# taz.de -- Bedrohte Gemeinnützigkeit des VVN-BdA: Einfach nur absurd
> Dass die Gemeinnützigkeit der Erb:innen der Naziverfolgten auf der
> Kippe steht, ist ein Skandal. Und ein Erfolg einer rechten Kampagne.
(IMG) Bild: Die VVN-BdA ist unter Druck
Man hätte es auch für eine rechte Fake News halten können. Kurz nach den
Antifa-Blockaden des AfD-Parteitags in Erfurt veröffentlichte Springers
Welt einen Artikel mit einer brisanten Nachricht: [1][Das Berliner
Finanzamt würde die Gemeinnützigkeit des VVN-BdA prüfen], der Vereinigung
der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist:innen. Doch der
Artikel bezog sich auf eine anonyme Quelle, auf Nachfragen mauerte die
Behörde. Auch der VVN-BdA tappte im Dunkeln, was es mit dem Artikel auf
sich haben könnte.
Nun hat es die älteste antifaschistische Organisation der Bundesrepublik
schwarz auf weiß: [2][Die Gemeinnützigkeit des Vereins steht tatsächlich
wieder auf der Kippe] – und damit die Zukunft des VVN-BdA selbst, der
vielerorts Bildungsarbeit betreibt und Stolpersteine verlegt. Es ist ein
Skandal mit vielen Facetten:
Da ist der Fakt, dass die ganze Causa von rechten Szenemedien losgetreten
wurde, die offensichtlich dem VVN-BdA schaden wollen. Da ist, dass diese
Kampagne offenbar von der Berliner Finanzverwaltung unter der Führung eines
CDU-Politikers aufgegriffen wurde, der nächster Regierender Bürgermeister
in der Hauptstadt werden will: Stefan Evers. Und dann ist da die Begründung
des Finanzamts, bei der sich einem die Haare sträuben.
Denn das Finanzamt wirft dem VVN-BdA eine „unzulässige politische
Betätigung“ vor, weil der Verein zum Beispiel für ein AfD-Verbot eintritt.
Man muss das zweimal lesen, um die Tragweite dieses Satzes zu verstehen:
Dem Verein, der das Erbe der Naziverfolgten verwaltet, wird vorgeworfen,
sich gegen eine rechtsextremistische Partei zu engagieren, die von
faschistischen Fantasien durchsetzt ist.
Das ist an Absurdität nicht zu überbieten: Nein, es ist keine Voraussetzung
für die Gemeinnützigkeit, dem Faschismus neutral gegenüberzustehen. Im
Gegenteil: Gemeinnützigkeit bedeutet, die Demokratie zu verteidigen – und
das geht nur antifaschistisch.
1 Sep 2026
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(DIR) Timm Kühn
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