# taz.de -- AfD-Siege bei den Kommunalwahlen: Schaut nach Panketal!
> In Brandenburg stellt die AfD nun einen Bürgermeister und wähnt sich vor
> der Siegesserie. Dem sollte man nicht glauben und sich andere Orte
> anschauen.
(IMG) Bild: Maximilian Wonke (SPD) bleibt Bürgermeister von Panketal
Jetzt also hat auch Brandenburg [1][seinen ersten direkt gewählten
AfD-Bürgermeister: René Stadtkewitz in Zehdenick]. Der AfD-Jubel darüber
kam so prompt wie erwartbar. Die AfD sei nun eine „politische Kraft“,
jubilierte Brandenburgs Parteichef. Und Zehdenick ein „Vorgeschmack“ auf
weitere Bürgermeister und Landräte.
Gemach. Denn die Stadt zeigt vor allem, wie es im Umgang mit den
Rechtsextremen nicht laufen sollte. In den vergangenen fünf Jahren schieden
dort drei Bürgermeister aus dem Amt, zwei davon krank – der letzte direkt
nach Amtsantritt. Bei der Wahl jetzt ging die AfD mit dem naheliegenden
Versprechen von „Verlässlichkeit“ an den Start – und CDU, SPD oder Linke
gar nicht mehr. Hauptkonkurrent war ein FDP-Mann. Die AfD brauchte den
Wahlsieg nur noch einzusammeln.
Dabei besteht auch in Zehdenick und Brandenburg kein Zweifel, wo die AfD
steht. Der Landesverband gehört zu den radikalsten, ihre Anführer predigen
eine „Remigration“, kooperieren offen mit anderen Rechtsextremen. Und auch
Stadtkewitz hat eine schillernde Vita, gründete vor Jahren die
Anti-Islam-Partei „Die Freiheit“. Jetzt ist er Bürgermeister einer Stadt,
die um Zuzug und Touristen wirbt. Das Gegenteil wird passieren.
Wie es anders laufen kann, zeigen – leider weit weniger beachtet – der
Landkreis Barnim und die Gemeinde Panketal, beide ebenfalls Brandenburg, wo
am Sonntag zwei SPD-Amtsinhaber gewannen, Daniel Kurth und Maximilian
Wonke. Die hatten sich zuvor pragmatisch für Schulen, Kitas oder
Feuerwehren eingesetzt, waren bis zum Ex-Zoodirektor vernetzt, warfen sich
online wie offline in den Wahlkampf und boten der AfD offensiv Paroli. Und:
Bei ihnen hielten in der Stichwahl die demokratischen Kräfte zusammen.
Es sind diese Lehren, die sich auch aus 22 anderen Wahlen seit Jahresbeginn
in Ostdeutschland ziehen lassen – [2][die allesamt die AfD verlor]. Nur
eine einzige davon konnte die AfD noch gewinnen, im sächsischen Altenberg.
Das zeigt: Das siegesgewisse Tönen der AfD sollte man nicht zu leicht
Glauben schenken – sie ist besiegbar. Wenn Demokrat:innen sich im Amt
und Wahlkampf reinhängen. Und wenn sie zusammenhalten.
Es sind diese Lehren, von denen nun Kommunen lernen sollten, zuvorderst
Görlitz und Aue, wo Stichwahlen bevorstehen. In Aue gewann die erste Runde
gerade gar ein Rechtsextremist der noch extremeren „Freien Sachsen“. Aber:
Erstarren hilft nicht – noch ist die Wahl nicht verloren. Und es gibt
Gegenrezepte: Schaut nach Panketal und in den Landkreis Barnim!
11 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Konrad Litschko
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