# taz.de -- Mögliche US-Präsidentschaftskandidatur: Newsom wirft Trump Ermittlungen gegen ihn aus Wahlgründen vor
       
       > Der mögliche demokratische Präsidentschaftskandidat wirft der Regierung
       > vor, aus politischen Gründen gegen ihn zu ermitteln. Worum genau es dabei
       > geht, ist unklar.
       
 (IMG) Bild: In offenem Konflikt mit US-Präsident Trump: Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom
       
       Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom soll das Ziel einer politischen
       Verfolgung durch die US-Regierung sein. Dies behauptete der mögliche
       demokratische Präsidentschaftskandidat in einer Videobotschaft am Montag.
       Newsom wirft US-Präsident Donald Trump vor, das amerikanische
       Justizministerium als Waffe zu missbrauchen, um gegen politische Gegner
       vorzugehen. Das Ziel dieses Missbrauchs sei in diesem Fall er und seine
       Frau.
       
       Newsom erklärte in dem auf X geposteten Video, dass Bundesagenten in den
       vergangenen Tagen und Wochen Freunde und ehemalige Mitarbeiter:innen
       des Ehepaars kontaktiert hätten. Sie hätten außerdem Unterlagen
       angefordert.
       
       Wonach genau die Bundesagenten suchten, ist nicht bekannt, eine offizielle
       Begründung fehlt bislang. Auch Newsom selbst hat sich zu den Hintergründen
       nicht geäußert. Laut seinem Büro soll sich die Untersuchung der
       Bundesbehörden erst kürzlich auf das persönliche und berufliche Netzwerk
       des Gouverneurs ausgeweitet haben.
       
       „Donald Trump geht nicht nur [1][wegen meiner bissigen Tweets] gegen mich
       vor. Er geht gegen mich vor, weil ich eine Präsidentschaftskandidatur in
       Erwägung ziehe – und weil er es hasst, dass ich ihn immer wieder wegen
       seiner Lügen und Täuschungen zur Rede gestellt habe“, so Newsom in der
       Videonachricht.
       
       ## Newsom will konservative Wähler überzeugen
       
       Der kalifornische Gouverneur, dessen Amtszeit im kommenden Januar zu Ende
       geht, scheut spätestens seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit nicht
       davor zurück, [2][die Konfrontation mit dem US-Präsidenten zu suchen.] Er
       setzt dabei auf die sozialen Medien, um Aussagen des Präsidenten nach deren
       Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Auch stichelt er immer wieder gegen Trump.
       Newsom, der eine Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2028 nicht
       ausgeschlossen hat, versucht verstärkt auch konservative Wähler von sich zu
       überzeugen.
       
       Als Gouverneur des als [3][linksliberal geltenden Kalifornien] ist das
       keine einfache Aufgabe. Er ist jedoch in den vergangenen Jahren nicht davor
       zurückgeschreckt, mit Menschen, wie dem später ermordeten ultrarechten
       Aktivisten Charlie Kirk zu diskutieren. Auch Trumps ehemaligen
       strategischen Berater Steve Bannon hatte er in seinem Podcast bereits zu
       Gast.
       
       Von Seiten des Justizministeriums gibt es bislang keine Reaktion auf
       Newsoms Video. Der US-Nachrichtendienst AP berichtete, dass es aktuell
       keine Untersuchung gebe, die sich gezielt gegen den Gouverneur richten
       würde. Die AP bezieht sich in ihrem Bericht auf das Wissen eines Insiders.
       Dieser erklärte jedoch, dass es mehrere Untersuchungen gegen Personen aus
       seinem Umfeld gebe, darunter seine Ehefrau. Die Untersuchung soll im
       letzten Jahr begonnen haben und soll nicht politisch beeinflusst sein,
       heißt es im AP-Bericht.
       
       ## Trump greift immer wieder politische Gegner an
       
       Auch wenn es bislang keine Beweise für Newsoms Behauptung gibt, dass eine
       Untersuchung gegen ihn politisch motiviert sei, so ist die Idee nicht weit
       hergeholt. Bereits vor seinem Wahlsieg vor zwei Jahren hatte Trump immer
       wieder angedroht, gegen seine politischen Gegner vorzugehen. Und das auch
       getan: Der ehemalige FBI-Direktor [4][James Comey], die New Yorker
       Staatsanwältin [5][Letitia James] oder die [6][Zentralbank-Gouverneurin
       Lisa Cook] – alle drei wurden von Trump öffentlich kritisiert und später
       vom Justizministerium untersucht.
       
       Auch Republikaner im Kongress, die sich gegen seine Agenda gestellt hatten,
       wurden von Trump aussortiert. Dazu brauchte es jedoch keine rechtlichen
       Schritte, sondern einfach nur Trumps Unterstützung eines Gegenkandidaten.
       So gut wie alle Republikaner, die nicht von Trump unterstützt wurden,
       verloren in den vergangenen Wochen ihre parteiinternen Vorwahlen. Andere
       wiederum erklärten, dass sie erst gar nicht mehr antreten würden.
       
       16 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
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