# taz.de -- Kabinett beschließt Zuckerabgabe: Weniger „Durstlöscher“, mehr Gesundheit
       
       > Wenn Getränke mit viel Zucker mehr kosten, werden sie weniger getrunken
       > und die Gesundheit profitiert. Wer das bezweifelt, macht sich
       > unglaubwürdig.
       
 (IMG) Bild: Weniger Zucker ist mehr Gesundheit
       
       Der [1][Beschluss der Bundesregierung] für eine [2][Abgabe auf mit Zucker
       gesüßte Getränke] ist ein Schritt in die richtige Richtung. Falls
       Schwarz-Rot nun ein ambitioniertes Gesetz dazu beschließt, wird er die
       Gesundheit vieler Menschen verbessern. Modellrechnungen prognostizieren zum
       Beispiel [3][mehrere Tausend weniger neue Fälle von Typ-2-Diabetes] pro
       Jahr.
       
       Limonaden werden oft als unproblematischer „Durstlöscher“ wahrgenommen,
       obwohl schon eine Flasche ein Vielfaches der empfohlenen Tageshöchstmenge
       Zucker enthalten kann. So nehmen gerade Minderjährige unbewusst zu viel des
       sehr kalorienreichen Stoffes auf.
       
       Umso hilfloser wirken die Einwände der Lebensmittelbranche. Sie behauptet
       auf Grundlage eines von ihr beauftragten Gutachtens immer noch, es sei
       [4][nicht „wissenschaftlich belastbar“] belegt, dass eine Zuckersteuer die
       gewünschten Effekte bringen würde. Aber damit stehen die Zuckerprofiteure
       ziemlich allein. Die Weltgesundheitsorganisation, die Nationale Akademie
       der Wissenschaften Leopoldina, die Bundesärztekammer und viele andere
       Institutionen – sie alle haben sich positiv über eine Abgabe auf
       Süßgetränke geäußert.
       
       Schließlich zeigen [5][immer mehr Studien], dass solche Steuern den Anstieg
       von Übergewicht in der Bevölkerung bremsen. Mehr als 100 Länder haben
       diesen Weg bereits eingeschlagen. Wenn mit Zucker gesüßte Limonaden teurer
       werden, dann werden sie auch weniger gekauft. Wenn der Staat wie in
       Großbritannien von den Herstellern auf höhere Zuckergehalte höhere Steuern
       verlangt, dann senkt die Industrie den Zuckeranteil. Die Konsumenten müssen
       dann auch kaum mehr bezahlen. Dass die Zuckerbranche diese Logik
       bezweifelt, erinnert an die Tabakindustrie, die durch
       Desinformationskampagnen strengere Regeln für die eindeutig
       gesundheitsschädliche Zigarette verhindern wollte.
       
       Es stimmt auch nicht, dass die Getränkehersteller die Zuckerbelastung
       freiwillig genügend reduziert hätten. Das bundeseigene Max-Rubner-Institut
       für Lebensmittelforschung hat festgestellt: Zum Beispiel von 2018 zu 2024
       gab es bei den gesüßten Erfrischungsgetränken insgesamt „[6][keine
       statistisch signifikante Veränderung]“.
       
       29 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Debatte-um-Steuer-auf-zuckrige-Getraenke/!6174109
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 (DIR) [3] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf
 (DIR) [4] https://www.ernaehrungsindustrie.de/stellungnahme/gemeinsame-stellungname-zur-einfuehrung-der-zuckersteuer/
 (DIR) [5] https://zenodo.org/records/19648685
 (DIR) [6] https://www.mri.bund.de/fileadmin/MRI/Pressemitteilungen/PM20250701-Produktmonitoring-Stakeholder/PM_Ergebnisbericht_2024_bfrei.pdf
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jost Maurin
       
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