# taz.de -- Einreiseverbot für WM-Schiedsrichter: Willkür und Kumpanei
> Trump lässt einen somalischen Schiri nicht zur WM einreisen und bestätigt
> die schlimmsten Befürchtungen. Und die Fifa? Kriecht ihm weiter in den
> Hintern.
(IMG) Bild: Omar Artan sonst verantwortlich für faire Entscheidungen, wird übel von der Trump Junta mitgespielt
Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2026 hat noch nicht einmal
begonnen, da bestätigt Gastgeberland USA bereits [1][die schlimmsten
Befürchtungen] und lässt einen von der Fifa bestellten Schiedsrichter nicht
einreisen. Nicht, weil er sich etwas hätte zuschulden kommen lassen,
sondern einfach nur, weil Omar Artan aus Somalia kommt.
Gegen Menschen aus Somalia hat die Trump-Regierung vor allem deshalb etwas,
weil deren Bevölkerungsanteil im Bundesstaat Minnesota dafür gesorgt hat,
die [2][linke Abgeordnete Ilhan Omar ins Repräsentantenhaus zu wählen] –
eine brachiale Widersacherin des autokratischen Präsidenten. So direkt kann
das freilich selbst Trump nicht zugeben, deshalb unterstellt er den Somalis
in Minnesota pauschal und unbewiesen millionenfachen Sozialbetrug – und
verhängt eben das Einreiseverbot.
Das ist brutale Willkür, spricht jeder Rechtsstaatlichkeit Hohn, und dem
inklusiven und völkerverbindenden Gedanken, den viele Menschen immer noch
mit sportlichen Großereignissen verbinden, erst recht. Und die Fifa, die
Trump schon mit der Verleihung eines [3][eigens für ihn erfundenen
„Friedenspreises“] in den Hintern gekrochen war, zuckt mit den Achseln: Da
kann man leider nix machen.
Trump politisiert Sportereignisse seit Jahren schamlos für die eigenen
Zwecke. Dabei kann er darauf vertrauen, dass eine ganze Heerschar von
Kommentator*innen allen, die anlässlich der WM Kritik am Gastgeber
üben, vorwerfen wird, den Sport zu instrumentalisieren. Es gehe um Fußball,
das schönste Spiel der Welt, sonst nichts. Das ist auch eine Form der
Kumpanei.
Von jeglicher „Größe“, die Trump angeblich wiederherstellen wollte,
[4][sind diese USA Lichtjahre entfernt]. Sie werden unter ihm zu einem
Land, mit dem man nichts zu tun haben möchte. Zu bedauern sind all die
Menschen aus der Hotel- und Gastrobranche, die auf eine gute Saison durch
die WM gehofft hatten. Doch da kaum Fans in die USA kommen wollen, liegen
die Auslastungszahlen sogar unter dem Vorjahr. Der Fall Omar Artan dürfte
ihnen den Rest geben.
9 Jun 2026
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(DIR) Bernd Pickert
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