# taz.de -- Klimapolitik unter dem Kanzler Merz: Am Klima führt kein Weg vorbei
       
       > Friedrich Merz wird es nicht mögen, aber an der Klimakrise kommt ein
       > Bundeskanzler nicht vorbei. Auch Schwarz-Rot wird das Klima schützen
       > müssen.
       
 (IMG) Bild: Ob er will oder nicht: Klimapolitik muss auch eine Regierung unter dem Kanzler Merz machen
       
       Die Erde erhitzt sich immer weiter. Menschen in Deutschland und Europa
       sterben schon jetzt an den Folgen: Die Fluten im Ahrtal 2021, die durch den
       Klimawandel wahrscheinlicher und heftiger wurden, kostete mehr als 180
       Menschen das Leben. Im vergangenen Jahr starben durch Sturmfluten fast 30
       Menschen in Mitteleuropa und mehr als 200 in Valencia. Jeden Sommer sterben
       während Hitzewellen Tausende.
       
       Die nächste Klimakatastrophe wird kommen, [1][auch in Deutschland]. Und
       Friedrich Merz wird dann Kanzler sein.
       
       Auch eine schwarz-rote Koalition wird nicht umhinkommen, sich ernsthaft mit
       dem Klimaschutz zu beschäftigen. Tut sie es nicht, werden ihre
       Wähler*innen das auch am Geldbeutel merken: 2027 wird der europäische
       CO₂-Handel auf Gebäude und Verkehr ausgeweitet, sodass Menschen in ganz
       Europa sehr viel mehr für Benzin und Heizgas bezahlen müssen – außer
       Deutschland ersetzt rasch Gasheizungen mit Wärmepumpen und Fernwärme sowie
       Verbrenner mit ÖPNV und E-Autos.
       
       Klimaschutz kann auch für die industrie- und mittelstandsnahe Union
       attraktiv sein. Stahl- und Chemiebranche können nur mit billiger Energie
       überleben, und die kommt in Europa nicht aus importiertem Öl und Gas,
       sondern aus heimischen Erneuerbaren. Überhaupt, das Gas: Will Deutschland
       unabhängig von den USA werden, ohne sich dabei auf Russland zu verlassen,
       bedeutet das den Gasausstieg.
       
       Und auch Friedrich Merz wird die Schuldenbremse reformieren wollen und ist
       dafür auf Kompromisse mit Grünen und Linkspartei angewiesen. Dabei kann
       eine klimafreundliche Schuldenregel entstehen.
       
       Im Wahlkampf konnte Merz große Töne spucken, ohne sich viel um die Realität
       scheren zu müssen. [2][Jetzt wird er Kanzler.] Und selbst wenn man keine
       plötzliche klimarealistische Bekehrung des Friedrich Merz erwartet, gibt es
       gute Gründe, Klimaschutz unter Schwarz-Rot nicht abzuschreiben. Damit der
       [3][dem Ausmaß der Krise] aber gerecht wird, bleibt für Opposition und
       Klimabewegung viel zu tun.
       
       25 Feb 2025
       
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