# taz.de -- Elif Eralp und die Rote Hilfe: Schwarze Vorwürfe gegen rote Elif
       
       > Die Spitzenkandidatin der Berliner Linken war lange Zeit Mitglied der
       > Roten Hilfe. Dass das auf ihrer Seite im Abgeordnetenhaus stand, hat
       > jetzt die „FAZ“ aufgeschrieben.
       
 (IMG) Bild: Überraschend: Elif Eralp hat einen roten Hintergrund
       
       Elif Eralp, die mögliche nächste Regierende Bürgermeisterin von Berlin, war
       lange Jahre Mitglied des Vereins Rote Hilfe. Das berichtet die Frankfurter
       Allgemeine Zeitung in ihrer Mittwochsausgabe. Die Mitgliedschaft war aber
       kein Geheimnis, sie stand jahrelang auf der Homepage des
       Abgeordnetenhauses. Dort müssen Abgeordnete über Mitgliedschaften in
       Organisationen informieren. Das hatte Eralp getan.
       
       Die Rote Hilfe ist die älteste und größte Organisation innerhalb der linken
       Szene, mit rund 19.000 Mitgliedern: [1][Seit mehr als 100 Jahren
       unterstützt die Rote Hilfe linke Gefangene], übernimmt Prozesskosten oder
       verschafft ihren Verfahren Öffentlichkeit.
       
       In den 1920er Jahren war [2][Hans Litten einer der bekanntesten
       Strafverteidiger der Roten Hilfe], der sich gegen den aufkommenden
       Nationalsozialismus einsetzte. Als die Rote Hilfe 1933 verboten wurde,
       gehörte Litten zu den Ersten, die verhaftet wurden. Er kam 1938 im KZ ums
       Leben. Seit 1951 ist nach ihm die Littenstraße benannt, an der das Berliner
       Landgericht seinen Sitz hat.
       
       Heute leistet die Rote Hilfe unter anderem Prozesskostenhilfe für
       Mitglieder ostdeutscher Antifa-Gruppen. Nachdem die USA die sogenannte
       Antifa Ost auf ihre Sanktionsliste gesetzt hatten, war der Roten Hilfe zu
       Jahresbeginn ihr Konto bei der GLS-Bank gekündigt worden. [3][Nach
       Protesten zahlreicher Kund:innen] einigten sich der Verein und die Bank
       darauf, [4][dass er sein Konto fortführen darf].
       
       Der Verein hatte sich zuletzt auch mit der Ex-RAF-Terroristin Daniela
       Klette oder mit der in Ungarn inhaftierten [5][Antifaschist:in Maja T.]
       solidarisiert.
       
       Immer wieder wird Politiker:innen ihre bestehende oder ehemalige
       Mitgliedschaft bei der Roten Hilfe zum Vorwurf gemacht. Dann wird stets
       angeführt, dass der Verein seit 2012 vom Verfassungsschutz beobachtet wird.
       Er ist aber nicht verboten oder anderweitig sanktioniert.
       
       [6][Im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes] wird die
       Beobachtung mit der „Gegnerschaft der Organisation und ihrer
       Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung“
       begründet. Er hält die Organisation für die „mit Abstand größte
       linksextremistische Organisation der Stadt“. Gleichzeitig wird aber auch
       betont, das „nicht alle Mitglieder des Vereins selbst verfassungsfeindliche
       Zielsetzungen“ verfolgen.
       
       Laut Landesgeschäftsstelle der Linkspartei war Eralp während ihres
       Jurastudiums in den Verein eingetreten. Das machen viele linke
       Jura-Student:innen. Sie habe unterstützen wollen, „dass Menschen einen
       juristischen Beistand haben, die sich für linke und soziale Themen
       engagieren, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel
       verfügen“, zitierte die FAZ das Statement. Anschließend sei sie „über Jahre
       passives Mitglied“ gewesen. Im vergangenen Jahr sei sie „wegen teilweise
       anderer politischer Ansichten“ ausgetreten.
       
       Mit Agenturmaterial.
       
       30 Sep 2026
       
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