# taz.de -- Hin und Her im Irankrieg: US-Marine macht schon Pause bei der Sicherung von Schiffen
       
       > US-Präsident Trump hat die Begleitung von Schiffen in der Straße von
       > Hormus schon ausgesetzt, angeblich wegen Fortschritten bei den
       > Iran-Gesprächen.
       
 (IMG) Bild: Die US-Marine im Arabischen Meer vor der Straße von Hormus
       
       Nach nur einem einzigen Tag beenden die USA ihre [1][Sicherungsmission für
       Handelsschiffe], die die Straße von Hormus passieren wollen, wieder –
       zumindest vorerst. US-Präsident Donald Trump erklärte dazu: Es handele sich
       um eine „kurze“ Pause, „um zu sehen, ob das Abkommen finalisiert und
       unterzeichnet werden kann“. Gemeint ist ein Abkommen mit der
       [2][Islamischen Republik Iran], mit der die US-Regierung unter Trump seit
       Wochen um ein Kriegsende verhandelt. Nach Bericht des Senders Al Arabiya
       mit Bezug auf eine pakistanische Quelle gibt es einen Entwurf für ein
       Abkommen, das einen Zeitplan für ein Ende des Krieges vorsehe.
       
       Große Fortschritte waren in den Verhandlungen bislang aber nicht zu spüren,
       eine erste Verhandlungsrunde in Pakistan Mitte April scheiterte. Kein
       Wunder, die Differenzen zwischen Teheran und Washington sind gigantisch.
       
       Iran blockiert seit Beginn des Krieges die [3][Straße von Hormus] mithilfe
       der Drohung, Schiffe, die die Passage wagen, zu beschießen. Die Alternative
       ist ein von Teheran festgelegtes Prozedere: Dafür wurde jüngst die „Persian
       Gulf Strait Authority“ ausgerufen. Berichten zufolge hat diese bereits
       Reedereien kontaktiert, deren Schiffe sich in der Straße von Hormus
       befinden.
       
       Der Al-Jazeera-Korrespondent für den Iran, Ali Hashem, berichtet auf X, wie
       das Prozedere laut der neuen Behörde abläuft: Demnach sollen Schiffe, die
       die Straße von Hormus passieren möchten, eine E-Mail an info@PGSA.ir
       senden. Die Zahlung der sogenannten Transitgebühr – man könnte sie auch
       Schutzgeld nennen – muss dann in iranischen Rial erfolgen, Garantien dafür
       bei iranischen Banken hinterlegt werden. In allen Dokumenten müsse außerdem
       die „korrekte Bezeichung ‚Persischer Golf‘“ genutzt werden. Die Bezeichnung
       Arabischer Golf ist weniger geläufig, aber nicht falsch.
       
       ## Keine freie Passage durch die Straße von Hormus
       
       Hinzu kommt: „Länder, die Iran im jüngsten Krieg Schaden zugefügt haben,
       müssen diesen Schaden vor Erteilung einer Durchfahrtsgenehmigung
       begleichen. Länder, die Sanktionen gegen Iran verhängt oder iranische
       Währungen blockiert haben, erhalten keine Durchfahrtserlaubnis“, so Hashem.
       
       Die USA wie auch die arabischen Golfstaaten bestehen darauf, dass die
       Straße von Hormus frei passierbar ist. So ist es auch im Seerechtsabkommen
       der Vereinten Nationen festgelegt, das die Anrainerstaaten Iran und Oman
       beide unterzeichnet haben.
       
       Hinzu kommen weitere Streitpunkte: etwa das nach den US-israelischen
       Angriffen im Frühsommer 2025 in Iran verbliebene angereicherte Uran, das
       sich bis heute unter anderem in der Atomanalge Fordow befinden soll. So
       hatte es auch die Internationale Atomenergiebehörde berichtet. Und Trump
       hatte bislang immer gefordert, Iran solle diesen – nach seinen Worten
       –„Nuklearstaub“ herausrücken.
       
       Und das Raketenprogramm Irans sollte beschnitten worden, so hatte es Trump
       verkündet. Auch die Angriffe der USA und Israels zu Beginn des Krieges
       schienen darauf abzuzielen: Sie galten unter anderem Raketenabschussrampen,
       Raketenlagern und Produktionsstätten, auch entlang der Lieferkette wie etwa
       der Stahlindustrie.
       
       ## Golfstaaten sind frustriert von den Kriegsparteien
       
       Zu keinem dieser Punkte scheint eine Lösung in Sicht. Doch die blockierte
       Straße von Hormus führt weiter zu einer Verteuerung von Energie weltweit.
       Etwa 20 Prozent des weltweiten Rohöltransports verlief zuvor durch diese
       Meerenge.
       
       Die Strategie der USA – oder auch ein Mangel derselben – sorgt in der
       gesamten Region – abseits vielleicht Irans – für Kopfzerbrechen. Am
       Dienstag hatte Iran die Vereinigten Arabischen Emirate angegriffen, ein
       hochrangiger US-Militär erklärte dann aber: Die Attacken lägen „unterhalb
       der Schwelle, die zum jetzigen Zeitpunkt eine Wiederaufnahme größerer
       Kampfhandlungen rechtfertigen würde“.
       
       Seitens der Golfstaaten, das bestätigen immer wieder etwa Analysten
       gegenüber der taz, herrscht eine gewisse Frustration: Etwa wegen des
       anhaltenden Hin und Hers, bei dem die Staaten – obwohl sie enge Verbündete
       sind und tausende Truppen beherbergen – sich wohl nicht ausreichend
       eingebunden führen. Und weil Trump ihnen zumindest bislang genau die
       Situation hinterlassen hat, vor der sie sich wohl gefürchtet hatten: ein
       verwundeter, aber nicht besiegter Iran, der nun umso aggressiver vorgeht.
       Auch gegen seine Nachbarn.
       
       6 May 2026
       
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