# taz.de -- Debatte über Rentenpaket: Bas offen, Söder skeptisch
       
       > Wird das Rentenpaket der Bundesregierung im parlamentarischen Verfahren
       > aufgeschnürt? Ostdeutsche CDU-Regierungschefs hatten Nachbesserungen
       > verlangt.
       
 (IMG) Bild: Bärbel Bas beim ZDF-Sommerinterview (1.8.2026)
       
       rtr | Nach Kritik der drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten am
       Rentenpaket der schwarz-roten Koalition ist eine Debatte über
       Nachbesserungen entbrannt. SPD-Co-Chefin Bärbel Bas signalisierte ihren
       Willen, noch einmal darüber zu sprechen. CSU-Chef Markus Söder hingegen
       warnte vor einem Aufschnüren des von CDU, CSU und SPD vereinbarten Pakets.
       
       „Ich bin bereit, über alles zu reden“, sagte Bas am Sonntag im ZDF auf die
       Frage, ob man das von ihr als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnete Paket wegen der
       „Rente mit 63“ noch aufschnüren sollte. Die Bundesarbeitsministerin betonte
       jedoch, dass sich SPD und Union auf das ‌Maßnahmenbündel zur Rentenreform
       als Kompromiss insgesamt geeinigt hätten. Man solle nicht einzelne
       Bausteine herausnehmen. „Und deshalb ist es wirklich ein Gesamtpaket, was
       nach Möglichkeit zusammenbleiben soll“, sagte Bas. „Trotzdem, glaube ich,
       wird es um einzelne Punkte sicherlich im parlamentarischen Verfahren
       Diskussionen geben.“
       
       Söder äußerte sich skeptisch. „In der Sache muss man aufpassen, dass man da
       nicht hier das ganze Rentenpaket aufschnürt“, sagte er am Sonntag in der
       ARD. „Wir müssen auf die Herausforderung der Demografie eine langfristige
       Antwort haben, und die Rentenreformkommission hat da gute Arbeit
       geleistet.“ Damit Deutschland wirtschaftlich erfolgreich sei, müsse mehr
       gearbeitet werden, bekräftigte Söder. „Deswegen glaube ich, dass alle
       Vorschläge zusammen – wir müssen weniger arbeiten oder früher in Rente
       gehen – eher auf Dauer nicht funktionieren.“
       
       ## Festhalten an abschlagsfreier Rente nach 45 Jahren
       
       Die Regierungschefs Michael Kretschmer aus Sachsen, Sven Schulze aus
       Sachsen-Anhalt und Mario Voigt aus Thüringen haben jüngst in einem
       gemeinsamen Papier erklärt, dass [1][die Besonderheiten in Ostdeutschland]
       stärker in die Debatte über ‌die Renten- und Pflegereform einbezogen werden
       müssten. „Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren hat in unseren
       Ländern besonderes Gewicht, weil verhältnismäßig viele Menschen diese
       Anzahl an Beitragsjahren tatsächlich erreichen.“ Die drei fordern keinen
       Verzicht auf die [2][Abschaffung der sogenannten „Rente mit 63“], aber
       Übergangsregeln.
       
       Bas sagte dazu: „Die Ost-Ministerpräsidenten der CDU müssen das jetzt mal
       mit ⁠der Fraktion der CDU/CSU klären, ob sie das behalten wollen.“ Wenn die
       Union das Paket aufschnüren wolle, würde sich die SPD nicht dagegen
       sträuben. Dass dies die Meinung der gesamten Union sei, „das sehe ich aber
       noch nicht“.
       
       ## Härtefallregelung möglich
       
       Der CSU-Politiker Florian Dorn war einer von drei Bundestagsabgeordneten in
       der von ‌der Koalition eingesetzten Rentenkommission. Dorn ‌warnte nun
       davor, die „Rente mit 63“ entgegen der Empfehlung des Expertengremiums
       beizubehalten. „Wer die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig
       ⁠Versicherte beibehalten möchte, setzt damit die Grundlage für die
       Gesamtreform und damit die Stabilisierung der gesetzlichen Rente aufs
       Spiel“, sagte er dem Handelsblatt.
       
       Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag,
       Dirk Wiese, lehnte es ab, das Rentenpaket ‌komplett wieder aufzuschnüren.
       Dennoch sei es aus seiner Sicht wichtig, dass „mindestens eine [3][klare
       und ‌deutliche Härtefallregelung]“ gefunden werde. „Da denke ich
       beispielhaft an den jahrelangen Schichtarbeiter in der Stahl- und
       Metallindustrie“, sagte Wiese der Zeitung Welt.
       
       Zudem brauche es einen starken Vertrauensschutz für jene, die jetzt 58 oder
       59 Jahre alt seien und ‌den abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Jahren
       Beitragszahlungen eigentlich für sich eingeplant ⁠hätten. „Darüber sollten
       wir mindestens im parlamentarischen Verfahren gründlich beraten.“
       
       3 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
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