# taz.de -- Angriff auf Reporter von „Apollo News“: Pressefreiheit gilt auch für Rechte
       
       > Am Rande der Anti-AfD-Proteste in Erfurt kam es zu Angriffen auf rechte
       > Journalisten. Diese Gewalt zu verurteilen, sollte nicht schwerfallen.
       
 (IMG) Bild: Einsatzkräfte gingen in Erfurt mit Schmerzgriffen, Schlagstöcken und verstärkten Handschuhen gegen friedliche Blockierer vor
       
       Manchmal ist es gut, eine gewaltbereite Antifa zu haben: Wenn Nazis sich
       zusammenrotten, um Linke oder Geflüchtete anzugreifen, wenn der Staat
       [1][mit dem rechten Auge mal wieder wegschaut oder die Polizei nicht
       rechtzeitig auftaucht], dann müssen Linke sich im Ernstfall selbst wehren
       können – notfalls auch mit Gewalt.
       
       Nichts vom alledem trifft aber auf die Angriffe auf drei rechte
       Journalisten am vergangenen Wochenende in Erfurt zu. Auf Videos, die in
       sozialen Medien geteilt werden, ist zu sehen, wie Reporter des rechten
       Portals Apollo News [2][am Rande der Anti-AfD-Proteste] von einer Gruppe
       von Demonstranten verfolgt werden. Erst werden sie bepöbelt, dann
       körperlich bedrängt – ein Bild zeigt schließlich, wie einem der Reporter
       gegen den Kopf getreten wird, bevor die Polizei einschreitet.
       
       Es sollte nicht schwerfallen, diese Angriffe zu verurteilen. Wer eine
       öffentliche Veranstaltung dokumentiert und darüber berichtet, sollte dafür
       nicht attackiert werden, egal welche politischen Positionen er oder sie
       vertritt. Vonseiten des antifaschistischen Aktionsbündnisses Widersetzen
       hieß es dagegen über den Vorfall: „Faschist:innen mit Presseausweis sind
       immer noch Faschist:innen.“
       
       Nun kann – und sollte – man über [3][die Scharnierfunktion von Portalen wie
       Apollo News] zwischen bürgerlichem Konservatismus und rechtem Rand sprechen
       – das ist für den Fall aber irrelevant. Nicht einmal ein Presseausweis
       sollte nötig sein, um vor solchen Übergriffen verschont zu bleiben.
       
       Zum Gesamtbild der Gewalt am Wochenende gehört allerdings auch die
       Polizeigewalt. Die Einsatzkräfte gingen mit Schmerzgriffen, Schlagstöcken
       und verstärkten Handschuhen [4][gegen friedliche Blockierer vor]. Das eine
       wie das andere zu benennen und anzuprangern, ist keine Relativierung und
       kein Whataboutismus. Es ist schlicht die konsequente Linie, die den zivilen
       Ungehorsam in Thüringen als das verteidigt, was er sein sollte: als
       friedliche Blockade und friedlichen Protest gegen die rechtsextreme AfD.
       
       6 Jul 2026
       
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 (DIR) [4] https://www.instagram.com/reel/DaaKhqjEbRD/
       
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