# taz.de -- CDU Berlin: Wegner geht, Evers kommt, die Probleme bleiben
> Der Rückzug von Kai Wegner ist für die CDU kein Befreiungsschlag, denn
> die Probleme der Partei sind größer. Teil davon ist auch Nachfolger
> Stefan Evers.
(IMG) Bild: Zwei Verantwortliche für drei Jahre Stillstand: Stefan Evers und Kai Wegner im Berliner Abgeordnetenhaus
Für die Berliner CDU soll es ein Befreiungsschlag sein. Kai Wegner, die
lame duck einer Partei, die in drei Jahren an der Spitze des Senats vor
allem Stillstand, aber auch Chaos und Skandale produziert hat, [1][zieht
sich von der Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl zurück].
Regieren will er aber bis zum Wahltag am 20. September weiter. An seine
Stelle soll der bisherige Finanz- und seit Kurzem auch Kultursenator Stefan
Evers treten, wie die Kreisvorsitzenden am Freitagabend entschieden.
Dass die CDU mit diesem Move aus ihrem Stimmungstief hinauskommt – die
jüngste Umfrage sah sie nur noch bei 17 Prozent –, muss bezweifelt werden.
Zum einen ist das Problem der Partei deutlich größer als die Personalie
Wegner, zum anderen steht die nun gefundene Lösung nicht für einen neuen
Aufbruch.
Unbestreitbar ist Wegner zuletzt zur Belastung für die Partei geworden, das
liegt vor allem an seinem Umgang mit dem Stromausfall und den Lügen, mit
denen er sein Nichthandeln zu verschleiern versuchte. Für einen Kandidaten,
der sich für die Zukunft bewirbt, ist Glaubwürdigkeit jedoch die zentrale
Währung.
Es gibt zudem wenig, womit Wegner werben könnte: Die Bilanz seiner
Regierungszeit muss lauten: Es ist nichts passiert. Berlin ist nicht
sauberer, nicht sicherer, nicht mobilitätsfreundlicher, nicht bezahlbarer
geworden. Zwar gibt es wieder Bürgeramtstermine, doch das reicht nicht.
Wegner hat der Stadt keinen Stempel aufgedrückt, er wird bald vergessen
sein.
## Inhaltlich ausgehöhlt
Doch die verlorenen drei Jahre sind nicht allein sein Werk, sondern des
gesamten schwarz-roten Senats. Nicht zuletzt steht dafür auch Stefan Evers.
Als Finanzsenator hat dieser einen Haushalt aufgestellt, der viel Schaden
angerichtet hat: Ohne Kompass wurden Kürzungen angekündigt, die mit den
Betroffenen im sozialen oder kulturellen Bereich kaum kommuniziert, dann
unter Druck zum Teil wieder zurückgenommen wurden. Doch die finanziellen
Reserven der Stadt sind aufgebraucht.
Die CDU ist inhaltlich ausgehöhlt. Mehr als eine Warnung vor der Linken hat
die Partei in diesem Wahlkampf bislang nicht zu bieten. Nichts spricht
dafür, dass Evers daran etwas ändern könnte.
10 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /CDU-Spitzenkandidat-in-Berlin/!6195326
## AUTOREN
(DIR) Erik Peter
## TAGS
(DIR) Kai Wegner
(DIR) Abgeordnetenhaus
(DIR) Berlin
(DIR) CDU Berlin
(DIR) GNS
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Schwerpunkt Wahlen in Berlin
(DIR) Kai Wegner
(DIR) Schwerpunkt Wahlen in Berlin
(DIR) Schwerpunkt Wahlen in Berlin
(DIR) Schwerpunkt Wahlen in Berlin
(DIR) Schwarz-rote Koalition in Berlin
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers: Bürgergeldempfänger sollen Berlin putzen
Noch kaum nominiert, prescht Stefan Evers (CDU) mit eigenen Ideen vor:
Leistungsempfänger:innen sollen als Gegenleistung die Stadt reinigen.
(DIR) Lügenvorwürfe nach Stromausfall: Hat Merz Wegner gedeckt?
Auch nach Rückzug der Spitzenkandidatur Kai Wegners ist die Diskussion über
den „Tennisgate-Skandal“ in der Berliner CDU noch nicht beendet.
(DIR) CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers: Der Mann mit den zwei Gesichtern
Seit Freitag ist klar: Die CDU geht mit Stefan Evers in den Wahlkampf ums
Berliner Abgeordnetenhaus. Er gilt als Liberaler – doch er kann auch
anders.
(DIR) CDU-Spitzenkandidat in Berlin: Kai Wegner schmeißt hin
Paukenschlag in Berlins CDU: Noch vor der Krisensitzung hat der Regierende
Bürgermeister Kai Wegner die Reißleine gezogen. Er gibt seine
Spitzenkandidatur auf.
(DIR) Krisensitzung der Berliner CDU: Steht Kai Wegner vor der Ablösung?
Am Freitag beraten die Kreischefs der CDU über die Zukunft von Kai Wegner.
Zuvor hat die SPD erklärt, eine Senatsbeteiligung gebe es nur ohne Wegner.
(DIR) Berliner Bürgermeister Kai Wegner: Für einen Rücktritt ist es nie zu spät
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat am Morgen des
Stromausfalls am 3. Januar doch nicht telefoniert. Selbst hatte er mehrfach
das Gegenteil behauptet.