# taz.de -- Oxfam zu G7-Gipfel in Frankreich: Einknicken vor Trump
       
       > 48 Milliarden US-Dollar strichen G7-Staaten bei Entwicklungsgeldern. So
       > viel Geld verdienen Milliardär*innen aus diesen Ländern in nur 9
       > Tagen.
       
 (IMG) Bild: Oxfam-Aktivisten bei einer Protestaktion gegen den G7-Gipfel in Publier bei Évian-les-Bains, Frankreich am 14. Juni
       
       Beim G7-Gipfel 2025 warnte die Entwicklungsorganisation Oxfam noch die
       sieben reichsten Länder des Globalen Nordens davor, [1][ihre
       Entwicklungsgelder wie geplant um mehr als ein Viertel zu kürzen]. Damit
       stünden 44 Milliarden US-Dollar weniger zur Verfügung, um global in
       Sicherheit und Menschenrechte zu investieren, rechneten sie damals. Nun
       steht fest: Die G7-Staaten haben 2025 sogar 48 Milliarden US-Dollar weniger
       gegeben.
       
       Den Großteil haben die USA gestrichen, aber die anderen Staaten sind
       mitgezogen. Das Geld fehlt in der globalen Gesundheitsversorgung,
       Katastrophenhilfe, Klimaschutz oder langfristigen Entwicklungsvorhaben.
       
       Vor [2][dem diesjährigen G7-Gipfel im französischen Évian] will Oxfam die
       Staatschefs an die Folgen dieser Politik erinnern. „Während Familien
       Mahlzeiten auslassen und Regierungen lebensrettende Hilfsleistungen kürzen,
       erleben wir gerade einen grotesken Boom für Milliardäre“, kritisiert
       [3][Amitabh Behar], Chef von Oxfam International.
       
       48 Milliarden US-Dollar – um ziemlich genau so viel wächst das Vermögen der
       Milliardär*innen in den G7-Ländern in nur neun Tagen, rechnet Oxfam
       vor. Und: Die sechs größten Ölkonzerne machen derzeit infolge des Kriegs
       gegen Iran und der Schließung der Straße von Hormus rund 400 Millionen
       US-Dollar Zusatzgewinne. Pro Tag. Das [4][schätzt Oxfam] auf Grundlage von
       Daten der Finanzanalyseplattform S&P Capital IQ.
       
       ## Keine Krisenmaßnahmen
       
       Oxfam kritisiert die Staatschef:innen von Kanada, Frankreich,
       Deutschland, Italien, Japan und Großbritannien, also der G6, vor
       US-Präsident Donald Trump einzuknicken. Im Vergleich zu früheren Krisen,
       wie der COVID-19-Pandemie oder den Folgen von Russlands Angriff in der
       Ukraine, fehlten in der jetzigen Krise koordinierte internationale
       Maßnahmen, wie etwa den [5][Schuldendienst ärmerer Länder] vorübergehend
       auszusetzen oder über den Internationalen Währungsfonds Notkredite
       bereitzustellen.
       
       Oxfam fordert zudem, Milliardenvermögen sowie Übergewinne zu besteuern und
       die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen. „Sich zu weigern zu
       handeln, nur weil Washington nicht mitmacht, ist keine Diplomatie – es ist
       Feigheit. Und es wird den Abstieg der G6 in die globale Bedeutungslosigkeit
       nur beschleunigen“, mahnt Behar.
       
       15 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [2] /G7-Gipfel-in-Frankreich/!6186944
 (DIR) [3] /Oxfam-Chef-ueber-Milliardaere/!6150178
 (DIR) [4] https://oi-files-d8-prod.s3.eu-west-2.amazonaws.com/s3fs-public/2026-06/methodology-g7%20brief_final_05062026.pdf
 (DIR) [5] /Internationaler-Waehrungsfonds/!6116838
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Leila van Rinsum
       
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