# taz.de -- Rechtsextreme bei der Bundestagspolizei: Hitlergruß im Reichstag
       
       > Die Bundestagspolizei soll das Parlament schützen. taz-Recherchen zufolge
       > arbeiten dort Reichsbürger, Rassisten und Coronaleugner.
       
       Berlin taz | Bewaffnete Demonstrant*innen stürmen den Bundestag in
       Berlin. Sie brechen in Büros ein, durchwühlen Dokumente, suchen nach
       Abgeordneten, die sich zwischen den Sitzreihen verstecken.
       
       Klingt unrealistisch? In den USA ist genau das passiert: Am 6. Januar
       drangen Rechtsextreme ins Kapitol ein.
       
       In der deutschen Hauptstadt kam es Ende August vergangenen Jahres nicht so
       weit, als ein paar hundert Menschen auf die Treppen des Reichstagsgebäudes
       stürmten, über denen der Schriftzug „Dem Deutschen Volke“ steht. „Das Haus
       der Deutschen besetzen“, hatten sie vorher in Chatgruppen geschrieben, und:
       „Diese Wichser da drinnen aufhängen, wenn es nach mir gehen würde.“
       
       Nur drei Streifenpolizisten stehen zwischen dem Mob und der Glastür, so
       sieht man es in [1][Handyvideos]. Zwei Meter dahinter sitzt ein Pförtner in
       einem Glaskasten, vor ihm ein weißer Kippschalter und ein roter Knopf. Er
       könnte die Tür zum Reichstagsgebäude jetzt öffnen, wenn er wollte.
       
       Der Bundestag braucht Schutz. Aber wer sind die Personen, die ihn schützen?
       
       Die taz hat mit einem Dutzend aktuellen und ehemaligen Beamt*innen der
       Bundestagspolizei und weiteren Personen gesprochen, die für die Sicherheit
       im Parlament zuständig sind. Wir sind auf eine Gefahr von innen gestoßen.
       Auf Reichsbürger in Uniform, die das Parlament schützen sollen, aber
       glauben, dass die Bundesrepublik nicht existiert. Auf Coronaleugner und
       Rassisten, die Namibia noch heute als Deutsch-Südwestafrika bezeichnen. Auf
       Pförtner*innen, die aktuell für die AfD-Fraktion arbeiten und bald
       wieder an einem der Eingänge sitzen könnten.
       
       Es geht dabei auch um rechte Memes in dienstlich genutzten Chatgruppen. In
       einem weiteren Fall soll ein Beamter im Pausenraum der Bundestagspolizei
       den Hitlergruß gezeigt haben.
       
       Doch wir sind nicht nur auf Rechtsextremismusfälle gestoßen, denen bislang
       offenbar niemand nachgegangen ist. Je länger wir uns mit der Polizei des
       Bundestags beschäftigen, desto stärker bekommen wir den Eindruck: Das ist
       eine Organisation, die sich verselbstständigt hat. In der Parlamentspolizei
       mit ihrer historischen Sonderstellung mischen sich eine gute finanzielle
       Ausstattung mit regelmäßiger Unterforderung im Alltag. Das führt
       beispielsweise dazu, dass die Polizei des Bundestags Scharfschützengewehre
       angeschafft hat, die sonst nur ein SEK besitzt. Und eine mysteriöse
       Spezialeinheit gegründet hat, die öffentlich noch nie erwähnt wurde und von
       der selbst im Bundestag kaum einer weiß.
       
       ## Die Bundestagspolizei
       
       Der Bundestag ist der kleinste Polizeibezirk der Republik, rund 200
       Beamt*innen arbeiten hier. Sie sind ausschließlich für die
       Liegenschaften des Bundestags verantwortlich. [2][Die Bundestagspolizei]
       untersteht dem Bundestagspräsidenten, Wolfgang Schäuble von der CDU. Nur
       mit seiner Zustimmung dürfen Beamt*innen in den Parlamentsgebäuden
       Personen festnehmen oder Büros durchsuchen. Die Polizei des Landes Berlin
       oder die Bundespolizei sind nicht zuständig, so will es das Grundgesetz.
       Die Idee ist gut: Im Falle eines Staatsstreichs soll das Parlament nicht
       schutzlos sein. Das bedeutet aber auch: Es muss sich im Zweifelsfall selbst
       schützen können.
       
       Nach dem versuchten Reichstagssturm und dem Sturm des US-Kapitols hat
       Schäuble angekündigt, die Sicherheit des Bundestags zu verbessern. Die
       Berliner Landespolizei hat ihre Präsenz vor dem Gebäude verstärkt. Die
       Bundestagspolizei arbeitet jedoch weiter wie vorher, erfahren wir in
       mehreren Gesprächen mit Polizist*innen, Abgeordneten und
       Vertreter*innen der Bundestagsverwaltung.
       
       Dabei gibt es Beamt*innen, bei denen man als Dienstherr genauer hinschauen
       müsste. Da wäre etwa der Polizist Michael R. 2014 wird er stellvertretender
       Bundesvorsitzender der Splitterpartei „Deutsche Nationalversammlung“. Es
       ist eine Reichsbürgerpartei, die das Grundgesetz nicht anerkennt. Unter dem
       Motto: „Achtung! Wachablösung! Das Grundgesetz geht – Die Verfassung
       kommt! Für ein souveränes Deutschland!“ demonstrierte die Partei damals
       vor dem Reichstag, für dessen Schutz Michael R. zuständig ist.
       
       Im Pausenraum der Polizei im Bundestag lag einmal ein Flyer aus, der der
       taz vorliegt. Es ist ein Flyer der Preußischen Gesellschaft, einer
       nationalistischen Vereinigung, die Deutschland „geistig erneuern“,
       „Überfremdung stoppen“ und einen „Freistaat Preußen“ errichten will.
       Michael R. habe ihn dort verteilt, sagt ein Kollege von ihm. Er habe eine
       Zeit lang versucht, Mitstreiter*innen anzuwerben, sagt ein anderer. Er
       hat zudem nach Aussage eines Kollegen rechte Memes im Chat seiner
       Dienstgruppe gepostet. Im Pausenraum habe R. seine Thesen wiederholt: Er
       sei kein Bürger der BRD, es habe keinen Einigungsvertrag gegeben.
       Deutschland sei kein Staat, sondern eine GmbH.
       
       Irgendwann nach dem Vorfall mit dem Flyer bekommt R. Ärger von
       Vorgesetzten. Auf taz-Anfrage teilt die Pressestelle des Bundestags mit:
       Gegen den Polizeibeamten wurde 2019 ein Disziplinarverfahren eingeleitet,
       weil er sich verfassungswidrig geäußert haben soll. Der Verdacht habe sich
       nicht bestätigt, das Verfahren wurde eingestellt.
       
       Michael R. ist jetzt Polizeiobermeister und arbeitet immer noch im
       Bundestag. Die Reichsbürgerpartei ist nicht mehr aktiv, dafür ist R. der
       AfD beigetreten. Bei Facebook gefällt ihm die German Defence League, Pegida
       und „Keine weiteren Asylantenheime in Deutschland“, er ist Mitglied der
       Gruppen „Patrioten Brandenburg-Preussen“ und „Weltweiter Widerstand“.
       
       Michael R. wohnt in einer Neubausiedlung in Brandenburg. Als wir klingeln,
       ist er überrascht und aufgebracht, dass wir bei ihm zu Hause das Gespräch
       suchen. Inhaltlich sagt er nichts, aber er fragt nach unseren genauen
       Namen. Dann sagt er spöttisch, dass er mal nachschauen werde. „Wir haben da
       ja unsere Computer.“
       
       Michael R. ist nicht der einzige problematische Polizist in den Reihen der
       Bundestagspolizei. In Chats wurden in den vergangenen Jahren zweifelhafte
       Inhalte geteilt. Ein Meme aus einer Chatgruppe, das der taz gezeigt wurde,
       zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Hundekopf: „Die Kanzlerin
       wurde geimpft. Keine Nebenwirkungen, sagt der Gesundheitsminister“. In
       anderen Memes wurde laut Aussagen mehrerer Polizist*innen Merkel als
       Verräterin bezeichnet oder es wurde gegen Minderheiten gehetzt.
       
       Ein Polizist erinnert sich an ein Bild in einem Chat mit einem Gewehr und
       einem Gewaltaufruf gegen Schwarze Menschen: „Springt der N**** wild herum,
       schalt’ auf Automatik um“. Er war so entsetzt, dass er das Bild damals
       einer Person zeigte, die uns das ebenfalls bestätigt. Ein anderer Polizist
       erinnert sich im Gespräch mit der taz an ein Bild mit dem Schriftzug: „Dem
       Führer hätte das nicht gefallen“ und an antisemitische Witze, etwa, wie
       viele Juden in einen Aschenbecher passen würden. Nicht alle dieser
       Chatinhalte dürften strafrechtlich relevant sein, sie könnten aber
       disziplinarrechtliche Konsequenzen haben. Und sie weisen auf eine
       fragwürdige Polizeikultur hin.
       
       „Am Ende“, sagt ein Bundestagspolizist, „sind wir die mit den Knarren im
       Haus.“ Und: „Es ist wie bei Troja: Wer hat den Schlüssel zur Tür?“
       
       Eine Recherche in den Reihen der Polizei ist nie leicht, so auch in diesem
       Fall. Viele Beamt*innen wollen nicht mit der Presse sprechen, anderen
       ist angeblich nie etwas Problematisches aufgefallen. Die, die Probleme
       thematisieren, haben Angst vor Konsequenzen und äußern sich nur, wenn ihre
       Identität geschützt bleibt.
       
       Aus den Äußerungen dieser Polizist*innen geht hervor, dass auch
       außerhalb von Chatgruppen rassistische Bezeichnungen wie „Kanacke“, „N****“
       oder „Schwarzkopf“ bei der Polizei des Bundestags alltäglich sind.
       Besonders schlimm sei es nach dem Sommer 2015 geworden, als viele
       Geflüchtete nach Deutschland kamen. Im Pausenraum hätten Polizisten
       Flüchtlinge als Terroristen bezeichnet. Bei der Arbeit zeigten einige
       Kolleg*innen ihre Missachtung für die Bundesregierung und Sympathien für
       die AfD. Mehrere Bundestagspolizisten sollen an Demonstrationen der
       rechtsextremen Organisation Pegida teilgenommen haben, berichten aktuelle
       und ehemalige Polizist*innen.
       
       „Es gibt einige Polizisten, die das im Pausenraum nicht mitanhören wollen,
       die nehmen sich ihre Stulle und essen die auf der Leitstelle“, sagt einer
       von ihnen.
       
       Ein Beamter, der sich laut Aussage mehrerer Polizisten regelmäßig
       rassistisch äußert, ist ein Polizeihauptmeister und Mitglied einer
       Reservistenkameradschaft. Und bei Äußerungen soll es nicht geblieben sein.
       Er habe mehrfach den Pausenraum im Reichstagsgebäude betreten und dabei zur
       Begrüßung den Hitlergruß gezeigt, sagt ein Polizist, der damals nach
       eigenen Angaben im Raum war. Er habe dabei die Hacken zusammengeschlagen
       und die Radiostimme von Adolf Hitler imitiert.
       
       Wir rufen bei zwei Polizisten an, die im Raum gewesen sein sollen. Beide
       reagieren nervös, dementieren den Hitlergruß nicht und brechen das Gespräch
       ab. Der Polizeihauptmeister sagt am Telefon, er schaue gerade eine Doku
       über Treblinka und Auschwitz, „ich würde so etwas nie tun.“ Er dementiert
       rassistische Äußerungen, er habe „genügend Freunde, die schwarze Hautfarbe
       haben“.
       
       Nachdem die von der taz befragten Polizisten ihre Vorgesetzten über den
       taz-Anruf informierten, hat die Bundestagsverwaltung disziplinarische
       Vorermittlungen wegen des mutmaßlichen Hitlergrußes eingeleitet. Der
       Polizeihauptmeister und die beiden anderen Polizisten stritten den Vorfall
       ab und die Angelegenheit wurde zu den Akten gelegt.
       
       Ein ehemaliges Mitglied des Personalrats im Bundestag bestätigt, dass sich
       Polizisten bei ihm über rechte Sprüche beschwert haben. „Das ist mir nicht
       neu“, sagt er. „Einzelne haben mir das berichtet, das war aber kein Anlass
       für mich, das zu objektivieren.“
       
       Er ist mit dieser Haltung nicht allein. Leitende Beamte der
       Bundestagspolizei haben in den vergangenen Jahren keinerlei Fortbildungen
       zu politischem Extremismus besucht. Nur zwei Polizisten des mittleren
       Dienstes besuchten auf eigene Initiative mehrtägige Fortbildungen zu
       islamistischem Terrorismus und Linksextremismus.
       
       Hat die Verwaltung des Bundestags die Gefahr von rechts jahrelang nicht
       ernst genommen?
       
       Die Pressestelle des Bundestags antwortet auf taz-Anfrage, man handle bei
       rechtsextremen Verdachtsfällen „klar und konsequent“. Eine
       verdachtsunabhängige Überprüfung finde jedoch nicht statt. Seit 2013 habe
       es insgesamt drei Fälle gegeben, die sich aber nicht bestätigt hätten. Von
       den Fällen, die von der taz recherchiert wurden, fällt nur der Hitlergruß
       darunter. Er wurde aber erst im Zuge der Recherchen im Bundestag Thema.
       Bundestagspräsident Schäuble wollte sich auf Anfrage nicht äußern.
       
       Im Präsidium des Bundestags – dem Leitungsgremium, das der
       Bundestagspräsident mit seinen Stellvertreter*innen bildet – waren
       mögliche Bedrohungen lange Zeit kein Thema. Nach dem versuchten Sturm auf
       das Reichstagsgebäude ging es vor allem um die Frage, warum die
       Demonstrant*innen von der Berliner Polizei so unterschätzt wurden.
       Bundestagspräsident Schäuble traf sich mit Bundesinnenminister Horst
       Seehofer und Berlins Innensenator Andreas Geisel, um die Zusammenarbeit mit
       Bundes- und Landespolizei zu verbessern. Um mögliche Gefährdungen des
       Bundestags von innen ging es nicht.
       
       Das änderte sich im vergangenen November. Eine rechte Aktivistin, die als
       Gast eines AfD-Abgeordneten in den Reichstag gekommen war, bedrängte
       Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor einem Aufzug. Bemängelt wurde
       intern, dass in der Nähe stehende Polizisten nicht eingeschritten waren.
       Die Aktion hatte Konsequenzen, allerdings nicht für die Polizei, sondern
       für die Abgeordneten: Sie müssen nun die Namen ihrer Gäste hinterlegen.
       
       Nach dem Sturm auf das US-Kapitol waren viele deutsche Abgeordnete
       geschockt. Sie hatten live verfolgt, wie ihre amerikanischen
       Kolleg*innen sich vor dem Mob verstecken mussten, ihre Büros durchsucht
       wurden. Wie Demonstranten Selfies mit Polizisten machten. Könnte so etwas
       auch hier passieren?
       
       Der Referatsleiter, der für die Bundestagspolizei zuständig ist, verneinte
       das im Ältestenrat und gegenüber den Sicherheitsbeauftragten der
       Fraktionen. Die Abgeordneten kennen höchstens zwei ältere rechtsextreme
       Verdachtsfälle in den Reihen der Bundestagspolizei: In einem geht es um
       einen Polizisten, der eine Motorradkutte mit eisernem Kreuz getragen haben
       soll. Im anderen um einen Polizisten, der in einer problematischen
       Chatgruppe erwähnt worden sein soll. In beiden Fällen sind die Polizisten
       nach einer Überprüfung weiter im Dienst. Weder der Flyer im Pausenraum noch
       andere von der taz recherchierte Fälle wurden den Abgeordneten genannt.
       
       Immer wieder gibt es Berichte über [3][rechtsradikale Chatgruppen in
       Polizeibehörden]. Doch bei der Bundestagspolizei geht es nicht um ein
       normales Polizeirevier, sondern um den Schutz des Parlaments und der
       Abgeordneten. Die Auswahl der Polizisten und die Überprüfung ihrer
       demokratischen Überzeugungen müsste dort besonders akribisch sein. Wie kann
       es sein, dass sich ausgerechnet im Herzen der Demokratie solche Vorfälle
       häufen?
       
       Um zu verstehen, was die Bundestagspolizei so besonders macht, hilft es,
       eine kurze Zeitreise in die Bonner Republik zu unternehmen.
       
       In den [4][1960er Jahren arbeitete nur eine Handvoll Polizisten im
       Bundestag], sie gehörten zur selben Abteilung wie die Putzkräfte. In Bonn
       wurden sie „Hausinspektion“, dann Ordnungsdienst genannt. Erst nach dem
       RAF-Terror in den 1970er Jahren durften die Beamten Gewahrsamnahmen
       durchführen. 1989 benannte die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth
       sie in „Polizei- und Sicherungsdienst“ um.
       
       Mit dem Umzug nach Berlin 1999 hatte die Polizei ein Personalproblem, weil
       viele Beamte in Bonn bleiben wollten. „Wir haben dann jeden genommen“, sagt
       ein leitender Polizist. Die Landes- und Bundespolizei hätten ihre Akten
       frisiert, um „Problemfälle“ an die Bundestagspolizei loszuwerden. Einer der
       Problemfälle sei in den Anfangsjahren nachts mit dem Generalschlüssel durch
       die Büros auf Diebestour gegangen, berichtet der Polizist. Dazu kamen
       Quereinsteiger, die bereits vor dem Umzug das Reichstagsgebäude in Berlin
       bewachten. So kamen etwa ein Schlachter und ein Gasableser in den Dienst,
       die keine reguläre Polizeiausbildung hatten.
       
       In den Folgejahren ist die Bundestagspolizei stark gewachsen. Von gut 50
       Polizist*innen in den 1970er Jahren auf 210 Stellen heute. Seit ein
       paar Jahren erst tragen sie manchmal auch Uniform statt Anzug. Dazu kommen
       rund 150 Pförtner*innen und 400 Mitarbeitende der externen
       Sicherheitsfirma Piepenbrock, die teils auch an den Pforten sitzen oder an
       den Sicherheitsschleusen stehen.
       
       Als „aufgeblasen“ bezeichnet ein Polizist den Sicherheitsapparat. Denn im
       Alltag passiert meist: nichts. Keine Festnahmen, kaum Anzeigen. Die Arbeit
       im Bundestag hat nicht viel mit der Realität auf einem Polizeirevier
       gemein. Ihnen fehle „Action“, wie ein anderer sagt. In einer
       Gewerkschaftszeitschrift beschreibt ein Polizist anonym seine Arbeit: ein
       Fehlalarm auf dem Behinderten-WC, ein Abgeordneter, der seinen Schlüssel
       vergessen hat. „Nein, ich bin kein Hausmeister, auch kein
       Sicherheitsmitarbeiter. Ich bin Polizeibeamter“, schreibt er.
       
       Der Frust ist so groß, dass viele Polizisten den Bundestag verlassen
       wollen. „Es ist eine Strafe, von der Bundespolizei zum Bundestag abgeordnet
       zu werden“, sagt ein Polizist. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum
       die Verantwortlichen bei Problemen lieber kein Fass aufmachen, was
       problematische Mitarbeitende angeht: Sie müssen befürchten, die Stellen
       nicht wieder besetzen zu können.
       
       Weil viele Beamt*innen den Bundestag verlassen wollen, gilt für
       Polizeianwärter*innen eine Bleibepflicht. Nach der Ausbildung müssen
       diese für mindestens ein Jahr im Bundestag bleiben, ursprünglich sollten es
       drei Jahre sein. Eine im Personalrat des Bundestags vertretene Gewerkschaft
       hat sich 2018 beim Bundestagspräsidenten über diese „Bleibepflicht“
       beschwert. Sie erhielt keine Antwort. Wenn die Unzufriedenheit vieler
       Polizisten auf so wenig Interesse stößt, was bedeutet das für andere,
       gravierendere Probleme?
       
       Man gewinnt den Eindruck, dass die Bundestagspolizei in einem Dilemma
       gefangen ist: Im Alltag ist sie viel mit Aufgaben beschäftigt, die auch
       private Security-Mitarbeitende erledigen könnten. Aber im Ernstfall soll
       sie das deutsche Parlament vor Terrorist*innen schützen.
       
       ## Die Spezialeinheit
       
       Zu diesem Dilemma passt, dass die Bundestagspolizei eine Art Spezialeinheit
       gegründet hat, über die öffentlich bislang nichts bekannt ist: Das „Team
       besondere Aufgaben“, eine Gruppe von etwa einem Dutzend Polizist*innen
       zur „Bewältigung von polizeilichen Lagen mit hohen physischen und
       psychischen Belastungen“, wie es in einem internen Dokument heißt, das der
       taz vorliegt. Mehrmals im Jahr fahren Teammitglieder zu Lehrgängen, unter
       anderem zur Bundeswehr ins bayerische Altenstadt und nach Pfullendorf, wo
       sonst Fallschirmjäger und KSK-Soldaten ausgebildet werden.
       
       Anfangs wussten nicht mal alle leitenden Polizeibeamten vom „Team besondere
       Aufgaben“ und auch nicht die Mitglieder des Bundestagspräsidiums. Dabei
       sind es der Bundestagspräsident und seine Stellvertreter*innen, die im
       Ernstfall der Polizei die Anweisungen geben.
       
       Die ausgewählten Polizist*innen trainierten Hindernisläufe,
       Trockenübungen für den Fallschirmsprung, Abseilen über eine Schlucht. „Das
       war ’ne Lachnummer“, sagt ein ehemaliger Teilnehmer. Er habe sich gefühlt
       wie in einem schlechten Hollywoodfilm. Der damalige Teamleiter, mit dicker
       Zigarre im Mund und einer Hand am Stock, habe sich aufgespielt „wie
       Hannibal vom A-Team“, der US-Fernsehserie. Das Team habe Jumpsuits getragen
       mit einem eigens angefertigten Abzeichen. Manche Kolleg*innen spotten,
       dass die jetzt wieder „GSG 6 1/2“ spielten.
       
       Nun könnte man die Gründung einer Spezialeinheit begrüßen: Die
       Bundestagspolizei stellt sich der neuen Bedrohung durch den Terrorismus.
       Oder man sieht darin eine Beschäftigungstherapie für unterforderte
       Polizist*innen, die bei einem Terrorangriff auch nicht viel ausrichten
       können. Denn da nur zwei bis drei Personen pro Dienstgruppe Teil des Teams
       sind, wären bei einem Anschlag wohl nie genug von ihnen da. Es gebe im
       Bundestag auch gar nicht genügend geeignete Beamt*innen, sagt ein Polizist.
       Es könnte gefährlich werden, wenn die Bundestagspolizei bei einem Angriff
       ihre Fähigkeiten überschätzt und nicht sofort das SEK ruft. „Die werden ins
       Feuer geschickt.“
       
       Die Pressestelle des Bundestags spielt die Bedeutung des „Team besondere
       Aufgaben“ herunter. Hintergrund der Gründung im Jahr 2015 seien die
       „Amoktaten in Erfurt und Emsdetten“, die zu diesem Zeitpunkt allerdings
       schon 13 und 9 Jahre zurückliegen. Das Team habe keine „Aufgaben, die mit
       solchen von SEK oder GSG9 vergleichbar sind“.
       
       Doch taz-Recherchen zufolge lagerten oder lagern im Keller des Bundestags
       Waffen, die zur Ausstattung eines SEK passen. Das bestätigen ein halbes
       Dutzend Polizisten. Sie nennen nur eine unterschiedliche Anzahl, die
       Angaben reichen von zwei bis sechs Gewehren vom Typ SG1,
       Präzisionsschützengewehre von Heckler & Koch, einsetzbar für Entfernungen
       bis 600 Meter. Polizisten wurden durch die Republik geschickt, um Munition
       dafür zu besorgen. Ein Beamter sagt, dass die Waffen bei Wettkämpfen
       benutzt wurden.
       
       Anders als in anderen Polizeibehörden beschwert sich im Bundestag niemand
       über eine schlechte Ausstattung. Die Nähe zum Haushaltsgesetzgeber sorgt
       offenbar dafür, dass alle Wünsche erfüllt werden. Es gibt gute
       Schutzausrüstung, die modernsten Maschinenpistolen und genug Munition für
       Schießtrainings.
       
       Aber wofür braucht ein Polizeibezirk, der offiziell keine Spezialeinheit
       hat und nur die engen Flure und Innenräume des Bundestags beschützt,
       mehrere Scharfschützengewehre?
       
       Die Bundestagspressestelle behauptet zunächst, dass die Bundestagspolizei
       niemals über Scharfschützengewehre verfügt habe. Denn: „Bei der
       Bundestagspolizei sind und waren in der Vergangenheit keine Scharfschützen
       eingesetzt.“ Auf Nachfrage korrigiert man sich: Es gebe keine „Verwendung
       von sogenannten Scharfschützengewehren im Dienstalltag“. Zu den Waffen
       mache man aus Sicherheitsgründen keine weiteren Angaben.
       
       ## Der Pförtner
       
       Die Bundestagspolizei ist nicht allein für die Sicherheit der Abgeordneten
       verantwortlich: Auch mehrere hundert Pförtner*innen und
       Security-Mitarbeitende entscheiden darüber, wer das Parlament betreten
       darf.
       
       An jenem Westeingang, an dem im vergangenen Sommer die
       Demonstrant*innen den Reichstag stürmen wollten, arbeitet seit mehr als
       zehn Jahren ein Pförtner, der laut Aussagen von mehreren Polizisten
       „offensichtlich rechtsextrem“ ist.
       
       Er ist Mitarbeiter der Firma Piepenbrock, einer externen Sicherheitsfirma.
       Auf seinem Computer lese er rechte Schriften. Über Schwarze sage er: „Die
       stinken doch alle.“ Er erzähle von Messerkriminalität, die er angeblich auf
       seinem Arbeitsweg erlebe. Für afrikanische Länder benutze er die alten
       Kolonialbezeichnungen wie Deutsch-Südwestafrika. Er erzähle, dass er in
       seinem Haus am Waldrand weitgehend autark lebe und große Vorräte angelegt
       habe. „Er sitzt am Knopf und kann entscheiden, ob die Tür zubleibt oder
       aufgeht“, sagt ein Polizist.
       
       In der vergangenen Woche sprechen wir eben jenen Pförtner in seinem
       Glaskasten an. Am Eingang West ist nicht viel los, noch kommen wegen Corona
       keine Gruppen zu Besuch. Er bestätigt uns, dass er am Tag des versuchten
       Reichstagssturms im Dienst gewesen sei. Aber er sagt: „Die wollten gar
       nicht rein.“ Erklären will er diese Aussage nicht. Und als wir mit ihm über
       seine politischen Ansichten sprechen wollen, schiebt er die Glastüre zu.
       „Ich muss jetzt wieder meine Außenkontrolle machen.“ Piepenbrock wollte
       sich auf Anfrage dazu nicht äußern.
       
       Es gibt mindestens zwei weitere Pförtner*innen, die ein Sicherheitsproblem
       darstellen könnten. Sie sind aktuell von ihrer Arbeit beurlaubt, um für die
       AfD-Fraktion zu arbeiten. Doch Mitarbeiter der Bundestagsverwaltung können
       prinzipiell auf ihre ursprüngliche Position zurückkehren. Das könnte schon
       im Herbst passieren, falls die AfD bei der Bundestagswahl weniger Mandate
       erringen sollte und weniger Posten zu vergeben hätte.
       
       Einer der Pförtner*innen ist Patrick S. Er leitet heute den
       Fraktionsdienst der AfD und sitzt für die Partei in einer
       Gemeindevertretung in Brandenburg. Seinen Facebook-Freund*innen wünscht
       er zu Weihnachten ein „schönes Julfest“ und „Hail und Segen den alten
       Göttern!“ Er empfiehlt politischen Gegnern „Suizid gegen Rechts“. Auf
       seinem Facebook-Profilbild ist ein Kampfmesser zu sehen, das auf einem
       Bundeswehr-Barett liegt.
       
       Auch in anderen Fraktionen arbeiten zeitweise Mitarbeiter*innen der
       Bundestagsverwaltung. Doch was bei anderen Parteien ein normaler Vorgang
       ist, wird bei einer Partei zum Problem, die zumindest in Teilen
       rechtsextrem und vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft worden
       ist.
       
       Was, wenn jene Pförtner*innen bald wieder entscheiden, wer in den
       Bundestag kommt und wer nicht? Was passiert bei der nächsten Demonstration
       vor dem Reichstag, die von der Fraktion, für die sie jahrelang gearbeitet
       haben, unterstützt und aufgehetzt wird?
       
       Aber die Pförtner*innen sind nicht die einzigen AfD-Mitarbeitenden mit
       für den Bundestag sensiblem Wissen und Kontakten: Auch ein
       Bundestagspolizist arbeitet jetzt für die AfD-Fraktion, genauso wie ein
       Sachbearbeiter aus der Personalverwaltung. Er war zuständig für die
       Bundestagspolizei, hatte Zugriff auf die Personalakten von Polizist*innen.
       Austauschen kann er sich bei seiner neuen Arbeit mit dem Verwaltungsleiter
       der AfD-Fraktion Philipp Runge, der lange beim Besucherdienst des
       Bundestags arbeitete.
       
       ## Der Besucherdienst
       
       Auch unter Runges alten Kolleg*innen finden wir Mitarbeitende, bei denen
       Zweifel bestehen, ob sie geeignet sind, die parlamentarische Demokratie zu
       repräsentieren. Es geht um den Besucherdienst, der für die Führungen im
       Haus zuständig ist, für Besuchergruppen von Abgeordneten und Tourist*innen.
       Wenn nicht gerade eine Pandemie umgeht, bietet der Besucherdienst zweimal
       wöchentlich ein Spiel für Besucher*innen an: „Parlamentarische
       Demokratie spielerisch erfahren“.
       
       Seit der Gründung des Besucherdienstes arbeiten hier Mitglieder der
       Berliner Burschenschaft Gothia, bei der auch mal der Holocaust-Leugner
       Horst Mahler als Referent eingeladen wurde. Einer von ihnen ist Mitglied
       der Facebook-Gruppe: „Wir Deutsche rufen Georg Friedrich von Preußen zum
       Deutschen König aus“. Sein Profilbild kommentiert ein Freund mit: „Oho der
       neue aus Deutsch-Südwestafrika Attaché a.D. Von und zu M.“ Ihm gefällt das.
       
       Andere Mitarbeitende des Bundestags haben Bezüge zur Querdenken-Bewegung.
       Die Coronaleugner*innen hatten die Demonstration im vergangenen
       August organisiert, aus der heraus versucht wurde, den Reichstag zu
       stürmen. Teile dieses Milieus werden inzwischen vom Verfassungsschutz
       beobachtet. Aber ihre mutmaßlichen Gesinnungsgenoss*innen in der
       Bundestagsverwaltung hat offenbar niemand auf dem Schirm.
       
       Das sind Leute wie Thilo S., der heute in der Abteilung Information und
       Kommunikation arbeitet. Vorher arbeitete er viele Jahre als
       Bundestagspolizist, später als Leiter des Einlasskontrolldienstes. Seinen
       Polizeititel trägt er bis heute. S. ist Mitglied in Querdenkerforen, bei
       Facebook unter anderem in der Gruppe „Corona-Rebellen“. Kollegen
       bezeichnen ihn als „Maskenverweigerer“. In der Gruppe „Mund auf trotz
       Mundschutz“ kommentiert er einen Post mit: „Stasi 2.0, armes Deutschland“.
       S. ruft zur Teilnahme an Querdenken-Demos auf. Und: S. nahm an der
       Querdenken-Demonstration teil, die im versuchten Reichstagssturm gipfelte.
       
       Am Telefon erzählt Thilo S., er sei zu den Demos von Querdenken gegangen,
       weil er der Mainstreampresse nicht mehr vertraue. Den versuchten
       Reichstagssturm fand er „saublöd“. Der sei aber nicht von Querdenken
       ausgegangen, sondern von Reichsbürgern. „Wenn ich an dem Tag Dienst gehabt
       hätte, hätte ich alles dafür getan, die daran zu hindern, reinzukommen.“ Er
       sieht kein Problem darin, dass er als Polizeibeamter an der Demo teilnahm,
       solange diese nicht verboten sei. Das sei seine Privatsache.
       
       Für Anfang Juli rufen Initiativen aus dem Querdenken-Spektrum wieder zu
       einer Demo am Brandenburger Tor auf. „Eure letzte Chance“, heißt es in
       einem Mobilisierungsvideo, auf dem Szenen früherer Proteste zu sehen sind.
       „Widerstand heißt, dorthin zu laufen“, sagt ein Redner in dem Video und
       zeigt Richtung Reichstag, und zur Polizei sagt er: „Schließt euch an!“
       
       Richtigstellung: 
       
       Philipp Runge ist nicht Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, wie wir
       falsch berichtet haben, sondern Verwaltungsleiter der
       AfD-Bundestagsfraktion. 
       
       Die Redaktion 
       
       Haben Sie Informationen zu diesem oder anderen Vorfällen, über die Sie die
       taz informieren möchten? Melden Sie sich bei den Autoren oder über
       [5][informant.taz.de].
       
       18 Jun 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://youtu.be/Pc-56opg-Xg
 (DIR) [2] https://www.bundestag.de/parlament/verwaltung/polizei/ges_grundlage-245104
 (DIR) [3] /Rechtsextreme-Polizisten/!5778512
 (DIR) [4] https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0340-1758-2013-1-126/die-polizei-des-bundestagspraesidenten-in-parlamentsgeschichtlicher-perspektive-jahrgang-44-2013-heft-1
 (DIR) [5] https://informant.taz.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kersten Augustin
 (DIR) Sebastian Erb
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Lesestück Recherche und Reportage
 (DIR) IG
 (DIR) Bundestag
 (DIR) Rechtsextremismus
 (DIR) Schwerpunkt Polizeigewalt und Rassismus
 (DIR) GNS
 (DIR) ausgezeichnete taz
 (DIR) Polizeigesetz
 (DIR) Polizei
 (DIR) Bundespolizei
 (DIR) Schwerpunkt Rassismus
 (DIR) Rechtsextremismus
 (DIR) Bundestag
 (DIR) Deutsche Burschenschaft
 (DIR) Bundestag
 (DIR) Schwerpunkt Stadtland
 (DIR) Rechtsextremismus
 (DIR) Polizei Berlin
 (DIR) Polizei Berlin
 (DIR) Verschwörungsmythen und Corona
 (DIR) Bundeswehr
 (DIR) Schwerpunkt Wie umgehen mit Rechten?
 (DIR) Bundestag
 (DIR) Bundestag
 (DIR) Schwerpunkt Polizeigewalt und Rassismus
 (DIR) Rechtsextremismus
 (DIR) Schwerpunkt Polizeigewalt und Rassismus
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Bundestagspolizei: Reichsbürger in Uniform
       
       Für die Bundestagspolizei soll noch vor den Wahlen ein Gesetz beschlossen
       werden. taz-Recherchen zeigen: Es gibt wieder rechte Verdachtsfälle.
       
 (DIR) Polizeieinsatz gegen rechte Verschwörer: Gruppe soll Umsturz geplant haben
       
       Die Generalbundesanwaltschaft geht gegen Reichsbürger vor, die einen
       Staatsstreich geplant haben sollen. Darunter sollen Bundeswehrsoldaten und
       eine Ex-AfD-Politikerin sein.
       
 (DIR) Neue Kritik an rechtslastigem Professor: Bundespolizei lernt Muslim-Phobie
       
       Die Lübecker Bundespolizeiakademie hatte den Vorwurf der
       Fremdenfeindlichkeit weggewischt. Nun legen Kollegen mit einer Studie nach.
       
 (DIR) Rechtsextremismus im Rettungsdienst: Nazikalender und rassistische Chats
       
       Rettungskräfte fallen als Flüchtlingsfeinde oder Reichsbürger auf. Wie
       taz-Recherchen zeigen, werden Patient:innen deswegen schlechter
       behandelt.
       
 (DIR) Razzia gegen rechtsextreme Soldaten: Geheimaktion wird öffentlich
       
       Im März ging der Militärische Abschirmdienst gegen mutmaßlich rechtsextreme
       Soldaten vor. Sie sollen Kontakt zum „Nordbund“ aus Niedersachsen haben.
       
 (DIR) Rechte bei der Parlamentspolizei: Neuer Sicherheitschef für Bundestag
       
       Der Bundestag hat auf eine taz-Recherche reagiert und die Leitung des
       Sicherheitsreferats neu besetzt. Der Neue gilt als „strammer
       Sozialdemokrat“.
       
 (DIR) Rechte bei der Bundestagspolizei: Bursche und Bauernopfer
       
       Nach einem Rechtsextremismus-Skandal wurde ein neuer Sicherheitschef im
       Bundestag eingesetzt. Der steht politisch selbst rechts außen.
       
 (DIR) Rechtsextremismus und Bundestagspolizei: 200 Polizisten, 200 Gespräche
       
       Nach einer taz-Recherche über rechtsextreme Vorfälle wurden ehemalige und
       aktive Polizisten gefragt. Einzelne Disziplinarverfahren waren die Folge.
       
 (DIR) Streit um Bestattung eines Nazis: Unruhe in Grabstätte
       
       In Stahnsdorf bei Berlin sorgt ein Nazi noch im Tod für Krawall. Der
       Holocaustleugner wurde im Grab eines jüdischstämmigen Musikwissenschaftlers
       beigesetzt.
       
 (DIR) Verdacht auf rechtsextreme Gruppierung: Ermittlungen auch gegen Reservisten
       
       Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt gegen mehrere
       Bundeswehrreservisten. Sie sollen eine „rechtsextreme Wehrsportgruppe“
       gegründet haben.
       
 (DIR) „Querdenker“-Demos in Berlin: Bisher neun Aufmärsche verboten
       
       Auch an diesem Wochenende wollen Coronaleugner*innen durch Berlin
       ziehen. Trotz der Verbote mobilisieren sie weiterhin zum Protest.
       
 (DIR) Rechtsextreme Chatgruppe in der Polizei: Hitler als Zufallsfund
       
       Die Berliner Polizei ermittle intern zu langsam, kritisieren Grüne und
       Linke. Die CDU wirft ihnen Hass auf Polizisten vor.
       
 (DIR) Prozess gegen Querdenker: Das Gesetz schlägt zurück
       
       Viktor K. steht vor Gericht, weil er auf einer Querdenker-Demo in Hamburg
       eine Polizistin mit einem Grundgesetz geschlagen haben soll.
       
 (DIR) Soldaten im Corona-Einsatz​ in NRW: Hitlergruß am SS-Schießstand​
       
       Wegen der Pandemie halfen Soldaten im Gesundheitsamt Meschede aus – bis
       vier von ihnen nach Feierabend offenbar einen Nazi-Ausflug unternahmen.
       
 (DIR) Prozess gegen Beamten aus Hessen: Nazi-Polizist kommt gut weg
       
       Ein hessischer Polizist, der Hitler-Fotos verschickt haben und
       NS-Devotionalen besessen haben soll, wurde am Dienstag in Alsfeld
       verurteilt.
       
 (DIR) Rechtsextreme bei der Bundestagspolizei: Schäuble spricht mit Polizisten
       
       Schulungen, eine Vertrauensstelle und Gespräche mit dem Chef: Nach der
       taz-Recherche kündigt Wolfgang Schäuble Maßnahmen an.
       
 (DIR) Claudia Roth über die Bundestagspolizei: „Die Herzkammer ist nicht immun“
       
       Nach der taz-Recherche zu Rechtsextremismus bei der Bundestagspolizei
       fordert Vizepräsidentin Claudia Roth eine unabhängige Untersuchung.
       
 (DIR) taz-Recherche zu rechtsextremen Beamten: Polizeiproblem im Bundestag
       
       Mehrere Bundestagspolizisten haben sich rechtsextrem geäußert oder
       verfassungsfeindlich betätigt. Ein Kollege bezeugt einen Hitlergruß.
       
 (DIR) Rechtsextremismus bei der Polizei: Für Aufklärung disqualifiziert
       
       Der hessische Polizeiskandal spitzt sich weiter zu. Was schon jetzt
       feststeht: Mit Beuth als Innenminister wird es keine echte Aufarbeitung
       geben.
       
 (DIR) Rechte Chats bei Polizei Frankfurt: „Neue Dimension“ im SEK-Skandal
       
       Hessens Innenminister räumt ein, dass mehr Polizisten in der rechten
       Chatgruppe waren als angenommen. Die Opposition ist empört, die Grünen
       schweigen.