# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump droht Iran erneut mit „Vernichtung“
> Die USA wollen die von Iran blockierte Straße von Hormus für den
> Schiffsverkehr wieder öffnen. Iran reagiert mit Beschuss von Ölanlagen in
> den VAE. Die Waffenruhe ist brüchig.
(IMG) Bild: Ein Containerschiff in der Straße von Hormus am 2. Mai
## Gefährdete Waffenruhe
Der Streit über die blockierte [1][Straße von Hormus] gefährdet die
Waffenruhe zwischen den USA und Iran. US-Präsident Donald Trump drohte der
Islamischen Republik erneut mit Vernichtung, nachdem Iran als Reaktion auf
eine US-Initiative zur Öffnung der Meerenge Ölanlagen in den Vereinigten
Arabischen Emiraten (VAE) angegriffen und damit in Brand gesetzt hatte. Der
iranische Außenminister Abbas Araghtschi wiederum warnte die USA vor einer
Fortsetzung ihrer Initiative. Kanzler Friedrich Merz forderte Teheran
derweil auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
US-Präsident Trump hatte am Sonntag den Start einer Initiative mit dem
Titel „Projekt Freiheit“ verkündet, um Schiffen freie Fahrt zu gewähren,
die wegen der Blockade der Straße von Hormus feststecken. Laut dem
zuständigen US-Regionalkommando (Centcom) waren am Montag Zerstörer durch
die Meerenge in den Persischen Golf eingefahren. Zwei Handelsschiffe unter
US-Flagge hätten das Seegebiet verlassen können, hieß es. Im Zuge der
Aktion will das US-Militär mindestens sechs Schnellboote der Islamischen
Republik zerstört haben. (dpa)
## Unter US-Flagge fahrendes Containerschiff hat Straße von Hormus passiert
Ein Containerschiff der dänischen Reederei Maersk hat nach
Unternehmensangaben die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus
passiert. Das unter US-Flagge fahrende Handelsschiff „Alliance Fairfax“
„verließ am 4. Mai den Persischen Golf über die Straße von Hormus“, hieß es
in einer Erklärung der Reederei vom Dienstag. Demnach wurde das Schiff bei
seiner Durchfahrt vom US-Militär geschützt.
„Der Transit verlief ohne Zwischenfälle und alle Besatzungsmitglieder sind
gesund und munter“, teilte Maersk weiter mit. Den Angaben zufolge gehört
die „Alliance Fairfax“ zur US-Reederei Farrell Lines, einer Maersk-Tochter.
Das Schiff habe seit Beginn des Irankriegs „wegen Sicherheitsbedenken“ im
Persischen Golf festgesessen. (afp)
## Iran greift Hafen in Emiraten an
Die [2][iranischen Revolutionsgarden] feuerten nach eigenen Angaben mehrere
Raketen als Warnung in Richtung von US-Kriegsschiffen ab. Darüber hinaus
griff Iran Ölanlagen im Hafen von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen
Emiraten an, die in Brand gerieten. Fudschaira ist für die VAE von
strategischer Bedeutung: Von diesem Hafen aus kann das Land sein Öl
exportieren, ohne dass Tanker die Straße von Hormus durchqueren müssen.
Es waren die ersten iranischen Angriffe auf den Golfstaat seit Beginn einer
Waffenruhe vor knapp vier Wochen, die Trump zuletzt einseitig auf
unbestimmte Zeit verlängert hatte. Die iranischen Streitkräfte bezeichneten
ihren Angriff als Reaktion auf das „Abenteurertum der US-Armee“ und eine
„illegale Passage von Schiffen durch verbotene Routen der Straße von
Hormus“. (dpa)
## Trump droht, Irans Außenminister warnt
Trump drohte Iran für den Fall von Angriffen auf US-Schiffe mit
Vernichtung. Iran werde „von der Erde gefegt“, sollte es Schiffe angreifen,
die im Rahmen der neuen US-Initiative zur Öffnung der Straße von Hormus im
Einsatz seien, zitierte ihn der Sender Fox News. Nicht äußern wollte sich
Trump dazu, ob die Waffenruhe mit Teheran vorbei sei. „Nun, das kann ich
Ihnen nicht sagen“, sagte er in einer Folge des Podcasts „The Hugh Hewitt
Show“.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte die USA dagegen vor einer
Fortsetzung ihrer Initiative. Er schrieb in der Nacht auf der Plattform X:
„Projekt Freiheit ist Projekt Sackgasse.“ Die Ereignisse in der Straße von
Hormus machten deutlich, dass es keine militärische Lösung für eine
politische Krise gebe.
Araghtschi behauptete weiter, die Verhandlungen für ein Ende des Kriegs
machten Fortschritte „dank des großen Einsatzes Pakistans“, das in dem
Konflikt als Vermittler agiert. Die USA sollten darauf achten, „sich nicht
von böswilligen Kräften wieder in einen Sumpf hineinziehen zu lassen“. Das
Gleiche gelte auch für die VAE.
Zwar hat auch Iran ein Interesse daran, sein Öl über die Straße von Hormus
zu exportieren. Strittig ist aber weiterhin, welche Schiffe die Meerenge
passieren dürfen und wer die Kontrolle darüber haben soll. (dpa)
## Arabische Staaten verurteilen iranische Angriffe
Arabische Staaten wie Jordanien, Bahrain und Ägypten verurteilten die
erneuten Angriffe Irans auf die VAE. Auch die Golfstaaten Kuwait und Katar
zeigten sich solidarisch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der
saudische Kronprinz Mohammed bin Salman verurteilte die Angriffe als
ungerechtfertigt.
Derweil stufte der ehemalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett
die neuen iranischen Angriffe auf die VAE als Kriegserklärung ein. „Dies
ist de facto eine Erklärung der Wiederaufnahme des iranischen Kriegs gegen
die Verbündeten der Vereinigten Staaten und Israels in der gesamten
Region“, schrieb der Oppositionspolitiker auf X.
Die VAE behalten sich das Recht auf eine Reaktion vor. Die Emirate würden
ihre Sicherheit und Souveränität schützen und behielten sich das „volle und
legitime Recht“ vor, auf die Angriffe im Einklang mit dem Völkerrecht zu
reagieren, teilte das Außenministerium mit. (dpa)
## Merz: „Teheran darf keine Nuklearwaffen haben“
Angesichts der jüngsten Eskalation forderte [3][Kanzler Friedrich Merz] die
Staatsführung in Teheran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die
Islamische Republik müsse aufhören, „die Region und die Welt zur Geisel zu
nehmen“, schrieb der CDU-Chef auf der Plattform X. „Die Blockade der Straße
von Hormus muss enden. Teheran darf keine Nuklearwaffe bauen“, mahnte er.
„Es darf keine weiteren Drohungen und Angriffe gegen unsere Partner geben.“
Am 8. April war unter Vermittlung Pakistans eine Waffenruhe zwischen den
USA und Iran vereinbart worden. Die Gespräche zwischen den Konfliktparteien
haben bisher keine Ergebnisse gebracht. Die Öffnung der für den weltweiten
Ölhandel wichtigen Meerenge ist neben dem iranischen Atomprogramm einer der
Knackpunkte in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran zur Beilegung
des Konflikts. (dpa)
5 May 2026
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