# taz.de -- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: SPD knallt auf 5 Prozent runter
> In Sachsen-Anhalt muss die SPD um den Wiedereinzug in den Landtag
> kämpfen. Sollte es für sie noch weiter bergab gehen, könnte die AfD
> durchmarschieren.
(IMG) Bild: Auf der Kippe: Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann
Für die SPD in Sachsen-Anhalt wird die Lage brenzlig. Sechs Wochen vor der
Landtagswahl sind die Sozialdemokrat:innen nach einer [1][am
Donnerstagabend veröffentlichten Insa-Umfrage] im Auftrag des Focus auf
katastrophale 5 Prozent abgerutscht.
Das ist der schlechteste Wert, der in Sachsen-Anhalt jemals für die in
Magdeburg seit 20 Jahren als Juniorpartner der CDU mitregierende Partei
ausgewiesen wurde. Mehr noch: Fällt die SPD bei der Wahl am 6. September
unter die 5-Prozent-Hürde, würde sie nicht nur erstmals in der
bundesdeutschen Geschichte aus einem Landtag fliegen. Zugleich hätte die
AfD – zumindest nach derzeitigem Umfragestand – die absolute Mehrheit
sicher.
Der Insa-Umfrage zufolge käme die vom Landesverfassungsschutz [2][als
gesichert rechtsextremistisch eingestufte Parte]i aktuell auf 41 Prozent.
Die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund liegt damit weiterhin
deutlich vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze, die
auf gerade mal 24 Prozent taxiert wird. Die Werte entsprechen in etwa denen
vorheriger Umfragen.
Das Gleiche gilt für die anderen Parteien. Sicher im Landtag wäre demnach
die Linke mit 14 Prozent. Den Wiedereinzug verpassen würden dagegen die
Grünen und die ebenfalls mitregierende FDP, die wie die Wagenknecht-Partei
BSW bei 4 Prozent liegen. Sollte nun auch noch die SPD weiter verlieren,
blieben derart viele Wähler:innenstimmen für die Zusammensetzung des
Parlaments unberücksichtigt, dass Siegmund ohne fremde Hilfe zur Macht
durchmarschieren könnte. In den sozialen Medien feiert sich die
rechtsextreme Bubble bereits jetzt ab.
## Rennen ist noch nicht gelaufen
Aber: Umfragen sind keine Wahlergebnisse, die Werte unterliegen
Schwankungsbreiten, bei der Insa-Umfrage betragen sie etwa im Schnitt 1,5
Prozent. Vor allem für die kleineren Parteien – und dazu gehört in
Sachsen-Anhalt auch [3][die SPD unter Spitzenkandidat Armin Willingmann] –
ist das Rennen damit noch nicht gelaufen.
Sicher ist, dass das strukturschwache Bundesland vor harten Zeiten steht.
Die CDU-Landesspitze schließt Koalitionen sowohl mit der AfD als auch mit
der Linken aus. Sollte die AfD die parlamentarische Mehrheit verfehlen,
wäre eine von den Christdemokrat:innen geführte Minderheitsregierung
denkbar, die dann auf eine Zusammenarbeit unter anderem mit der Linkspartei
angewiesen wäre.
Hartnäckig halten sich gleichwohl Spekulationen, einzelne CDUler:innen
könnten nach dem 6. September im Landtag einen AfD-Ministerpräsidenten
Ulrich Siegmund mitwählen – oder gleich zur extremen Rechten überlaufen.
24 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/sachsen-anhalt.htm
(DIR) [2] /Rechtsextreme-im-Wahlkampf/!6195552
(DIR) [3] /SPD-in-Ostdeutschland/!6165197
## AUTOREN
(DIR) Rainer Rutz
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