# taz.de -- Wahlen um kommunale Spitzenämter: SPD-Landrat siegt im Barnim – AfD gewinnt in Zehdenick
> Amtsinhaber Daniel Kurth von der SPD bleibt Landrat im Barnim. Die AfD
> holt erstmals ein hauptamtliches Bürgermeisteramt in einer Stadt in
> Brandenburg.
(IMG) Bild: Sanierte Häuserzeile in der Altstadt: in der kleinen Stadt an der Havel im Landkreis Oberhavel regiert nun ein AfD-Bürgermeister
dpa – Daniel Kurth von der SPD bleibt Landrat im Kreis Barnim. Der
Amtsinhaber setzte sich in einer Stichwahl um den Posten mit 66,1 Prozent
klar gegen seinen AfD-Herausforderer Matthäus Mikolaszek durch, der auf
33,9 Prozent kam, wie aus dem vorläufigen Endergebnis hervorgeht. 43,1
Prozent der Stimmberechtigten beteiligten sich demnach an der Wahl.
Beim ersten Wahlgang im April hatte keiner der vier angetretenen Kandidaten
um das Landratsamt die nötige Stimmenmehrheit erhalten. SPD-Amtsinhaber
Kurth hatte im ersten Durchgang mit 40,9 Prozent vorn gelegen. Auf Platz
zwei folgte Kandidat Mikolaszek von der AfD mit 30,0 Prozent.
Dahinter lagen zwei weitere Kandidaten, die in der Stichwahl nicht mehr
antreten konnten: Der CDU-Kandidat Daniel Sauer, der auch von BVB/Freie
Wähler und FDP unterstützt wurde, erzielte 20,1 Prozent der Stimmen. Der
parteilose Bewerber Andreas Bergener kam auf 9,0 Prozent. Die
Wahlbeteiligung lag bei der ersten Wahl bei 47,7 Prozent.
Zum Landrat ist gewählt, wer mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen
erhält und zugleich mindestens 15 Prozent aller Wahlberechtigten hinter
sich vereint.
## Deutlicher Sieg in Neuwahl
Erstmals ist ein AfD-Kandidat zum hauptamtlichen Bürgermeister einer Stadt
in Brandenburg gewählt worden. Bei einer Neuwahl in Zehdenick nördlich von
Berlin setzte sich René Stadtkewitz mit 58,4 Prozent der Stimmen durch.
Stadtkewitz ist damit erster direkt gewählter hauptamtlicher
AfD-Bürgermeister in Brandenburg. Im Land gab es zwar mit Arne Raue schon
einen hauptamtlichen Bürgermeister mit AfD-Parteibuch in Jüterbog – dieser
war bei seinen Wahlsiegen in 2011 und 2019 jedoch parteiloser
Einzelbewerber und trat erst im Jahr 2024 in die AfD ein. Im Jahr 2025
wechselte er in den Bundestag.
Die Mitbewerber von Stadtkewitz um das Bürgermeisteramt bekamen weit
weniger Stimmen: Der FDP-Kandidat Stephan von Hundelshausen kam auf 28,6
Prozent, der parteilose Einzelbewerber Wolf-Gernot Richardt auf 7,8 Prozent
und Dennis Latzke der Partei des Fortschritts auf 5,2 Prozent.
Stadtkewitz war früher CDU-Abgeordneter in Berlin und brach 2010 mit den
Christdemokraten. Er gründete die Partei Die Freiheit, deren
Bundesvorsitzender er bis 2013 war. 2024 wurde er AfD-Mitglied.
Der vorherige Bürgermeister von Zehdenick, Alexander Kretzschmar, war zuvor
mit einer großen Mehrheit abgewählt worden. Der Hintergrund: Der parteilose
Einzelkandidat hatte zwar im März vergangenen Jahres die Stichwahl gegen
Stadtkewitz gewonnen. Elf Tage nach seiner Amtseinführung im vergangenen
Jahr meldete er sich dann aber krank – und das war so geblieben. Die
Amtsgeschäfte führt seitdem der stellvertretende Bürgermeister Marco
Kalmutzke.
11 May 2026
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