# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Echos aus der Wüste und Avantgarde in dunklen Räumen
> Das Pluriverse-Fesival eröffnet mit einer Parade durch den Tiergarten.
> Andere Konzertorte wie die Halle am Berghain versprechen dagegen
> Abkühlung.
(IMG) Bild: So schön war es 2025 auf dem Pluriverse-Festival
Als Thomas Vermynck vor 17 Jahren von Paris nach Berlin zog und ein zweites
Standbein [1][seiner Bookingagentur] etablierte, hatte er es in der
seinerzeit sehr technoiden Stadt nicht ganz leicht, schlug sein Herz doch
für Jazziges. Nun darf seine J.A.W. Family zum Glück ihren 20. Geburtstag
feiern – mit einer Sause, bei der sich Künstler von Theo Parrish bis
Floating Points ein Stelldichein geben (26.–28. 6., 90mil, [2][Tickets auch
an der Abendkasse]).
Ebenfalls am 26. Juni startet das Pluriverse-Festival. Bei der diesjährigen
Ausgabe stehen „Global Echos of Gnawa“ im Fokus: Eigentlich haben die
marokkanischen Klangwelten ihre Wurzeln in der Südsahara, spirituelle
Gesänge treffen auf afrikanische, berberische und arabische Rhythmen. Nach
Öffnung der klandestinen Sufi-Tradition entstanden vielerorts
Fusion-Genres.
Den Auftakt macht am 26. Juni eine Parade durch den Tiergarten, angeführt
von Maalem Hicham Bilali & Black Koyo aus Brüssel – die im Anschluss ein
Konzert bei freiem Einritt geben. Abends spielt Vieux Farka Touré, Sohn und
musikalischer Erbe des Dessert-Blues-Gitarristen Ali Farka Touré, auf der
Terrasse.
Am 27. Juni folgt unter anderem Theorie in Form eines Panels. Auch ein
Blick ins restliche Programm lohnt: Für ein Highlight sorgt sicher die
senegalesische Legende Baaba Maal am 2. Juli. ([3][26. 6.–1. 8.])
Wem bei den Temperaturen nicht nach Tanzen ist, schon gar nicht draußen,
für den könnte die Halle am Berghain ideal sein. Dort eröffnet die zweite
Runde der Orchestral Sessions des Komponisten und Dirigenten Avi Caspi.
Präsentiert in völliger Dunkelheit wird unter anderem sein Stück „Tacet
Mare“.
Im Fokus des Abends steht der Komponist Giacinto Scelsi und sein vom
Kollaps der Maya-Kultur inspiriertes Stück „I presagi“. Scelsi schuf ein
höchst eigenwilliges Werk und gilt nicht wenigen als Begründer einer ganzen
Avantgarde-Tradition. (26. 6., 21 Uhr, [4][Halle am Berghain).]
Kühl dürfte es auch in der Betonhalle sein, wo hackedepicciotto – die
Künstlerin Danielle de Picciotto und ihr Partner, der Ex-Neubauten-Bassist
Alexander Hacke – ihr schwelgerisch-elektronisches Album „Lichtung“
vorstellen. Das klingt nach Ankommen und Neuanfang zugleich: Nach 16 Jahren
Nomadentum lebt das Experimentalduo wieder in Berlin, genauer gesagt in
Lichtenrade – nahe der titelgebenden Lichtung (27. 6., 20 Uhr, [5][Silent
Green]).
Und noch ein Ausblick: Schließlich will man nicht ticketlos dastehen, wenn
ein Festival der Herzen, das Down By The River, in den vielleicht
lauschigsten Garten der Stadt lädt. Die 15. Ausgabe wartet mit einem
Line-up auf, das Neuentdeckungen und alte Bekannte zusammenbringt: unter
anderem gibt es Techno-Rap der Räubertochter, das Bandprojekt Morning Stars
(mit Barbara Morgenstern) und groovigen Folk der kurdischen Musikerin Helan
Jawish. (5. 7., 14–22 Uhr, [6][About Blank]).
26 Jun 2026
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(DIR) [2] https://www.jawfamily.com/familyreunion
(DIR) [3] https://www.hkw.de/programme/sonic-pluriverse-festival-global-echoes-of-gnawa
(DIR) [4] https://berghain.berlin/de/event/82275/
(DIR) [5] https://headquarter-entertainment.reservix.de/p/reservix/event/2505914
(DIR) [6] https://www.downbytheriverfestival.de/
## AUTOREN
(DIR) Stephanie Grimm
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