# taz.de -- Nach Einreiseverbot zur Fußball-WM: Schiedsrichter in Mogadischu begeistert empfangen
       
       > Der abgewiesene WM-Schiri Omar Artan wird nach seiner Rückkehr in Somalia
       > gefeiert. Die US-Behörden unterstellten ihm Nähe zur Terrormiliz
       > al-Shabaab.
       
 (IMG) Bild: „Die Leute, die Sie gedemütigt haben, wissen nichts über uns“: Artan beim Empfang durch Somalias Regierungschef Hamse Abdi Barre
       
       dpa/taz | Der [1][von den USA abgewiesene Schiedsrichter Omar Artan] ist
       bei der Ankunft in Somalia von seinen Landsleuten begeistert empfangen
       worden. Am Flughafen der Hauptstadt Mogadischu begrüßten Offizielle sowie
       mehrere hundert Anhänger, die somalische Flaggen schwenkten, [2][den
       ursprünglich für die Fußball-WM vorgesehenen Unparteiischen], berichtete
       die Nachrichtenagentur AP.
       
       „Ich verspreche euch, dass ich bei der nächsten (WM), so Gott will, dabei
       sein werde“, sagte Artan demnach. Er wolle der somalischen Bevölkerung Mut
       machen und sie zur Zuversicht ermuntern. Artan sollte als erster
       Schiedsrichter Somalias bei einer Weltmeisterschaft Spiele leiten, nachdem
       er es auf die finale Liste des Weltverbands Fifa geschafft hatte.
       
       Der somalische Regierungschef Hamse Abdi Barre empfing Artan nach der
       Rückkehr und sprach ihm seine Solidarität aus. „Die Leute, die Sie
       gedemütigt haben, wissen nichts über uns, unser Land unsere Kultur“, sagte
       Barre laut einer Mitteilung. „Wir sind sehr enttäuscht über das, was man
       Ihnen angetan hat.“
       
       ## USA schieben „Sicherheitsbedenken“ vor
       
       Für die verweigerte Einreise sollen [3][Sicherheitsbedenken wegen
       angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation] der Grund gewesen
       sein, hatte ein namentlich nicht genannter Vertreter der US-Regierung dem
       Nachrichtensender CNN zuvor mitgeteilt. Die Überprüfung am Flughafen in
       Miami habe bei Artan „Verbindungen zu mutmaßlichen Mitgliedern
       terroristischer Organisationen“ ergeben. Weitere Einzelheiten nannte er
       laut dem Bericht nicht.
       
       Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den
       [4][verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung von Präsident Donald
       Trump] betroffen sind. Bürger dieser Länder werden bei der Einreise
       zusätzlichen Überprüfungen unterzogen. Die Grenzschutzbehörde CBP hatte im
       Fall Artan „Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung“ angeführt, ohne
       nähere Angaben zu machen.
       
       Bevor er die Einwanderungsanträge für Menschen aus 19 Ländern, darunter aus
       Somalia, im Dezember 2025 stoppte, hatte US-Präsident Donald Trump [5][die
       Menschen aus dem ostafrikanischen Land als „Müll“ bezeichnet].
       
       ## 2025 bester Schiedsrichter Afrikas
       
       Artan war 2025 als Afrikas bester männlicher Schiedsrichter ausgezeichnet
       worden. Der afrikanische Fußballverband hatte ihn als einen von sieben
       afrikanischen Unparteiischen für die diesjährige Weltmeisterschaft
       ausgewählt.
       
       Nach der ihm verweigerten Einreise in die USA hatte sich Artan zunächst
       „sehr, sehr enttäuscht“ gezeigt. Er sei „einfach nur ein Schiedsrichter“,
       der versuche, sich mit der WM-Teilnahme den größten Traum seines Lebens zu
       erfüllen, sagte er der New York Times. Formelle Fehler seien ihm nicht
       unterlaufen: „Ich hatte die richtigen Papiere und alles andere. Ich hatte
       das richtige Visum.“
       
       Artan wollte laut den Angaben am Samstag in Miami in die USA einreisen.
       Seine Reise habe in Nairobi begonnen, wo er auf die erforderlichen
       Reisedokumente gewartet habe. Anschließend sei er über Istanbul nach Miami
       geflogen, um an einem Vorbereitungstreffen der Fifa-Schiedsrichter
       teilzunehmen.
       
       ## Scharfe Kritik aus Somalia
       
       US-Grenzbeamte hätten ihn zu seiner Reise sowie [6][zur politischen Lage in
       Somalia] befragt, vor allem zur islamistischen Terrormiliz al-Shabaab, die
       in Teilen des Landes aktiv ist und seit Jahren gegen die somalische
       Regierung kämpft.
       
       Das somalische Ministerium für Jugend und Sport kritisierte die
       Entscheidung der US-Behörden. Omar Artan sei die Einreise in die USA „ohne
       einen triftigen Grund“ verweigert worden, hieß es in einer Stellungnahme.
       Die somalische Regierung habe sofort Kontakt zu den US-Behörden und zur
       Fifa aufgenommen, bislang aber keine Lösung gefunden. Somalias Beziehungen
       [7][zu den USA sind ohnehin angespannt].
       
       Die Fifa teilte weiter mit: „Die Fifa ist nicht an den
       Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der
       Entscheidung über Visaanträge.“ Wie bei vorherigen Turnieren habe das
       Gastgeberland das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden.
       
       Die WM-Unparteiischen trainieren gemeinsam in Miami und werden dort auf die
       Spiele vorbereitet. So ist ein Einsatz von Artan auch in den weiteren
       Gastgeberländern Mexiko und Kanada derzeit ausgeschlossen.
       
       10 Jun 2026
       
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