# taz.de -- Grüne Jugend Berlin zu Rot-Grün-Rot: „Ein Bündnis mit der CDU werden wir nicht unterstützen“
> Die Grünen haben sich zu wenig positioniert bei Themen, die jungen
> Menschen wichtig sind, sagt Elina Schumacher, Abgeordnete der Grünen
> Jugend Berlin.
(IMG) Bild: Mit ihrer eindeutigen Positionierung gegen eine neue Wehrpflicht haben die Linken bei vielen jungen Menschen gepunktet
taz: Frau Schumacher, [1][42 Prozent der Jungwähler:innen bis 24
Jahrein Berlin haben die Linke gewählt] – nicht die Grünen. Warum spricht
die Klima- und Umweltpartei die Jugend nicht mehr an?
Elina Schumacher: An der Jugend hat sich erst mal gar nichts geändert. Wir
hatten einfach einen großen Hype um die Linken – und die Zuspitzung: Wer
nicht die CDU will, wählt links. Mir hat bei den Grünen eine Abgrenzung
gefehlt und eine klare Priorität für eine rot-grün-rote Koalition.
taz: Aber Spitzenkandidat Werner Graf hat im taz-Interview gesagt: [2][„Ich
trete an, um die CDU in die Opposition zu schicken.“] Und hat klargemacht,
dass er in einem Linksbündnis die größten Schnittmengen sieht.
Schumacher: Aber trotzdem war die Linke die Gegenspielerin zur CDU, und
leider nicht die Grünen. Junge Menschen, die eine progressive Koalition
wollten, haben sich vermutlich im Zweifel eher für die Linken entschieden.
taz: Was hätten die Grünen besser machen müssen?
Schumacher: Ich hätte mir beim Wahlkampf eine stärkere Positionierung
gewünscht, gerade für die Themen junger Menschen. Zum Beispiel Wehrpflicht,
das treibt junge Menschen total um. Wir müssen jetzt ordentliche Politik
machen in den Bereichen: Klima, Verkehr, Feminismus.
taz: Über die Wehrpflicht entscheidet aber nicht das Landesparlament, um
das es bei der Wahl ging.
Schumacher: Bei den Linken war das aber Thema. Und bei den Jugendprotesten,
die gerade groß stattfinden, sowieso. Auf Landesebene in Berlin haben die
Grünen an sich eine gute Position, trauen sich aber nicht, sie zu
kommunizieren. Beim Klima ist es genauso: 15.000 Menschen sind diesen
Sommer an Hitze gestorben. Aber das ist kaum Thema.
taz: Werner Graf hat das durchaus thematisiert.
Schumacher: Es haben die alleinstehenden grünen Themen gefehlt, die es
nicht so groß bei den Linken gibt.
taz: Vielleicht haben Wähler*innen auch links gewählt, weil sie Sorge
haben, dass die Grünen am Ende doch mit SPD und CDU koalieren?
Schumacher: Aus meiner Perspektive ist Schwarz-Rot-Grün gerade nicht
möglich. Wir sind vier Kandidat*innen von der Grünen Jugend, die jetzt
ins Abgeordnetenhaus einziehen. Für uns ist ganz klar Rot-Grün-Rot das
Ziel. Ein Bündnis mit der CDU werden wir nicht unterstützen. Auch wenn die
Linken und die SPD wahrscheinlich Probleme miteinander haben, hat die SPD
nicht wirklich eine andere Option, vor allem wenn sie zukunftsgerichtete
Politik machen will.
taz: Gerade reden alle über den Chef vom Remmo-Clan, der bei der
Linken-Party in Neukölln war, der Partei wird außerdem Antisemitismus
vorgeworfen. Steht das einer rot-grün-roten Koalition im Weg?
Schumacher: Das müssen die Linken selber regeln. Wenn die Linken regieren
wollen, müssen sie sich zusammenreißen. Deswegen bin ich sehr gespannt, wie
sie jetzt in die Verhandlungen reingehen und sich da präsentieren.
22 Sep 2026
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