# taz.de -- Erneuerbare-Energien-Gesetz: Dunkle Zeiten für den Solarausbau
> Am Mittwoch will das Kabinett die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket
> beschließen. Das könnte den Ausbau der Sonnenenergie weiter verlangsamen.
(IMG) Bild: Rechnet sich bald nicht mehr: Die Installation Solaranlagen privater Hausbesitzer
Die Energiepolitik der schwarz-roten Koalition ist wie eine Leiter, der
einige Sprossen fehlen. Trotzdem komme man nach oben, behauptet die
Regierung. Das könnte sich als Trugschluss erweisen.
An diesem Mittwoch werden mit der [1][Novelle des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)] und dem Netzanschlusspaket, die im
Bundeskabinett beschlossen werden sollen, wieder zwei Sprossen angesägt.
Die Gesetze, die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verantwortet,
verschlechtern die Bedingungen für private Hausbesitzer:innen, die
Solaranlagen installieren wollen.
So soll für kleine Dachkraftwerke die feste Vergütung abgeschafft werden,
die Investitionen bisher attraktiv machte. Vermutlich verlangsamt das den
Ausbau der Sonnenenergie. Dass große Ökokraftwerke künftig weniger
Entschädigung erhalten, wenn sie ihren Strom nicht verkaufen können, könnte
einen ähnlichen Effekt haben.
Auch das neue [2][Heizungsgesetz von Anfang Juli wirkt in diese Richtung].
Neue fossile Öl- und Gasheizungen werden wieder erlaubt, die Zuschüsse für
klimaneutrale Alternativen dagegen verringert. Und zusätzliche
Gaskraftwerke sollen für Versorgungssicherheit beim Strom sorgen, wobei
keine Rede mehr davon ist, wenigstens einige von ihnen zügig auf grünen
Wasserstoff umzustellen.
Zu verantworten haben das vor allem CDU und CSU. Für den Staat, die
Bürger:innen und Unternehmen sollen dadurch die Kosten sinken, die der
beschlossene Abschied von der fossilen und der Umstieg auf klimaneutrale
Energie verursacht. Diese Absicht ist zwar grundsätzlich nicht falsch, aber
es gäbe bessere Mittel, etwa die [3][Senkung der Stromsteuer auch für
Privathaushalte] – was SPD-Finanzminister Lars Klingbeil jedoch zu teuer
ist.
Jede einzelne Verschlechterung mag für sich genommen nicht gefährlich
erscheinen. In der Kombination tragen sie aber dazu bei, dass weiterhin zu
große Mengen klimaschädlichen Kohlendioxids ausgestoßen werden. Kommt man
auf einer solchen Leiter nach oben – in die Etage der Klimaneutralität, die
2045 erreicht sein soll? Das wird zunehmend fraglich, auch wenn die
Koalition [4][das Ziel offiziell aufrechterhält].
29 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Erneuerbare-Energien-Gesetz/!6168409
(DIR) [2] /Transformation-und-Waermegewinnung/!6173769
(DIR) [3] /Regierung-bricht-Versprechen/!6093108
(DIR) [4] /Entschaerfter-Antrag-fuer-Parteitag/!6148937
## AUTOREN
(DIR) Hannes Koch
## TAGS
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
(DIR) Erneuerbare Energien
(DIR) Solarenergie
(DIR) Katherina Reiche
(DIR) Bundesregierung
(DIR) Klimaneutralität
(DIR) Energiewende in Gefahr
(DIR) Schwarz-rote Koalition
(DIR) Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
(DIR) Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
(DIR) Energiewende in Gefahr
(DIR) Solarenergie
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Sinkender Energieverbrauch: Fossile Energieträger sind weiter dominant
Höhere Preise und schwache Konjunktur lassen Deutschlands Energieverbrauch
im ersten Halbjahr sinken. Die Erneuerbaren bauen ihren Anteil aus.
(DIR) Wahl des Unionsfraktionsvorsitzenden: Union rauft sich erst mal zusammen
Die Unionsfraktion stimmt mit 91,9 Prozent für Thorsten Frei als Nachfolger
von Jens Spahn. Der Denkzettel für Merz fällt damit aus.
(DIR) EEG und Netzentgelte: Solardächer neu ausgerichtet
Die Bundesregierung will die feste Einspeisevergütung für kleine
Solaranlagen abschaffen. Übergangsweise gibt es weniger Zuschüsse. Eine
gute Idee?
(DIR) Umweltministerin Walker über EEG-Reform: „Es muss aufhören mit diesem ideologischen Hin und Her“
Die EEG-Reform gefährdet Klima und Industrie, sagt Baden-Württembergs grüne
Umweltministerin Walker – und zieht mit Hubert Aiwanger an einem Strang.
(DIR) Bayern und BaWü gemeinsam für Windkraft: Vereint gegen das Schreddern der Energiewende
Bayerns Energieminister Aiwanger und seine grüne Stuttgarter Kollegin
Walker wollen Windkraftprojekte retten. Sie kündigen gemeinsame Initiativen
an.
(DIR) Umfrage zu Energieimporten: Viele Deutsche haben Angst vor fossiler Abhängigkeit
Die Deutschen empfinden die Energie-Importabhängigkeit als bedrohlich. Die
Solarbranche fordert daher einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren.