# taz.de -- Demonstration gegen G7-Treffen: Eine verbarrikadierte Stadt
> Tausende haben am Sonntag gegen den „Imperialismus“ der
> G7-Wirtschaftsmächte und Donald Trump demonstriert. Die Proteste mussten
> im benachbarten Genf stattfinden.
(IMG) Bild: Die Demonstrationen gegen das G7-Treffen finden in der auf der Schweizer Seite des Genfersees gelegenen Stadt Genf statt
Rund 25.000 Menschen haben laut Angabe des Mediums Tribune de Genève am
Sonntag in [1][Genf gegen das G7-Treffen] demonstriert. Die dominierende
Farbe an der „No G7“-Kundgebung am Sonntag war nicht Rot, sondern ein
feministisches Violett. Denn der 14. Juni ist in der Schweiz seit 2019 der
Tag der „Grève feministe“ (Frauenstreiktag). Darum erschienen zahlreiche
Frauen und auch einige Männer mit Fahnen, Spruchbändern oder Kleidern in
violett.
Zur „Koalition No G7“ gegen den Gipfel der „Imperialisten“ der Gruppe der
Sieben (G7), die ab Montag in Evian tagen, gehören neben feministischen
Organisationen mehr als 50 Gruppierungen, Parteien, Bürgerinitiativen und
Gewerkschaften aus der Schweiz und Frankreich, die von den Medien zur
radikalen Linken gezählt werden.
Eindringlich warnten die Genfer die lokalen Medien und die Behörden seit
Tagen vor möglichen gewaltsamen Ausschreitungen und Plünderungen. Sie
beriefen sich dabei auf die Anti-G7-Demonstration von 2003, bei der es zu
Zusammenstößen und Sachschaden in der Innenstadt von Genf und Lausanne
gekommen war. Vorsorglich hatten darum dieses Mal die Banken, Geschäfte und
öffentliche Gebäude wie beispielsweise die Steuerverwaltung Türen und
Schaufenster gegen allfällige Angriffe mit Holzbrettern verbarrikadiert.
Zunächst hatten die schweizerischen Behörden sogar erwogen, die Kundgebung
aufgrund der damaligen Vorfälle kurzerhand zu verbieten. Zuletzt aber wurde
eine Genehmigung für einen Marsch auf einer reduzierten Strecke erteilt.
## Großer Polizeieinsatz
Und die Ordnungskräfte wollten ihrerseits mit einem besonders massiven
Aufgebot von Polizisten und 4.000 Militärs sowie zahlreichen präventiven
Personenkontrollen jede Lust an Randale im Keime ersticken. Die Genfer
Polizei gab an, sie habe vor der Demonstration zahlreiche „gefährliche“
Gegenstände konfisziert. Mitglieder einer französischen Antifa-Gruppe
wurden an der Grenze abgewiesen. Dennoch ging es nicht ganz ohne Gewalt:
Die Fassaden von zwei Banken wurden beschädigt und mindestens zwei Pkw in
Brand gesteckt. Am Ende des Nachmittags stieg die Spannung zwischen
Demonstranten und der Polizei.
In Evian selber war hingegen jegliche Protestaktion ausgeschlossen. In
diesem historischen Thermalkurort hatte es mehr als doppelt so viele
Ordnungskräfte (rund 16.000) wie Einwohner (9.200). Nicht zuletzt wegen der
Ankunft von [2][US-Präsident Donald Trump] am Montag befand sich das sonst
so ruhige Städtchen schon während des Wochenendes in einem hektischen
Belagerungszustand.
Der Protest gegen die in Evian tagenden Wirtschaftsgroßmächte beschränkte
sich nicht auf die Großkundgebung in Genf. Schon am Samstag hatten in
Lausanne, auf dem gegenüberliegenden Ufer des Lac Léman (Genfersee), mehr
als 10.000 Menschen gegen diese G7-Diskussionen demonstriert, bei denen
eine Handvoll Politiker unter sich das Schicksal der restlichen Welt
absprechen.
## Alternative zu G7
In Genf fand außerdem ein Gegengipfel mit zahlreichen Workshops statt, in
denen über solidarische antikapitalistische, feministische und ökologische
Alternativen debattiert wurde. Mitten auf dem See dümpelte, eng überwacht
von Patrouillenbooten, eine kleine „Gaza-Flotte“ von etwa 20 Segeljachten
aus Solidarität mit der von Israel bombardierten palästinensischen
Bevölkerung.
14 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] /G7-Gipfel-in-Frankreich/!6186944
(DIR) [2] /Donald-Trump/!t5204455
## AUTOREN
(DIR) Rudolf Balmer
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Frankreich
(DIR) Schweiz
(DIR) G7-Gipfel
(DIR) Donald Trump
(DIR) Antifaschismus
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) G7-Gipfel
(DIR) G7-Gipfel
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Entwicklungspolitik
(DIR) G7-Gipfel
(DIR) Albanien
(DIR) G7-Gipfel
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) G7-Gipfel in Évian: Eine Einigung, eine Forderung nach Einigung
US-Präsident Trump nutzte den G7-Gipfel, um sich selbst für den Iran-Deal
zu feiern. Zudem forderte er Gespräche zwischen Russland und der Ukraine.
(DIR) Gipfel in Évian: G7 will Ukraine-Verhandlungen wieder in Gang bringen
Nach monatelanger scharfer Kritik des US-Präsidenten setzen die Europäer
beim G7-Gipfel auf einen neuen transatlantischen Geist. Doch will Trump den
auch?
(DIR) Israel und das Iranabkommen: Nicht unser Kriegsende
Das Iran-USA-Abkommen fällt in den israelischen Wahlkampf. Premierminister
Netanjahu steht unter Beschuss und kündigt an, im Libanon weiterzukämpfen.
(DIR) Oxfam zu G7-Gipfel in Frankreich: Einknicken vor Trump
48 Milliarden US-Dollar strichen G7-Staaten bei Entwicklungsgeldern. So
viel Geld verdienen Milliardär*innen aus diesen Ländern in nur 9
Tagen.
(DIR) G7-Gipfel in Frankreich: Im Fokus steht nur einer
Bis Mittwoch treffen sich die G7-Staaten in Evian, um über Nahost, die
Ukraine und China zu beraten. Wie geschlossen können die Industrienationen
trotz Trump auftreten?
(DIR) Geplantes Tourismusprojekt in Albanien: „Flamingo-Revolution“ gegen das Trump-Resort
In einem albanischen Naturschutzgebiet wollen US-Präsidententochter Ivanka
Trump und Ehemann Jared Kushner eine luxuriöse Ferienanlage bauen. Dagegen
regt sich Protest.
(DIR) G7-Gipfel in Évian: Ärger um G7-Austragungsort
Die Genfer sind wenig erfreut über den diesjährigen Austragungsort im
französischen Évian. Die Anti-G7-Proteste dürften in der Schweiz
stattfinden.