1,7 Millionen Euro zur Drohnenabwehr eingeplant. Diese Mittel
       reichten aus, heißt es im vorliegenden Schreiben.
       
       Im Jahr 2024 hatte die Innenverwaltung vor dem Hintergrund der
       Fußball-Europameisterschaft schon einmal 3 Millionen Euro zur Drohnenabwehr
       bereitgestellt. „In Berlin haben wir die Dringlichkeit der Drohnenabwehr
       bereits früh erkannt und schon im Kontext der EM Abwehrtechnik beschafft“,
       lobte sich Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Dienstag.
       
       ## Netzwerfer und Störsender
       
       Seither verfügt Berlin laut Angaben der Polizeigewerkschaft GdP über
       Netzwerfer, um niedrig fliegende Drohnen einzufangen, sowie Störsender. Im
       Rahmen der EM führte die Polizei dann auch 12 Abwehreinsätze durch, im
       gesamten Jahr 2024 waren es 51. In diesem Jahr zählt die Behörde bislang 14
       Einsätze.
       
       Auch in der [3][umfassenden Reform des Berliner Polizeigesetzes], die CDU
       und SPD derzeit vorantreiben, spielt die Drohnenabwehr eine Rolle. Unter
       anderem sind [4][Regelungen vorgesehen], wonach die Polizei unbekannte
       Flugobjekte bereits vor Entstehung einer Gefahr aufspüren können soll, um
       sie dann im Ernstfall unschädlich machen zu können.
       
       Grünen-Innenexperte Vasili Franco befürwortet die Pläne, die Drohnenabwehr
       der Berliner Polizei zu stärken. „Drohnen werden zunehmend zu
       Alltagsgegenständen“, sagte er am Dienstag zur taz. „Allein deshalb muss
       man sich aus polizeilicher Sicht damit beschäftigen.“ Dabei dürfe nicht das
       Ziel sein, alle Drohnen abzuschießen: „Es geht um Monitoring.“
       
       Dafür müsse die Polizei zunächst einen Überblick über den Luftraum haben.
       „Dann folgt die Gefahrenerkennung und erst dann die Frage, wie man
       intervenieren kann. Da ist der Abschuss das letzte Mittel“, erklärte Franco
       und verwies auf Störsignale, mit denen die Verbindung zum Steuernden
       getrennt werden kann.
       
       Zwar ist die Drohnenabwehr in Deutschland Zuständigkeit der Polizei. Doch
       nach [5][zahlreichen Störflügen] im europäischen Luftraum – unter anderem
       [6][am Flughafen München] – hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt
       (CSU) unter anderem gefordert, einen rechtlichen Rahmen für Amtshilfe der
       Bundeswehr bei der Drohnenabwehr zu schaffen.
       
       Vasili Franco warnte dagegen vor Alarmstimmung: „Aktionismus hat mehr
       Schaden als Nutzen.“ Er fordert, Zuständigkeiten nicht aufzuweichen. Die
       Bundeswehr dürfe nicht im Innern eingesetzt werden. „Drohnen aus Russland
       sind ohne Zweifel eine Gefahr – aber für die tägliche Polizeiarbeit nur ein
       Randaspekt“, sagte Franco.
       
       Auch Innensenatorin Spranger äußerte sich am Dienstag verhalten: Amtshilfe
       der Bundeswehr müsse in engen rechtlichen Grenzen erfolgen und geprüft
       werden, erklärte die SPD-Politikerin. Offen zeigte sie sich jedoch
       gegenüber Dobrindts Vorschlag, ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von
       Bund und Ländern aufzubauen: „Ich begrüße die Initiative auf Bundesebene“,
       sagte Spranger.
       
       7 Oct 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Drohnen/!t5008858
 (DIR) [2] /Schwarz-rote-Koalition-in-Berlin/!t5924436
 (DIR) [3] /Reform-des-Berliner-Polizeigesetzes/!6096087
 (DIR) [4] https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-2553.pdf#page=409
 (DIR) [5] /Unbekannte-Drohnen-ueber-Europa/!6117484
 (DIR) [6] /Flugverkehr-gestoert/!6115207
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hanno Fleckenstein
       
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