# taz.de -- Nach Skandal-Video von Itamar Ben-Gvir: Frankreich untersagt Israels Sicherheitsminister Einreise
       
       > Die in dem Clip erniedrigten Gaza-Aktivisten sind abgeschoben worden. Das
       > Auswärtige Amt erwartet Aufklärung über Berichte von Verletzungen. Für
       > Ben-Gvir hat sein Verhalten nun erste Konsequenzen.
       
 (IMG) Bild: Sorgte für breite Empörung: Itamar Ben-Gvir
       
       afp/dpa | Nach der Empörung über ein erniedrigendes Video von
       festgenommenen Aktivisten einer Gaza-Hilfsflotte untersagt Frankreich dem
       rechtsextremen israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir die
       Einreise. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot begründete den
       Schritt am Samstag im Onlinedienst X mit Ben-Gvirs „unbeschreiblichen
       Handlungen“ gegenüber französischen und europäischen Bürgern, die Teil der
       Flotte gewesen seien. Er fordere zudem gemeinsam mit Italien Sanktionen auf
       EU-Ebene gegen Ben-Gvir.
       
       In den von Ben-Gvir am Mittwoch im Onlinedienst X veröffentlichten
       Aufnahmen mit dem Titel „Willkommen in Israel“ sind unter anderem Dutzende
       Aktivisten gefesselt und auf Knien auf dem Deck eines Militärschiffs zu
       sehen, während die israelische Nationalhymne zu hören ist. Der
       rechtsextreme Minister wird gezeigt, wie er eine israelische Flagge
       schwenkt.
       
       Das Video löste international eine Welle der Entrüstung aus. Deutschland,
       die USA, die EU, Frankreich, Italien und Spanien äußerten scharfe Kritik,
       mehrere Staaten bestellten ihre israelischen Botschafter ein.
       
       [1][Die Hilfsflotte war in der vergangenen Woche von der Türkei] aus in
       Richtung Gazastreifen aufgebrochen und am Montag von israelischen
       Streitkräften gestoppt worden. Nach israelischen Angaben befanden sich 430
       internationale Aktivisten an Bord, die festgesetzt und nach Israel gebracht
       wurden. Später wurden alle ausländischen Aktivisten aus Israel ausgewiesen,
       darunter auch acht Deutsche.
       
       ## Auswärtiges Amt erwartet Aufklärung
       
       Mehrere der von Israel in die Türkei abgeschobenen Gaza-Aktivisten aus
       Deutschland sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes verletzt. Dies hätten
       Diplomaten erst nach der Landung der Männer und Frauen am Donnerstagabend
       in Istanbul in Erfahrung gebracht, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes
       in Berlin.
       
       Er bekräftigte zudem Kritik der Bundesregierung an einer „erniedrigenden
       Behandlung“ der Festgenommenen in Israel. „Das ist aus unserer Sicht
       einfach ein unsägliches Verhalten“, sagte der Sprecher.
       
       [2][Israel hatte die aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte]
       Anfang der Woche in internationalen Gewässern bei Zypern gestoppt. Rund 430
       Aktivisten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Das
       israelische Außenministerium sprach von einer „PR-Aktion im Dienste der
       Hamas“.
       
       Für das Auswärtige Amt habe eine menschenwürdige Behandlung der eigenen
       Staatsangehörigen „absolute Priorität“, sagte der Sprecher. „Und dazu
       gehört vor allem die körperliche Unversehrtheit. Und in diesem Zusammenhang
       erwarten wir natürlich auch Aufklärung, denn die Vorwürfe, die da zum Teil
       im Raum stehen, sind gravierend.“
       
       Ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das die
       Gaza-Aktivisten nach ihrer Festnahme in demütigender Weise zeigte, hatte
       zuvor international Empörung ausgelöst. Zu sehen ist, wie der Minister mit
       einer Gruppe von Anhängern zwischen gefesselten Aktivisten umhergeht und
       eine israelische Flagge schwenkt. Offensichtlich werden die Teilnehmer der
       Gaza-Flotte in der israelischen Hafenstadt Aschdod auch verhöhnt.
       
       23 May 2026
       
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