# taz.de -- Einigung bei Volkswagen: Nur Sparen schafft keine Zukunft
       
       > Der VW-Aufsichtsrat hat die Kahlschlagspläne des Vorstands überraschend
       > abgesegnet. Was völlig fehlt, sind gute Ideen für die Zukunft.
       
 (IMG) Bild: Keine zukunftsweisenden Ideen für den Umbau bei VW
       
       Schon Tage vorher hatten VW-Vorstand, Gewerkschaft und Politik vergeblich
       um einen Kompromiss gerungen, auch am Freitag dauerte das Treffen des
       Aufsichtsrates bis in den späten Abend hinein an. Umso überraschender kam
       dann die Meldung, dass der drastische Sparplan von Volkswagenchef Oliver
       Blume beschlossen wurde – einstimmig sogar. Und das, obwohl er noch immer
       keinen mutigen Weg in die Zukunft des großen Autobauers ebnet – und die
       Krise schwer auf dem Rücken der Beschäftigten ablädt.
       
       Volkswagen steht Kahlschlag bevor. Weltweit werden mehr als 100.000 Stellen
       gestrichen, rund doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Das Ende der
       [1][vier bedrohten Werke] in Deutschland, in Emden, Hannover, Zwickau und
       Neckarsulm ist zwar nicht besiegelt, aber auch alles andere als vom Tisch.
       
       Nun kann man sich wundern, dass der VW-Betriebsrat und Vertreter:innen
       der IG Metall dem dennoch einfach zugestimmt haben. Sie geben sich alle
       Mühe, als verantwortungsvolle Akteure dazustehen, die eine Eskalation
       verhindert haben. Und hoffen offenbar auf eine gute Verhandlungsposition,
       wenn es um den Fortbestand der angezählten Fabriken geht.
       
       Ob das wirklich verantwortungsvoll war angesichts eines Konzernvorstands,
       der seine bedrohlichen Visionen [2][allzu gerne bewusst in der Presse
       platziert], bevor er mit den Arbeiter:innen spricht? Der bisher kaum zu
       Zugeständnissen bereit war? Das wird die IG Metall noch beweisen müssen,
       wenn sie Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm verteidigen muss.
       
       ## Keine Impulse für Zukunftsmärkte und -technologien
       
       Vor allem aber ist tragisch, dass bei allen Drohgebärden des Vorstands und
       aller Angst der Arbeitnehmer:innen noch kein plausibler Plan für ein
       zukunftsfähiges Geschäftsmodell aufgetan werden konnte. Wenn die
       Transformation der Standorte Jobs in der Produktion kostet, dann müssten
       dafür neue in anderen Bereichen aufgebaut werden. Und VW braucht Ideen für
       Zukunftsmärkte und -technologien, mehr denn je.
       
       Nur lassen die Konzernmanager keinen, wirklich gar keinen solchen Ehrgeiz
       erkennen. Das muss sich ändern – und dabei sollten auch die Gewerkschaft
       und Politiker:innen in Bund und Ländern [3][stärkere Impulse setzen].
       
       6 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Zukunft-von-Volkswagen/!6208735
 (DIR) [2] /Machtkampf-bei-Volkswagen-Aufstand-gegen-den-Vorstandschef/!6206737
 (DIR) [3] /Gewerkschafter-ueber-VW-Ruestungsplaene/!6197839
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nanja Boenisch
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Volkswagen
 (DIR) Stellenabbau
 (DIR) Autoindustrie
 (DIR) Transformation
 (DIR) IG Metall
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Kommentar
 (DIR) Arbeit
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) GNS
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Niedersachsen
 (DIR) Podcast „Bundestalk“
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Bedrohtes VW-Werk in Zwickau: Und die AfD reibt sich die Hände
       
       Auch nach dem Beschluss des Aufsichtsrats ist die Zukunft mehrerer
       Standorte ungewiss. Zwickau dürfte die schlechtesten Karten haben – das ist
       fatal.
       
 (DIR) VW-Werk Osnabrück: Rüstungsdeal soll Volkswagen retten
       
       VW will das Werk in Osnabrück halten und verhandelt mit dem israelischen
       Iron-Dome-Hersteller. Für die „Friedensstadt“ ein Problem, sagen
       Kritiker*innen.
       
 (DIR) Industrie im Niedergang: Ist China Schuld an der deutschen Wirtschaftskrise?
       
       Jede Woche gehen Tausende Industriejobs verloren. Das liegt auch an Chinas
       Exportpolitik. Ist die Deindustrialisierung Deutschlands noch zu
       verhindern?