# taz.de -- Bundeszentrale für politische Bildung: Zurück zu den antikommunistischen Wurzeln
       
       > Die Bundeszentrale für politische Bildung soll sich wieder mehr mit
       > Linksextremismus beschäftigen. Linke sollte das weder überraschen noch
       > empören.
       
 (IMG) Bild: Ein Mann aus der Vergangenheit? Innenminister Dobrindt
       
       Gleich zweimal landet die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
       innerhalb weniger Wochen in den Schlagzeilen. Ende Juli trat nach nur sechs
       Monaten im Amt ihr Leiter Sönke Rix zurück. Nun gab die Behörde bekannt,
       als Teil einer Neuausrichtung [1][wolle sich die bpb wieder verstärkt auf
       Linksextremismus konzentrieren]. Linke sind darüber empört – aber warum
       eigentlich?
       
       Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Rix’ Weggang und der
       Neuausrichtung gibt, lässt sich nur mutmaßen. Klar ist, dass der SPD-Linke
       Rix sich in einer eher undankbaren Situation wiederfand: mit Innenminister
       Alexander Dobrindt ein CSU-Mann über ihm, der seit Beginn seiner Amtszeit
       versucht haben soll, auf die Behörde Druck auszuüben.
       
       Klar ist auch: Für Dobrindt ist eine Neubesetzung ein Gewinn. Dass er
       ausgerechnet den linken SPDler zum bpb-Präsidenten ernannt hatte, löste bei
       Konservativen Unmut aus; die Welt warnte vor einem linken Chefideologen.
       Und natürlich wird Rix’ Weggang es dem CSU-Minister erleichtern, die
       Bundeszentrale in ihrer Ausrichtung nach rechts zu verschieben.
       
       Dass Dobrindt dies tut und damit auch Linksextremismus stärker in den Fokus
       rücken soll, reiht sich zwar in eine allgemeine Rechtsverschiebung ein.
       Aber überraschen sollte das Linke nicht.
       
       ## Die öffentliche Meinung beeinflussen
       
       Die Bundeszentrale produziert jährlich unzählige politische
       Informationsmaterialien, deren Konsequenz die Beeinflussung der
       öffentlichen Meinung ist. Die Institution war schon immer ein Machthebel,
       den Innenminister*innen eben bedienen – mal die SPD, die mit [2][dem
       Ex-Leiter Thomas Krüger] natürlich im Jahr 2000 einen SPDler an die Spitze
       setzte, und mal die Union.
       
       Zum anderen wurde die Institution unter Konrad Adenauer genau dafür
       gegründet, die kapitalistisch organisierte Demokratie zu propagieren – und
       solche Ideologien, die diese hinterfragt, zu bekämpfen, von rechts wie
       links. Antikommunismus war von Beginn an Kernaufgabe der bpb. Und er wird
       es bleiben.
       
       5 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.nd-aktuell.de/artikel/1201558.bundeszentrale-fuer-politische-bildung-mehr-fokus-auf-linksextremismus-und-weniger-israel-reisen.html
 (DIR) [2] /bpb-Praesident-zum-Zustand-der-Demokratie/!6110335
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Pauline Jäckels
       
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