# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Trump-Deal empört Ukraine
       
       > Der US-Präsident erlaubt eine Öllieferung aus Russland. Außerdem drängt
       > er auf eine Absetzung Selenskyjs. Die ukrainische Regierung weist diese
       > Forderung zurück und kriegt Unterstützung aus der EU.
       
 (IMG) Bild: Ihn würde US-Präsident Trump am liebsten aus dem Amt haben: Wolodymyr Selenskyj, hier am 4. Oktober 20206
       
       ## BSW-Politikerin fordert deutschen Diesel-Deal mit Moskau
       
       Das BSW fordert nach dem Vorbild der Diesel-Vereinbarung von US-Präsident
       Donald ‌Trump auch russische Energielieferungen an Deutschland. „Auch
       Deutschland braucht einen Diesel-Deal mit Russland“, sagte Claudia Wittig,
       stellvertretende BSW-Fraktionsvorsitzende im Landtag in Sachsen-Anhalt, der
       Nachrichtenagentur Reuters. Die Preise an deutschen Tankstellen seien ein
       Skandal. „Die Sanktionspolitik gegen Russland, die vor allem uns schadet,
       ist auf ‌ganzer Linie gescheitert.“
       
       Man brauche nicht nur einen Diesel-Deal, sondern die reguläre [1][Rückkehr
       zu ⁠russischem Öl und Gas] – nicht zuletzt für die Rettung der deutschen
       Industrie. Darüber werde der Magdeburger Landtag ‌auf Initiative ‌von AfD
       und ⁠BSW am Mittwoch abstimmen. Beide Parteien haben seit den
       Landtagswahlen eine Mehrheit ‌und gelten als ‌russlandfreundlich. Die
       Bundesländer sind aber nicht für die Außen- und Energiepolitik ‌zuständig.
       (rtr)
       
       ## Ukrainische Regierung stützt Selenskyj
       
       Die ukrainische Regierung weist die Forderung von US-Präsident Donald Trump
       nach einem neuen Präsidenten zurück. Außenminister Andrij Sybiha schrieb am
       Abend auf der Plattform X, Selenskyj genieße die Unterstützung des
       ukrainischen Volkes und dieses habe das Recht, selbst zu entscheiden.
       „Äußerungen aus dem Ausland bestätigen nur, dass er seine Aufgabe gut
       erfüllt. Er verdient Unterstützung.“
       
       Russland beschoss die ukrainische Hauptstadt Kyjiw derweil auch am Abend.
       Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram, es gebe
       bereits acht Verletzte, darunter eine 15-Jährige.
       
       Trump hatte am Samstag einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert
       und behauptet, Selenskyj habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den
       Ukrainekrieg zu beenden, und sich dagegen entschieden. „Ich glaube, es ist
       an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt.“ Die
       Ukrainer sollten einen neuen Anführer suchen, der eine Vereinbarung zur
       Beendigung des Krieges schließen könne. Denn trotz vieler Möglichkeiten
       habe Selenskyj das „aus irgendeinem Grund nie getan“.
       
       ## Empörung wegen Diesel-Deal von Trump und Putin
       
       Auch nach einer Vereinbarung von US-Präsident Donald Trump mit Kremlchef
       Wladimir Putin zu raschen Diesellieferungen will Deutschland kein Öl oder
       Benzin aus Russland. „Die Bundesregierung hält an den Sanktionsbeschlüssen
       gegen Russland fest und arbeitet gemeinsam mit den europäischen Partnern an
       weiteren Sanktionen“, betonte der Sprecher von Bundeskanzler Friedrich Merz
       (CDU) als Reaktion auf die Vereinbarung. Der Wirtschaftsverband Fuels und
       Energie erwartet keine größeren Auswirkungen des USA-Russland-Deals auf die
       Preise an deutschen Tankstellen.
       
       Trump verkündete nach einem Gespräch mit Putin auf seiner Plattform Truth
       Social, er habe mit dem russischen Präsidenten vereinbart, dass „umgehend“
       mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung
       gestellt würden. Im Laufe des Novembers soll laut Trump eine weitere halbe
       Million Tonnen Diesel freigegeben werden sowie eine Million Tonnen „sofort
       danach“. „Abhängig vom Zustand seiner Dieselraffinerien“ wolle Russland
       zudem innerhalb kurzer Zeit 3 Millionen Tonnen Diesel liefern.
       
       Die EU kritisierte die Vereinbarung. „Bei russischen Angriffen sind
       innerhalb von zwei Tagen mehr als 80 ukrainische Zivilisten getötet worden.
       Zugleich hat Russland seine hybriden Angriffe gegen Europa verstärkt –
       sowohl gegen EU-Mitgliedstaaten als auch gegen Nato-Verbündete“, erklärte
       die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Das Aussetzen von Sanktionen gegen
       russische Diesellieferungen verschaffe Moskau zusätzliche Einnahmen, um
       seinen Krieg zu finanzieren.
       
       Moskau antwortete mit einer harschen Kritik an Kallas. „Der Fisch fängt am
       Kopf an zu stinken“, sagte Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa
       der Staatsagentur Tass. Nach der Vereinbarung zwischen Trump und Putin hob
       die russische Regierung das Exportverbot für Dieselkraftstoff teilweise
       auf. Der Beschluss, der sofort in Kraft trat, ermöglicht es, zunächst
       500.000 Tonnen auf den Weltmarkt zu bringen, berichtete die Staatsagentur
       Tass unter Berufung auf eine Mitteilung der Regierung in Moskau.
       
       Russland hatte den Export von Diesel verboten, um den eigenen Markt
       bedienen zu können. Ukrainische [2][Drohnenangriffe] gegen Raffinerien in
       verschiedenen Städten Russlands hatten zeitweise für einen Engpass auf dem
       heimischen Markt gesorgt. (dpa)
       
       ## Berlin will an Seite Kyjiws bleiben
       
       In Berlin betonte die Bundesregierung das Festhalten an ihrem
       Russland-Kurs. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte: „Die
       Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf bleibt ungebrochen.“ Eine
       Sprecherin von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
       unterstrich: „Deutschland steht uneingeschränkt zu den Sanktionspaketen.“
       Russisches Öl und Rohölprodukte seien seit 2023 durch die EU sanktioniert.
       Deutschland beziehe seitdem kein Öl oder Ölprodukte aus Russland. „Wir sind
       unabhängig von russischem Öl.“ Die Versorgungssicherheit sei gewährleistet.
       
       Merz und Reiche hatten erst Anfang Oktober in Begleitung von Unternehmern
       aus den Bereichen Rüstung und Energie die unentwegt von Russland
       angegriffene ukrainische Hauptstadt Kyjiw besucht.
       
       Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie erwartet auch keine größeren
       Auswirkungen des Diesel-Deals für hiesige Autofahrer. „Seit dem 5. Februar
       2023 gilt ein Importverbot für russischen Diesel in die EU. Dabei bleibt
       es“, sagte ein Sprecher. „Angesichts der laut den Meldungen vereinbarten
       Mengen erwarten wir keine signifikanten Auswirkungen auf den Weltmarkt und
       die Preise.“ Auch Daten des Spritpreisportals Tankerkönig zeigten bis
       Samstagmittag keine größeren Ausschläge. Die Ökonomin Samina Sultan vom
       Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln sagte der Deutschen
       Presse-Agentur: „Der Weltmarktpreis wird sich nicht signifikant ändern.“
       (dpa)
       
       ## Bedarf von 14 Stunden decken
       
       Trump hatte in den vergangenen Wochen den ukrainischen Präsidenten
       Selenskyj für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht und ihn
       aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Selenskyj
       erneuerte nun die ukrainische Bereitschaft dazu, wenn Russland im Gegenzug
       die Attacken auf ukrainische Energieanlagen einstelle. Eine Abschwächung
       der Russland-Sanktionen hingegen sei ein Zeichen der „offensichtlichen
       Schwäche“. Russland werde die USA noch weniger ernst nehmen. Wie Angaben
       der US-Energiebehörde EIA zum Verbrauch in den USA zeigen, decken dort
       300.000 Tonnen rechnerisch den Verbrauch für gut 14 Stunden. (dpa)
       
       ## Russland lockert Diesel-Exportverbot
       
       Nach der ‌Vereinbarung zwischen Präsident Wladimir Putin und US-Präsident
       Donald Trump hebt die russische Regierung ihr Exportverbot für Diesel
       teilweise auf. Die Lockerung gelte mit sofortiger Wirkung, teilt die
       Führung in Moskau mit. Demnach sollen die USA und die Weltmärkte wieder mit
       russischem Treibstoff versorgt werden. „Die Produktionsmengen reichen aus,
       um sowohl die Inlandsnachfrage vollständig zu decken als auch die Exporte
       auf den Weltmarkt in den festgelegten Mengen zu bedienen“, erklärt der
       russische Vizeregierungschef Alexander Nowak. (rtr)
       
       ## Neuer britischer Premier sagt Ukraine weitere Russland-Sanktionen zu
       
       Der ‌neue britische Premierminister Andy Burnham sagt der Ukraine eine
       Verschärfung der Sanktionen gegen Russland zu. Dies solle die russische
       Kriegsmaschinerie weiter einschränken, macht Burnham in einem Telefonat mit
       dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj deutlich, wie der
       britische Regierungssitz Downing Street mitteilt. Beide Politiker betonen
       demnach die Notwendigkeit, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten und
       vereinbaren ein baldiges persönliches Treffen. Burnham fordert zudem einen
       Energie-Waffenstillstand. Demnach müsse Russland seine Angriffe auf die
       ukrainische Infrastruktur sowie auf die Schifffahrt im Schwarzen Meer
       beenden. (rtr)
       
       ## Trump im Diesel-Streit: Ukraine sollte sich neuen Präsidenten suchen
       
       US-Präsident Donald Trump verlangt einen Führungswechsel in der Ukraine und
       ein Ende der ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien. Der
       ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj solle diese Angriffe „verdammt
       noch mal“ einstellen, sagt Trump vor Journalisten im Weißen Haus.
       
       „Ich schlage vor, dass sie sich einen neuen Anführer suchen, der einen Deal
       machen kann“, erklärt er weiter. Trump ist vor den US-Wahlen am 3. November
       innenpolitisch unter Druck geraten, weil die Dieselpreise infolge des von
       ihm begonnenen Irankriegs gestiegen sind. Deswegen hat Trump mit Russland
       vereinbart, dass dieses entgegen bisherigen Sanktionen Diesel in die USA
       und auf den Weltmarkt liefert, damit die Preise sinken. Selenskyj hatte die
       Vereinbarung kritisiert, da sie Russland Mittel zur Kriegsfinanzierung
       verschaffe. (rtr)
       
       ## Moskau: Über 500 Drohnen abgewehrt
       
       In der Stadt Asow seien zwei Schiffe beschädigt worden. Mehr als 100
       Drohnen seien über dem Gebiet Rostow abgewehrt worden. Das
       Verteidigungsministerium in Moskau gab an, in der Nacht 560 ukrainische
       Drohnen über russischen Gebieten und der annektierten Krim abgewehrt zu
       haben. (dpa)
       
       ## Gouverneur: Ukrainische Angriffe auf Region Rostow
       
       Die Ukraine nahm bei Gegenangriffen ihrerseits das südrussische Gebiet
       Rostow ins Visier. Auf der Nasa-Website Firms, die weltweit Brandherde
       erfasst, waren mehrere Feuer dort zu sehen, wo sich ein Erdöl
       verarbeitendes Unternehmen befindet. Der Gouverneur der Region, Juri
       Sljussar, schrieb bei Telegram von Bränden und Schäden an Wohnhäusern
       infolge ukrainischer Angriffe. Zudem sei eine Eisenbahnbrücke beschädigt
       worden. Sechs Menschen benötigten demnach ärztliche Hilfe. (dpa)
       
       ## Mindestens 20 Tote nach Angriff in Saporischschja
       
       Bei russischen Angriffen sind im Südosten der Ukraine mindestens 20
       Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien drei Minderjährige, 18
       seien bei der Attacke verletzt worden, teilte der ukrainische Zivilschutz
       mit. Such- und Rettungsarbeiten dauern demnach an.
       
       Insgesamt seien in der Nacht 13 ukrainische Regionen attackiert und
       Wohnhäuser, Infrastruktur und Eisenbahneinrichtungen beschädigt worden,
       schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien.
       Die Nacht habe einmal mehr gezeigt, dass Russland nachlassenden Druck als
       Signal verstehe, weiter Krieg führen und Bomben auf Städte werfen zu
       können, schrieb Selenskyj. „Russland bedankt sich für die Aufhebung der
       Sanktionen gegen Dieselexporte, indem es fünf Gleitbomben auf Wohngebäude
       in Saporischschja abwirft.“ Der Staatschef forderte andere Signale und
       kündigte eine Reaktion auf die russischen Angriffe an.
       
       US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Gespräch mit Kremlchef Wladimir
       Putin eine Vereinbarung zu Lieferungen von Hunderttausenden Tonnen Diesel
       aus Russland verkündet. Dafür heben die USA vorübergehend Sanktionen gegen
       russischen Diesel auf. (dpa)
       
       ## US-Unterhändler für Ukraine könnten bald nach Moskau reisen
       
       Die [3][US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner] könnten einem
       Medienbericht zufolge in den kommenden zwei Wochen nach Moskau reisen. Dies
       meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf
       einen Insider. Witkoff und Kushner leiten die Vermittlungen der USA für ein
       Ukraine-Friedensabkommen. Sie nahmen am Freitag in Miami an Gesprächen mit
       Delegationen aus der Ukraine, Europa und der Nato teil, die Insidern
       zufolge sechs Stunden gedauert haben sollen.
       
       Im Anschluss sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person, die USA, die
       Ukraine und europäische Partner wollten Russland noch vor dem Winter einen
       gemeinsamen Vorschlag zur Beendigung des Krieges vorlegen. Der russische
       Staatschef Wladimir Putin hatte jedoch nach einem Telefongespräch mit
       US-Präsident Donald Trump erklärt, eine baldige Wiederaufnahme von
       Friedensgesprächen sei unwahrscheinlich. (rtr)
       
       11 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
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