# taz.de -- Sondervermögen nicht ausgeschöpft: Bundesregierung ist überfordert mit dem vielen Geld
> Der 500-Milliarden-Topf soll Investitionen ermöglichen und zum Teil auch
> dem Klima helfen. Bei der Nutzung der Kreditlinie ist aber noch Luft nach
> oben.
(IMG) Bild: Brückenbau in Oberhausen, Nordrhein-Westfalen: „Wir brauchen Tempo“, sagt SPD-Chef Lars Klingbeil
Die Verwendung des 500 Milliarden Euro umfassenden [1][Sondervermögens für
Infrastruktur und Klimaschutz] ist 2025 hinter dem gesteckten Ziel
zurückgeblieben. Das geht aus dem Monitoringbericht des
Bundesfinanzministeriums hervor, der an den Haushaltsausschuss des
Bundestages gehen soll. Der rund 380 Seiten umfassende Bericht lag der
Deutschen Presse-Agentur vor. Zuerst hatten das Handelsblatt und die Zeit
berichtet.
37,2 Milliarden Euro sollten 2025 aus dem Topf abfließen, tatsächlich waren
es laut Bericht nur rund 24 Milliarden Euro. Dennoch ist von einem
„insgesamt erfolgreichen Start der Umsetzung“ die Rede.
Das Finanzministerium bewertet die Zielerreichung bei den
Investitionsprojekten anhand einer „Fortschritts- und Wirkungskennzahl“.
Bei Wohnungsbau und der [2][Digitalisierung] seien bereits erste
Fortschritte und Wirkungen sichtbar. In den Bereichen Energieinfrastruktur,
Forschung und Entwicklung sowie Verkehrsinfrastruktur gebe es die
niedrigsten Kennzahlen.
Aus Sicht der Regierung geht von dem Sondervermögen eine stabilisierende
Wirkung für die Konjunktur aus. Laut einer ersten Abschätzung liegt das
reale Bruttoinlandsprodukt infolge der Ausgaben aus dem Sondertopf in der
kurzen Frist um 0,5 Prozentpunkte höher als ohne diese Ausgaben.
## Regierung übt Selbstkritik
Bundestag und Bundesrat [3][hatten im vergangenen Jahr] den Weg für eine
zusätzliche Schuldenaufnahme über insgesamt 500 Milliarden Euro
freigemacht, für zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und
Klimaschutz. Das Sondervermögen ist auf zwölf Jahre angelegt. 300
Milliarden Euro kann der Bund investieren, 100 Milliarden die Länder und
Kommunen. Weitere 100 Milliarden Euro stehen im Klima- und
Transformationsfonds für den Klimaschutz bereit.
Dass das Geld aus dem Sondervermögen noch schneller fließen sollte, hatten
Regierungsmitglieder bereits Anfang Mai deutlich gemacht. Bauministerin
Verena Hubertz (SPD) sagte beim Tag der Bauindustrie, sie stimme zu, „dass
das Geld an einigen Stellen auch schneller fließen müsste“. Finanzminister
Lars Klingbeil forderte bei derselben Veranstaltung: „Wir brauchen Tempo.“
Der SPD-Chef betonte: „Ich bin der erste Finanzminister, der sagt: Das Geld
muss jetzt unter die Leute gebracht werden.“ (dpa)
1 Jun 2026
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