# taz.de -- Nach Ceuta-Krise: Spanien kündigt Grenzkontrollen zu Italien an
       
       > Die spanische Regierung dreht im Streit um Schengen-Kontrollen den Spieß
       > um: Wer aus Italien kommt, muss sich ab Samstag auf Checks an Häfen und
       > Flughäfen gefasst machen.
       
 (IMG) Bild: Menschen laufen am Strand entlang, nachdem sie versucht hatten, von der marokkanischen Stadt Fnideq im Norden in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen
       
       dpa | Spanien reagiert mit eigenen Grenzkontrollen auf Italiens Weigerung,
       die wegen der Ceuta-Migrationskrise eingeführten Kontrollen aufzuheben. Ab
       Samstag 0.00 Uhr würden Reisende aus Italien zunächst bis zum 7. September
       stichprobenartig an Häfen und Flughäfen kontrolliert, zitierte der
       staatliche spanische TV-Sender RTVE aus einem am Abend veröffentlichten
       Dekret der Regierung in Madrid.
       
       Überprüft werden sollten dabei die Identität und Staatsangehörigkeit von
       Reisenden sowie, im Falle von Drittstaatsangehörigen, deren Visum oder
       Aufenthaltserlaubnis. Als Grund wurde der „anhaltende Druck irregulärer
       Migration“ genannt, dem Italien ausgesetzt sei.
       
       Die linke Regierung in Madrid reagierte damit auf die Zurückweisung ihres
       Ultimatums, die von der rechten italienischen Regierung und
       Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wegen des Massenansturms [1][von
       zeitweise 72.000 Migranten auf Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta] seit
       Samstag vergangener Woche angeordneten Grenzkontrollen bis Sonntag
       zurückzunehmen.
       
       ## Italien wies spanisches Ultimatum zurück
       
       Meloni stellte klar, dass sie sich keinem Ultimatum beugen werde. „Italien
       akzeptiert keine Ultimaten oder Vorgaben aus dem Ausland, was die nationale
       Sicherheit und die Grenzkontrolle betrifft“, hieß es in einer Erklärung
       ihres Büros, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Italien werde seine
       Kontrollen zumindest bis zum 15. August und in jedem Fall so lange
       aufrechterhalten, bis „Sicherheits- und Terrorismusrisiken für Italien
       vollständig ausgeschlossen sind.“
       
       ## Spanien spricht von „Torpedo gegen Einheit Europas“
       
       Die Grenzkontrollen sind nach spanischer Auffassung unfair, den
       [2][Interessen der EU] zuwiderlaufend und diskriminierend gegenüber der
       eigenen Bevölkerung. Spaniens Außenminister José Manuel Albares bezeichnet
       Italiens Vorgehen als einen „Torpedo unterhalb der Wasserlinie der
       europäischen Einheit“.
       
       Italien hat keine Landgrenze mit Spanien. Die nach Ceuta eingedrungenen
       Migranten sind inzwischen fast alle nach Marokko zurückgekehrt. Es gibt
       seither auch keine Hinweise, dass Migranten in Ceuta überhaupt die Absicht
       hätten, nach Italien weiterzureisen. Die restlichen Migranten befinden sich
       in der nordafrikanischen Exklave zudem weder im Schengen-Raum noch auf
       europäischem Festland.
       
       ## Kritiker werfen Meloni innenpolitisch motivierte Symbolpolitik vor
       
       Kritiker der rechten Regierung in Rom werteten die italienischen
       Grenzkontrollen als vor allem innenpolitisch motivierte Symbolpolitik.
       Melonis Regierungskoalition war 2022 mit dem Versprechen an die Macht
       gekommen, die irreguläre Migration zu verringern. Derzeit steht die
       Meloni-Regierung zudem unter erheblichem Druck durch die neu gegründete
       rechte Partei „Futuro Nazionale“ des Ex-Armeegenerals Roberto Vannacci.
       Seine äußerst migrationskritische Rhetorik findet bei einem nicht
       unerheblichen Teil der Wählerschaft der Regierungsparteien Anklang.
       
       8 Aug 2026
       
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