# taz.de -- Analyse der Kaufmännischen Krankenkasse: Arbeitnehmer:innen sind gestresst wie nie
       
       > Mobiles Arbeiten und flexible Arbeitszeiten können auch belastend sein.
       > Laut KKH sind Beschäftigte 2025 so häufig wie noch nie stressbedingt
       > ausgefallen.
       
 (IMG) Bild: Berufstätige werden am häufigsten aufgrund psychischer Belastungen krankgeschrieben
       
       epd | Stress am Arbeitsplatz hinterlässt immer häufiger [1][gesundheitliche
       Spuren]. Noch nie seien unter den versicherten Berufstätigen der
       Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) so häufig akute Belastungsreaktionen und
       Anpassungsstörungen diagnostiziert worden wie im vergangenen Jahr, teilte
       die Kasse am Sonntag in Hannover mit. Demnach entfielen knapp 119
       [2][Krankentage] je 100 Versicherte auf diese Diagnose.
       
       Im Jahr zuvor seien es rund 112 Tage gewesen, zu Beginn der KKH-Analyse
       2017 nur etwa 66 Tage. Das entspreche binnen acht Jahren einem Anstieg um
       fast 80 Prozent. Akute Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen könnten
       Vorstufen einer Depression sein, warnte die Kasse. Sie seien 2025 die
       häufigste psychische Diagnose bei Berufstätigen und insgesamt der
       dritthäufigste Grund für Krankschreibungen nach Infektionen der oberen
       Atemwege und Rückenschmerzen.
       
       ## Klare Abgrenzung von Beruf und Freizeit
       
       Neben privaten Belastungen und beruflichem Stress wie hohem Arbeitspensum,
       Überstunden, Existenzängsten oder Konflikten am Arbeitsplatz seien auch
       veränderte Arbeitsformen für die Diagnosen verantwortlich. Laut der
       KKH-Ärztin Aileen Könitz kann die moderne Arbeitsweise mit Laptop und
       Smartphone zusätzlichen Druck erzeugen. Mobiles Arbeiten und zeitliche
       Flexibilität bedeuteten nicht automatisch Entlastung, sondern könnten zu
       dauerhaftem Stress führen, wenn klare Grenzen fehlten.
       
       Auch die sogenannte Arbeitszeitfragmentierung habe Vor- und Nachteile. Die
       Unterteilung des Arbeitstages könne einerseits die Vereinbarkeit von Beruf
       und Privatleben verbessern. Andererseits erhöhten häufige Wechsel zwischen
       Arbeit und Freizeit sowie Arbeitszeiten am Abend den Zeit- und
       Leistungsdruck. [3][Zu kurze Ruhezeiten] begünstigten langfristig
       Belastungsreaktionen, chronische Erschöpfung oder einen Burnout.
       
       3 Aug 2026
       
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