# taz.de -- Partei Futuro Nazionale: Neue rechtsextreme Partei in Italien gegründet
       
       > Der Ex-Fallschirmjägergeneral Roberto Vannacci schafft eine noch rechtere
       > Alternative zu Melonis Fratelli d’Italia und Salivinis Lega – und bekommt
       > Gegenwind.
       
 (IMG) Bild: Fast nichts ist ihm rechts genug: Der Europaabgeordnete und ehemalige italienische General Roberto Vannacci
       
       Italien hat eine neue rechtsextreme Kraft. Am Samstag und Sonntag fand in
       Rom der Gründungskongress der Partei Futuro Nazionale (FN, Nationale
       Zukunft) statt. Die verspricht, zur harten Konkurrenz sowohl für die
       Fratelli d’Italia (Fd) von [1][Ministerpräsidentin Giorgia Meloni] als auch
       für die Lega des [2][Verkehrsministers Matteo Salvini] zu werden.
       
       1.700 Delegierte waren zusammengekommen, um den FN-Gründervater zu
       bejubeln, den früheren Fallschirmjägergeneral [3][Roberto Vannacci]. Der
       56-Jährige eröffnete die Veranstaltung mit einem Gebet, in dem es hieß:
       „Gib mir die Unsicherheit und die Pein. Gib mir den Kampf und die
       Grausamkeit. Gib mir den Mut, die Kraft, den Glauben!“ Besonders christlich
       klang das zwar nicht, aber Vannacci schob zur Erklärung nach, das sei das
       Gebet der französischen Fallschirmjäger.
       
       In diesem Ton ging es dann in seiner einstündigen Auftaktrede weiter. „Wir
       sind der Abschaum, wir sind der Abfall, und wir sind stolz darauf!“,
       stilisierte er seinen Verein zur verfolgten und ausgegrenzten Kraft und
       legte sofort nach: „Wir sind die wahre Rechte!“
       
       Eine Rechte, die kein Problem hat, offen mit dem historischen Faschismus zu
       kokettieren, zum Beispiel wenn Delegierte ihre Mitstreiter*innen ganz
       so wie in Mussolini-Zeiten als „camerati“ bezeichnen. Vor allem aber
       stellte Vannacci in seiner Rede den Kampf für die Remigration in den
       Mittelpunkt, gegen die „illegalen“ Ausländer*innen im Land, ebenso wie
       die Gegnerschaft zur EU.
       
       ## Rasanter Aufstieg eines Extremisten
       
       Jene [4][Migrant*innen] plünderten, so seine Version, Italien aus,
       genössen den Sozialstaat und auch „kostenlosen Rechtsbeistand“, wenn sie
       mit dem Gesetz in Konflikt gerieten. Sie wagten es demnach sogar, jedes
       Jahr acht Milliarden Euro in ihre Heimatländer zu überweisen und „Italien
       zu entziehen“. Da helfe nur eines: Remigration.
       
       Auch für Europa fand Vannacci deutliche Worte. Er forderte: „Entweder mit
       uns, mit Futuro Nazionale, den Hütern des Souveränismus und der Bürger,
       oder mit von der Leyen, Draghi, den multinationalen Konzernen und dem
       Globalismus.“ Der General verabscheut den Green Deal genauso wie die
       Unterstützung der Ukraine und macht aus seiner Nähe zu Putin kein
       Geheimnis.
       
       Mit der Gründung von Futuro Nazionale krönt Vannacci jetzt einen
       politischen Aufstieg, der vor drei Jahren begann. 2023 veröffentlichte der
       General, seinerzeit noch im aktiven Dienst, im Selbstverlag das Buch „Il
       mondo al contrario“ („Verdrehte Welt“), in dem er mit der „Invasion der
       Migranten“ genauso wie mit den Schwulen („nicht normal“) und überhaupt dem
       ganzen woken Kram abrechnete. Das Buch wurde zum Renner, allein in den
       ersten zwei Wochen wurden rund 100.000 Exemplare verkauft.
       
       Im Jahr 2024 dann engagierte Lega-Chef Salvini Vannacci als Kandidaten für
       die Europawahlen; der General durfte sich über 530.000 Präferenzstimmen
       freuen und wurde von Salvini daraufhin auch zum Vizevorsitzenden der Lega
       befördert.
       
       ## 10.000 Menschen auf „Fuck Remigration“-Demo
       
       Die Lega jedoch war dem General zu lasch; im Februar 2026 brach Vannacci
       mit Salvini und schob die Gründung seiner eigenen Partei an. Mittlerweile
       kann er sich darüber freuen, acht Abgeordnete aus den Regierungsparteien,
       der Lega, Melonis FdI und der Forza Italia abgeworben zu haben und damit
       auch im Parlament vertreten zu sein. Vor allem aber beläuft sich der
       Wählerzuspruch in dem Umfragen auf rund 5 Prozent mit steigender Tendenz.
       FN zählt bereits etwa 100.000 Mitglieder.
       
       Viele darunter schätzen an Vannacci wohl, dass er nach rechtsaußen völlig
       offen ist. So wollte der General nicht auf Distanz zu der großen
       Demonstration für Remigration in Rom gehen, die ebenfalls am Samstag
       stattfand. Diverse offen neofaschistische Organisationen hatten mehrere
       tausend Teilnehmer*innen zusammengetrommelt.
       
       Größer jedoch war die „Fuck Remigration“-Demo, die zeitgleich ebenfalls in
       Rom stattfand. Rund 10.000 Menschen waren auf die Straße gegangen, um den
       Ausländerfeinden auf der Remigrationsdemo genauso wie Vannaccis
       Gründungskongress ihr Nein entgegenzuschleudern.
       
       14 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Michael Braun
       
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