# taz.de -- Angriffe gegen Berliner Linke: Jetzt bekommt auch Baden-Württembergs Innenminister Post
> Unionspolitiker teilen gegen die Berliner Linke und ihre
> Spitzenpolitikerin Elif Eralp aus. Die Partei wehrt sich juristisch. Nun
> trifft es Manuel Hagel.
(IMG) Bild: Manuel Hagel: Post von der Linken könnte die Stimmung verhageln
Nun bekommt auch [1][Manuel Hagel] juristischen Ärger mit der Berliner
Linkspartei. Die anwaltliche Vertretung der Partei forderte den
christdemokratischen Innenminister Baden-Württembergs auf, eine
strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. Kommt er der Aufforderung
bis zu diesem Donnerstag nicht nach, droht ihm eine Klage.
Auslöser sind Äußerungen Hagels gegen eine mögliche Regierungsbeteiligung
der Linkspartei in Berlin. Der Bild-Zeitung sagte er unter anderem: „Die
Berliner Polizei ist zu schade für eine linke Clan-Bürgermeisterin, die ihr
Mittel und Befugnisse nehmen will.“ Bevor die Linke die Innere Sicherheit
ruiniere und bei der Polizei das Licht ausmache, dürften sich die
Polizist:innen gerne bei ihm melden.
Die Linke wirft dem baden-württembergischen CDU-Landesvorsitzenden vor,
diese Aussagen in seiner Funktion als Landesinnenminister gemacht zu haben.
Damit verletze er in unzulässiger Weise „das Recht unserer Mandantin auf
Chancengleichheit im politischen Wettbewerb“, schreiben ihre Anwälte Jasper
Prigge und Sascha Wolf in ihrem neunseitigen Schriftsatz an Hagel. Nach
ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts seien staatliche
Organe „verpflichtet, im politischen Wettbewerb der Parteien Neutralität zu
wahren“. Dagegen habe Hagel verstoßen.
Das Abmahnschreiben an Hagel reiht sich in mehrere juristische Schritte
ein, mit denen sich die Linkspartei und ihre Berliner Spitzenpolitikerin
Elif Eralp gegen aus ihrer Sicht diffamierende Aussagen aus dem Unionslager
wehren. [2][So erstatteten die Partei und Eralp bereits Strafanzeige gegen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) wegen Beleidigung und übler
Nachrede]. Dobrindt hatte in einer Talkshow am vergangenen Donnerstag auf
die Aussage, Eralp sei keine Antisemitin, mit „Na doch“ reagiert.
## Reiche äußerte sich zu Linken auf Ministeriums-Kanal
Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Schleswig-Holsteins
Innenministerin Magdalena Finke wurden in dieser Woche aufgefordert, eine
Unterlassungserklärung abzugeben. In beiden Fällen geht es um Beiträge in
sozialen Medien.
Anlass des Vorgehens gegen Reiche ist ein Video mit dem Titel
„Antisemitismus und Enteignung gefährden unsere Wirtschaft“, das ihr
Ministerium auf seinem Instagram-Kanal veröffentlicht hat. Es dokumentiert
eine Rede Reiches auf einer Konferenz. Darin beschreibt sie die Berliner
Linke, ohne sie namentlich zu nennen, als eine Partei, „die Antisemitismus
offen lebt, die den Juden in dieser Stadt Angst macht, jüdisches Leben
bekämpft, die die organisierte Kriminalität fröhlich auf Wahlpartys
begrüßt“. Dies sei „gefährlich für den Investitionsstandort Deutschland“.
Ebenfalls auf Instagram hatte Finke in einem Post, der auch über den
offiziellen Kanal des schleswig-holsteinischen Innenministeriums verbreitet
wurde, mit [3][Blick auf die Linke in Berlin] verkündet: „Wer Verbindungen
zu Clan-Strukturen hat, wer Judenhass in den eigenen Reihen duldet, wer ein
gestörtes Verhältnis zu unseren Sicherheitsbehörden hat, darf niemals
Verantwortung für die Sicherheit übernehmen.“
Von einer „Kampagne gegen uns mit allen Mitteln“ spricht die
Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner. Dass über offizielle
Ministeriumskanäle „mit Steuergeld Propaganda gegen die Linke“ gemacht
werde, sei „ein Missbrauch öffentlicher Mittel“, kritisierte sie. Dabei
instrumentalisiere die Union „den Kampf gegen Antisemitismus, um die
Interessen der Superreichen zu verteidigen“.
30 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Pascal Beucker
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