# taz.de -- G7 und der Globale Süden: Klammern an eine alte Weltordnung
       
       > Die sieben größten Industrienationen des Westens wollen mehr Rohstoffe
       > und mehr Partner. Sie selbst machen aber nur dürftige Angebote und haben
       > eigentlich ein anderes Ziel.
       
 (IMG) Bild: Nur noch ein Scheinriese: die G7 mit ihren Gästen
       
       Die G7 hätten schon längst in der Bedeutungslosigkeit verschwinden müssen.
       Die G20, bei der auch China, Indien und Brasilien mitmischen, spiegeln die
       heutigen globalen Machtverhältnisse besser wider. [1][Im französischen
       Évian zeigte sich, wozu die G7] noch dient: als der verzweifelte Versuch
       Europas, die Partnerschaft mit den USA zu retten.
       
       Europa bietet sich als Reinigungsfachkraft an, die hinter den USA aufräumt
       und dabei schlechte Arbeitsbedingungen akzeptiert. Parallel zum Gipfel hat
       Europa nun dem US-Handelsdeal zugestimmt, wonach europäische Hersteller
       ihre Produkte in den USA mit Zollaufschlag verkaufen müssen, während Waren
       aus den USA für null Euro Zoll auf den EU-Markt kommen können.
       
       Das Klammern an eine alte Weltordnung zeigt sich besonders in dem Wunsch
       Europas, neue Partner zu finden. Hier geht es um diplomatisches Gewicht und
       um Rohstoffe. Europa braucht mehr davon und will gleichzeitig die
       Abhängigkeit von China reduzieren. Doch Europas Angebote an diese Partner
       sind mehr als dürftig. [2][Ressourcenreiche Staaten mit niedrigem BIP
       wollen von ihren Ressourcen profitieren, sie selbst verarbeiten.]
       
       [3][Die G7 versprechen „vorteilhafte Partnerschaften“] – das sind leere
       Worthülsen, solange es keine konkreten Angebote gibt. Gleichzeitig hält
       Europa an den massiven Kürzungen der Entwicklungsgelder fest – es soll mehr
       auf private Investitionen von Unternehmen in Industriestaaten gesetzt
       werden. Die Aussicht auf günstige Kredite für Partnerländer sinkt damit
       weiter.
       
       Gleichzeitig verschärft sich die Schuldenkrise in vielen Ländern
       dramatisch. Viele private Geber haben bereits ein Vielfaches ihres
       Einsatzes erhalten, während mehr als die Hälfte der afrikanischen Staaten
       mehr für Zinszahlungen als für Gesundheit und Bildung zusammen ausgibt.
       Gerade die afrikanischen Staaten wurden von der G7 vor den Kopf gestoßen,
       die am bisherigen System festhalten will.
       
       17 Jun 2026
       
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 (DIR) Leila van Rinsum
       
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