# taz.de -- Umfrage zu Energieimporten: Viele Deutsche haben Angst vor fossiler Abhängigkeit
> Die Deutschen empfinden die Energie-Importabhängigkeit als bedrohlich.
> Die Solarbranche fordert daher einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren.
(IMG) Bild: Fenster mit Aussicht auf Solarenergie
78 Prozent der Bevölkerung fühlen sich durch die starke Abhängigkeit
Deutschlands von fossilen Energieimporten bedroht. Zu diesem Ergebnis kam
Ende März eine repräsentative YouGov-Befragung im Auftrag des
Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). Mehr als zwei Drittel der
Befragten wünschen sich, den Einsatz erneuerbarer Energien und Speicher zu
verstärken und somit die Abhängigkeit von Öl- und Erdgasimporten zu
reduzieren.
„Egal ob jung oder alt, Ost oder West, eher links, grün oder konservativ:
[1][Eine klare Mehrheit der Deutschen will eine schnellere Energiewende],
um unabhängiger von Energieimporten zu werden“, sagt Carsten Körnig,
Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, der taz. Ihnen sei bewusst, dass dies
staatliche Investitionen in den Ausbau der Stromnetze und Erneuerbaren
erfordert.
69 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Abhängigkeit von Importen
fossiler Energieträger durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien
reduziert wird – auch wenn der Staat dafür zunächst in den Ausbau der
Erneuerbaren und der Netzinfrastruktur investieren muss. Für die Pläne aus
dem Bundeswirtschaftsministerium, ab 2027 weitere Einschnitte bei der
Solarenergie vornehmen zu wollen, haben sie der YouGov-Umfrage zufolge kein
Verständnis.
Das Bundeswirtschaftsministerium betonte auf taz-Anfrage, dass die
Ausbauziele für Erneuerbare im Erneuerbare-Energien-Gesetz 2027 unverändert
blieben. Kleine Dachsolaranlagen seien mit einem hohen Eigenverbrauch
[2][bereits ohne Förderung wirtschaftlich]. Das gelte insbesondere in
Hochpreisphasen am Strommarkt, so das Ministerium.
## Erneuerbare [3][können fossile Abhängigkeit reduzieren]
[4][Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant, ab 2027 die
Förderung von Solarstromanlagen einzuschränken]. Setze das
Wirtschaftsministerium seine Pläne tatsächlich um, würde der Ausbau der
Erneuerbaren ausgebremst, warnt der Lobbyist Körnig. „Dies käme der
deutschen Wirtschaft und der Allgemeinheit teuer zu stehen.“ Denn: die
erneuerbaren Energien könnten die Resilienz der deutschen Volkswirtschaft
erhöhen. Die Verbraucher*innen würden das durch sinkende Strompreise
spüren.
„Wiederholte geopolitische Krisen und explodierende Energiepreise haben
vielen Menschen die Augen geöffnet“, sagt Körnig. Die hohe Abhängigkeit von
fossilen Energieimporten könne durch einen verstärkten Ausbau heimisch
verfügbarer erneuerbarer Energien deutlich reduziert werden.
Und neben seiner Klimafreundlichkeit hat Solarstrom einen weiteren Vorteil:
Ist er einmal ans Netz angeschlossen, ist er billig. Deshalb verdrängten
Solaranlagen teure Gaskraftwerke im Strommarkt und senkten so die
Börsenstrompreise nachhaltig, sagt der BSW-Solar. Allerdings reiche der
Ausbau der Erneuerbaren noch nicht aus, um komplett unabhängig von
geopolitischen Schocks zu sein.
7 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.solarwirtschaft.de/2026/04/07/buerger-empfinden-energie-importabhaengigkeit-als-bedrohlich/
(DIR) [2] /Reform-des-Erneuerbare-Energien-Gesetzes/!6158554
(DIR) [3] /Reform-des-Erneuerbare-Energien-Gesetzes/!6158554
(DIR) [4] /Reform-des-Erneuerbare-Energien-Gesetzes/!6158554
## AUTOREN
(DIR) Philipp Embach
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